Schattenwanderer von Alexey Pehov

Buchvorstellungund Rezension

Schattenwanderer von Alexey Pehov

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „Kraduscijsja v teni. Chroniki Sialy“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 480 Seiten.ISBN 3-492-26802-1.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Nach Jahrhunderten des Friedens ist der namenlose Schrecken erwacht. Eine riesige Armee formiert sich in den Öden Landen. Tausende Giganten, Oger und Kreaturen des Todes finden sich zusammen – erstmals unter dem gemeinsamen schwarzen Banner; erstmals vereint im Sturm auf die Stadt Awendum …Es sei denn, der Schattenwanderer und Meisterdieb Garrett kann sie aufhalten. Von der verbotenen Zone Awendums, der Heimat der lebenden Toten, führt Garretts Weg bis ans Ende der Welt. An der Seite einer Elfenprinzessin und der unerbittlichsten Krieger des Königreichs zieht der Schattenwanderer in einen Kampf, der ebenso aussichtslos wie unausweichlich ist. Es ist ein Kampf, der die Geschichte der Helden neu schreiben wird …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Fantasy-Bestseller aus Russland – wird er die Fantasy so beeindrucken wie Lukianenkos Werke die SF?“75

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Unser etwas anderer Held Garrett geht einer angesehenen, aber weithin unterschätzten Profession nach. Er ist ein Dieb. Nun brauchen Sie wirklich nicht die Stirn zu runzeln oder schnell nach ihrem Beutel zu greifen, ob dieser auch noch am Gürtel hängt oder sich der Inhalt vielleicht verflüchtigt hat, mit so etwas gibt sich Garrett, der legendäre Schatten, schon lange nicht mehr ab. Er ist ein Meister seiner Zunft, ein Dieb, der sich nur an die schwierigsten Aufträge wagt.

Sagte ich seiner Zunft? Nun, mit der Gilde der Diebe hat Garrett so seine Schwierigkeiten, schließlich riskiert er für seine Beutezüge Kopf und Kragen, und der Gilde da die Hälfte abzugeben, sieht er nicht ein. So ist ihm nicht nur die Wache, sondern auch die Diebesgilde auf den Fersen. Damit nicht genug, haben auch ziegenköpfige Doralisser, die Mördergilde und Dämonen noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Wem das noch nicht langt, den wird es nicht sonderlich erstaunen, dass auch die Magier und der König höchstselbst ihn zu sprechen wünschen – dringend versteht sich. Und einer solchen Einladung, noch dazu ausgesprochen von den Wilden Herzen, der Eliteeinheit des Königreiches, kann man kaum ausschlagen – noch nicht einmal, wenn man Garrett heißt.

Und so sitzt unser Meisterdieb eines Nachts im Königspalast einer illustren Gesellschaft gegenüber. Der König selbst erteilt ihm einen Auftrag, und bei Sagoth, dem Gott der Diebe, unser Schatten muss ihn annehmen, sonst geht die Welt, wie er sie kennt, unter.

Der Unaussprechliche hat seine Truppen um sich gesammelt. Oger, Orks und dunkle Schamanenpriester stehen bereit, das menschliche Königreich Sialas und das EIbenreich gleich mit zu überrennen. Nur ein uraltes magisches Relikt, das legendäre orksche Horn des Regenbogens, kann den Unaussprechlichen aufhalten – doch dieses ist gut und sicher versteckt. Und nun raten sie mal, wer nach bereits zwei gescheiterten Versuchen die Kastanien aus dem Feuer holen soll und das Horn, das in der achten Ebene der beinernen Paläste Hrad Spines, des uralten Ork- und EIbenfriedhofes verborgen ist, beschaffen darf – yours truly Garrett, der Schatten.

So macht er sich, nachdem er seine dringendsten Angelegenheiten in Awendum geregelt und einige Pläne Hrad Spines aus dem verbotenen Viertel besorgt hat, wenn auch widerstrebend, gemeinsam mit einer Gruppe Kämpfer, einigen Elfen, einem Zwerg, einem Gnom und dem königlichen Narren, einem Kobold, auf, die dunklen Wälder der Orks zu bereisen …

