Das Lied des Blutes von Anthony Ryan

Buchvorstellungund Rezension

Das Lied des Blutes von Anthony Ryan

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Blood Song. A Raven's Shadow Novel“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 775 Seiten.ISBN 3-608-93925-3.Übersetzung ins Deutsche von Hannes & Sara Riffel.

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In Kürze:

Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. »Er besaß viele Namen. Noch nicht einmal dreißig Jahre alt war er im Lauf der Geschichte bereits reich mit Titeln beschenkt worden: ›Schwert des Königs‹ hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; ›Junger Falke‹ für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; ›Dunkelklinge‹ für seine cumbraelischen Feinde und ›Rabenschatten‹ für die geheimnisvollen Stämme des großen Nordwaldes.«

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auftakt einer neuen Fantasy-Trilogie die für Furore sorgt!“91

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Die Ausbildung des Kriegers

Eigentlich war das Leben des jungen Vaelin Al Sorna ganz dem Familienmotto „Loyalität ist unsere Stärke“ folgend vorgezeichnet. Sein Vater, ein Bürgerlicher, hat als Erstes Schwert des Königs Karriere als dessen Kriegsherr gemacht und bereits einen legendären Ruf im Volk inne. In den Augen des Monarchen prädestinierte dies Vaelin als ideale Partie für seine Tochter, hätte man über ihn als Gemahl der Prinzessin doch die Bauern und einfachen Leute ans Königreich binden können.

Das Schicksal und seine Eltern allerdings wollten ihren Sohn vor den Intrigen des Königs bewahren und sorgten dafür, dass er, kaum ein halbes dutzend Lenze zählend, zum sechsten Orden gebracht wird, um dort eine neue Heimat zu finden.Und  dies heisst für ihn und die anderen Aspiranten zunächst einmal, dass der Orden ihre neue und einzige Familie wird. Es bedeutet, dass sie in den kommenden Jahren mühevoll und schmerzhaft das einzige Handwerk derer, die den Glauben verteidigen, lernen – das Kämpfen.

Vaelin erweist sich dabei als Naturtalent. Nicht immer ist er der Beste seiner Gruppe, im Bogenschießen und Reiten sind ihm seine Brüder über, doch er ist der geborene Anführer und ein meisterhafter, intuitiver Schwertkämpfer. Im Lauf der Jahre übersteht er unzählige Prüfungen, Komplotte und Attentate – dem König aber entgeht er nicht.

In die Dienste des Monarchen gepresst wird er zum neuen Schwert des Königs, seinem Kämpen, der für das vereinigte, aber keinesfalls miteinander im Einklang befindliche Königreich, die Drecksarbeit erledigt. Mehr noch, er muss erkennen, dass er selbst das Dunkle in sich trägt – eine magisch scheinende Begabung deren Nutzer vom vierten Orden gnadenlos verfolgt und auf den Scheiterhaufen gebracht werden.

Einst, so die Mähr, gab es sieben Orden, der siebte ganz den dunklen Talenten verpflichtet – einst, oder existiert der siebte gar heute noch ....?

So muss moderne Fantasy sein – handwerklich vorzüglich, inhaltlich bestechend mit aktuellen Bezügen – Herz, was willst Du mehr?

Was ist dies für ein Roman, den uns der Schotte Anthony Ryan hier präsentiert und den Klett-Cotta groß herausstellt? Zunächst einmal ist es ein überaus gelungener Erstling einer neuen Stimme der Fantasy, die packend und mitreissend zu erzählen weiß.

Ausgehend von seiner Gefangennahme durch die Streiter des alpiranischen Reiches, schildert er auf dem Weg zu seinem letzten Kampf einem Schreiber seine Jugenderinnerungen in der Ich-Form, und berichtet uns nicht nur von seiner Ausbildung im sechsten Orden, sondern, en passent auch von seiner Heimat, den Königslanden. Von der eisernen Hand des Königs durch seine Truppen geeint, versuchen die Provinzen immer wieder mittels Intrigen, aber auch Aufständen ihre Freiheit wiederzuerlangen. Mehr noch, verborgen vor der Öffentlichkeit tobt ein Glaubenskrieg zwischen den unterschiedlichen Religionen, werden Andersdenkende – und allzu vermögende Händler – verfolgt und aus dem Weg geschafft.

