Der letzte Wunsch von Andrzej Sapkowski

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1993unter dem Titel „Ostatnie życzenie“,deutsche Ausgabe erstmals 1998, 380 Seiten.ISBN 3423209933.Übersetzung ins Deutsche von Erik Simon.

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In Kürze:

Der Hexer Geralt von Rivien verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Hexer und das liebe Vieh“87

Fantasy-Rezension von Tom Orgel

„;Der letzte Wunsch“; ist der erste Band des Geralt-Zyklus des wohl bekanntesten polnischen Fantasy-Autors: 2007 bei dtv frisch aufgelegt, nachdem seine vorherigen Ausgaben bei Heyne in Deutschland (deutsche Erstauflage 1998) ein weitgehend unbeachtetes Schattendasein fristeten. Vollkommen zu Unrecht, denn die Geralt-Saga hebt sich trotz ihres relativen Alters erfrischend von der Masse der hierzulande üblichen Fantasy ab.

Genau genommen handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen Roman, sondern um eine Sammlung lose verknüpfter Kurzgeschichten, in deren Zentrum der Hexer Geralt von Riva steht. Als Hexer ist es seine Aufgabe, als eine Art schwertschwingender Kammerjäger durch seine Welt zu ziehen und sie von Ungeheuern aller Art zu befreien. Wobei es an Aufträgen für seinesgleichen nicht mangelt, denn noch immer gibt es vielerorts Vampire, liebestolle Gestaltwandler, menschenfressende Prinzessinnen, Drachen und den einen oder anderen Dämonen. Dabei muss er sich immer wieder der Frage stellen, ob das Ungeheuer die Gefahr darstellt oder ob nicht vielmehr er und die sich ausbreitenden Menschen das größere Übel in einer Welt sind, in der die Magie langsam aber sicher zu verschwinden scheint. Eines Tages schließlich trifft er die falsche Entscheidung und wird mit einem grausamen Fluch bestraft: er verliebt sich unrettbar (und leider auch sehr unglücklich) in die schöne, jedoch unnahbare Zauberin Yennefer. Eine Liebe, die fortan seine ohnehin nicht unbedingt glückliche Existenz bestimmt.

Ein tragischer Held und seine verschrobenen Gefährten

Geralt von Riva ist kein handelsüblicher Fantasyheld. Er verkörpert zwar den typischen „;einsamen Reisenden“; (der eher aus Western denn aus Fantasyromanen bekannt ist), welcher sein Geld mit der Waffe in der Hand verdient und ist dafür auch angemessen gefährlich. Doch seine Stärke ist weniger übernatürlich, sondern beruht größtenteils auf einer harten (und qualvollen) Ausbildung, einem magischen Schwert – und Drogen, die er wie jeder Hexer für seine Arbeit herstellt und aus denen er kurzzeitig seine legendären Kräfte bezieht. Zu einem hohen Preis.

Ein Preis, der sich körperlich äußert (so kann er, wie jeder Hexer, keine Kinder haben), sozial (denn er wird als ein kaum kleineres Übel als die Monstren betrachtet, gegen die er kämpft) und nicht zuletzt seelisch.

Geralt ist ein einsamer, jedoch kaum heldenhafter sondern eher tragischer Wanderer, der als Kind in einer schmerzhaften Prozedur in einen Hexer verwandelt worden ist und der seitdem für ein einziges Ziel lebt – an dem er mehr und mehr zweifelt.

Wären nicht einige wenige, immer wieder seinen Weg kreuzende Freunde und Weggefährten, wie der lebensfrohe, charmante und gelegentlich ordinäre Barde Rittersporn, wäre Sapkowskis Heldenepos wohl eher eine sehr melancholische Angelegenheit.

Erfrischender Humor und slawischer Märchenschatz

So aber schafft er eine amüsante und gleichzeitig tiefgründige Auseinandersetzung nicht nur mit klassischer Fantasy (Sapkowski kann es nicht verbergen, dass er Rollenspieler der alten Schule ist) sondern auch mit dem reichhaltigen, slawischen Märchen- und Sagenschatz.