Ein Russe wandelt auf amerikanischen Fantasy-Pfaden

Was ist das für eine Fantasy-Trilogie, die zumindest verkaufstechnisch in Russland selbst den „Herrn der Ringe“ alt aussehen lässt? Nach Sergej Lukianenkos „Wächter“-Zyklus brechen die „Chroniken von Siala“ dort sämtliche Verkaufsrekorde. Nun soll also auch der deutsche Markt erschlossen werden. In einer sehr sorgfältigen, angenehm zu lesenden Übersetzung von Christiane Pöhlmann erwartet den Leser zunächst einmal eine auf den ersten Blich recht gewöhnliche High-Fantasy-Geschichte. Einmal mehr ist ein Mann vom Schicksal dazu auserwählt, bei dem anstehenden Kampf gegen einen bösen Aggressor entscheidend einzugreifen. Es gibt eine magische Waffe, die zum Obsiegen unserer Guten vonnöten ist, Götter greifen, wenn auch eher zaghaft, ins Geschehen ein, zu unserem Helden gesellt sich eine ganze Schar verschiedenster Helfer.

Man sieht, der Plot als solcher ist also nicht eben neu und schon gar nicht sensationell! Pehov bewegt sich inhaltlich im Bereich der üblichen Questen-Romane anglo-amerikanischer Prägung. Hatte man bei den Romanen aus der Feder von Lukianenko und Glukhovsky noch einen ganz ungewöhnlichen Einblick in die russische Gesellschaft und Seele erhalten, so erinnert das dieses Mal Gebotene kaum mehr an östliche Wurzeln. Das ist Mainstream-Fantasy, gefällig, spannend und zeitweilig humorvoll, aber nicht mehr. Es fehlt das typisch Russische, die Hinwendung zu alten Traditionen, der Aufgriff russischer Mythen und Märchen.

Was den Roman dann aber lesenswert macht, ist neben der bereits angesprochenen gefälligen Übersetzung der Erzähler. Garrett ist ein liebenswerter, eingebildeter Filou. Auffallend ist, dass hier kein Saulus zum Paulus mutiert, sondern, dass unsere Hauptperson immer stimmig in ihrem vorgegebenen Charakter agiert. Er ist beileibe kein überzeugter Held, der seine Queste stolz vor sich herträgt. Er ist ein Mann, dessen Ego es zwar schmeichelt, dass er und nur er für so kompetent gehalten wird, dass es ihm gelingen könnte, in die Nekropole einzusteigen, aber er sieht auch das Risiko, das mit dem finanziell lukrativen Auftrag verbunden ist. Garrett ist somit innerlich hin und her gerissen. Sein Ego, seine Selbstherrlichkeit und die Habgier auf der einen Seite, die Vorsicht vor den drohenden Gefahren auf der anderen Seite bringen ihn in einen deutlich bemerkbaren inneren Zwiespalt. Und genau dies, sein Zögern, seine Unwilligkeit, die Verlockung sich der Aufgabe zu entziehen, machen ihn und seine Gestalt sympathisch und glaubwürdig.

Die munteren, spritzigen Dialoge der teilweise in der Ich-Erzählform verfassten, dann wieder im allwissenden Erzählstil geschriebenen Kapitel machen die spannende Lektüre dann zum Selbstläufer. Das ist gute, stellenweise mitreißende Fantasy, die dem anglo-amerikanischen Vorbildern folgt, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ihre Meinung zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«

