Donner von Alexey Pehov

Buchvorstellungund Rezension

Donner von Alexey Pehov

unter dem Titel „Shnezy vetra“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 448 Seiten.ISBN 3-492-70271-6.Übersetzung ins Deutsche von .

»Donner« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Mit »Donner« führt der russische Meistererzähler Alexey Pehov seine Saga »Die Chroniken von Hara« fort: Von Hass und Rachsucht getrieben, begibt sich Ness auf die Suche nach den Mördern seiner Frau. Doch die Spuren weisen in zu viele Richtungen – einzig ein unheilvolles Bündnis vermag es, Licht ins Dunkel zu bringen. Allerdings verfolgen alle Beteiligten ihre eigenen, düsteren Ziele ...Nachdem Lahens Leben ein grausames Ende gesetzt wurde, kennt Ness nur noch ein Ziel: Er will die Mörder finden und Rache für den Tod seiner Frau nehmen. Dafür muss er einen gefährlichen Pakt mit dem Feind schließen – einzig Shen, Lahens Schüler, steht an Ness’ Seite. Doch als Träger eines ebenso lichten wie dunklen Funkens gerät Shen nicht nur in das Visier der Verdammten: Auch die Schreitenden fürchten seine alte Magie, weil sie den Niedergang ihrer jetzigen Macht bedeutet. Welche Verbündeten können Ness und Shen in dieser gefährlichen Lage um sich scharen? Und wem von ihnen können sie wirklich vertrauen? Schließlich muss jeder der Gefährten selbst entscheiden, was er mehr fürchtet: den dunklen Funken oder das Dunkel in sich selbst …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Alexey Pehov rockt die Fantasy“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Einst waren sie, Ness und Lahen, die besten Auftragskiller, die man für Gold und gute Worte engagieren konnte. Während Ness mit seinen Pfeilen das Opfer aus der Ferne erledigte, sorgte Lahen mit ihrem Funken dafür, dass sie nicht erwischt wurden. Selbst die Ermordung einer Schreitenden, einer Magierin mit ausgebildetem Funken, war ihnen gelungen. Danach wollten sie sich zu Ruhe setzen. Doch dann kam es, wie es einfach kommen musste – das Schicksal wollte sie in ihrem abgelegenen Dorf nicht in Ruhe lassen. Typhus, eine der Verdammten, eine Schreitende die vor Jahrhunderten in den Nekromantenkriegen rebellierte, heftete sich auf ihre Fersen. Ness und Lahen flohen durch ein vom Bürgerkrieg gebeuteltes Land.
Auf der Flucht lernten sie den Heiler Shen und die Schreitende Rona kennen und stießen immer wieder auf den Soldaten Luk und den Kämpfer Gan ´nor.

Im Finale des zweiten Teiles musste Ness schließlich hilflos miterleben, wie seine geliebte Lahen gnadenlos getötet wurde. Fortan beherrscht nur noch ein Gedanke sein Streben – Rache um jeden Preis. Zusammen mit Typhus, die ebenfalls eine Rechnung mit dem Mörder offen hat, Shen und Rona zieht er in Richtung Regenbogental, zur alt-ehrwürdigen Schule der Schreitenden. Dass diese lange zuvor von den Truppen der Verdammten und ihrer Nekromanten erobert wurde, ahnen sie nicht.

Auf unterschiedlichen Wegen begeben sich Ness und seine Begleiter sowie Luk und dessen Kameraden danach zur großen Treppe, dem Tor zum Norden. Auf dem Weg lauern nicht nur Spitzohren, Dämonen und wandelnde Untote sondern auch einige der Verdammten auf sie …

Für so wenig Inhalt liest sich der Roman erstaunlich kurzweilig

Was uns Alexey Pehov im dritten Band seine Tetralogie präsentiert ist, wenn man es sich einmal nüchtern zu Gemüte führt, wahrlich nicht viel. Wir begleiten unsere beiden Gruppen bei ihrer Reise durch ein vom Krieg gebeuteltes Reich, stoßen immer wieder einmal auf versprengte Truppen und magische Überbleibsel aus der Vergangenheit, ohne dass wirklich viel oder gar Entscheidendes passieren würde. Lediglich in den letzten 5 bis 10 Seiten kommt es zu einer wirklich packenden Wende, bis dahin vermisst man ein wenig die Dramatik, die glorreichen Gefechte oder die Aufklärung von Geheimnissen.

