Trümmerwelten - Das Geheimnis der Alice Sparrow von Ann-Kathrin Karschnick

Buchvorstellungund Rezension

Trümmerwelten - Das Geheimnis der Alice Sparrow von Ann-Kathrin Karschnick

deutsche Ausgabe erstmals 2017, 336 Seiten.ISBN 3959623275.

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In Kürze:

Noemi lässt Probleme verschwinden. Charlie ist Geheimnisträger. Beide verfolgen dasselbe Ziel, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen und ohne voneinander zu wissen, denn sie beide wollen die verschollene Insel Anker im Wolkenmeer finden. Eine sagenumwobene Insel der Weisen, auf der alle Geheimnisse der früheren Herrscher zu finden sein sollen. Ihr einziger Hinweis lautet: Alice Sparrow. Wer ist diese Frau und was hat sie mit der verschollenen Insel zu tun?

Das meint Phantastik-Couch.de: Fliegende Segelschiffe, zertrümmerte Welten und ein besonderes Abenteuer62

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Vor Jahrhunderten brach die Welt auseinander. Der Weltenbruch schuf aber auch neuen Lebensraum. Segelschiffte, früher nur auf dem Meer unterwegs, durchstreifen jetzt die Wolken und verbinden die schwebenden Refugien, auf denen die Menschen sich ihr Leben eingerichtet haben, miteinander. Die Toten finden dabei, von einer speziellen Kaste beerdigt, auf einem einsamen Trümmerstück ihre letzte Ruhe.

Vorhang auf für unsere beiden so ungleichen Helden.

Charlie ist ein ausgebildeter Geheimnisträger. Je weniger Menschen die Geheimnisse, die er sein eigenen nennt kennen, desto machtvoller ist die Magie, die die Geheimnisträger aus eben diesen ziehen. Als er versucht, dem Wunsch seines sterbenden Lehrmeisters folgend, dessen Suche nach dem legendären Anker, dem Ort, wo der Weltenbruch seinen Anfang nahm zu beenden und dabei einen Mitmeister zu bestehlen sucht, werden er und sein Helfer ertappt. Sie werden aus der Gilde verbannt und ausgestoßen. Aber auch als Paria geben sie nicht auf, suchen weiter nach dem Anker.

Dass gleichzeitig die Weise Noemi und ihr Gehilfe auch auf der Suche sind, ahnen sie zunächst nicht. Auch Noemi ging einst bei den Geheimnisträgern zur Ausbildung bevor sie als Gläubige der Weisen verunglimpft herausflog und sich seitdem mit nicht immer legalen Mitteln um die Problemlösungen ihrer zahlenden Kundschaft kümmert.

So unterschiedlich die Beiden von ihrem Naturell und Statur auch sind, hier der phlegmatische, friedfertige und dickliche Charlie, dort die durchtrainierte, agile Fighterin, um zu überlebe, müssen sie und ihre Helfer zusammenarbeiten. Sie entdecken zunächst getrennt die Hinweise auf dem Grab einer gewissen Alice Sparrow, in dem weitere Hinweise zum Anker verborgen sein sollen.

Kurz darauf sind sie, verfolgt von Piraten, an Bord eines Segelflugschiffs unterwegs – und wirklich finden sie den Anker.

Hier, am früheren Herrschaftsort, ein heiliger Ort für die Weisen, trennen sich ihre Wege zunächst. Es kommt, wie es kommen muss – jede Partei sucht sich das Wissen allein zu sichern – ein tödlicher Kampf entbrennt …

Tolle Ideen, aber letztlich nicht ganz adäquat umgesetzt

Wenn zwei Autoren, die jeweils bereits bewiesen haben dass sie faszinierend zu erzählen wissen, zusammentun, um eine neue Saga aus der Taufe zu heben, dann kann, dann muss man auf etwas Besonderes hoffen.

Und wirklich, der Handlungsort ist zwar nicht ganz unbekannt – Ralf Isau, Jim Butcher und Bernd Perplies sowie einige andere haben uns vergleichbare Szenarien offeriert, ansonsten aber wandeln die Beiden auf ganz eigenen Pfaden.

Es ist anzunehmen, dass jeder der Autoren sich einem Erzähler widmet, die kurzen Kapitel, in denen jeder der Beiden als Ich-Erzähler von den Vorkommnissen berichtet wechseln sich dauerhaft ab, so dass wir das Geschehen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln geschildert bekommen.

Inhaltlich hat der Auftaktroman alles, was man sich von einem derartigen Abenteuerstoff erhofft. Luftpiraten, fliegende Windjammer, Leichenschiffe, geheime Logen und Bünde, Kauffahrer und Schurken – geboten wird, was das Herz des Lesers erfreut. Dabei erklären die Autoren zunächst wenig. Der Leser muss sich aus Andeutungen und Hinweisen selbst ein Bild davon machen, was sich hinter den Geheimnisträger oder den Weisen verbirgt, muss rätseln und darf sich später dann erfreut zurücklehnen, wenn die Vermutungen sich als Zutreffend erweisen.

Allerdings bleiben die Autoren hier – bewusst? – diffus, lassen Vieles offen und konzentrieren sich ganz auf ihre Handlung. Diese rast dann oftmals etwas unmotiviert voran, auch logische Brüche gibt es zu Hauf. Hier hätte ein sorgfältigeres Lektorat sicherlich einiges ausbügeln können.

Schnell wird deutlich, wem die Sympathien zufliegen sollen, wer als Antagonist dienen soll – allein, so einfach ist es zunächst nicht. Die eher geruhsamen Kapitel wechseln sich mit Sequenzen ab, in denen die Handlung förmlich voranprescht und entsprechend liest sich das Buch. Mal ganz Abenteuerflair mit Piraten und Kämpfen, dann Thriller mit Geheimnissen und Gilden, die ein wenig unmotivierten Tempiwechsel stören den Lesefluss ein wenig.

Fazit:

Das Buch wirkt, obzwar es viele gute Ansätze bietet, ein wenig uneinheitlich – weder Fisch noch Fleisch, kein wirklicher Abenteuerknaller, aber auch kein Thriller. Die Mischung überzeugt letztlich nicht wirklich – auch wenn die Bühne sehr fasziniert ausgedacht war.

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