Das Licht ferner Tage von Arthur C. Clarke & Stephen Baxter

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Das Licht ferner Tage von Arthur C. Clarke & Stephen Baxter

Originalausgabe erschienen 2000unter dem Titel „The Light of Other Days“,deutsche Ausgabe erstmals 2001, 428 Seiten.ISBN 3-453-17803-3.Übersetzung ins Deutsche von Martin Gilbert.

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Ihre Meinung zu »Arthur C. Clarke & Stephen Baxter: Das Licht ferner Tage«

Der Große Alte vom Berg zu »Arthur C. Clarke & Stephen Baxter: Das Licht ferner Tage«21.08.2013
Die Inspiration:
Im Nachwort wird angegeben, die Geschichte sei u.a. von "Bob Shaws ›Slow Glass‹-Klassiker" (i.e. Das Licht besserer Zeiten / light of other days) inspiriert. Das mag sein, klingt aber wenig überzeugend. Bei Bob Shaw ist der Blick in die Vergangenheit einmalig und nicht reproduzierbar. Zudem schrieb Bob Shaw keine technisch-soziologische Geschichte, sondern warf einen poetischen Blick auf den Umgang mit persönlicher Erinnerung, Leben und Tod.
Der zunächst vorherrschende Roman-Plot als solcher - die Beobachtung der Vergangenheit verursacht das Ende der Privatsphäre - ist bereits in 'Das Chronoskop' von Isaac Asimov beschrieben. Diese Kurzgeschichte ist viel näher am Geschehen des Romans als die Handlung von Bob Shaw, wo der SciFi-Aspekt bei Shaw völlig nebensächlich und lediglich das Vehikel für den visuellen Transport der Erinnerung ist.

Der Haupt-Plot
.. ist leider nicht neu, aber das ist bei der Unzahl der bereits vorliegenden Ideen auch generell zuviel verlangt. Wirklich neue Ideen gibt es nur sehr sehr selten. Immerhin werden viele interessante Einzel-Elemente aneinander gereiht, die jeweils für sich auch eine passable Kurzgeschichte ergeben hätten. Andere Neben-Episoden sind dagegen für den Gesamtzusammenhang völlig belanglos und häufig sogar uninteressant. Etliche Rätsel der Vergangenheit wie z.B. die Mondlandungslüge, Robin Hood, Kennedy-Mord werden angesprochen, aber nur wenige 'gelöst', darunter Robin Hood (hat es nie gegeben) und Jesus (war viel normaler als es in der Bibel steht). Hier wäre es besser gewesen, entweder nur Namedropping zu betreiben oder zu jedem einigermaßen bekannten Rätsel eine fiktive 'Wahrheit' zu präsentieren. Das hätte z.B. einen interessanten Blick auf die Weltsicht der Autoren geben können. Hier wurden viele Gelegenheiten verpaßt, sich in der historischen Phantasie mal so richtig auszutoben. Für Kurzgeschichten wäre jeweils nur ein Aspekt passend, ein Roman kann sich hier einen Rundumschlag leisten.

