Blitz von Alexey Pehov

Buchvorstellungund Rezension

Blitz von Alexey Pehov

unter dem Titel „Iskateli vetra“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 448 Seiten.ISBN 3-492-70274-0.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Starautor Alexey Pehov erzählt die »Chroniken von Hara« weiter: Ness, Lahen und Shen fliehen vor den Schrecken des Krieges, der immer näher rückt. Doch auf sie wartet eine Herausforderung, so gewaltig wie ein Gewitter! Die Windsucherin Lahen gerät in einen Sturm, der all ihre Kraft fordert: Zusammen mit ihrem Gefährten Ness befindet sie sich in der Gefangenschaft der Schreitenden, die nach sieben Jahren endlich Rache an den beiden Meuchelmördern nehmen wollen. Sie erwartet der Tod – und Lahens einzigartiger Funke soll ein für alle Mal ausgelöscht werden. Doch dann schlägt ihnen die Mutter der Schreitenden einen Handel vor: Die Todgeweihten werden verschont, wenn sie ins Regenbogental ziehen und Lahen ihre Magie zum Wohle der Schreitenden einsetzt. Der Weg dorthin birgt zahlreiche Überraschungen, und während sich Freunde in Feinde verwandeln und Gegner zu Verbündeten werden, muss Lahen eine wichtige Entscheidung treffen – und schließlich ihren Geliebten Ness mit einer gefährlichen Wahrheit konfrontieren …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fantasy-Bestseller aus Russland“67

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Vor fünf Jahrhunderten spaltete sich der Kreis der Schreitenden – Magier, die im Reich des Imperators dafür sorgten, dass Reichtum und Frieden herrschten. Schon lange vorher fiel auf, dass die Kräfte der Schreitenden, wie man die Magier und Magierinnen nennt, immer mehr nachließen. Nur durch Integration des Dunklen Funkens konnten die Kräfte erhalten, ja gesteigert werden. Die Kombination von Lichtem und Dunklen Funken barg noch eine weitere Folge – körperliche Unsterblichkeit. Dennoch gab es viele Streitenden, die sich den Rebellen, die die Magie erneuern, ja zu neuen Triumphen führen wollten, in den Weg stellten – ein Krieg brach aus, der, von beiden Seiten unbarmherzig geführt, das Land fast vernichtete und unzählige Menschenleben kostete. Die Verdammten, wie die Rebellen genannt werden, konnten nur mit Hilfe der Nekromanten besiegt und verbannt werden. Nun aber, nachdem die Schreitenden weiter an Wissen, Kraft und Zahl verloren haben, machen sich die Verdammten erneut auf, das Imperium unter ihre Herrschaft zu zwingen.

Vor einigen Jahren erhielten die Attentäter Lahen und Ness einen ungewöhnlichen Auftrag. Die Mutter der Schreitenden sollte ermordet werden. Dass Ness ein genialer, in langen Jahren des Krieges gegen die Spitzohren geschulter Bogenschütze, und Lahen eine sowohl in Dunkler wie Lichter Magie ausgebildete Adeptin ist, ermöglicht ihnen das Undenkbare – der Anschlag gelingt, die Anführerin der Schreitenden stirbt. Seitdem sind die beiden auf der Flucht.

Inzwischen sind nicht nur die Schreitenden hinter ihnen her, sondern auch für die Verbannten sind sie interessant geworden. Ein erstes Aufeinandertreffen mit Typhus, wie sich eine der Verbannten nennt, erwies sich als richtungsweisend. Im Zusammenwirken mit Shen, einem Heiler der Schreitenden, gelang es Lahen, die Verdammte aus ihrem Körper zu verbannen. In ihrer neuen, männlichen Hülle sucht die Magierin seitdem verzweifelt nach denen, die sie besiegt hatten, können doch nur diese sie wieder aus ihrer ungeliebten neuen Hülle befreien. Während die Truppen der Verbannten von einem Sieg zum nächsten eilen, konzentrieren sich die mit Magie bedachten Strippenzieher immer mehr auf Lahen und Shan – eine Art von Aufmerksamkeit, auf die diese gut verzichten könnten, werden sie doch zum gejagten Wild …

Der Mittelteil der Trilogie bleibt ohne echte Handlungsfortschritte

Wenn man in Russland in eine Buchhandlung geht und sich das Regal mit Fantasy anschaut, dann sticht einem ein dominierender Name ins Auge. Alexey Pehov dominiert den Bereich der Abenteuer-Fantasy wie keiner seiner Landsmänner. Selbst gestandene westliche Fantasy-Bestseller müssen sich verkaufstechnisch hinter Pehov einreihen. Dabei unterscheiden sich seine Trilogien inhaltlich kaum von den anglo-amerikanischen Vorbildern. Das typisch Russische fehlt ein wenig, statt dessen bietet er gewohnte Versatzstücke gängiger Fantasy-Epen die sich locker und leicht lesen lassen.