Immer wieder stößt Vaelin auf Hinweise, dass, verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit, nicht nur interne Kriege zwischen den Orden und dem König, den Provinzen und deren Stadthalter sondern auch zwischen den Orden unter sich stattfinden. Das liest sich ein wenig wie ein archaischer Polit-Thriller mit jeder Menge Action, verinnerlicht die Doktrin des Machterhalts der Herrschenden ebenso wie die Unterdrückung von Minderheiten und Andersdenkender. Dabei lebt der Text von den Zeichnungen der Figuren und der überzeugenden Ausgestaltung der Welt, in der sich diese bewegen.

Geradlinig aufgebaut faszinieren die überschaubare Anzahl der handlungsrelevanten Charaktere, die sich überzeugend weiterentwickeln, die Fehler machen, dafür büßen müssen und daran reifen. Ohne falsche Sentimentalität schildert Ryan hier die Jugend eines Mannes, der fremdbestimmt wird, der innerlich noch ungefestigt versucht, das Richtige zu tun, aber oftmals auch an der Raffinesse und Skrupellosigkeit seiner Gegner scheitert. Dabei lässt er Vieles aus der Wirklichkeit verklausuliert in seine Erzählung einfließen, berichtet uns von religiösen Extremisten, Intriganten, korrupten Politikern und habgierigen Adeligen, ohne dass er darüber das Erzählen vergessen würde.

Das ist bestes Kopfkino, verwöhnt mit glaubhaften Protagonisten und einer durchdachten Kulisse weit entfernt von Zwergen & Co. – so sollte moderne Fantasy sein!

Ihre Meinung zu »Anthony Ryan: Das Lied des Blutes«

benfi zu »Anthony Ryan: Das Lied des Blutes«28.03.2016
Der Autor Anthony Ryan erzählt in seinem Debütroman die Geschichte seines Protagonisten Vaelin Al Sorna - und das auf eine ziemlich fesselnde und faszinierende Art und Weise. Er packt die Handlung in seine Phantasiewelt namens Vereinigten Königlande, welche die Erzlehen Asrael, Renfael, Cumbrael und Nisael beinhalten. Die Geschehnisse erinnern den Leser sehr schnell an die Epoche des Mittelalters, denn hier wimmelt es von gestählten Schwertkämpfern und wagemutigen Bogenschützen, intriganten Königen und geheimnisvollen wie edlen Damen. Durch das Erschaffen einer eigenen Welt sowie der Abwandlung von vielen alltäglichen Dingen wie Monatsnamen erspart sich Ryan definitiv die Recherche in der Historie, wenn auch die komplette Neugestaltung einer Welt natürlich nicht mal eben aus dem Handgelenk geschüttelt werden kann. Dieses vereinigten Königslande erinnert doch stark an das heutige Großbritannien mit den Ländern Wales, England, Schottland und Irland. Mag auch nicht verwunderlich sein, ist der Autor doch ein gebürtiger Schotte. Das Land Cumbrael mit seinen ausgezeichneten Langbogenschützen erinnert sogar sehr an das mittelalterliche Wales - heißt dies auf gälisch gar Cymru - keine Frage, woran sich Ryan angelehnt hat. Der Roman ist wirklich vorzüglich aufgebaut, trotz vieler Gestalten und Gegebenheiten hatte ich als Leser niemals das Gefühl, von der Menge sowie der Handlung überrollt zu werden; selbst die Namen der Wochentage kamen verständlich rüber, ebenso wie jegliche Verknüpfungen von Personen. Ich bezweifle, ob der Roman der High-Fantasy zugeordnet werden kann, huschen doch keinerlei Trolle oder Zwerge durch die Gegend, auch von Drachen und ähnlichen Fabelwesen ist hier so gut wie nichts zu lesen. Doch die Mystik des totgeschwiegenen siebten Ordens und 'das Lied des Blutes', eine Gabe, die neben Vaelin nur wenige besitzen und wie eine Art Vorahnung anzusehen ist, bilden eine phantastische Plattform, die mit fortschreitender Seitenzahl mehr und mehr in den Vordergrund tritt. Das mächtige Werk fängt den Leser in Ryans' erschaffener Welt ein und lässt ihn spielerisch auf Vaelins Erlebnisse begleiten. Ein vollkommen spannender Roman, der eine sehr erfreuliche Anekdote birgt, ist es doch der erste Teil einer Trilogie. Das lässt die Leserherzen erst richtig aufblühen...
92°
rolandreis zu »Anthony Ryan: Das Lied des Blutes«06.10.2015
Mit knapp 800 Seiten ist dieses Auftaktwerk zur Rabenschatten-Trilogie erst mal ein ordentlicher Wälzer. Die zu Beginn nur spannende und interessante Abenteuergeschichte entwickelt sich zunehmend zu einem recht brutalen Epos und auch die kriegerischen Elemente und Intrigen nehmen immer mehr zu. Nach und nach erfährt man aber auch immer mehr über den Hauptprotagonisten Vaelin Al Sorna, den Hoffnungstöter und Schwert des Königs. Trotz vieler Namen von Wegbegleitern, Gegnern, ferne Länder oder Ortschaften, ist diese Geschichte dennoch sehr strukturiert, da der überwiegende Teil aus der Sicht von Al Sorna geschildert ist. Insgesamt betrachtet handelt es sich hier um ein sehr solides Fantasybuch, das man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Man darf gespannt sein, wie es im zweiten Teil "Der Herr des Turmes" weitergeht.
www.lesemomente.net zu »Anthony Ryan: Das Lied des Blutes«25.06.2015
“Er besaß viele Namen. Das dreißigste Lebensjahr hatte er noch nicht erreicht, und doch war er im Laufe der Geschichte mit Titel reich beschenkt worden: Das Schwert des Königs hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; der junge Falke für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; Dunkelklinge für seine cumbraelischen Feinde und, wie ich später herausfinden sollte, Beral Shak Ur für die geheimnisvollen Stämmde des großen Nordwaldes – Rabenschatten.” (S. 11)

