Die blauen Türme von Andreas Eschbach

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2005, 320 Seiten.ISBN 3-404-24389-7.

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In Kürze:

Seit Ariana, Ronny, Carl und Elinn die rätselhaften blauen Türme entdeckt haben, ist der Mars in aller Munde: Wer hat die Türme erbaut und wozu? Wissenschaftler und Journalisten reisen an, um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Die Marssiedlung wächst rasant und mit den Raumschiffen von der Erde kommen nicht nur Freunde des Marsprojekts. Ein Saboteur treibt plötzlich sein Unwesen auf dem Mars und will die Forschungsarbeiten zum Stillstand bringen. Die vier Freunde kommen ihm in die Quere – und finden Hilfe von unerwarteter Seite …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Erstklassige Jugend-Science-Fiction“72

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

In den Jahren 2001 bis 2008 erschienen im Arena-Verlag die fünf Bände der abgeschlossenen Serie „Das Marsprojekt“. Andreas Eschbach hat damit eine Mars-Saga erschaffen, die in erster Linie für ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist. Bei Bastei Lübbe erscheinen die Bücher nun in einer Neuauflage. Mit „Die blauen Türme“ wurde jetzt der zweite Band der Reihe veröffentlicht.

Das Marsprojekt geht weiter – mit Hindernissen

Wir befinden uns am Ende des 21. Jahrhunderts. Einer kleinen Gruppe von Menschen fiel die Aufgabe zu, als Pioniere zu unserem Nachbarplaneten Mars zu starten, um dort eine menschliche Siedlung zu errichten. Das Projekt wurde jedoch alsbald für gescheitert erklärt – eine politische Entscheidung. Erst die Entdeckung der geheimnisvollen blauen Türme durch die „Marskinder“ Carl, Elinn, Ariana und Ronny sorgt für die Fortsetzung des Projekts.

Neu entstandene Fragen sorgen dafür, dass nun zahlreiche Wissenschaftler und Journalisten zum Mars reisen und die dortige Siedlung rasch vergrößern. Wer sind die Erbauer der geheimnisvollen Objekte, die den Beweis für außerirdisches Leben gebracht haben? Und was ist der Zweck dieser Bauwerke? Die Wissenschaftler müssen vorsichtig vorgehen, denn man fürchtet Gefahren, die von den Türmen ausgehen könnten. Auf der Erde hat sich eine Gruppe von Gegnern gebildet, die Probleme auf der Erde für dringlicher ansieht und davon abrät, die Aufmerksamkeit von Außerirdischen auf die Menschen zu lenken. Die sogenannte „Heimwärtsbewegung“ kämpft dafür, das Marsprojekt abzubrechen und es stellt sich bald heraus, dass sie dabei auch vor Sabotage nicht zurückschreckt.

Im Mittelpunkt des zweiten Bandes steht Urs Pigrato, 15-jähriger Sohn des nicht allzu beliebten Leiters der Marssiedlung. Da der Marsaufenthalt des Vaters um sechs Jahre verlängert wurde, siedelt Urs mit seiner Mutter auch auf den roten Planeten um. Dabei ist er alles andere als begeistert davon, muss er doch seine Freunde auf der Erde zurücklassen. Die vier „Marskinder“, alle etwa im gleichen Alter wie Urs, machen ihm die Eingewöhnung alles andere als leicht, fürchten sie doch, das Urs sie im Auftrag seines Vaters ausspionieren soll. Denn sie haben ein paar kleine Geheimnisse.

