Schattenfluch von Andreas Saumweber

Buchvorstellungund Rezension

Schattenfluch von Andreas Saumweber

Originalausgabe erschienen 2011, 800 Seiten.ISBN 978-3-7466-2714-4.

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In Kürze:

Das Finale – nie war Fantasy spannender Gelingt es den Druiden, das Geheimnis des Schattenfluchs zu enträtseln? Inhalt: Hamburg brennt, die Fjorde ächzen unter der Herrschaft des Schattenlords. Doch während die Macht der Schatten mit jedem Tag wächst, verhindert alter Hass den Frieden zwischen Germanen und Kelten. Offenbar hat der Druide Derrien seine Anhänger verraten, indem er einen Pakt mit dem Erzfeind Lord Rushai eingegangen ist. Doch dann stellt sich heraus, dass er ganz eigene Pläne hat.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gemeinsam sind wir stark“82

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

„Schattenfluch“ ist der dritte und letzte Band der Druiden-Chronik von Andreas Saumweber. Der unerbittliche Krieg zwischen Kelten, Germanen und Schatten in der Innenwelt (Midgard) und Außenwelt (Utgard) steuert auf ein spektakuläres Finale zu. Werden die Kelten und Germanen miteinander die übermächtigen Schatten besiegen?

Keine Gnade

Die Schlacht um Trollstigen ist geschlagen und Gudrun / Veronika Wagner, Fürstin der Germanen, befindet sich sterbend in der Gefangenschaft des Schattenlords Rushai. Der will diesen wertvollen Fang möglichst ergiebig nutzen.

Keelin befindet sich in der Hand der Germanen. Jarl Wolfgang verliert die Kontrolle über die Stimmen seiner Ahnen und misshandelt sie. Doch ihm wird schnell klar, dass der Druidin eine Schlüsselrolle im Krieg gegen die Schatten zukommt. Denn sie hat das Buch in den Händen gehabt, dass den Schattenfluch erklärt, woher die Schatten kommen und wie sie sich vermehren. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche.

Derrien, der den Schatten die Eroberung Trollstigens und den Sieg über die Germanen erst ermöglichte und somit Verrat beging, begibt sich mit seinen verbliebenen Waldläufern auf eine Selbstmordaktion zur Rückeroberung der Feste am Romsdalsfjord. Seine vermeintlich chancenlosen Kämpfer wachsen buchstäblich über sich hinaus. Doch dann …

Der Anführer des Bergener Rudels der Rattenmenschen zweifelt an der Allianz mit den Schatten, seit er die Massengefängnisse in Hamburg gesehen hat. Seine Queen rät ihm, eine Nachfolgerin für sie zu finden, damit die Rattenmenschen endlich ihre Freiheit erlangen. Doch seine Sicht der Dinge bringt ihm Feinde in den eigenen Reihen, für seine Mission braucht er neue Verbündete.

Ein rundes und stimmiges Finale mit krachender Action und leisen Heldentaten

„Schattenfluch“ beginnt mit dem Fluchritual, welches an Gewalttätigkeit und Ekel noch einmal alles bisher Dagewesene toppt. Wenn man etwas später noch eine an Widerlichkeit kaum zu überbietende Vergewaltigungsszene ertragen muss, fragt man sich schon, ob der Autor hier den Bogen nicht überspannt. Saumweber vermeidet allerdings konsequent, die Gräuel zum Selbstzweck einzusetzen, sie passen stets zur Handlung und Szenerie. Nur die Detailliertheit ihrer Darstellung wäre vielleicht nicht immer nötig gewesen. Sonst baut der Autor genau die Stärken aus, die schon „Schattenkrieg“ und „Schattensturm“ packend und originell gemacht haben. Dazu gehören vielschichtige, überwiegend wertfreie Charakterzeichnungen, die eine weitreichende Entwicklung ermöglichen. Was besonders dem Druiden Seog zugute kommt, der in den ersten Bänden kaum auffiel, aber nun zu einem der wichtigsten Helden wird, indem er die Kelten aus der Gefangenschaft führt und ein gewagtes Bündnis mit dem Germanenwald und seiner Bewohnern, den Wölfen eingeht. Oder dem Gallier Baturix, der stets ein wenig wie ein Krieger wider Willen wirkt, im Finale allerdings mehrere Gelegenheiten bekommt, wahren Mut zu zeigen. Und natürlich Mickey, der sich wie kaum ein anderer vom Kämpfer auf der dunklen Seite zum geschickten Taktierer zwischen den Parteien wandelt, dabei aber stets glaubwürdig bleibt. Zum Schluss gelingt Mickey ein besonderer Coup. Mutig ist, dass Saumweber auf der Zielgeraden vermehrt auf zusätzliche phantastische Elemente setzt, in „Schattenfluch“ kämpfen auch die Bäume sowohl aufseiten, als auch gegen die Kelten.