Hoffnungstöter ist noch ein weiterer Name, den die Menschen Vaelin al Sorna geben. In diesem ersten Teil der neuen Fantasy-Trilogie wird vor allem der Werdegang von Vaelin geschildert: Wie konnte aus dem kleinen Jungen, der kurz nach dem Tod seiner Mutter von seinem Vater in den sechsten Orden gebracht wurde, ein so sagenumwobener und gefürchteter Kämpfer werden? Welche Geheimnisse umgeben ihn und was treibt ihn an?

Auf vielen anderen Blogs wurde dieses Buch schon vor einigen Monaten besprochen – überall voller Begeisterung. Ich habe mich lange Zeit gesträubt, es zu lesen. Die Geschichte klang mir zunächst zu wenig fantastisch und zu historisch. Mein erster Eindruck triffft zwar zu großen Teil zu und dennoch bin ich froh, “Das Lied des Blutes” gelesen zu haben. Obwohl die fantastischen Elemente tatsächlich sehr spärlich gesät sind und vor allem gegen Ende auftauchen, konnte mich die Geschichte schon von Beginn an fesseln.

Das lag vor allem daran, dass Anthony Ryan unglaublich unterhaltsam schreibt – und das auch über knapp 800 Seiten: mir war nie langweilig, der Aufbau der Geschichte ist immer intelligent gemacht und lässt den Leser neugierig auf den weiteren Verlauf der Dinge warten.
Außerdem wird die Ausbildung der jungen Menschen im sechsten Orden ziemlich ausführlich erzählt. Ich lese einfach unheimlich gerne von solchen Gruppenprozessen, von dem Gemeinschaftsgefühl und der Entwicklung der einzelnen Charaktere.