Nicht zuletzt die oft sehr direkte, knappe und trockene Handlungsweise und Sprache seiner Figuren (die sich immer wieder durch detailreichen Tiefgang und verschrobene Marotten auszeichnen), viele parodistische Anleihen bei bekannten Märchenmotiven und gelungene Actionszenen in einer realistisch anmutenden, mittelalterlichen Szenerie (die eher die derbe Lebensart ländlicher Wirtshäuser als hochmittelalterliche Romantik widerspiegelt) heben den Geralt-Zyklus ausgesprochen positiv von der Masse der doch meist recht stereotypen Genregenossen ab.

Unbeachtete Fantasy-Perle aus dem Osten

Auch stilistisch ist „;Der letzte Wunsch“; eher ungewöhnlich in seiner eigenwilligen Mischung aus slawischer Melancholie, erzählerischer Farbigkeit und der immer wiederkehrenden Beschäftigung mit grundlegenden moralischen und philosophischen Fragen einerseits und frischem, unverklemmtem Sprache und gelegentlich derbem Humor auf der anderen Seite. Man merkt Sapkowski doch deutlich seine Wurzeln an, die eben spürbar auch außerhalb der bekannten englisch/amerikanischen Fantasy liegen.

Nicht zuletzt muss man hier auch die äußerst gelungene Übersetzungsarbeit von Erik Simon loben, die Sapkowskis Erzählungen auch im Deutschen zu absolut empfehlenswerten Perlen der Fantasy macht (was leider lange nicht allen Autoren zuteil wird), die deutlich mehr Beachtung verdienen.

Ihre Meinung zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«

deta zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«13.04.2010
Für den Leser der westlichen Kultur- und Mythenwelt bittet sich hier eine Möglichkeit in die Welt der Osteuropäischen Sagen einen Blick zu werfen. Ob es interessant ist? Weiß ich nicht, auf jeden Fall anders! Aber bei diesem, wie auch bei allen anderen Büchern von Sapkowski, bin ich nicht objektiv. Ich finde sie allesamt GENIAL!
Jesssie zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«24.07.2009
... mmh??? Die Geschichten sind flüssig und gut geschrieben. Der Charakter Geralt gefällt mir auch sehr. Mal nicht der strahlende Held, sondern eher einsamer, tiefgründiger Reiter gegen das Böse, der aber auch unter die Oberfläche schaut... da schließe ich mich mit meinem Lob, ganz den anderen Meinungen an.

Leider hatte ich mir unter dem Inhalt aber etwas anderes vorgestellt. Märchen und Sagen neu verpackt ganz bestimmt nicht.... Der Klappentext verspricht da mehr als das Buch für mich halten konnte. Vllt wäre die "richtige" Geralt-Saga mehr etwas für mich, denn der Stil hat mir ansonsten gut gefallen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sinitrena zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«11.04.2009
Ein gut gelungenes Buch, das mich besonders durch die immer wieder kehrenden Bezüge zu Märchen und deren untypische Aufarbeitung und den Hauptcharakter gefesselt hat.
Das Buch ist eigentlich eine Sammlung von Kurzgeschichten, die den Hauptcharakter Geralt gemeinsam haben. Geralt ist ein Hexer, dessen Aufgabe es ist Monster aller Art gegen Geld zu töten. Die Frage ist nur häufig, was eigentlich das Monster ist.
Die einzelnen Geschichten unterscheiden sich in ihrer Qualität ein wenig, doch größteinteils liegt dieser Unterschied im Geschmack des Lesers, soll heißen: dem einen wird eher die eine Geschichte, dem anderen eher die andere gefallen. Insgesamt ist aber jede Geschichte gut und empfelenswert.
Auf den Charakter Geralt muss man sich zunächst einlassen, weil er nicht von Anfang an zu durchschauen und auch nicht von Anfang an sympathisch ist. Das verändert sich aber recht schnell, sobald er für den Leser bekannter und damit seine Motivation verständlicher wird.
Urteil: empfehlenswert!
Tempe zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«10.04.2009
Ein klasse Buch, eine neue Fantasy Art die mir sehr gefällt.
Geralt der Hauptkarakter ist anfangs sehr schwer greifbar, doch das Buch baut sich sehr gut auf.
Auch die Enteilung mit den Verschiedenen Geschichten macht das lesen sehr angenehm.
Ich würde es jedem Fantasyfreak empfehlen, achtung suchtgefahr :D
Djamena zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«23.02.2009
Ein wunderschönes Buch, das mir von Seite zu Seite immer besser gefallen hat. Poetisch, traurig, komisch, märchenhaft, tiefgründig, aber auch mitreißend erzählte Geschichten, reichlich Action und intelligente Dialoge.