Bereits mit den „Chroniken von Siala“ bewies er hierzulande, dass sich seine Werke auch bei uns verkaufen lassen, so dass sich der Verlag seine zweite Trilogie sicherte und in die bewährten Hände von Christiane Pöhlmann zur Übertragung ins Deutsche gab.

Nach einem fulminanten Auftakt im ersten Teil erwartete mich bei der Lektüre des Mittelteils der Trilogie zunächst eine auffallende Handlungsarmut. In der ersten Hälfte des Buches passiert schlicht – nichts!

Wir lernen unsere bekannten Personen besser kennen, die entsprechenden Charaktere werden vertieft, und ein paar neue Handelnde eingeführt. Dazu erhalten wir dann in massiven Info-Drops die Geschichte der Verbannten erzählt. Das ist in sich durchaus interessant, ja liest sich auch kurzweilig, allein es mangelt – deutlich – an Tempo und Spannung! In der zweiten Hälfte nimmt der Plot dann wieder ein wenig Tempo auf, wobei auch hier deutlich zu bemerken ist, dass lediglich die Grundlagen für das Finale gelegt werden.

Erstaunlich dabei eher, dass ich mich bei der Lektüre nicht wirklich gelangweilt habe, oder ich versucht war, das Buch vorzeitig zuzuklappen. Ähnlich wie Richard Schwartz, wenn auch inhaltlich ganz anders strukturiert, gelingt es dem Autor mich in seine Geschichte zu ziehen. Als Leser verfolgt man interessiert, ja gespannt mit, wie es den Gestalten ergeht, wie der Ich-Erzähler Ness vom Geschehen dominiert wird, seine Schritte gelenkt werden, ohne dass er selbst allzu viel dabei zu vermelden hat. Man will einfach wissen, wohin die Reise geht, was mit den Figuren passiert, und wie sich letztlich alles auflöst.

Das hat zwar nicht allzu viel Pepp, liest sich aber denn recht interessant, gerade weil es uns die Personen näher vorstellt. Und macht auf das große Finale neugierig.

(Carsten Kuhr, Oktober 2012)

Ihre Meinung zu »Alexey Pehov: Blitz«

http://lesemomente.blog.de zu »Alexey Pehov: Blitz«05.11.2012
Inhalt:

Lahen und Ness sind vom Turm gefangen genommen worden und warten zunächst auf die Anhörung durch die Mutter und dann auf die unvermeidbar folgende Strafe. Im Gespräch mit der Mutter erfährt Ness Dinge über seine Weggefährtin, die auch für ihn vollkommen neu sind. Und dann kommt alles anders als gedacht…

Meine Meinung:

Sie ist da. Endlich. Die lang ersehnte Fortsetzung von „Wind“. Anders als ihr Vorgänger, aber genauso gut:

Während sich die Handlung im ersten Teil fast überschlug und es sehr viele verschiedene Erzählperspektiven gab, ist dieser Teil an sich ruhiger. Die meiste Zeit erzählt Ness aus der Ich-Perspektive, einige Passagen werden aus Thias Sicht erzählt und von Gan’or und Luk erfahren wir insgesamt sehr wenig.

Irgendwann während des Lesens habe ich mir das Buch angesehen und festgestellt, dass ich etwa die Hälfte gelesen hatte und in der Geschichte eigentlich noch gar nicht so viel passiert war. Ich schreibe das nicht, um euch abzuschrecken – im Gegenteil: Mir ist dann erst bewusst geworden, dass mir die erste Hälfte, obwohl es so wenig in der Handlung voran ging und vielmehr nötige Hintergrundinformationen, Gespräche usw. im Hintergrund standen, kein bisschen langatmig vorkam. Und das muss erstmal jemand dem Herrn Pehov nachmachen.

Ich fand es sehr schön, endlich mehr über Lahens Vergangenheit zu erfahren, um die sie ja eigentlich ein großes Geheimnis macht – was, sobald man ihre Vergangenheit kennt, auch durchaus verständlich ist. Doch nicht nur Lahen bekommt mehr Konturen; auch die Verdammte Thia, die immer noch auf ihre Chance wartet, Shen und Lahen gefangen zu nehmen, um ihren alten Körper wiederzubekommen, entwickelt sich im Laufe der Geschichte.

Das einzige, was ich wirklich schade fand, war die Tatsache, dass Gan’or und Luk eine geringere Rolle spielen, dabei mag ich den schweigsamen und so loyalen Nordmenschen doch so gerne. Ich bin aber guter Hoffung, dass die beiden im dritten Teil wieder mehr zu Geschichte beitragen.

Der Schluss ist… Ja, wie ist der Schluss? Unerwartet, mit großem Cliffhanger, aber doch grandios. So, dass ich mal wieder ungeduldig auf den dritten Band warte…

Alexey Pehov ist ein High-Fantasy-Autor, den man unbedingt kennen sollte. Ich mag seinen Schreibstil und die Handlung, die nicht immer ganz dem „typischen“ Orks-Zwerge-Elfen-Schema entspricht. Mit „Blitz“ ist ihm eine wunderbare Fortsetzung gelungen, die angesichts des Schlusses unheimlich neugierig auf den dritten Teil macht.
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