Die strenge Kapiteltrennung nach der jeweiligen Erzählperspektive eines der Protagonisten wird im finalen Teil zunehmend aufgehoben, weil sich die Handlungsfäden immer mehr verweben. Bereits in „Schattensturm“ deutete sich an, dass sich ursprünglich verfeindete Parteien auf beiden Seiten verbünden werden. Bemerkenswert ist, wie plausibel der Autor diese Allianzen zu schmieden versteht, indem er Annäherungen, die nicht möglich erscheinen, geschickt vermeidet. Stattdessen setzt er Vermittler ein, die Kampfeinsätze an verschiedenen Orten so koordinieren, dass sie sich ergänzen. Man gewinnt immer mehr einen Eindruck davon, wie akribisch Saumweber diese komplexen Handlungen geplottet hat, da passt wirklich alles genau zusammen. Auch sprachlich hat sich der Autor enorm gesteigert. Wirkte die sprachliche Qualität im Auftaktband stellenweise noch recht hölzern, besticht sie nun durch Leidenschaft und Vielfalt. Nur ganz selten wirkt die eine oder andere Formulierung etwas zu lässig. Der Autor hat also alles richtig gemacht. Vor allem damit, dass er auf ein definitives Ende und einen eindeutigen Sieg verzichtet hat, das hätte absolut nicht zur Komplexität der Geschichte gepasst. Aus genau diesem Grund wäre der Autor schlecht beraten, die Reihe unmittelbar fortzusetzen. Aber vielleicht nimmt er einmal die Gelegenheit wahr, andere Geschichten, zu einer anderen Zeit spielend aus Midgard und Utgard zu erzählen.

Leider hat der Aufbau-Verlag den Finalband optisch nicht so schön gestaltet, wie die anderen beiden Teile der Druiden-Chronik, denn die Reliefschrift auf dem Cover fehlt ebenso, wie der rot eingefärbte Buchschnitt. Ein kleiner Wehrmutstropfen in einem soliden Abschluss einer empfehlenswerten Fantasy-Trilogie.

(Eva Bergschneider, November 2012)

Ihre Meinung zu »Andreas Saumweber: Schattenfluch«

ede144 zu »Andreas Saumweber: Schattenfluch«13.10.2012
Saumweber hat einen grandiosen dritten Band abgeliefert. Auch wenn einige Stränge aufgelöst wurden und einiges verkürzt wurde, schreit es nach einem vierten Buch.
Bemerkenswert finde ich das er keine absolut guten oder schlechten Charaktere hat, und das er keine Rücksichten auf seine Protagonisten nimmt. Da sterben Leute von denen man vermutet das sie die Hauptdarsteller sind und andere erscheinen aus der Versenkung.
Alles sehr interessant und ich hoffe auf mehr.
Raimund Flecken zu »Andreas Saumweber: Schattenfluch«12.09.2012
Saumweber kann neben Autoren wie Abercrombie als Innovator der Fantasy bezeichnet werden,weil er sich nicht an die hergebrachten Maßstäbe hält.
Es gibt das absolut Böse in Gestalt von Ashkaruna und den "Schatten". Aber die die"Schatten"bekämpfenden Kelten und Germanen leben in fragwürdigen
Gesellschaftsordnungen.
Auch die Figuren sind zum Teil differenziert. Derrien ist ein tapferer Kämpfer gegen das Böse,aber ich möchte nicht mit ihm befreundet sein!Rushai,ein maßgebender Vertreter des Bösen,ist ein Mann auf dessen Wort Verlaß ist.
Der Roman ist außer für Kinder lesenswert,was fehlt ist eine Behaglichkeit.
Entgegen der Aussage des Umschlagtextes ist die Druidenchronik nicht abgeschlossen;ich hoffe auf eine Fortsetzung!
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