In Kürze:
Als Lennard die Augen aufschlägt, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Der Mondfall, eine apokalyptische Katastrophe, hat die Menschheit unsanft vom Thron der Schöpfung gestoßen und die Natur wieder zum alleinigen Herrscher über Leben und Tod gemacht. In der Hoffnung, eine alte Schuld abtragen zu können und sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, erfährt er, dass die Welt im Jahre 2200 von einer grausamen Schönheit gezeichnet ist, die jeden verschlingt, der nicht wachsam ist. Am Ende winkt nichts Geringeres als sein eigenes Leben und die Hoffnung auf Frieden zwischen der Menschheit und Seinesgleichen. HEREDiUM – Die Welt am Abgrund. Im Jahre 2190 AD zerreißt eine Explosion die Mondoberfläche. Die Wucht des Aufpralls katapultiert einen Brocken des Erdtrabanten in Richtung blauer Planeten das Geschoss zieht nur knapp oberhalb der Erdatmosphäre vorbei und versetzt die Weltmeere in Wallung. Gaja taumelt und gerät aus ihrer äonenalten Bahn. An der Erdoberfläche werden Staaten und Kulturen von Naturkatastrophen erschüttert, bis Jahrtausende alte Fundamente schließlich zusammenbrechen, und die Weltgemeinschaft als solche nicht mehr existiert. Zehn Jahre vergehen, bis die Erde ihr inneres Gleichgewicht wiederfindet. Die Reste der Menschheit. Nur noch fünf Zivilisationen existieren, jede einzelne dominiert den Großteil ihres Kontinents, vereint Technik und Philosophie zu einem neuen Fundament. Eine weitestgehend friedliche Koexistenz, doch es wird nicht mehr lange dauern, bis das Naturell des Menschen ihn zu neuen Eroberungen und Kriegen antreibt. Und dazu, sich die Natur ein weiteres Mal Untertan zu machen. Aber Gaja erwacht, und in ihrem Schoß keimt ein giftiger Samen, bereit, an die Oberfläche zu kriechen, zu erblühen und die Parasiten auf ihrem Rücken endgültig zu vernichten.Die letzte Chance. HEREDiUM spiegelt diese fiktive Zukunft wider, deren Kernthema nicht das Ende eines Zeitalters, sondern der Menschheit letzte Chance ist. Ein neues Zeitalter, das vielleicht das letzte sein könnte. Die Menschen des 23. Jahrhunderts müssen das Vermächtnis (lat. Heredium) ihrer Vorfahren antreten und gegen den Zorn eines Gegners bestehen, der für den menschlichen Geist unfassbar ist die Erde selbst.
Das meint Phantastik-Couch.de: „Roadmovie in einer Endzeitwelt“
Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel
Zu „neuen Ufern“ begibt sich der 13Mann-Verlag mit dem gleichnamigen Debütroman von Andreas Schnell. Denn bislang beschränkte sich der Verlag auf die Veröffentlichung von Rollenspielen. Doch so ganz fern von dieser Schiene liegt Schnell mit seinem Roman nicht, baut er doch auf seine Rollenspielwelt „Heredium“ auf.
Die Erde im Jahr 2200 hat sich grundlegend verändert. Dies beruht auf dem „Mondfall“ zehn Jahre vorher. Ein großer Teil des Mondes wurde abgespalten, Teile davon stürzten auf die Erde, was zu Katastrophen im großen Ausmaß führte. 90 Prozent der Weltbevölkerung kam ums Leben, die Überlebenden haben sich in verschiedenen Ballungszentren verteilt über die ganze Erde angesiedelt. So entstand unter anderem die Kuppelstadt Hirohito City in Südostasien. Außerhalb dieser Städte ist die Zivilisation zerstört, Tiere und Pflanzen beherrschen diesen Teil der Welt.
In Hirohito City befindet sich in einer Klinik ein Mann, der nichts vom „Mondfall“ weiß. Seit zehn Jahren liegt er im Koma, betreut von der Krankenschwester Jenny. Und nun wacht Lennart auf, was keiner mehr für möglich hielt. Als Jenny zufällig aufschnappt, dass Lennart umgebracht werden soll, bringt sie ihn aus der Klinik fort und befindet sich bald mit ihm auf der Flucht. Doch was hat es mit Lennart auf sich? Er scheint ein Debellator zu sein, ein Individuum der geächteten Menschen, die der Telepathie und der Telekinese mächtig sind. Doch warum will man Lennart ans Leben? Sein Gedächtnis spielt noch nicht so ganz mit. Doch scheint er vor seinem langen Schlaf ein Mitglied der Han no Hoqosha, einer der mächtigen Unterwelt-Familien, gewesen zu sein.
Die Motivation der Charaktere bleibt unverständlich
Das Lesen des Buches ist eine Zumutung. Mir ist klar, dass kleine Verlage am Lektorat sparen müssen, aber eine solche Häufung von Fehlern kann bereits vermieden werden durch jemanden, der der deutschen Schriftsprache mächtig ist. Ein Fehlerschnitt von mehr als einem pro Seite ist schlichtweg für einen Leser unzumutbar und ich verstehe jeden, der das Buch nach zwanzig Seiten in die Tonne wirft. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei selten um Druckfehler, sondern falsch geschriebene Wörter (da wird mehrmals gehakt statt gehackt), Fehler in der Groß-Klein-Schreibung sowie Zusammen- oder Getrenntschreibung. Gar nicht davon zu reden, dass jegliche Kommaregeln außer Kraft gesetzt sind.
Auch sprachlich bietet „Neue Ufer“ nur unterdurchschnittliches Niveau. Kurze Abschnitte, schnelle Perspektivwechsel und viel direkte Rede in sehr plattem Stil sorgen zwar dafür – sieht man mal vom ständigen „hängenbleiben“ bei den Fehlern ab -, dass sich das Buch überaus flott lesen lässt, das Tempo aus der Story jedoch weitgehend herausgenommen wird.
„Neue Ufer“ erinnert an ein Roadmovie in einer Endzeitwelt. Die Handlung schreitet so stetig voran, wie sich die kleine Gruppe auf unserem Planeten vorwärts bewegt. Doch ein globales Konzept und eine wirkliche Intention des Verfassers ist nicht zu erkennen. Die Motivation der einzelnen Charaktere bleibt unverständlich.
Gut aufgebaut ist einzig der Charakter des Protagonisten Lennart, der eine wirkliche Entwicklung durchmacht und der für den Leser greifbar ist. Alle weiteren Charaktere verschwinden ebenso plötzlich wie sie erschienen sind und bleiben während ihres Auftritts überaus blass. Der Roman besteht einfach aus kleinen Ereignissen, die gute Ansätze bieten, jedoch irgendwann einfach stecken bleiben. Aus der Weltentwicklung hätte man mehr machen können. Das Noah-Verfahren, das Schadstoffe aus der Luft filtern sollte, jedoch Mutationen bei Lebewesen aller Art auslöste ist eine der Ideen, die leider nicht ausgearbeitet wurden.
„Neue Ufer“ ist bestenfalls empfehlenswert für Fans der Rollenspielwelt „Heredium“. Alle anderen sollten die Finger davon lassen.


