Sad Roses von Alisha Bionda

Buchvorstellungund Rezension

Sad Roses von Alisha Bionda

Originalausgabe erschienen 2009, 204 Seiten.ISBN 3940235407.

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In Kürze:

Die Rose, das edle Gewächs, das für dornige Eleganz, für die Farbe der Liebe, aber auch – schwarz – für den Tod steht. Ist es der betörende Duft, die samtige Beschaffenheit der Blütenblätter, die formschöne Erscheinung oder die edle Schlichte, die Rose scheint über alle andere Pflanzen erhaben zu sein. Nicht umsonst wurde sie in der griechischen Antike als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Ob sie nun wirklich das Überbleibsel der Morgenröte auf Erden oder aus dem Blut von Adonis entstanden ist – die Rose steht meist für Liebe und Leid. Denn ihre Dornen bedeuten Kummer und Schmerz. So haben sich die Autoren dieser Anthologie den „Traurigen Rosen“ verschrieben und entführen Sie in phantastische Welten, die dieses Thema in einem sehr breiten Spektrum gewürdigt haben. Die Grafiken der Künstlerin Gaby Hylla gaben dazu die Inspiration und sind der Rosenstock jedes Textes – seien Sie gewiss, auch Sad Roses können blühen!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Namhafte Autoren und vielversprechende Newcomer“60

Horror-Rezension von Elmar Huber

„Hals über Kopf floh ich noch in derselben Nacht von diesem Ort des Grauens. Niemals werde ich nach Ravenna zurückkehren. Denn was ich gesehen habe, vernichtete alle freundschaftlichen Gefühle, die ich jemals für Marcello de Angeli gehegt haben mochte. Und was ich erlebte, war mehr, als ich zu jenem Zeitpunkt verkraften konnte.“
(Ascan von Bargen – Euphoria)

Desirée und Frank Hoese – Amelie

Ausgerechnet an diesem abgelegenen Haus lässt sein Auto den Alarmanlagentechniker Horvarth im Stich. Ohne Hoffnung auf die baldige Möglichkeit wegzukommen, muss er die Nacht mit seiner abweisenden Kundin auf deren Anwesen verbringen. Auch sein Auftrag ist alles andere als alltäglich. Ein abgelegener Familienfriedhof soll gegen streunende Hunde gesichert werden, die des Nachts die Gräber aufkratzen.

Sabine Ludwigs – Die Geschichte des Andor Rose

Ein Lifer ist das Geisttier, mit dem jeder Mensch verbunden ist. Sein spiritueller Begleiter. Noras Lifer ist eine riesenhafte schwarze Spinne und Noras Lifer ist eifersüchtig auf Andor Rose. Als Nora und Andor sich sexuell immer weiter voneinander entfernen, keimt ein unaussprechlicher Verdacht in Andor.

Tanya Carpenter & Mark Staats – Die Rose der Versuchung

Die Engel des Himmels sind eifersüchtig, da Gott seiner neuen Schöpfung etwas gegeben hat, was sie nicht haben: eine Seele. Und Darel, der Engel der Hoffnung, nährt die Zuversicht der Engel, ebenfalls Seelen zu erhalten. Gott fürchtet ein Aufbäumen in den Reihen der Engel und betraut den Todesengel Azrael mit Darels Vernichtung.

Ascan von Bargen – Euphoria

Einem Ruf seines Studienfreundes Marcello de Angeli folgend, findet sich der Erzähler in dessen Kastell ein. Dort erwartet ihn nicht nur sein merklich geschwächter Freund, sondern auch die geheimnisvolle schöne Euphoria. Des Nachts wird er unfreiwilliger Zeuge abartiger Perversionen, die eine Erklärung bieten für die Veränderung von Marcello.

Jennifer Schreiner – Lilly Rose

Diese speziellen Rosen, die Lilly Rose von ihrer besten Freundin zum Geburtstag erhält, sind Glücksrosen, die ihrer Besitzerin drei Wünsche erfüllen. Doch man sollte vorsichtig sein, was man sich herbei wünscht.

Dave T. Morgan – Deanors Traum

Immer wieder wird Deanor von lebhaften,sich wiederholenden Träumen heimgesucht. Fantastische Wesen stellen sich ihr in den Weg, die sie bekämpfen muss. Doch die Verletzungen, die sie davonträgt, trägt sie auch in der Wirklichkeit. Ärzte verschiedener Fachrichtungen versuchen verzweifelt, eine Erklärung für die Verstümmlungen zu finden, die scheinbar aus dem Nichts kommen.

Christoph Marzi – Die Ballade von Thorndike Crescent

Ein namenloser Fremder, der westwärts durch das öde Land zieht. Auf den Spuren seines Traums von Thorndike Crescent.

Katja Brandis – Die Rosen der Afaris

Die Tänzerin Elissja wird mit einer schweren Schuld ihrer Mutter konfrontiert. Um selbst leben zu können, muss diese der Göttin Afaris unschuldige Opfer bringen. Nun soll die Pflicht des Tötens auf die Tochter übergehen. Doch von unerwarteter Seite naht Hilfe.

Erik Hauser – Rosenblut

Seit Alex im Tausch gegen eine Locke seines Haares das Fantasy-Poster bekommen hat, dessen Heldin seiner Mitschülerin Michaela so ähnlich sieht, geschehen seltsame Dinge.

