Schattentänzer von Alexey Pehov

Buchvorstellungund Rezension

Schattentänzer von Alexey Pehov

unter dem Titel „V´juga tenej“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 528 Seiten.ISBN 3-492-70188-4.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Die Welt treibt auf den Abgrund zu. Eine Armee aus Giganten, Orks und Kreaturen des Todes verbreitet Leid und Schrecken. Es obliegt dem Schattentänzer Garrett und seinen Gefährten, das dunkle Heer ein für alle Mal zurückzuschlagen. Doch sie haben einen hohen Preis gezahlt, um ihr Ziel zu erreichen, und nun liegen die gewaltigen unterirdischen Paläste Hrad Spines vor ihnen. An diesem sagenumwobenen Ort soll das Horn des Regenbogens verborgen sein, das über Sieg oder Niederlage entscheidet. Allein muss sich Garrett der Finsternis stellen und in die Tiefe hinabsteigen. Ihn erwarten nicht nur tödliche Fallen, sondern auch Entdeckungen, die seine Welt für immer verändern und auf die Wahrheit über das Schicksal aller ein neues Licht werfen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Questen-Fantasy aus Russland“68

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Der Unaussprechliche regt sich nach Jahrhunderten der Ruhe wieder. Orkhorden machen an den Grenzen des Öden Landes von sich reden, die Reiche der Menschen, Elfen, Gnome und Zwerge drohen dieses Mal endgültig unterzugehen. Doch die Zauberer von einst haben eine Waffe geschaffen, von der die Weißsagung behauptet, dass mit ihrer Hilfe der Unaussprechliche aufgehalten werden kann. Dumm ist dabei nur, dass das Horn des Regenbogens ausgerechnet in Hrad Spine, den gewaltigen, seit Urzeiten verlassenen unterirdischen Palästen verborgen wurde. Und aus den Beinernen Palästen, der letzten Ruhestätte von Elfenfürsten und Orkkönigen ist seit Jahrhunderten niemand mehr zurückgekehrt.

Nur ein Mann könnte das Abenteuer, das Horn zu ergattern, mit mehr Glück als Verstand bestehen – Garrett, der Meisterdieb. Der König lobt einen Preis von 50000 Goldstücken aus, selbst der Gott der Diebe drängt Garrett den Kontrakt einzuhalten, und so macht sich unser gewiefter Einbrecher, begleitet von einer munteren Schar Helfer, wenn auch widerstrebend, auf den Weg Richtung Hrad Spine.

Was braucht es, um einen Fantasy-Bestseller zu schreiben? Eine veritable Queste ist Grundvoraussetzung, die Jagd nach einem magischen Gegenstand, der die Vernichtung der Welt aufhalten kann, kommt ebenfalls ganz gut, dazu eine Gruppe Helden, die dem Protagonisten hilfreich zur Seite stehen, fiese Gegner, eine gehörige Prise Magie und einen ehrbaren Dieb, der die Rolle des charismatischen Helden übernimmt. Willkommen also zum mittlerweile dritten und letzten Mal in Siala, der Fantasy-Welt Alexey Pehovs.

Nun ist es allein an Garrett, in das gigantische Mausoleum einzudringen und dort das magische Horn an sich zu nehmen. Dass immer wieder Boten, ja der Schattentänzer selbst ihn davor warnen, selbiges an sich zu nehmen, da nur mit diesem die erste Rasse tief unter Hrad Spine im ewigen Schlaf festgehalten werden kann, bringt unseren Tunichtgut noch um seinen Seelenfrieden. Doch er ist einen Kontrakt eingegangen, da hilft auch die Verlockung von Reichtümern oder Unsterblichkeit nichts, sein Gewissen – ich weiß, ein gar seltsames Ding für einen Dieb – zwingt ihn dazu, den Auftrag auszuführen.

Doch kaum hat er mittels einer magischen Tür die Grabstätte verlassen, gerät er vom Regen in die Traufe – die Orks rüsten zum Krieg gegen die Meerkatzen, wie sie die Menschen nennen, und nehmen Garret gefangen. Dabei haben die Menschen mit der Bedrohung durch das dunkle Heer des Unaussprechlichen doch wahrlich schon genug Sorgen. Und wie gewohnt kann anscheinend nur einer helfen – sie ahnen es schon, auf den schmalen Schultern Garretts ruht einmal mehr das Schicksal der Welt …

Es mangelt ein wenig an Originalität, routiniert verfasste Middle-of-the-Road Questen-Fantasy

Der Sensationserfolg aus Russland, millionenfach verkauft, mit Preisen ausgezeichnet – so preist uns der Verlag die Saga von Siala werbewirksam an. Nun muss man diese Aussagen ein wenig relativieren. Russland ist ein großes, bevölkerungsreiches Land, die dortigen Auflagen liegen naturgemäß weit höher als im deutschen oder französischen Sprachraum. Dass Werke aus dem Osten, seit Sergej Lukianenko mit seiner Wächter-Serie verlegerische Triumphe feiern konnte, angesagt sind, ist unbestritten.

Die „Chroniken von Siala“ bieten dem Freund der Abenteuer-Fantasy besten Lesestoff. Dabei fällt aber auch auf, dass sich der russische Autor doch sehr an den Erfolgsserien aus anglo-amerikanischer Fertigung orientiert. Wie schon zu Beginn angedeutet, bleiben sowohl die Figuren als auch das Grundthema ganz im Bereich des Üblichen. Zwar variiert der Autor die bekannten Handlungsabläufe ein wenig, fügt dem gewohnten Kanon seine eigenen Details und Wesen zu, dennoch bleibt zu konstatieren, dass Pehov anders als Glukhovsky oder Lukianenko der Fantasy keine wirklichen Novitäten hinzufügt.

Man verstehe dies bitte nicht falsch, die Trilogie liest sich auch, aber nicht ausschließlich aufgrund der mustergültigen Übertragung von Christiane Pöhlmann spannend und amüsant auf einen Rutsch durch. Das ist beste Questen-Fantasy im Stil eines David Eddings, Terry Brooks oder Richard Schwartz mit viel Magie, Geheimnissen und Kämpfen satt.

Was mir ein wenig fehlt, das ist das Andere, das Besondere, das die Bücher aus den östlichen Ländern oftmals auszeichnet. Der Blick in die berühmte russische Seele, der Einfluss der Überlieferungen und ein etwas anderes Verständnis der phantastischen Literatur. Wer danach sucht, wird bei Pehov nicht fündig. Wer aber „nur“ ein abwechslungsreich zu lesendes Fantasy-Abenteuer sucht, der wird in der kurzweilig und stringent aufgezogenen Handlung mit seinen vielen Wendungen sicherlich an die Seiten gebannt werden.

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