Syren von Angie Sage

Buchvorstellungund Rezension

Syren von Angie Sage

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Syren“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 528 Seiten.ISBN 3-446-23592-2.Übersetzung ins Deutsche von Reiner Pfleiderer.

»Syren« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Septimus ist wieder da! Für sein letztes mutiges Abenteuer wird er von der Zauberin Marcia zum Oberlehrling befördert. Doch drei seiner Freunde stecken noch immer zwischen den Zeiten im Foryxhaus fest. Septimus versucht, sie mit seinem Drachen Feuerspei nach Hause zu holen. Doch unterwegs geraten sie in einen fürchterlichen Sturm und stürzen über einer Insel ab, auf der eine unheimliche Kraft herrscht, die auch Septimus in ihren Bann ziehen will. Kann er sich ihr entziehen? Das fünfte mitreißende Fantasy-Abenteuer aus der Bestseller-Reihe.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Bestsellermaterial made in England – und dabei kein Potter-Klon!“80

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Gab es das schon einmal in der langen, ehrwürdigen Geschichte der Zauberer, dass ein Adept zu einer Queste ausgesandt wurde und diese doch tatsächlich überlebte? Septimus gelang als erstem in den Annalen verzeichneten außergewöhnlichen Lehrling das Wunder, er gelangte heil wieder in die Burg zurück. Nun wird er nicht nur zum Oberlehrling mit lila Streifen auf den Ärmeln befördert, er darf auch – in Maßen versteht sich – kommen und gehen, wie er will. Allerdings hat er noch eine alte Schuld zu begleichen. Auf seiner Queste ließ er seine Freunde im fernen Handelsposten zurück. So geht es, kaum befördert, gleich wieder auf dem Rücken des Drachen Feuerspei auf, die Freunde heimzuholen. Allerdings wollen ihn nicht alle Gefährten auf den geschuppten Rücken begleiten. Ausgerechnet Prinzessin Jennas Vater liegt mit seinem Schiff am Hafen auf Reede. An Bord befindet sich ein Schatz, dem Milo schon seit Jahrzehnten nachjagt – ein Schatz, der so gefährlich ist, dass der erfahrene Kapitän die Deckluke seines Schiffes mit Magyk versiegelt. Während sich die kostbare Fracht und die Passagiere den Wellen anvertrauen, fliegen Septimus, die Prinzessin Jenna und Beetle auf dem Rücken Feuerspeis gen Heimat. Als sie in ein Gewitter geraten, wird der Drache lebensbedrohlich verletzt und muss auf der Insel einer Sirene notlanden. Kurz darauf strandet auch Milos Schiff an der Küste. Als die Fracht sich einer dunklen Beschwörung folgend verselbstständigt und eine Armee finsterer Krieger zum Vorschein kommt, hilft Septimus auch sein Young Army Officer Survival Pack nicht mehr. Jetzt könnte das zunächst verschmähte Geschenk der Hexe, ein lebender Charm, ein echter Dschinn wirklich hilfreich sein, doch der eigentlich dienbare Geist gönnt sich lieber eine Auszeit …

Der krönende Abschluß des Handlungsbogens – oder Septimus wird erwachsen

Und auf geht es, einmal mehr mit vollen Segeln, hinein ins Abenteuer. In vorliegendem Band bringt Angie Sage den Handlungsbogen der letzten Romane zum Abschluss. Was in Physic begann und in Queste fortgesetzt wurde, findet nun, zwar eigenständig, aber doch immer wieder auf Ereignisse aus den vorhergehenden Bänden Bezug nehmend, seinen Abschluss. Dabei beginnt das Buch zunächst verhalten. Unser erneut sehr sympathisch, aber auch differenziert gezeichneter Held, der so manches Mal ins Grübeln kommt, macht sich auf, seine Freunde einzusammeln. Dabei trifft er auf alte Bekannte, frühere Feinde und Verbündete. Diese nehmen, zumindest in der ersten Hälfte des Bandes fast schon mehr Platz ein, als unser Held selbst – und das tut dem Roman überraschend gut! So gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren (Wolfsjunge hat es mir hier besonders angetan), sondern diese Nebendarsteller werden auch zunehmend weiter fortentwickelt. Das führt dazu, dass die Handlung auf eine breitere Basis gestellt wird, dass wir nicht nur mehr von unserer Welt, die erneut überraschende technische Relikte offenbart, kennenlernen, neue Gebiete besuchen, sondern auch personell aufrüsten. Für mich überraschend nimmt die Autorin immer wieder Bezug auf bekannte Sagen – Herkules, Dschinns oder die Sirenen aus dem Odysseus-Mythos sind hier exemplarisch zu nennen -, verbindet diese dann aber gekonnt mit ihrer ganz eigenen Schöpfung.

Das liest sich insbesondere im zweiten Teil rasant, legt aber immer einmal wieder kurze Pausen ein, in denen die Autorin und mit dieser der Leser reflektieren kann, in denen Aktionen kritisch hinterfragt werden. Insoweit entwickelt sich nicht nur die Welt und die Handlung der Romane fort, auch die Nabelschau von Septimus spiegelt seinen Reifeprozess, dem er durch seine Abenteuer ausgesetzt ist, wieder. Man mag bemängeln, dass es nicht ganz so unbeschwert, spritzig und lustig zugeht, wie in den vorhergehenden Titeln. Dafür aber bekommt der Leser immer mehr Tiefe, werden die Figuren realistischer und vielschichtiger, die Lektüre damit interessanter.

Ich auf jeden Fall bin gespannt, wie Sage ihre Saga fortsetzen will. Für alle Septimus-Heap-Fans ist auch dieser Band wieder Anlass zu einem Freundenfest, wobei anzumerken bleibt, dass die Kenntnis der vorhergehenden Romane vorausgesetzt wird, um sich im Geschehen zurechtzufinden.

Ihre Meinung zu »Angie Sage: Syren«

Ihr Kommentar zu Syren

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.