Sapkowski hat mit dem Hexer Geralt einen Helden erschaffen, wie ich ihn mag. Allein auf verlorenem Posten kämpft er gegen die mannigfaltigen Monster seiner Welt, die manchmal gar nicht so monströs und böse sind und außerdem immer seltener werden. Kein Überheld, kein Retter der Menschheit, sondern ein häufig einsamer Streiter, der genauso andersartig ist wie die Wesen, gegen die er antritt. Es ist schon sehr fies, wie Geralt von den ‚normalen Menschen’ angefeindet wird.
Der Autor bedient sich vieler altbekannter Märchen und Mythen und gibt ihnen einen völlig anderen Hintergrund. Wie er Schneewittchen und die sieben Zwerge umdichtet, ist eine so bissige Auslegung, allein dafür gebührt ihm meine Hochachtung. Ich bin mir sicher, beim wiederholten Lesen noch einige Perlen entdecken zu können. Das ist der Vorteil an den Kurzgeschichten, man kann sie ruhig zwischendurch mal einschieben.
Das Buch hebt sich durch die Darstellung seiner Welt und auch durch seinen Schreibstil von den anglo-amerikanischen Fantasy-Autoren ab und das ist nicht das Geringste seiner Vorzüge.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
zugroaster zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«19.02.2009
Ein dermaßen tolles Fantasy Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Um es gleich zu sagen, das Buch ist nicht unbedingt etwas für Kinder.
Es handelt sich hier um den ersten Band einer Kurzgeschichtensammlung, bei der die Geschichten aber miteinander verknüpft sind.
Tolle Protagonisten, tolle Story, was braucht man mehr.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Seno zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«09.07.2008
Als allererstes: Der Protagonist der Bücher heißt Geralt mit "t" und nicht Gerald. :-)

Ich habe jetzt beide Bücher der Reihe gelesen und bin immer noch ziemlich begeistert.
Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich für wirklich gute und "erwachsene" Fantasy interessiert.
Die Bücher haben so ziemlich alles, was man braucht. Der Hauptcharakter ist kein typischer "Held in strahlender Rüstung", sondern ein ständig zweifelnder, nachdenklicher Mensch/Mutant. Außerdem gibt es viele witzige Dialoge und mehr als einmal gibt es Stellen innerhalb der Geschichten, die einen auch zum Nachdenken anregen können.

Im Anschluss an die beiden Kurzgeschichtenbände startet nun auch in Deutschland die richtige fünfteilige Saga um Geralt. Allerdings erst im November 2009 laut Verlagsinfo. Schade!

Also, wie gesagt: KAUFEN!
Und das Computerspiel gleich dazu. Gibt die Atmosphäre der Bücher gut wieder und man trifft viele Charaktere, die man aus den Geschichten kennt. Aber am besten bis September warten. Da kommt die bugfreie und überarbeitete Enhanced Version raus.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
patrizej kleonowskeiy zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«26.03.2008
liebe fantasy freunde dieses buch ist um einiges besser und spanender als H.Potter auch das pc game dazu ist unglaublich spannend will nichts veraten muss mann gelesen haben viel spass noch in der weld von rivan
euer patrizej kleonowskeiy
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Robin zu »Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch«08.02.2008
liebe fantasy freunde dieses buch ist um einiges besser und spanender als H.Potter auch das pc game dazu ist unglaublich spannend will nichts veraten muss mann gelesen haben viel spass noch in der weld von rivan euer Haze der Hexer
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