Der Herr des Feuers von Adrian Leschek

Buchvorstellungund Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2016, 448 Seiten.ISBN 373416026X.

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In Kürze:

Sein Gott hat ihm den Mord an einem verkrüppelten Mönch befohlen, und Dolch gehorcht. Als gläubiger Mensch zweifelt er nicht an der Rechtmäßigkeit seines Tuns. Aber ausgerechnet die Gebote seines Glaubens führen zu seinem Versagen, und sein Opfer entkommt. Nutzte der flüchtige Mönch dunkle Magie, um Dolch zu manipulieren? Doch nicht der verkrüppelte Mönch selbst ist das Problem, sondern sein Wissen über die Ankunft des Feuers. Dieses wird nicht nur Dolchs Glauben erschüttern, sondern das Gefüge der Welt zerschmettern – sollte Dolch seine Verbreitung nicht verhindern können.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Assassine, der Krüppel und der Barbar – dunkle Fantasy aus Deutschen Landen“64

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Einst dominierte Arakland, die Stadt an dem Gürtel der Welt, der Meerenge zwischen dem nördlichen und dem südliche Meer die ganze bekannte Welt. Auch wenn der Gottkaiser nach wie vor mit seiner einzigartigen Kraft das Zweite Sonnenlicht, das droht die Welt zu verbrennen, in Zaum hält, hat die einstige Metropole in den letzten Jahrzehnten massiv an Einfluss verloren. Die verfeindeten Reiche habe sich der Ländereien fernab von der Stadt gesichert, regelmäßig greifen Barbarenhorden Arakland an und belagern die gut geschützte Stadt.

Dies ist die Geschichte zweier Männer. Der eine ist ein Krüppel, ein Mönch, der todkrank, aber auch hochintelligent ist. Er hat mathematisch errechnet, dass die Zurückweisung des Zweiten Sonnenlichts ein natürlicher astronomischer Vorgang ist und sein Wissen unter den Priestern der Stadt publik gemacht. Der Gottkaiser hat sofort reagiert – Dolch, ein Wandler, und der zweite Protagonist, einer seiner fähigsten Assassinen wurde auf den Orden des Ketzers angesetzt und erhielt die Aufgabe, die Mönche zu meucheln. In einem Handstreich hat er die Brüder des Mathematikers getötet, allein der Rebell entging, vermeintlich durch dunkle Magie, seinem Schicksal. Während der Verkrüppelte versucht die Stadt zu verlassen und bei einem der sie belagernden Fürsten Unterschlupf zu finden, heften sich Dolch und ein Barbar auf seine Spuren – nicht ahnend, dass sie den Gottkaiser dabei entblößen und in akute Gefahr bringen …

Interessante Idee leider nicht ganz passend umgesetzt

Unter dem Pseudonym Adrian Leschek legt ein bekannter Fantasy-Jugendbuchautor, der auch schon Science Fiction im Heftbereich publiziert hat, seinen ersten Fantasy-Schmöker für ein erwachsenes Publikum vor.

Die geschilderte Ausgangslage ist interessant. Wir werden in eine Stadt versetzt, die ihren beste Zeit weit hinter sich hat. Das einstige, von hier regierte Imperium ist zerfallen, regelmäßig belagern Barbaren die Metropole, und hoffen auf Lösegeld mit dem sie ruhig gestellt werden. Ins Zentrum der Handlung hat der Autor drei Menschen gestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Das Assassinne, ein Wandler, dessen Äußeres jedem der ihn Anschaut die Person zeigt, der er das größte Unrecht zugetan hat, einen verkrüppelten Mönch mit überragenden Geistesgaben und einen Barbaren. Inhaltlich geht es dabei um Machterhalt um jeden Preis, die Aufrechterhaltung eines lang überkommenen Status Quo, um Verrat und Mord. Allerdings bleibt der Plot lange Zeit etwas diffus, wechselt der Fokus doch allzu oft und abrupt zwischen den einzelnen Gestalten hin- und her. Schnell wird deutlich, dass Jäger wie Gejagte eigentlich ge- ja missbraucht werden.

Hat der Autor in seinen Jugendbüchern meist junge Helden porträtiert, die wir auf ihre jeweilige Queste begleiteten, so mangelt es der Handlung vorliegend allerdings an einem echten Helden. Keiner der Männer, denen wir folgen ist wirklich eine sympathische Person, deren Motive wir akzeptieren und uns zu eigen machen können. Nein, hier geht es deutlich dunkler zu, wird viel mit Zwischentönen gearbeitet.

Die Handlung selbst weist einige kleine Brüche auf, stilistisch fordert sie den Leser nicht sonderlich, verwöhnt aber auch nicht unbedingt. Die Figuren bleiben recht flach, der Text lebt eigentlich im Wesentlichen durch die Jagd nach dem Flüchtigen, den dabei auftretenden Gefahren und Kämpfe. So bietet sich der Roman als unauffällig an, liest sich zwar angenehm aber ohne wirkliche Highlights.

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