Flucht ins Chaos von Alan Dean Foster

Buchvorstellungund Rezension

Flucht ins Chaos von Alan Dean Foster

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Sliding Scales“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 400 Seiten.ISBN 3-404-24384-6.Übersetzung ins Deutsche von Michael Kubiak und Kerstin Fricke.

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In Kürze:

Noch nie war es Flinx so gleichgültig, dass er den Schlüssel zur Rettung des Universums in Händen hält. Er trauert um seine Freundin Clarity, die er bei seinem letzten Abenteuer verloren hat. Sein intelligentes Schiff legt ihm nahe, sich eine Auszeit zu nehmen. Flinx wählt den Planeten Jast als Ziel, ohne zu ahnen, dass sein Urlaubsparadies eine Gefahrenzone von tödlichster Güte ist …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Bild eines faszinierenden Planeten“80

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Nicht genug damit, dass Flinx von allen möglichen legalen wie illegalen Gruppierungen der Galaxis verfolgt, ja gejagt wird, jetzt hat es ihn nicht nur mehr körperlich, sondern seelisch erwischt. Die erste Frau, die ihm in seinem Leben wirklich etwas bedeutet hat, wurde lebensgefährlich verwundet und er musste sie in der Obhut zweier alter Freunde zurücklassen (vgl. Die Echsenwelt). Seitdem bläst unser junger Held Trübsal. Kann man ja auch verstehen – da lastet die Rettung der ganzen Galaxis auf seinen schmalen Schultern, und das auch noch, ohne dass er sich die Aufgabe selbst ausgesucht hat. Nichts vermag ihn aufzuheitern. Die KI seines Raumschiffes schlägt in der allumfassenden Datenbank nach und siehe da, sie wird fündig: Flinx ist urlaubsreif. Schnell wird ein Planet gefunden, der den Kriterien für eine stressfreie Erholung entspricht. Jast liegt ziemlich genau zwischen dem Homanx-Commonwealth und dem Sternenreich der reptiloiden AAnn. Bevölkert von einer intelligenten Flora, die äußerlich riesengroßen Pilzen gleicht und sich auf ihrem einen Fuß eher langsam hüpfend fortbewegt, kann Flinx hier sicher sein, dass ihn seine Verfolger in Ruhe lassen.

Kaum auf Jast angekommen erregt er jedoch das Misstrauen der dort stationierten AAnn. Was will der Weichhäuter hier fernab seiner eigenen Rasse? Ein Begleiter wird ihm an die Seite gestellt, dass er auch ja nichts anstellt. Bei einem Ausflug in ein abgelegenes Tal kann der AAnn seinen Hass nicht zügeln und stößt Flinx von einer Klippe. Durch den Sturz verliert Flinx sein Gedächtnis und findet verletzt Unterschlupf bei einer Künstlerkolonie der AAnn. Als der Täter erfährt, dass Flinx noch lebt, macht er sich auf, den Zeugen seines Hasses endgültig auszuschalten – doch hat er nicht mit den aufrechten Künstlern der Kolonie gerechnet …

Statt Bum-Bum eine überzeugend ausgestaltete Alienkultur

Alan Dean Fosters Romane um Pip & Flinx haben Kultcharakter. Die Bände um den empathisch veranlagten Jungen und sein geflügeltes Reptil sind weltweit Bestseller, auch und gerade weil der Autor packende Action-Szenen mit der glaubwürdigen Schilderung fremder Welten verbindet.

Dies ist vorliegend ein wenig anders. Flinx, dessen rasante Kämpfe gegen übermächtig scheinende Gegner uns an die Seiten bannte, tritt ein wenig in den Hintergrund. Ohne seine Erinnerungen und ohne echte Gegner ist er schmückendes, den Roman mit dem Zyklus verbindendes Beiwerk für eine große Bühne, auf der Foster ein farbenprächtiges Bild malt. In eindrucksvollen Bildern berichtet er uns von der Exotik einer fremden Welt. Er lässt mittels Methan schwebende, ballonartige Wesen an den Augen seiner Leser vorbeidefilieren, und portraitiert mit den Vssey eine Alienrasse, die überzeugend anders agiert als die sonstigen Spezies. Das wird all die Fans enttäuschen, die neben dem Sense of Wonder vornehmlich durch die Action-Szenen an die Seiten gefesselt wurden, das bietet aber jedem, der an einem sinnvollen Bild einer fremde Rasse interessiert ist, mannigfaltige Lesefreuden.

Man kann es kurz und prägnant zusammenfassen – statt Bum-Bum ein faszinierend-anderes Bild einer fremden Welt und als solches zu empfehlen.

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