Timo Bader – Blutender Garten

Um so zu sein, wie die Menschen, um endlich lieben zu können, geht die Fee Melu einen Pakt mit der Rosenfee ein. Um ihre wahre Liebe zu finden, muss sie töten oder sie wird zu einer Rose im Garten der Rosenfee. Doch Enttäuschung ist nahe und die wahre Liebe wird oft zu spät erkannt.

Arcana Moon – Der Rosengarten

Ihr erstes Treffen mit David haut Ariellana regelrecht um. Bedenkenlos folgt sie ihm auf seinen Familiensitz. In der Burg gibt es einen geheimen Ort, einen unterirdischen Rosengarten. Ariellana ist glücklich. Doch David verändert sich und auch sie selbst beginnt, geheimnisvolle Stimmen zu hören.

„Eine der Rosen, die Größte, öffnete ihre Blätter.“

Die Herausgeberin Alisha Bionda bleibt ihrem Anspruch treu, namhaften Autoren vielversprechende Newcomer zur Seite zu stellen. Zur ersten Gattung gehört unbestritten Christoph Marzi, der in „Die Ballade von Thorndike Crescent“ Westernmotive mit dem Märchen vom Dornröschen kreuzt und dabei traumartig unbestimmt bleibt. Auch Ascan von Bargen, der sich momentan als Hörspielautor („Requiem“, „Insignium“, „Dark Trace“, „Die Morde des Emile Poiret“) einen Namen macht, ist kein Unbekannter. Ohne Namen zu nennen spielt er in „Euphoria“ auf sehr freizügige Weise ein Gedankenexperiment durch, in dem es sich bei Edgar Allan Poes Familie Usher um Vampire handelt. Kränkliches, blasses Aussehen und die unnatürliche Schärfung der Sinne sprechen dafür. Die bekannte Fantasy-Autorin Katja Brandis schreibt in „Die Rosen der Afaris“ von einem alten Fluch, der endlich gebrochen wird, zuletzt aber doch noch ein empfindliches Opfer fordert. Jennifer Schreiner, die sich mit erotisch-phantastischen Romanen eine Namen beim geneigten Publikum gemacht hat, erzählt in Lilly Rose den „Drei-Wünsche“-Klassiker in einer modernisierten und durchaus sexy Variante, die sehr gut zum Motto der „Sad Roses“ passt. Die Schicksale früherer Rosenbesitzer hätten der Story noch eine willkommenen Kick gegeben, werden aber leider nur angedeutet. Timo Bader spielt anfangs noch mit der Erwartung des Publikums (Wer agiert hier? Menschen in Kostümen oder tatsächlich Fabelwesen in der Welt der Menschen?) um „Blutender Garten“ dann in eine traurige Mär über unerkannte Liebe zu verwandeln.

„Plötzlich nahm sie den Geruch der Rosen intensiv wahr.“

Nach einem klassischen Beginn und einigen falschen Spuren konfrontieren Desiree und Frank Hoese in „Amelie“ einen ahnungslosen Alarmanlagentechniker mit der unschönen Familiengeschichte seiner neuen Auftraggeberin. Sabine Ludwigs zaubert mit „Die Geschichte des Andor Rose“ eine wilde Mischung Tierhorror und Erleuchtung, die allerdings sehr gut funktioniert. Dave T. Morgan stellt in „Deanors Traum“ die Frage, ob Träume tatsächlich nur ungesteuerte Aktivitäten des Gehirns sind, oder vielleicht die Vorbereitung auf das Schicksal. Auch Erik Hauser spielt in „Rosenblut“ mit realer und Fantasiewelt (hier die Welt eines Rollenspiels) und der Verschmelzung der beiden. Gerade diese Beiträge wenig bekannter AutorInnen überzeugen durch Überraschungsmomente und Originalität.

Wie in jeder Anthologie können nicht alle Beiträge gleichermaßen überzeugen. Tanya Carpenters & Mark Staats Engelsliebelei „Die Rose der Versuchung“ ist für meinen Geschmack zu pathetisch ausgefallen. Arcana Moons „Der Rosengarten“ wirkt über weite Strecken leblos und lässt erzählerische Finesse vermissen.

„Die edlen Blütenköpfe wirkten im Fackellicht wie ein Meer aus Feuer...“

Die Ausstattung von „Sad Roses“ ist dagegen wieder eine Wucht. Wie bereits bei den Bionda-Anthologien „Dark Ladies“ I und II lieferte die Grafikerin Gaby Hylla die Bilder, zu denen die AutorInnen ihre Texte verfassten. Zu jeder Geschichte gibt es eine 3D-Grafik, jedem Beitrag sind Kurzbiografien der AutorInnen vorangestellt. Die Szenentrenner sind passender weise kleine Rosen.

Die „Sad Roses“-Grafiken sind allesamt neueren Datums und somit technisch ausgereifter als einige der „Dark Ladies“-Grafiken. Die Grafiken in Farbe können hier angesehen werden: http://www.gabyhylla-3d.de/buch/SRoses01.html

„Sad Roses“ ist Band 4 der Reihe „Ars Litterae“, die Alisha Bionda im Sieben Verlag herausbringt. Das Reihenlayout ist sehr schön edel und neutral genug, um die Covergrafiken gut zur Geltung zu bringen. Verarbeitung und Satz entspricht der bewährten Qualität der Vorgängerbände aus dem Sieben-Verlag.

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