Trotzdem, und das ist überraschend, liest sich der Roman nicht etwa langatmig oder gar langweilig, sondern der Plot hat durchaus das Potential, seine Leser zu unterhalten. Statt uns also mit packenden Auseinandersetzungen an die Seiten zu fesseln, setzt Pehov auf andere Qualitäten – er erschafft interessante Gestalten, die miteinander agieren, sich dabei weiter entwickeln und immer wieder neue Wege beschreiten.
In der erneut vorbildlichen Übersetzung von Christiane Pöhlmann treten diese Figuren förmlich aus dem Buch heraus, nehmen plastischer Gestalt an, und wachsen uns ans Herz. Wir können ihre Beweggründe nachvollziehen, nehmen an ihren Triumphen ebenso teil, wie an ihren Niederlagen. Und jede der Gestalten muss ab und zu eine schmerzliche Schlappe einstecken, muss seine Einstellungen überdenken, sich neu positionieren. Geschickt flechtet der Autor immer wieder Hinweise auf die Vergangenheit ein. Mit Typhus, die nach wie vor in einem Männerkörper festsitzt, nutzt Pehov die Möglichkeit, den Krieg vor 500 Jahren aus dem Blickwinkel einer der damaligen Teilnehmerinnen zu schildern, deren Motivation darzulegen und Hinweise auf die versiegenden magischen Kräfte zu geben.
Immer wieder taucht ein mysteriöser Magier auf, der durch die Jahrhunderte hinweg Anstöße gibt, und unauffällig in das Geschehen eingreift. Hier finden sich viele Ansatzpunkte, die in dem in Vorbereitung befindlichen Finale zusammengeführt und gelöst werden müssen.

Carsten Kuhr, Mai 2013

Ihre Meinung zu »Alexey Pehov: Donner«

www.lesemomente.net zu »Alexey Pehov: Donner«02.10.2013
Schon mit den ersten beiden Bänden „Wind“ und „Blitz“ konnte mich Pehov begeistern. Im ersten Teil der Chroniken von Hara ging es vor allem darum, die einzelnen Charaktere und in die bisher eher ungewohnte Handlung einzuführen. Im zweiten Band wurden dann viele Hintergrundinformationen gegeben. Ich weiß, dass „Blitz“ manchen zu wenig Action enthalten hat. Und obwohl mich das gar nicht gestört hat, kann ich allen Lesern, denen es so gegangen ist, sagen, dass sie den dritten Band wieder lieben werden.

Denn in „Donner“ schreitet die Handlung sehr viel schneller voran als in seinem Vorgänger, manchmal überschlagen sich die Ereignisse geradezu. Nach Lahens Tod geht es Ness nur noch darum, den oder die Verantwortlichen zu finden und seine Geliebte zu rächen. Und um das zu erreichen, scheut er es auch nicht, Bündnisse mit der dunklen Seite zu schließen.

Liefen in den ersten beiden Bänden noch sehr viele Handlungen parallel ab, so treffen einige der Handlungsstränge – und somit auch die verschiedensten Charaktere – im Laufe dieses Buches zusammen. Dies birgt einiges an Potenzial: Potenzial für Misstrauen und Argwohn, für neue Freundschaften und Gefühle, für tapfere Kämpfer und vor allem für lustige Szenen.

Gerade die unterschiedlichen Charaktere sind in meinen Augen die Stärke von Pehov und so hatte ich an diesem Teil meine helle Freude. Außerdem gefällt mir die Serie nicht zuletzt deswegen so gut, weil die einzelnen Bücher ohne allzu viel Wartezeit dazwischen erscheinen. So gibt es den vierten Band zu diesem Zeitpunkt auch schon und ich freue mich schon sehr, das große Finale zu lesen.

Mit „Donner“ hat Pehov in meinen Augen den bisher besten Teil seiner sowieso schon tollen Chroniken von Hara geschrieben. Hier kommt alles zusammen: Spannung, Charaktere, die Ungewissheit, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, und die Erkenntnis, dass Gut und Böse oftmals gar nicht so einfach voneinander zu trennen sind. Ich vergebe 9 von 10 Sternen und eine klare Leseempfehlung!
Ihr Kommentar zu Donner

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.