Alien 3 von Alan Dean Foster

Buchvorstellungund Rezension

Alien 3 von Alan Dean Foster

Originalausgabe erschienen 1992unter dem Titel „Alien 3“,deutsche Ausgabe erstmals 1992, 202 Seiten.ISBN 3-453-05615-9.Übersetzung ins Deutsche von Thomas Hag.

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In Kürze:

Selbst auf einem abgelegenen Gefängnisplaneten gibt es für Ripley kein Entrinnen vor den Aliens, gegen die sie nun schon das dritte Mal kämpfen muss, ohne dieses Mal freilich zu ahnen, dass ihr Schicksal besiegelt ist ... – Der Roman zum dritten Film der „;Alien“-Serie leidet unter den Veränderungen, die das Drehbuch erfuhr und denen der Autor nur bedingt Rechnung tragen konnte, liest sich aber dennoch spannend genug, dass der Leser die Innovationen der zweiten Fortsetzung zu würdigen vermag.

Das meint phantastik-couch.de: „Das Monster kriegt sie schließlich doch!“70

Science-Fiction-Rezension von Michael Drewniok

Mit knapper Not sind Ellen Ripley, Corporal Hicks, die junge Newt sowie der Androide Bishop vom Alien-Planeten Acheron entkommen (vgl. Alan Dean Foster: „;Aliens – Die Rückkehr“). An Bord des Truppentransporters SULACO sind sie auf dem Weg zur Erde; die Reise verbringen sie schlafend in den Kältekammern des Raumschiffs.

Doch auf Acheron konnte sich eine Alien-Larve an Bord der SULACO schleichen. Bei dem Versuch, die Menschen in ihren Schlafkabinen anzugreifen, beschädigt das Wesen die Steuerung des Schiffs. Die SULACO kommt vom Kurs ab und stürzt über dem Planeten Fiorina ab. Das Alien stirbt, aber auch Hicks und Newt überleben das Unglück nicht; Bishop wird zerstört. Allein Ripley kommt mit dem Leben davon.

Fiorina ist ein ungastlicher Planet, auf dem einst eine riesige Minen-Kolonie angelegt wurde. Als sich das Geschäft nicht mehr lohnte, verpachtete der Eigentümer, der Konzern Weyland-Yutani, die Anlage an die Regierung, die hier die Strafanstalt Fury 361 einrichtete. 25 Gefangene und zwei Aufseher verlieren sich in den riesigen Kavernen der Mine. Um der drückenden Aussichtslosigkeit ihrer Lage zu entfliehen, haben die Sträflinge Trost in der Religion gesucht und eine Art Laienorden mit festen Regeln und Grundsätzen gegründet. Dazu gehört strikte Enthaltsamkeit. Unter diesen Umständen sorgt Ripleys Anwesenheit für Unruhe, doch sie findet Verbündete in Clemens, dem Arzt, und Dillon, dem Anführer der Gefangenen.

Die internen Spannungen werden nebensächlich, als sich herausstellt, dass sich an Bord der SULACO ein zweites Alien befand. In den endlosen Gängen und Höhlen von Fury 361 beginnt ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich die Reihen der Bewohner rasch lichten. Ripley stellt ihre Erfahrungen im Kampf mit den Aliens in den Dienst der verfolgten Kolonisten, doch ihre Zeit ist begrenzt: Clemens hat festgestellt, dass sich ein drittes Alien in Ripley eingenistet hat. Ein chirurgischer Eingriff ist unmöglich – Ripley muss sterben …

Keine Fortsetzung von der Stange

Seit etwa 1980 ist der „;tie in“-Roman – die Nacherzählung eines Kino- oder TV-Films – eine feste Größe im Vermarktungskonzept der Film- und Fernsehindustrie. Das Drehbuch liegt vor; warum es dann nicht als Grundlage eines Romans noch einmal profitbringend recyceln? Im schlimmsten Fall werden die schon vorhandenen Dialoge und Handlungsvorgaben mit einigen Überleitungen verbunden, und schon kann das Produkt – und mehr ist es dann nicht – auf den Markt geworfen werden.

