Safari von Alan Dean Foster

Buchvorstellungund Rezension

Safari von Alan Dean Foster

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Lost and Found“,deutsche Ausgabe erstmals 2006, 332 Seiten.ISBN 3-404-24350-1.Übersetzung ins Deutsche von Axel Franken.

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In Kürze:

Vor nicht allzu langer Zeit war Marcus Walker ein ganz normaler Rohstoffmakler in Chicago. Er arbeitete emsig und kämpfte mit harten Bandagen. Doch das hat sich grundlegend geändert. Denn Marcus Walker würde entführt: von Wesen, die ihn und andere Lebensformen von ihren „;primitiven“; Heimatwelten verschleppen, um sie auf ‚ „;zivilisierten“; Planeten als eine Art von Haustier zu verkaufen. Jemand anders würde sich vielleicht in sein Schicksal fügen und darauf hoffen, an einen freundlichen Eigentümer verkauft zu werden. Nicht aber Marcus Walker. Er hat nicht die leiseste Absicht aufzugeben. Genau genommen, fängt der Kampf für ihn erst an.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Big Mac vom Space Drive-In“;60

Science-Fiction-Rezension von Frank A. Dudley

In den späten 20er Jahren des letzten Jahrhunderts kam in den USA die Zeitschrift „;Amazing Stories“; auf den Markt. In ihr wurden erstmals Kurzgeschichten veröffentlicht, die Entführungen von Menschen durch Außerirdische zum Thema hatten. Später, in den 50er und 60er Jahren berichteten immer mehr Amerikaner, dass sie tatsächlich von Aliens gekidnappt worden seien. Meist ging es bei diesen leicht zu widerlegenden Hirngespinsten um medizinische und sexuelle Experimente, die die Aliens an ihren Opfern vornahmen.

Solche Geschichten gehören mittlerweile zur Folklore in den USA, so wie Vampirgeschichten in Europa. Dementsprechend abgenutzt sind sie als literarisches Thema. Dennoch nimmt sich Alan Dean Foster in seinem neuen Roman, Auftakt zu einer Trilogie, eben dieses Sujet vor. Springt er damit 50 Jahre in die SF-Vergangenheit?

Illustre Handelsware

Marcus Walker ist Rohstoff-Händler und lebt nicht schlecht von seinen Kakao-Termingeschäften. Aufgrund einer Wette zeltet er eine Woche allein an einem einsamen Bergsee in Kalifornien. Nach einem kleinen Ausflug in die Bar des nächsten Dorfes wacht er nachts auf, als er Geräusche außerhalb seines Zeltes hört. Etwas benebelt nimmt er wahr, wie der Reißverschluss des Eingangs geöffnet wird und ein lappiges, gummiartiges Riesengesicht mit quersitzenden Augen in seine Behausung lugt. Walker ergreift die Flucht, wird aber von anderen lappigen Riesen daran gehindert.

Als er wieder aufwacht, scheinen die Geschehnisse der Nacht eine Folge des Alkoholkonsums gewesen zu sein. Walker klettert aus seinem Zelt, sieht den See, im Hintergrund die Berge, die Vögel singen ? doch nach den ersten Schritten prallt er gegen eine unsichtbare und undurchdringliche Wand. Als schließlich ein paar von den Monstern der vergangenen Nacht auftauchen, ist ihm klar, dass er tatsächlich von Aliens entführt wurde.

Allerdings ist Walker nicht das einzige Entführungsopfer. Wie er schnell feststellt, haben sich die Aliens, Vilenjji genannt, einen ganzen Zoo von vielfüßigen und mehrarmigen Wesen unterschiedlicher Intelligenzgrade zugelegt. Walker freundet sich schnell mit dem Hund George an, dem einzigen anderen Erdbewohner. Etwas schwieriger gestaltet sich die Bekanntschaft mit Sque, einer hochintelligenten, aber ausgesprochen eingebildeten Multi-Tentakel-Dame, und Braouk, einem immer hungrigen und unberechenbaren Riesen-Pelzball, der zwischen zwei Mahlzeiten mehrstündige Gedichtzyklen rezitiert. Die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Spezies und Rassen ermöglicht ein Translator-Chip, den die Vilenjji ihren Gefangenen eingesetzt haben.

Obwohl die Flucht vom Raumschiff der Entführer nahezu unmöglich erscheint, fassen Walker, George, Sque und Braouk dennoch den Entschluss, einen Ausbruchsversuch zu wagen. Zwar planen die Vilenjji keine Experimente mit ihnen, aber was sie mit ihrem Alien-Zoo vorhaben, ist für die Betroffenen nicht minder erfreulich: Sie sollen alle als Haustiere an wiederum andere Aliens verkauft werden.

Unterhaltende Zwischenmahlzeit

Was in den 50er Jahren eine Alien-Hysterie kommerziell unterfütterte, ist heute bestenfalls Science Fiction Fast Food. Wer mit Geschichten von Entführungen durch Aliens heutzutage Leser erreichen möchte, muss sich schon etwas einfallen lassen. Alan Dean Foster beschreibt keine Monster in silberglänzenden Raumzigarren, die schreienden Blondinen nachstellen. Er nimmt sie auf die Schippe und zeigt sie in ihren Schwächen und Stärken recht menschlich.

Seinem jüngsten Roman ist anzumerken, dass Foster seine Dialog-Kunst in Hollywood gelernt hat: Witzig, spritzig, immer knapp und auf den Punkt. Auch hält er sich nicht mit langatmigen Beschreibungen auf, die Handlung stolpert nicht, sie spurtet von Seite zu Seite. Der Alien-Entführungs-Plot ist zwar abgegriffen, „;Safari“; macht dennoch Spaß. Die vier unterschiedlichen Protagonisten wirken mitunter ein wenig stereotyp, liefern sich aber herzerfrischende Wortgefechte.

Besonders in die Tiefe geht „;Safari“; nicht, es ist wie ein Big Mac schnell verdrückt. Aber als unterhaltsame Strand-Lektüre für zwischendurch, von der man nichts Tiefschürfendes erwartet, genau richtig. Mehr kann man nicht erwarten, mehr war wohl auch kaum geplant. Bleibt abzuwarten, ob Foster die nächsten beiden Teile der Trilogie mit Milkshake und Pommes Frites serviert.

Ihre Meinung zu »Alan Dean Foster: Safari«

Jan zu »Alan Dean Foster: Safari«01.03.2007
Insgesamt ein recht unterhaltsames und kurzweiliges Buch. Leider fehlt halt besagte Tiefe, wie ich Sie von Peter F. Hamilton oder Stephen Baxter gewohnt bin. Foster geht weder bei den Akteuren noch in ihrem Umfeld wirklich ins Detail. Um zwischendurch aber mal wieder lachen zu können reicht es alle mal
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