Höllische Weihnachten von Alisha Bionda

Buchvorstellungund Rezension

Höllische Weihnachten von Alisha Bionda

Originalausgabe erschienen 2009, 196 Seiten.ISBN 3940235423.

»Höllische Weihnachten« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Düster-phantastische Erotik-Kurzgeschichten. Eine maliziöse Begegnung auf dem Weihnachtsmarkt, seltsame Ereignisse in einem Schlossinternat oder das düstere Geheimnis des Tänzers einer Männer-Strip-Show …Arcana Moon, Ascan von Bargen, Tanya Carpenter, David Grashoff, Linda Köberl, Sabine Ludwigs, Lothar Nietsch, Klaus-Peter Walter und Arthur Gordon Wolf zeigen auf unterschiedliche Weise, wie höllisch Weihnachten sein kann!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Weihnachten ist ein Albtraum“70

Horror-Rezension von Elmar Huber

„Im Advent lauern an jeder Ecke diese Santaclaudetten. Die stellen sich vor dich, reißen den roten Mantel auf und sind darunter völlig nackt bis auf den Gürtel mit der Sammelbüchse um den Bauch.“

David Grashoff – Angst

Tristan Becker hat panische Angst zu sterben. Die zufällige Begegnung mit Sofia beschert ihn nicht nur die Nacht seines Lebens; Sofia kann Tristan auch von seiner Sterbensangst befreien

Tanya Carpenter – Teufel an der Wand

Gerade von ihrem untreuen Mann verlassen, begegnet Charlotte auf dem Weihnachtsmarkt dem verführerischen Luc. Sympathie und Empfänglichkeit auf den ersten Blick und eins führt zum anderen. Doch es bleibt nicht bei einer Nacht. Luc beweist Charlotte, dass er alles für Charlotte tun würde.

Linda Koeberl – Im Bann des Mondes ...

In der Abgeschiedenheit des Waldes sucht Grace die Ruhe, um an ihrem Roman arbeiten. Eines Morgens liegt ein nackter Mann auf der Schwelle ihres Hauses, der sich als ihre Jugendliebe Joshua entpuppt. Beide lassen ihre alte Liebe wieder aufleben, doch Joshua hat ein tödliches Geheimnis.

Klaus-Peter Walter – ¡Harlowe

Die Tochter der abgehalfterten Ex-Wrestlerin Yellow Plischke wurde beim Plätzchenbacken durch eine Fließe herüber ins Berliner Paralleluniversum entführt. Ausgerechnet ¡Harlowe, der technisch aufgemotzte Zyniker der sein Gesicht seit einem fehlgeschlagenen Mordversuch nach hinten trägt, soll es wieder richten. Um ins Paralleluniversum zu gelangen und die Kleine zurück zu holen, muss ¡Harlowe alle denkbaren ungesunden Beziehungen spielen lassen.

Ascan von Bargen – Höllische Weihnachten – Das Strafgericht des Hauses Sundheim

Dorland ist auf dem Weg zum Internat Schloss Sundheim. Er hofft, durch seine neue Stelle als Lehrer den notwendigen Abstand zu seiner Vergangenheit als Soldat zu bekommen. Nicht ahnend, dass bereits eine unheilige Ereigniskette in Gang gesetzt wurde, zu der auch er beitragen wird.

Lothar Nietsch – Die vergessene Göttin

Der persönliche Adventskalender, den Guy von seinem Vater erhalten hat, ist voll von feinen Überraschungen, die sich ein Normalverdiener keineswegs leisten kann. Der Umschlag hinter dem heutigen Türchen führt Guy zu einer echten Baronesse. Die Neugier siegt und Guy lässt sich auf das sinnliche Spiel ein, das ihn erwartet.

Sabine Ludwigs – Santa Baby

Gedankenverloren und geschafft vom hinter ihr liegenden Tag verlässt Christin die alljährliche Büro-Weihnachtsfeier, als sie sich plötzlich vor dem Nachtclub „Red Sensation“ wieder findet. Santa Baby-Nick ist die Attraktion des Schuppens und er begleitet Christine nach Hause, doch auf andere Weise, als ihr bewusst ist.

Arcana Moon – Im Zeichen der Venus

Schon lange ist Jeana das Zusammenleben mit dem Choleriker leid, der sich ihr Partner nennt. Doch ihr fehlt der Mut, sich von ihm zu trennen. Statt dessen lässt sie sich immer wieder auf die zur Routine gewordenen S/M-Spielchen ein, die er fordert. Erst der Schmuck, den ihr ihre Großmutter geschenkt hat, gibt ihr die Kraft, sich zu behaupten und er ermöglicht ihr ihre Rache.