Fragwürdige Aspekte:
Der Menschheit droht in wenigen Generationen die Vernichtung durch den Himmelskörper 'Wurmwald', doch dieses existenzielle Problem wird einfach beiseite geschoben und zum Finale in einem Nebensatz beseitigt. Was nützt die ganze Guckloch-Technik, wenn demnächst der ganze Planet draufgeht? Der Roman vermittelt den Eindruck, die Gesellschaft würde das Problem weitgehend ignorieren und sich stattdessen auf das gegenseitige Anstarren und später auf die Aufarbeitung der Vergangenheit konzentrieren. Ausbauen oder Weglassen wäre besser gewesen.
Die Weiterentwicklung der Wurmloch-Technik verläuft zu schnell und wirkt dadurch unnötig unglaubhaft. Von der Voyeur-Technik zur Raum-Zeit-Reise und virtuellem Bewußtsein in weniger als einer Generation? Hier wäre es besser gewesen, wie Isaac Asimov mit größeren Zeitsprüngen zu arbeiten.
Das Motiv zur Erlangung von viel Geld ist die Erlangung von viel Macht. Mit der WurmCam erlangt Hiram Patterson bereits enorme Macht. Warum sollte er durch einfachen, vergleichsweise schlecht bezahlten Journalismus Geld verdienen wollen, obwohl er durch Beobachten von Wirtschaftsprozessen und -Entscheidungen beispielsweise an der Börse sehr viel schneller sehr viel mehr Geld ansammeln könnte? Er könnte z.B. jeder gezielten Manipulation zuvorkommen und anstelle der Spekulanten davon profitieren. Zudem riskiert er durch unbedachtes Verbreiten der gewonnenen Informationen, daß sein Technik-Vorsprung entdeckt wird - wie es ja im Roman auch passiert.
Weder die amerikanische noch sonst irgendeine Regierung mit wirksamer Exekutive würde es sich nehmen lassen, unmittelbar nach Bekanntwerden die völlige Kontrolle über die Wurmloch-Technik zu übernehmen. Stichwort: Nationale Sicherheit. Und diese Regierungen würden massiv versuchen, die allgemeine Verbreitung dieser Technik zu behindern.
Die sozialen Veränderungen werden gut behandelt, es wird allerdings völlig unterschlagen, welche extremen wirtschaftlichen Verwerfungen die WurmCam verursachen dürfte. Durch das virtuelle Reisen dürften z.B. Tourismus, die bisherige Unterhaltungsindustrie und etliche andere Wirtschaftszweige zusammenbrechen. Dieser Aspekt wird weitgehend unterschlagen.
Man kann zwar jeden Bewaffneten mit der WurmCam ausspionieren, man kann ihn aber nicht damit entwaffnen. Wie wahrscheinlich ist es, daß alle Bewaffneten sich widerstandslos ausspionieren lassen, anstatt mit der Waffe auf den echten oder vermeintlichen Voyeur loszugehen?
Völlig überflüssig ist gegen Ende die kurze Behauptung einer bereits vor den Dinosauriern existierenden intelligenten Zivilisation. Entweder man widmet sich einem derartigen Thema mindestens mit dem Umfang einer Kurzgeschichte oder man läßt es ganz bleiben.

Finale:
Hier löst sich der Roman in bemerkenswerter Weise vom bisherigen Voyeur-Plot. Die Vereinigung der menschlichen Bewußtseine ist aus anderen Werken bereits bekannt, aber dann kommt eine erstklassige, sehr innovative Idee hinzu, die bereits begonnene Wiederauferstehung der gesamten Menschheit durch Herunterladen der Bewußtseinsinhalte aus der Vergangenheit. Von 50.000 v.Chr. bis 2013 wären das über 100 Mrd. Individuen, von der Zahl her für eine virtuelle Zivilisation leicht zu verkraften.

Fazit:
Insgesamt gut. Ich habe den Roman in einem Zug durchgelesen. Grobe handwerkliche Schwächen sind mir nicht aufgefallen, aber ich achte auch nicht gezielt auf sowas. Längen gab es nur bei den og. überflüssigen Handlungsteilen, die aber nicht allzusehr ins Gewicht fallen. Die Vielzahl der verwendeten Ideen macht die Geschichte trotz der aufgezeigten Mängel kurzweilig und besonders die Wiederauferstehungs-Idee ist so gut, daß sie einen eigenen Roman verdient hätte.
Alexander Bähring zu »Arthur C. Clarke & Stephen Baxter: Das Licht ferner Tage«21.02.2007
Das Meisterwerk der Meister!

Besser als "Odyssee in Space"!

Mitte des 21. Jahrhunderts findet eine Erfindung zunehmende Verbreitung die, es ermöglicht zuerst durch Wände und Später (immer weiter) in der Zeit zurück zu sehen. Diesem Umstand fällt die Privatspähre zum Opfer aber natürlich wird durch diesen Umstand auch jedes Verbrechen unmöglich. Durch diese beiden Auswirkungen verändert sich die Gesellschaft grundlegend in ihrem aufbau. Die Generation die mit dieser Entwicklung auwächst entwickelt eine volkommen neue Art des Zusammenlebens und schafft sich so (gegen den Widerstand ihrer ältern) das Utopia, das wir uns alle erträumen.

Die Charaktere werden in beindruckender und für ein Buch solch geringer länge ungewöhnlich präziese entwickelt .

Jeder der (gute) Scince Fiction liest muss dieses Buch kennen!
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