Unter diesem Aspekt ist es einleuchtend, dass sich eine ganze Reihe von zweit- und drittklassigen Autoren auf das Verfassen von Filmromanen spezialisiert hat. Aber auch Schriftsteller von Rang und Namen verdienen sich gern ein kleines Zubrot, wenn die Karrierekurve einmal einen Knick erfährt.

Alan Dean Foster gehört zu den redlichen Vertretern seiner Zunft. Er gilt als schneller, aber versierter und unterhaltsamer Handwerker. Als solcher erregte er schon früh die Aufmerksamkeit der Film- und Fernsehindustrie, der er schon vorher durch seine Arbeit in der PR-Abteilung eines kleinen kalifornischen Studios verbunden war. Schon die beiden ersten „;Alien“ -Filme hatte Foster zur Zufriedenheit seiner Auftraggeber nacherzählt, so dass es keine Überraschung war, dass man sich nunmehr ein drittes Mal an ihn wandte.

Nicht immer sind aller guten Dinge drei

Dieses Mal stand die Zusammenarbeit mit der „;20th Century Fox“ unter keinem günstigen Stern. Die Dreharbeiten zu „;Alien 3“ zogen sich ungewöhnlich lange hin, was bereits grundsätzliche Schwierigkeiten ahnen ließ. David Fincher, dem nicht einmal dreißigjährigen Regie-Neuling, schwebte kein Action-Spektakel à la James Cameron vor, sondern eine düstere, in den Augen des entsetzten Studios beinahe nihilistische Tragödie, die allzu oft an Dingen rührte, die einer profitablen weltweiten Vermarktung im Wege standen.

Auf „;Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, eine Science Fiction-Gruselgeschichte, und „;Aliens – Die Rückkehr“, ein säbelrasselndes Action-Abenteuer, folgte ein düsteres Kammerspiel. Zwar geht es noch immer hoch her in der Gefangenenkolonie Fury 361, doch der Großteil des Schreckens spielt sich dieses Mal im Verborgenen ab. Kritik und Zuschauer wussten lange Zeit mit diesem ‚psychologischen‘ „;Alien 3“ wenig anzufangen. Inzwischen wird Regisseur David Fincher nach Filmen wie „;Sieben“, „;Fight-Club“ oder „;Zodiac“ als Meister seiner Kunst anerkannt. Im Glanze dieses Rufes fand auch seine Mär vom bizarren Sträflings-Orden, dessen Angehörige mit sich selbst mindestens ebenso zu kämpfen haben wie mit den Aliens, Anerkennung.

Zurück ins Jahr 1992. Der verbissene Kleinkrieg zwischen Studio und Regisseur schlug sich in ständigen Drehbuch-Änderungen nieder, die natürlich auch Alan Dean Foster zu berücksichtigen hatte. Für einen Verfasser, der es gewohnt ist, rasch zu arbeiten (für einen „;tie in“-Roman setzt Foster durchschnittlich sechs Wochen an), muss diese Erfahrung ein wahrer Albtraum gewesen sein. So kämpfte in einer der frühen Fassungen noch die junge Newt aus „;Aliens – Die Rückkehr“ an Ripleys Seite gegen die Aliens, bis Fincher plötzlich entschied, diese Figur vollständig zu streichen.

Solche Verwerfungen machten es verständlicherweise schier unmöglich, einen stringenten Roman zu schaffen. Angesichts solcher Schwierigkeiten hat Foster sich mit Anstand geschlagen. „;Alien 3“ liest sich immer noch spannend, auch wenn u. a. der deutlich verringerte Seitenumfang davon kündet, dass Foster irgendwann einfach nur noch seinen Job zu Ende bringen wollte. Verständlich ist deshalb seine Entscheidung, zukünftig keine Aufträge für Filmromane mehr anzunehmen …(Nachzulesen ist diese Geschichte zusammen mit vielen weiteren aufschlussreichen Äußerungen Fosters zum Thema Film und Roman in: Jens H. Altmann, „;Am Ende passt alles zusammen“. Ein Interview mit Alan Dean Foster, in: Wolfgang Jeschke [Hg.], Das Science Fiction Jahr 1998, München : Wilhelm Heyne Verlag 1997, S. 565-574.)

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