Rabensturm von Bernhard Hennen

Buchvorstellungund Rezension

Rabensturm von Bernhard Hennen

Originalausgabe erschienen 2002, 910 Seiten.ISBN 3-453-52317-2.

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In Kürze:

Dies ist die atemberaubende Geschichte des Sklaven Omar, der mit der Tochter seines Herrn in die Wüste flieht – verfolgt von einem finsteren Magier, der nicht eher ruhen wird, bis er Omar für diesen Frevel bestraft hat …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Tausendundeine Nacht unter dem Rabenflügel“92

Fantasy-Rezension von Anna Hild

909 Seiten mißt der Umfang von Bernhard Hennens „;Rabensturm“;. Und keine davon ist zuviel. Die Geschichte von Omar und Melikae, Fendal und Neraida, Gwenselah und Abu Dschenna ist voller guter und böser Magie, halsbrecherischem Mut, herzzerreißender Liebesgeschichten. Und beeinhaltet eine der atmosphärischsten Kampfszenen der der Rezensentin bekannten Fantasyliteratur.

Omar liebt Melikae

„;Rabensturm“; ist eine Überarbeitung dreier früherer Romane Bernhard Hennens, welche im Universum des Rollenspiels „;Das schwarze Auge“; angesiedelt sind. „;Der Tanz der Rose“;, „;Die Ränke des Raben“; und „;Das Reich der Rache“; unterteilen auch den Sammelband in 3 Abschnitte.

Die Geschichte beginnt mit dem alten Geschichtenerzähler Mahmud. Dieser kommt eines Tages in der Stadt Fasar an und es ergibt sich, dass er die Geschichte von Omar und Melikae erzählt. Eine Geschichte, an welcher er ein großes persönliches Interesse zu haben scheint – denn diese Geschichte ist kein Märchen und sie wird auch sein Schicksal einstmals besiegeln. Omar, der Sklave eines reichen Mannes aus Unau am Salzsee Chichanebi, rettet seinem Herrn das Leben. Dieser schenkt ihm daraufhin die Freiheit und bietet ihm auf einem Fest zu Ehren seines Retters eine Belohnung an, die er sich auswählen möge. Omar,
berauscht vom ungewohnten Wein und vom Tanz der schönen Melikae – Tochter des Kaufmanns und eine Sharisad, eine durch ihren Tanz Zauber wirkende Tänzerin – wünscht sich Melikae zur Frau. Dies entrüstet den Vater und dessen reiche Freunde und bedeutet ein Todesurteil für Omar. Melikae, die von ihrem Vater mit einem älteren Kaufmann verheiratet werden soll und sich diese Zukunft keineswegs wünscht, sieht hier eine Chance zur Flucht. Teils aus Selbstsucht, teils aus schlechtem Gewissen, dass Omar wegen ihr sterben soll, begibt sie sich also mit Omar, ihrer Zofe Neraida und ihrem Leibwächter Fendal auf die Flucht. Ihr Vater schickt ihr den mächten Zauberer Abu Dschenna nach, um Omar zu strafen und sie zurückzuholen. Von nun an fächert die Erzählung so breit auf, dass es schier unmöglich ist, ihr hier in einer Zusammenfassung gerecht zu werden. Omar und Melikae verlieren sich, finden sich wieder, verlieren sich erneut, sie verlieren Freunde, gewinnen neue. Als Schlaglichter wären zu nennen die Geschichten der Gefährten der anfänglichen Flucht, Fendal – ein ‚ungläubiger‘ Thorwaler aus dem Norden und Neraida, eine verstoßene und in die Sklaverei verkaufte Salzgängerin vom Chichanebi, die eine tiefe, wenn auch widerwillig entstandene Liebesgeschichte teilen, und wie dabei Neraida zum Mann wird und ein großer Krieger, das sei hier der Spannung halber lieber nicht verraten. Ebenso die Geschichte Gwenselahs, dem unbesiegbaren und geheimnisvollen, doch vielleicht todkranken Lehrmeister Omars, welcher ihn zum größten Krieger des neuen Kalifen ausbildet. Treibender Punkt der Saga wird neben Omars und Melikaes Versuch, einander wiederzufinden, relativ schnell der Krieg gegen den Usurpatoren Tar Honak, dem Hohepriester der gegnerischen Al‘Anfaner – als der Krieg beginnt, kreist ein riesiger Rabe über Unau, ein schlechtes Omen für die Wüstenkrieger und wohl der titelgebende Rabensturm. Jede der Figuren wird ihre eigene Rolle in diesem Krieg spielen, und jede wird auf ihre Weise durch ihn geprägt sein.

