Verderben von Bentley Little

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 1996unter dem Titel „The Store“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 550 Seiten.ISBN 3-404-16604-3.Übersetzung ins Deutsche von Christina Neuhaus.

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In Kürze:

In einer Kleinstadt eröffnet ein neues Geschäft. Der Besitzer erfüllt die verwegensten Wünsche. Doch mit jedem Kauf vermachen die Kunden einen Teil seiner Seele an ihn. Als er die ersten Gefallen einfordert, schleichen sich kleine Gehässigkeiten in den Alltag der Bewohner. Und dann geschieht der erste Mord …

Ihre Meinung zu »Bentley Little: Verderben«

geronimox zu »Bentley Little: Verderben«21.07.2015
Zum Glück habe ich nicht auf die schlechten Lesermeinungen sowie die komplett falsche obige Zusammenfassung geachtet und das Buch unvoreingenommen gelesen. Ich finde den Roman, der tatsächlich kein Horrorroman sondern eine Kapitalismuskritik mit Mysteryelementen ist, klasse.

In einer amerikanischen Kleinstadt wird von heute auf morgen ein Megamarkt, der LADEN, auf die grüne Wiese gebaut. Der Stadtrat hat dafür dem Konzern enorme Steuerzugeständnisse gemacht, denn der LADEN verspricht Arbeitsplätze und Gewerbesteuer. Dumm nur, dass darunter die alteingesessenen Innenstadtgeschäfte darunter leiden, der Reihe nach Pleite gehen und die letzten standhaften Geschäftsinhaber von seltsamen Men In Black tyrannisiert werden. Und auch die versprochenen Steuereinnahmen des LADEN Konzerns landen nicht in der Stadt, sondern in Offshore-Steuersparmodellen.

Die Stadt blutet deshalb finanziell aus und muss aufgrund fehlender Einnahmen mehr und mehr städtische Aufgaben privatisieren um Kosten einzusparen. Raten Sie mal, welche Firma die Polizei, das Krankenhaus, die Schulen, die Stadtzeitung, den lokalen Radiosender usw. zu »supergünstigen Konditionen« übernimmt: Der LADEN Konzern.

Nach und nach dominiert der LADEN Konzern mit seiner Marktmacht die gesamte Kleinstadt und deren Einwohner – denn in jeder Familie gibt es Angehörige, die beim grössten Arbeitgeber LADEN arbeiten, und die – durch psychologische Konditionierung – auf den Arbeitgeber LADEN eingeschworen werden.

Und nun hat sich der Autor aber gedacht: Reine Raubtierkapitalismuskritik kommt (in den USA) sicher nicht so toll, und hat deshalb einige Mysteryelemente in die Geschichte eingebaut um den Roman als Horrorroman vermarkten zu können: Auf dem Gelände des LADEN fallen Tiere ohne Grund tot um, der Megamarkt hat mehrere unerklärliche und versiegelte Kellergeschosse, nach Ladenschluss streifen zombieartige »Nachtmanager« durch das Geschäft, der Konzernchef wird als selbst als dämonisches Alien beschrieben. Diese Horrorelemente hat der Autor jedoch zu sparsam plaziert, um einem Hardcore-Satanistenfan volles Vergnügen zu bereiten.

Mein Fazit: Trotzdem Lesenswert. Funktoniert hervorragend als Enthüllungsroman (mit Mysteryelementen) für globalen Raubtierkapitalismus und unserer Abhängigkeit von weltweiten Grosskonzernen.

8/10

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Frank zu »Bentley Little: Verderben«05.05.2012
@draven
Im Normalfall bevorzuge ich ja die Konversation jenseit der Rezesionsöglichkeit.

Natürlich kann ein Buch auch nur einmal kurzweilig unterhalten, kein Widerspruch.
"Verderben" ist aber kein "gutes" Buch, sorry.
Eher unterer Durschschnitt.

Nimm mal "Sigler. Sicher nichts "hochtrabendes" - dafür aber spannend erzählt, teilweise innovativ UND unterhaltsam.