Claudia Herrmann zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«23.01.2017
Ich liebe die Geschichte um Garreth, der den Helden zwar anfangs wiederwillig,dann jedoch mit der Überzeugung der Notwendigkeit spielt. Die Charaktere sind überzeugend,der Stil anspruchsvoll und die Geschichte wird nachvollziehbar und mitreißend erzählt. Ich mag Kli Kli und seine/ihre gutmütigen streiche genauso sehr wie die arroganten aber dennoch loyalen Elfen. Details wie das Haustierchen Triumphator oder der Birkrisen machen die Geschichte rund und vermitteln wegen der Liebe zum Detail ein Gefühl als würde man deren Besitzer schon Jahre kennen. Eins der besten Bücher die ich je gelesen habe. Es hat Alexey Pehov zu einem meiner Lieblingsautoren gemacht.
M.Reinsch zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«13.08.2013
In Vagliostriens Hauptstadt Avendum, wird der Meisterdieb Garrett, nach einem missglückten Raub vor den König geführt. Durch einen trick (Kontraktvergabe“, wird er angeheuert, das „Horn des Regenbogens“ aus der Totenstadt „Die beinerden Paläste“ zu holen. Denn „Der Unaussprechliche“ ein ehemaliger Magier bedroht Vagliostien mit seinen Armeen aus Orks, Ogern und Riesen und seien magischen Kräfte können nur mit dem Horn eingeschränkt werden!
Ehe er in Begleitung 3er Elfen und einer Hand voll „Wilden Herzen“ (Elitekrieger aus den Grenzfestungen) aufbrechen kann, will er sich über sein Ziel informiern!
Um aber an Informationen über die Totenstadt zu kommen muss Garrett in den alten Magierturm im „Verbotenen Viertel“ eindringen, das von Untoten bewohnt wird…
Alex Pehov schafft es wunderbar, die (dem Leser) bekannte Fantasywelt auf den Kopf zu stellen. Bei Ihm sind die Elfen mit den Orks verwand und man sieht es Ihnen an!). Zwerge würden niemals Bärte tragen und sind Erzfeinde der Gnome, und Vieles mehr…
Die beiden Magiesysteme sind gut durchdacht und logisch aufgegliedert.
Durch seinen leichten, eher zum Schmunzeln anregenden Schreibstil ermutigt, verschlingt man Seite um Seite! Hilfreich ist dabei (für mich), dass „die Garrett Kapitel“ in erster Person geschrieben sind, es aber genug Kapitel in dritter Person gibt, um die Sichtweisen anderer Bewohner kennen zu lernen. Die Schlachten sind zwar blutig, aber nicht ausufernd und Garret ist eindeutig ein „Sympathieträger“!
Fazit: Angenehm leichte Fantasyunterhaltung, mit vielen interessanten Wendungen (nicht nur in der Geschichte)
Lydia zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«29.11.2012
Die Geschichte ist von der Handlung her nichts Neues, das wurde schon des Öfteren bemerkt. Aber wie so oft in der Fantasy lohnt sich es ja nicht, das Rad neu erfinden zu wollen. Ich habe das Buch vor allem deshalb genossen, da der Schreibstil einfach gut ist (bzw. die Übersetzung, da ich nicht fließend russisch spreche) und Garrett durchgängig authentisch dargestellt wird. Gerade, dass er von seiner eigenen Person ein wenig zu viel hält und völlig selbstverständlich annimmt, dass er der Nabel der Welt ist, sich dabei aber selbst nicht allzu ernst nimmt, macht Spaß zu lesen. Neben seiner Person nimmt Garrett auch die Umwelt nicht allzu ernst. Gerade die Beschreibung der zwei Dämonen hat mich begeistert, liebevoll gemacht.

Das Ganze wirkt dabei nicht zu abgedreht und ist nicht übertrieben, so dass auch die Geschichte vorwärts treibt und sich die Erzählweise nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Alles zusammen: gerne gelesen, freu mich, dass Band 2 und 3 noch auf mich warten (Band 2 schon in der Post).
Nanni zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«27.01.2011
"Die Chroniken von Siala" ist endlich mal wieder eine Fantasy Reihe für Freunde von Kämpfen, Streitereien und Magie. Frei von Vampiren, Werwölfen und vor allem frei von kitschiger Romantik.

Sprachlich niveauvoll hat der Autor Alexey Pehov eine Welt geschaffen, in der es von Dieben, Kopfgeldmördern, aber auch Dämonen und anderen Ungetieren wimmelt. Sein Protagonist Garrett ist eine gute Mischung aus Humor und Kampfgeist. Ständig gerät er in irgendwelche Fallen und gefährlichen Abenteuer, aus denen er sich aber dank seiner List und Tücke, und manchmal auch mit viel Glück, retten kann. Er ist ein guter Kämpfer, neigt aber dazu das ein oder andere Fettnäpfchen mitzunehmen.
Auch die Nebenfiguren, wie Garretts Begleiter, die wilden Herzen, sind mit viel liebe zum Detail kreiert und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Besonders mochte ich den Dämon Wuchjazz. Obwohl er eigentlich ein "Böser" ist. Aber Pehov schafft einfach so tolle Figuren, dass der Leser an jedem einzelnen Gefallen findet. Er haucht ihnen so viel Leben ein und jede Figur hat einen so genau und detailliert herausgearbeiteten Charakter, dass man nicht umhin kommt, alle Charaktere genial zu finden.

Garrett hat mich immer sehr an Geralt den Magier, aus den Büchern von Andrzeij Sapkowski, erinnert, der ebenfalls durch Witz und Charme in die Herzen der Leser gelangt.
Von der Schreibe her ähnelt Pehov meiner Meinung nach Markus Heitz. Und auch Garretts Reise, inklusive seiner tollen Reisegfährten, lässt den Lesere ein wenig an "Die Zwerge" denken.