“Das Lied des Blutes” ist ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe, die mit nur wenigen fantastischen Elementen auskommt und mit einer spannenden Geschichte, interessanten Charakteren und einem beeindruckenden Schreibstil des Autors überzeugen kann. 4,5 von 5 Sternen!
leseratte1310 zu »Anthony Ryan: Das Lied des Blutes«10.11.2014
Vaelin Al Sorna ist ein berühmter Gefangener und soll nun während eines Duells sterben. Auf dem Weg dorthin begleitet ihn der Geschichtsschreiber Lord Vernies, der ihn hasst und der über den Duelltag berichten soll. Während der Reise erzählt Vaelin Al Sorna von seinem Leben. Er wurde von seinem Vater einem Orden übergeben und zum Kämpfer ausgebildet. Diese Ausbildung schweißt die Brüder des Ordens zusammen und Vaelin wird ihr Anführer. Lord Vernies ist gebannt von den Erzählungen und seine Achtung für den Kämpfer steigt.
Auch wenn Fantasy nicht mein Genre ist, so muss ich doch sagen, dass dies ein tolles Buch ist. Es dauert ein wenig, bis man sich in die Geschichte eingelesen hat, da es viele Personen gibt und die Namen nicht geläufig sind. Aber schon bald ist man in der Geschichte gefangen. Die Handlung wird auf verschiedenen Zeitebenen beschrieben, zum Schluss fügt sich dann alles wunderbar geschickt zusammen. Die Blickwinkel auf die Geschehnisse der Vergangenheit von Al Sorna und Vernies gehen doch ziemlich auseinander, so dass man die Geschichte nicht nur von einer Seite kennenlernt und seine eigenen Vorstellungen bilden kann.
Die Charaktere sind vielschichtig und menschlich beschrieben. Vaelin Al Sorna hat eine Stärke, die beeindruckt. Er scheint etwas Besonderes zu sein. Obwohl er nicht in allem perfekt ist, ist er der geborene Schwertkämpfer genauso wie der geborene Anführer. Sein Handeln und seine Entscheidungen werden aber durch seine Verpflichtungen eingeschränkt. Alle Charaktere sind eindrucksvoll dargestellt. Aber auch die Kämpfe und das Drumherum sind sehr detailliert beschrieben. Hilfreich sind sowohl das Personenverzeichnis im Anhang als auch die Karten im Buch.
Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Geschichte ist interessant und spannend und lässt einen nicht los.
Ein tolles Buch!
leseratte1310 zu »Anthony Ryan: Das Lied des Blutes«05.10.2014
Vaelin Al Sorna ist ein berühmter Gefangener und soll nun während eines Duells sterben. Auf dem Weg dorthin begleitet ihn der Geschichtsschreiber Lord Vernies, der ihn hasst und der über den Duelltag berichten soll. Während der Reise erzählt Vaelin Al Sorna von seinem Leben. Er wurde von seinem Vater einem Orden übergeben und zum Kämpfer ausgebildet. Diese Ausbildung schweißt die Brüder des Ordens zusammen und Vaelin wird ihr Anführer. Lord Vernies ist gebannt von den Erzählungen und seine Achtung für den Kämpfer steigt.
Auch wenn Fantasy nicht mein Genre ist, so muss ich doch sagen, dass dies ein tolles Buch ist. Es dauert ein wenig, bis man sich in die Geschichte eingelesen hat, da es viele Personen gibt und die Namen nicht geläufig sind. Aber schon bald ist man in der Geschichte gefangen. Die Handlung wird auf verschiedenen Zeitebenen beschrieben, zum Schluss fügt sich dann alles wunderbar geschickt zusammen. Die Blickwinkel auf die Geschehnisse der Vergangenheit von Al Sorna und Vernies gehen doch ziemlich auseinander, so dass man die Geschichte nicht nur von einer Seite kennenlernt und seine eigenen Vorstellungen bilden kann.
Die Charaktere sind vielschichtig und menschlich beschrieben. Vaelin Al Sorna hat eine Stärke, die beeindruckt. Er scheint etwas Besonderes zu sein. Obwohl er nicht in allem perfekt ist, ist er der geborene Schwertkämpfer genauso wie der geborene Anführer. Sein Handeln und seine Entscheidungen werden aber durch seine Verpflichtungen eingeschränkt. Alle Charaktere sind eindrucksvoll dargestellt. Aber auch die Kämpfe und das Drumherum sind sehr detailliert beschrieben. Hilfreich sind sowohl das Personenverzeichnis im Anhang als auch die Karten im Buch.
Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Geschichte ist interessant und spannend und lässt einen nicht los.
Ein tolles Buch!
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