Gegen die Zeit von Bernd Perplies

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011, 350 Seiten.ISBN 3802582659.

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In Kürze:

London 1897. Das Leben von Jonathan Kentham ist nicht mehr das, was es mal war. Als unfreiwilliger Erbe der Macht des verstorbenen Lordmagisters Albert Dunholm wird er in einen Kampf zwischen zwei Magierfraktionen verstrickt. Der Usurpator Wellington hat mit seinen Gefolgsleuten die Macht an sich gerissen und die Anhänger Dunholms eingesperrt, darunter Jonathan und dessen dandyhaften Magierfreund Jupiter Holmes. Den beiden läuft die Zeit davon, denn sie müssen unbedingt das Siegel von Atlantis schließen, bevor die Magie die Welt ins Chaos stürzt. Doch Hilfe naht von unerwarteter Seite

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Fronten für den letzten Kampf formieren sich“86

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Mit dem schön gestalteten ersten Band der Magierdämmerung-Trilogie „Für die Krone“ hat Perplies eine wunderbare britische Steampunk-Welt um die Jahrhundertwende geschaffen mit Figuren, die im Gedächtnis bleiben, schrägem Wortwitz und einer spannenden Story. Passiert war Folgendes:

Die Quelle der Magie wurde in Band eins geöffnet und der böse Magier Wellington, der die Magie so befreite und sich selbst und ein paar Nahestehende auf äußerst magisch-angereicherte Weise verwandelt hat, will nicht weniger als die Welt beherrschen, nachdem er sich zum neuen Führer des Magierzirkels „Silberner Kreis“ ernannt hat. Ein Team, das dem Leser ans Herz gewachsen ist, stellte sich ihm entgegen und wurde prompt eingesperrt. Da ist zum einen Jonathan Kentham, der den Ring des ermordeten Dunholm trägt und so die Welt der Magie recht plötzlich entdeckte, der wunderbar exzentrische, scharfsinnige Jupiter Holmes und die zugereiste Kendra McKellen, eine schottische Hexe. Der zweite Band „Gegen die Zeit“ schließt genau an den ersten Band an. Unsere Helden müssen sich befreien, um Wellington die Stirn zu bieten. Ihre Verbündeten Sedgewick, Brown und der Russe Grigori sind zwar auf freiem Fuß, müssen sich dafür aber mit zweigesichtigen Geiseln und in magische Ohnmacht gefallenen Magieren herumschlagen. Und Wellington ist ein Feind mit Format. Ihm zur Seite steht der überstarke Hyde-White als gefügiger und unbeherrschter Vollstrecker und auch der Auftragskiller „Der Franzose“ mischt ordentlich mit.

Magische Wesen und neue Charaktere

Vortrefflich ist, dass Perplies einige neue Charaktere einführt, die das Panoptikum interessant bereichern. So sind die schöne, magiebegabte Lionida und der ihr zur Seite gestellte Deflector Scarcatore ein interessantes Duo, dem der Leser gern über die Seiten folgt. Dass Watson, die Geisterkatze, wieder mit von der Partie ist, konnte man zu Recht erwarten. Rupert aber, ein kleiner ausgestopfter Alligator, der durch die magischen Umstürze zum Leben erwacht ist und trotz seiner Strohfüllung versucht Käsebrot zu verdrücken, war eine niedliche, liebevoll gestaltete Episode, die das Leserherz erfreut. Toll war auch die eingebettete Szene über das viel zu kurze Leben eines Steinvögelchens. Das schafft Atmosphäre.

Rasante Jagd Richtung Stonehenge

Es ist viel Tempo in der Story und es ist wieder sehr liebevoll, detailreich ausgestaltet. Da steht der zweite Band dem ersten in Nichts nach. Steam-Punk-Elemente wie ein wunderbares Luftschiff, aber auch ein ganz besonderes U-Boot tragen zu der glitzernden phantastischen Stimmung bei. Ein kleiner Abstrich ist jedoch gerade diese ständige Jagd nach vorne. Da kommt die Wortgefechte von Holmes etwas zu kurz und auch kleine Augenzwinkermomente, die im ersten Band so schön gestreut waren. Und klar, es ist ein klassisches mittleres Buch einer Trilogie. Es passiert viel, einige liebgewordene Figuren werden geopfert oder müssen viel einstecken, aber trotz aller Action: Die wirklichen Schlachten und Entscheidungen werden erst in Band Drei kommen. Da fühlt man sich manchmal ein wenig typisch-Zwischenband-vertröstet, das ist auch bei „Gegen die Zeit“ so. Aber hey, das ist Teil des Fantasy-Trilogie-Spiels. Da kann Perplies nix für. Und perfekt unterhalten wird man auf jeden Fall.

Ihre Meinung zu »Bernd Perplies: Gegen die Zeit«

rolandreis zu »Bernd Perplies: Gegen die Zeit«13.01.2012
Auch im zweiten Teil begeistert mich diese Triologie. Die Vermischung von bekannten Elementen aus Jules Vernes Steampunkwelten mit der Geschichte um die Quelle der Magie ist einfach eine hervorragende Kombination. Es macht mir einfach nur Spass an der Geschichte dranzubleiben. Und es bleibt immer spannend. So muss man sich im zweiten Teil von einigen Charakteren, die man aus Band 1 kennt, verabschieden. Aber die Hauptakteure steuern zielsicher auf Band 3 zu. Anzumerken ist, das dieses Buch ein klassischer Mittelteil ist und man wirklich mit Band 1 beginnen muss um die komplette Geschichte zu erfassen. Die Triologie ist wirklich auch als Gesamtwerk zu lesen. Ich habe jetzt bereits mit dem letzten Teil zu lesen begonnen und bin jetzt auch schon richtig neugierig wie das Finale sein wird. Von mir für dieses Buch auch wieder klare 100 Prozent.
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