Ich bin in Sachen "Horror" übrigens nicht sonderlich anspruchsvoll - Little bleibt aber unterstes Level.
Wenn du ihn aber ganz toll findest und dich arg gruselst bei seinen Büchern, sei dir gegönnt.

Mir dann halt ihn eher für überflüssig zu befinden.

Schade echt.
Draven zu »Bentley Little: Verderben«05.05.2012
Erfahrung mit "Phantastischer Literatur"?? dem mag das gefallen??
Schon mal auf die Idee gekommen, das nicht jeder immer und überrall "Hochtrabendes" sucht.
Ein gutes Buch kann auch mal Kurzweil bieten, Ablenkung zwischendurch. Einfach "nett" erzählt.

In jedem Buchforum das gleiche :-(
Ob ein Buch gefällt oder nicht ist sicherlich Geschmacksache. Auch ist jede Wertung zwischen 0 und 100 sicherlich für jeden selbst gerechtfertigt.
Aber unmöglich finde ich es wenn ach so - bleiben wir nett - "Anspruchsvolle Gemüter" jeden in die Dödelschublade stecken die auch mal kein literarisches Meisterwerk für gut empfinden.
Schade echt.

Ein Buch gefällt oder nicht - unterhält oder nicht.
Das hat nix mit Erfahrung, Intellekt, Geist und der Gleichen zu tun.

Bitte von solchem Quatsch abstand nehmen.

Danke und Grüsse
Frank zu »Bentley Little: Verderben«05.05.2012
Billige Kopie.
Das hat Stephen King thematisch mit "In einer kleinen Stadt" um Längen besser hinbekommen.

Sicher, Little hat einen (reduzierten) Schreibstil. der es einem leicht macht, bis zum Ende auszuhalten.
Aber seine Bücher haben keine nennenswerte Substanz. Seine Figuren bleiben blass, seine Geschichten wirken wie schon zigmal (besser) erzählt.

Fazit: Wenn jemand kaum Erfahrung mit "Phantastischer Literatur" hat, mag das gefallen, hat man allerdings einige der -wirklich guten - Romane gelesen..bleibt nur ein schnell zu lesendes , noch schneller zu vergessenes Horrorsnackstück.

Wundert mich immer noch, dass dieser Autor es zu einem "großen" Verlag geschafft hat.

25%
Draven zu »Bentley Little: Verderben«05.05.2012
zwarr schließe ich mich meinem Vorredner an, was den Buchrücken betrifft - eigentlich schade - aber das nimmt dem Buch nicht seinen Glanz.

Wie alles von Bentley Little ist auch dieses Buch ein nett zu lesendes "Horror"Buch mit Szenen aus dem Alltag.

Keiner versteht es so gut Alltagsszenarien so gut in Spannende Handlungen zu packen wie Little.
Eigentlich wäre es oft gar nicht nötig, das am Ende doch immer Vampire/Dämonen usw. die Bösen sind.

Das Buch hatte für mich einen besonderen Reiz, da ich in einer Kleinstadt wohne, und meine Frau Manager eines grossen Discounters ist :-)

Einige Parallelen brachten mich schon zum schmunzeln.

Absolut lesenswert.
Christl zu »Bentley Little: Verderben«25.03.2012
Ich hatte mir von diesem Buch etwas mehr erwartet.
Da es aber mein erstes Buch im Bereich Horror war, könnte es auch sein, das es nicht so ganz meine Richtung ist.
Was ich aber auch so etwas enttäuschend finde ist, das die Beschreibung auf der Rückseite des Buches nichts mit dem zu tun hat, was im Buch beschrieben wird.
Ich konnte nichts über eingeforderte Versprechen lesen und auch nichts von Morden durch die Stadtbewohner.
Die Beschreibung der "schwarzen Gestalten" hat mir aber an manchen Stellen eine richtige Gänsehaut beschert.
Das Ende des Buches ist trotzdem ziemlich überraschend und sehr gut.
Ihr Kommentar zu Verderben

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