Spannende Unterhaltung auch für Erwachsene

Eschbachs Schreibweise zeigt deutlich, für welches Zielpublikum „Das Marsprojekt“ gedacht ist. Einfach gehaltene Sprache, kurze Sätze, kurze Abschnitte mit wechselnden Perspektiven, meist aus Sicht des Protagonisten Urs oder aus der eines der Marskinder. Jugendliche Protagonisten für ein jugendliches Publikum. Was nicht heißt, dass Erwachsene die Finger davon lassen sollten. Ganz im Gegenteil. Im Fantasy-Bereich nennt man das hochneudeutsch „All-Age-Fantasy“ – warum auch immer. Eschbach liest sich immer flott, Eschbach für Jugendliche noch flotter. Wenn man sich diese Prämissen verinnerlicht hat, bietet „Die blauen Türme“ spannende Unterhaltung, wenn auch vieles vorhersehbar ist.

Doch nicht nur aus der kriminellen Handlung bezieht das Buch seine Spannung, sondern auch aus ganz einfachen Dingen. Wie schafft es Urs, das Zutrauen der Marskinder zu gewinnen? Wie soll er mit den täglichen Dingen des Lebens zurecht kommen, die für diese ganz selbstverständlich sind? Die Marskinder dagegen haben völlig andere Ängste, sind sie doch bisher mit sich allein aufgewachsen. Urs ist ein Fremder. Was redet man überhaupt mit einem Fremden von der Erde?

Mit vielen kleinen Details (Computerspiele in weiterentwickelter Form mittels einer Virtu-Brille, Magnet Scooter, verrückte Frisurentechniken) schafft Eschbach eine glaubhafte Welt knapp hundert Jahre in der Zukunft. Nicht nur die Charaktere der Kinder entwickeln sich weiter, auch Pigrato, der Leiter der Kolonie, erscheint in einem besseren Licht, nachdem seine Familie auf dem Mars eingetroffen ist.

Obwohl die letzten Worte des Romans „Fortsetzung folgt“ lauten, bietet „Die blauen Türme“ eine abgeschlossenen Handlung. Ich verrate sicher nicht zuviel damit, dass das Geheimnis der blauen Türme noch nicht geklärt wird, denn dies sollte angesichts der drei weiteren Folgebände der Reihe klar sein.Und auf diese freuen sich mit Sicherheit nicht nur Jugendliche.

Ihre Meinung zu »Andreas Eschbach: Die blauen Türme«

seoirse_siuineir zu »Andreas Eschbach: Die blauen Türme«12.06.2017
Die Geschichte hat mir noch besser gefallen als der erste Teil "Das ferne Leuchten". Als einzigen kleinen Kritikpunkt kann höchstens anmerken, daß die Entwicklung der Geschichte etwas zu schnell geht; die Handlung erstreckt sich nur auf ein paar Tage, und in der Zeit passiert eine ganze Menge. Z.B. hätte Eschbach der Entwicklung der Beziehung zwischen den "originären Marskindern" und dem Neuling Urs Pigrato etwas mehr Zeit einräumen können.
geronimox zu »Andreas Eschbach: Die blauen Türme«06.07.2014
Eine Jugend-SciFi-Serie in der Art des klassischen Abenteuerromans.

Auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, beinhaltet diese »Marskinder-Serie« eine geradlinige Geschichte ohne komplizierte Nebenhandlungen oder gar genretypisch verschiedene Zeit- oder Realitätsebenen. Auch der Gewaltfaktor liegt bei nahezu Null.

Als »alter« SciFi-Leser schmunzelt man allerdings über allzu offensichtliche pädagogische Passagen, in denen Autor Eschbach seinen jugendlichen Lesern nicht nur Wissen über Himmelsmechanik und Astrophysik, sondern auch moralische Exkurse wie »Finde deinen eigenen Weg und lass dich auch von Rückschlägen nicht abhalten, deinen Traum zu verwirklichen.« etc. beibringen will.

Aber alein der Mystery-Teil der Serie über den Fund ausserirdischer Artefakte auf dem roten Planeten durch die »Marskinder« und ihre Folgen für die Menschheit ist ein reueloses Lesevergnügen sowohl für junge als auch alte SciFi-Fans.

Mein Fazit: Eine abenteuerliche SciFi-Serie ohne Fehl und Tadel.

7/10
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