Einen Stern Abzug bekommt der Autor, da man auf so viele Figuren und Namen trifft, dass man am Anfang einfach Schwierigkeiten hat alles zu sortieren und einen Überblick zu bekommen. Das legt sich dann relativ schnell und wird beim zweiten Band in dieser Form ja eher nicht mehr auftreten, da dem Leser dann ja schon viele Charaktere bekannt sind.

Es bedarf nicht vieler Worte, um das Buch zu loben: Spannung, Action, Abenteuer. Ein empfehlenswertes Buch für alle Fans von High Fantasy. Das tolle daran: der zweite Band "Schattenstürmer" ist bereits im Piper Verlag erschienen, der Dritte, "Schattentänzer", kommt im April. Wer "Schattenwanderer" noch nicht im Regal hat, sollte ihn unbedingt kaufen um sich schnellstmöglich in das Leben in Siala hineinstürzen zu können.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Pretorias zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«12.07.2010
Schade das es von dieser Sorte an Büchern nur wenige gibt. Die Geschichte wurde hier ja schon mehr als genug erläutert, deswegen werde ich da drauf nicht mehr eingehen.
Der Autor versteht sich gut darauf, Gegebenheiten, Orte und das Aussehen der Personen sehr gut und treffend zu beschreiben. Vor allem bei Garrett gelingt es ihm gut, was wohl daran liegt, dass dieser in der ersten Hälfte des Buches so ziemlich die einzige Person ist, die über einen längeren Zeitraum behandelt wird. So wird auch Garrett an sich sehr gut beschrieben und man kann seine Handlungen klar nachvollziehen.
Dadurch bedingt, dass erst zur Hälfte weitere Charakter hinzustoßen, schafft es Pehov nicht mehr ganz so genau und detalliert auf die anderen Personen einzugehen.
Des weiteren war die Beschreibung der Handlung auch sehr detaliert, was aber keineswegs den Lesespaß raubte. Ganz im Gegenteil. Es war recht interessant zu sehen, wie das Leben in der Hauptstadt so von sich geht.
Alles in allem ein lesenswertes Buch und ich bin schon auf den zweiten Band gespannt.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
mase zu »Alexey Pehov: Schattenwanderer«22.04.2010
Der Unaussprechliche vereint die „dunklen“ Rassen zu einer Streitmacht. Orks, Oger, Riesen und Dämonen bilden eine Armee, um gegen die Menschen in den Krieg zu ziehen. Diese Übermacht lässt sich nur durch Magie aufhalten und das dazu nötige Artefakt liegt weit verborgen in den tiefen Katakomben im Feindesland. Es wurden schon einige Missionen durchgeführt, um das „Horn des Regenbogens“ in Besitz zu bekommen, doch alle scheiterten. Die Zeit drängt, die dunklen Mächte machen sich auf den Weg. Eine letzte Expedition soll ausgesandt werden.

Zehn der besten Soldaten (mit einem Zwerg und einem Gnom), drei Elfen, ein Kobold und der Meisterdieb, Garrett der Schatten, machen sich auf den Weg, die Menschheit zu retten.

Garrett, der Protagonist, wird quasi erpresst, sich an dem Todeskommando anzuschliessen, denn seine Fähigkeiten werden benötigt.

Im ersten Teil der Chroniken von Siala muss Garrett, bevor sie sich auf den Weg machen können, einige nötige Informationen „besorgen“, um sich in den Katakomben im Feindesland zurechtzufinden. Die „Bösen“ wollen das natürlich verhindern und eine Dritte Partei mischt sich ein und auch sie trachtet dem sympathischen Garrett nach dem Leben. Dieser Teil endet beim 1. Etappenziel ihrer Reise.

Die Story ist bekannt und die Figur des Garrett und auch die Schreibweise erinnerten mich an Scott Lynchs „Locke Lamora“. Garrett, ein guter Kerl, der nur die bestiehlt, die genug haben und dabei möglichst keinem weh tut, rutscht von einem Schlamassel ins nächste. Pehov schreibt sehr humorvoll und bildgewaltig. Obwohl sich alle möglichen bösen Kreaturen tummeln und Äxte und Schwerter ihrer blutigen Arbeit nachkommen, wird es nie grausam. Es schwebt immer ein kleines Augenzwinkern über den Ereignissen.

Und wieder bin ich über ein Fantasy Buch gestolpert, das mich überzeugt hat.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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