Arthur Gordon Wolf – Der Fluch der Dearg-Due

Eigentlich ein Wunder, dass Darr am Heiligen Abend in New York eine menschenleere irische Kneipe findet. Noch wundersamer ist das Auftauchen der schönen Deirdre, die nicht nur neu ist in New York, sondern sich auch unübersehbar nach Gesellschaft sehnt. Für Darr und Deidre soll dieser 24. Dezember noch böse Überraschungen bereithalten.

„ …der rot-weiße Wahn hat die Stadt fest im Griff.“

Zum Großteil bewegen sich die Beiträge nicht nur in bekannten Bahnen, sondern wiederholen sich leider auch. „Angst“, „Teufel an der Wand“, „Baby“ und „Der Fluch der Dearg-Due“ verfügen über die annähernd gleiche Ausgangssituation. Immerhin kann Arthur-Gordon Wolfs „Der Fluch der Dearg-Due“ durch seinen zynisch-schnoddrigen Ton und das überraschende Finale überzeugen. Überhaupt ist Arthur-Gordon Wolf inzwischen ein beständiger Garant für gelungene Anthologiebeiträge. Auch David Grashofs „Angst“ weiß mit formaler Finesse zu gefallen. „Teufel an der Wand“ und „Santa Baby“ bleiben hingegen verkrampfte Versuche, Sex, Horror und Weihnachten irgendwie zusammen zu bringen.

Alles andere als verkrampft präsentiert sich Klaus-Peter Walters herrlich unkorrekter Detektiv „¡Harlowe“ in der gleichnamigen Geschichte. Hier passt einfach alles. Für mich das absolute Highlight der Sammlung. Formal überzeugt auch Ascan von Bargens Titelgeschichte „Höllische Weihnachten“, deren Lektüre ich allerdings zartbesaiteten ZeitgenossInnen nicht empfehlen würde, da der Autor doch sehr in teilweise unappetitliche Details geht. Vielleicht wäre eine ironische Brechung hier eher angebracht gewesen. Dennoch eine faszinierende, handwerklich äußerst gelungene Story, die Vergangenheit und Gegenwart verwebt und am Ende zu überraschen weiß.

„Außerdem stecke ich gerade bis zu den Titten hinauf in Plätzchenteig.“

Die meisten AutorInnen konnten scheinbar mit der Fokussierung auf Weihnachten nicht besonders viel anfangen. In den meisten Fällen ist die Weihnachts-Verbindung überhaupt nicht notwendig, und erschöpft sich auch damit, dass die AutorInnen ihre Stories zu diesen Tagen spielen lassen. Funktionieren würden die Geschichten ebenso zu jeder anderen Zeit des Jahres. Eigentlich erstaunlich, dass keiner der AutorInnen die christliche Bedeutung von Weihnachten angepackt und thematisiert hat. Lediglich Ascan von Bargen lässt dies zwischen den Zeilen anklingen, indem er die Geburt Christi in „Höllische Weihnachten“ in deren ketzerisches Gegenteil verkehrt. Die Vorgabe „Erotik“ hingegen wurde von allen AutorInnen hinreichend erfüllt. Die meisten Beiträge gehen das Thema sogar sehr handfest an. Abgesehen davon ist es doch die Unterhaltung die zählt und dafür ist reichlich gesorgt. Im direkten Vergleich mit dem abwechslungsreicher geratenen Vorgängerband „Schattenversuchungen“ muss „Höllische Weihnachten“ allerdings zurück stecken.

Wie der Vorgängerband „Schattenversuchungen“ kann auch dieser zweite Band der ARS AMORIS-Reihe in puncto Ausstattung voll überzeugen. Ein edles Reihenlayout, in das sich das Covermotiv von Crossvalley Smith sehr gut einfügt. Für den Innenteil hat Crossvalley Smith ebenfalls zu jeder Geschichte eine Grafik beigesteuert. Weiterhin gibt es zu jedem/r AutorIn eine Kurzvita. Die kunstvollen Szenentrenner und das ansprechende Seitenlayout komplettieren den sehr guten äußeren Eindruck.

 

Ihre Meinung zu »Alisha Bionda: Höllische Weihnachten«

Ihr Kommentar zu Höllische Weihnachten

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.