Verzweifelte Helden

Bernhard Hennen schafft es grandios, die Fäden dieser epischen Saga miteinander zu kreuzen, ohne sie zu verwirren oder einen davon zu verlieren. Fast jede von ihm eingeführte Figur stattet er mit eigenem Schicksal und einer eigenen Geschichte aus, die beeindruckend ist. Ganz selten erfährt man allerdings zu wenig, die Figur einer Elfenkriegerin, ein exotischer Anblick in den Wüstenlanden um den Chichanebi, wird zwar vielversprechend eingeführt, dann aber sehr schnell wieder aus der Geschichte entfernt. Dies stellt aber die Ausnahme dar. Alle anderen Figuren sind ausgezeichnet  charakterisiert und in die Geschichte eingeführt, selbst die Nebenfiguren sind schillernde Persönlichkeiten und bringen die Geschichte weiter voran.

Wenn Omar seinem Kalifen dann in einem mehr verzweifelten als heroischen Akt das Leben im Kampf rettet, ist das ganz große Erzählkunst. Der Detailreichtum der Szene und ihre Zusammenstellung von Momentaufnahmen ist etwas, was sich in Beschreibungen von Kampfszenen sehr selten findet. Ein weiterer schöner Zug ist, dass Helden hier zwar als solche verehrt werden, aber nie als unbesiegbare, unverletzbare Streiter mit großem Ego dargestellt werden. Menschliche Regungen, Verzweiflung, Krankheit und Verletzung sind ihnen allen nicht fremd, das Strahlen ihres Heldentums kommt von ganz woanders her. Ob alles am Ende gut wird für diese zweifelnden Helden? Wer weiß. Ein gutes Ende muß nicht immer ein Happy End sein. Auch wenn hier nichts verraten werden soll, ein großes Lob gibt es ebenfalls für das Geschick und Feingefühl des Autoren für das Ende dieser Geschichte.

Die Fülle und der Abwechslungsreichtum der Geschichten in „;Rabensturm“; lassen das Buch keine Sekunde langweilig werden. Ein sehr zu empfehlender Roman für alle, die gerne orientalische Zaubermärchen und generell wirklich schön geschriebene Fantasy Romane lesen, nicht nur für Fans der ‚DSA‘ Welt.

Ihre Meinung zu »Bernhard Hennen: Rabensturm«

Naburon zu »Bernhard Hennen: Rabensturm«28.07.2009
Ich habe schon die beiden Elfen-Trilogien von Bernhard Hennen gelesen und war entsprechend gespannt auf dieses Buch, das ich mir danach gekauft habe.

Im Vordergrund steht klar das Thema "Liebesgeschichte", die aber keinesfalls kitschig sondern recht origenell, abwechslungsreich und spannend erzält wurde. Auch der Schreibstil des Autors kann wieder überzeugen. Ebenso die Tatsache, dass das Buch eigentlich kein Happy End (aber auch keine Katastrophe) bietet, war für mich positiv überraschend.
Die Charaktere sind sehr abwechslungsreich und entwickeln sich während der Geschichte weiter, was ich als besonders positiv hervorheben möchte. Besunders gelungen finden ich den Aspekt dess Märchenerzählers. Er erzählt eine Geschichte, in der er selbst verwickelt war bzw. ist, aus seiner Sicht. Auch wenn er seinen Zuhörern nicht offenbart, welcher der Charaktere seiner Person entspricht (Im Verlauf der Geschichte hat man als Leser natürlich eine Ahnung, die sich dann auch bestätigt), stellt er sich alles andere als positiv dar. Der Aspekt, dass er als Erzähler die Geschichte ergänzen muss (er kann ja nicht überall gleichzeitig gewesen sein) und manche Dinge womöglich leicht verfälscht wieder gegeben hat, bekräftigt meine positive Meinung das Buches.

Das die Geschichte in der DSA Welt spielt merkt man allerdings nicht. Für jemanden der sich nicht mit DSA auskennt, erscheinen die vorkommenden Namen wahrscheinlich erfunden. Das hat zur Folge, dass die Einstiegshürde wegen mangelnden DSA Kentnissen nicht vorhanden ist. Allerdings fand ich es etwas schade, dass er sich die Welt nicht besser zu Nutzen gemacht hat und womöglich nur aus Gründen des Marketings dort angesiedelt wurde.

Fazit : Origenelle Geschichte, die spannend zu lesen ist. Hat mit der DSA Welt hat die Geschichte nichts zu tun und ist damit für jeden geeignet. Von mir gibts 88% dafür.
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