Dracula von Bram Stoker

Buchvorstellungund Rezension

Dracula von Bram Stoker

Originalausgabe erschienen 1897unter dem Titel „Dracula“,deutsche Ausgabe erstmals 1926, 560 Seiten.ISBN 3423623624.Übersetzung ins Deutsche von Heinz Widtmann.

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In Kürze:

Schon bald nach seiner Ankunft im Schloß des Grafen Dracula fallen dem jungen Anwalt Jonathan Harker merkwürdige Dinge auf: Groß ist sein Entsetzen, als sich der Graf als Vampir entpuppt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Klassiker des Vampir-Horrors“60

Horror-Rezension von S.B. Tenz

Transylvanien. Am Rande der Karpaten lebt Graf Dracula zurückgezogen in der Einsamkeit seines abgelegenen Schlosses. Die Menschen in den umliegenden Dörfern meiden diesen Ort, bekreuzigen sich, wenn ihr Weg sie an den düsteren Gemäuern des Schlosses vorbeiführt. Unheimliche Dinge gehen dort vor, aber niemand wagt es, darüber zu sprechen.

Es ist Frühling, als der junge Jonathan Harker, seines Zeichens Immobilienmakler, auf Schloss Dracula eintrifft. Seine Aufgabe besteht darin, dem Grafen ein Anwesen in London zu vermitteln. Jonathan Harker spürt sofort die unheimliche Atmosphäre, die das Schloss und den Grafen umgibt. Tage und Wochen ziehen dahin und langsam wird es Jonathan klar, dass er längst ein Gefangener des Grafen ist.

Er weiß, dass wenn er seine Arbeit für den Grafen erledigt hat, dieser sich ihm auf schreckliche Art und Weise, entledigen wird. Jonathan verliert jeglichen Kontakt zur Außenwelt und damit auch die Hoffnung auf Hilfe. Sein Tagebuch ist das einzige, was ihm bleibt, und in diesem hält er akribisch die grauenvollen Ereignisse fest, die auf dem Schloss vor sich gehen. Seine Verlobte Mina, die indes voller Ungeduld Jonathans Rückkehr nach England erwartet, beginnt sich ernsthafte Sorgen zu machen. Während der Blutgraf sich schon längst auf dem Weg nach England befindet, unternimmt Jonathan Harker einen verzweifelten Fluchtversuch aus dem düsteren Schloss. Dabei wird er von drei weiblichen Vampiren verfolgt, die nur eines von ihm wollen. Sein Blut.

Wochen später treibt ein Geisterschiff vor der Küste Englands, dessen Besatzung spurlos verschwunden ist. Nur ein einsamer Wolf verlässt das Schiff. Aber das ist erst der Anfang einer Reihe, unheimlicher Vorfälle.

Mina, Jonathans Verlobte, bemerkt als erste die merkwürdigen Veränderungen, die mit ihrer besten Freundin Lucy, vor sich gehen. Sie konsultiert einen Arzt, der jedoch keine Erklärung für Lucys Veränderung abzugeben weiß. Als er die merkwürdigen Wundmale am Hals seiner Patientin bemerkt, zieht er seinen Freund und Kollegen Dr. van Helsing zu Rate.

Was van Helsing seinem Freund nun offenbart, lässt diesen an van Helsings Verstand zweifeln. Dann plötzlich, völlig überraschend, taucht Jonathan Harker wieder auf und mit ihm sein Tagebuch, dessen Inhalt die Bestätigung für van Helsings furchtbare Vermutung enthält.

Die Jagd nach dem Blutgrafen beginnt, und schon bald werden die Jäger selbst zu Gejagten.

Der Pfähler

Stoker hörte 1890 von dem ungarischen Orientalisten Herman Vambery – den er übrigens in seinem Roman auch erwähnt – von dem Pfähler Vlad Tepes. Fortan lässt ihn die Gestalt dieses Fürsten nicht mehr los und dient ihm schließlich als Vorbild für seinen 1897 erschienenen Roman „Dracula“. Der Woiwode Vlad Tepes Draculea selbst regierte im 15. Jahrhundert mit schonungsloser Härte einen Kleinstaat der Walachei. 1458 schlägt er, eigentlich hoffnungslos unterlegen, das türkische Heer. Er lässt über 10000 seiner Feinde zur Abschreckung pfählen, was ihm den Beinamen „;Der Pfähler“; einbrachte. Die Geschichte vom Pfahlwald entsteht und verbreitet sich über ganz Europa.

Weiter heißt es, dass sich Vlad Tepes nach einer Schlacht am Blut seiner Feinde labte. Eine Legende besagt, dass die Türken sich an ihm gerächt hätten, indem sie seiner Braut Elisabeta mitteilen ließen, Vlad Tepes sei in einer Schlacht ums Leben gekommen.
Daraufhin soll sich Elisabeta durch einen Sprung von den Burgzinnen umgebracht haben. Vlad Tepes verflucht Gott für diese Tat und wandelte seit dem als Untoter durch seine Burg.

Wie dem auch sei, sicher ist jedenfalls, dass Vlad Tepes die Türken daran gehindert hat, über die Walachei und das Siebengebirge, weiter nach Europa vorzustoßen.

Stoker hat ein einzigartiges Wesen erschaffen

Bram Stoker hat den Siegeszug seines Romans, oder vielmehr seiner Romanfigur, nicht mehr erlebt. Als er 1912 starb, war das Buch fast so erfolglos wie seine übrigen Romane. Erst der Film machte Dracula schließlich zu einer Berühmtheit und zum Inbegriff des Vampir-Kults.

Wer kennt ihn nicht, den blutsaugenden Grafen, der sowohl in den Karpaten wie auch in London sein Unwesen getrieben hat? Wahrscheinlich aber werden die wenigsten Bram Stokers Klassiker gelesen haben.

Stoker erzählt seine Geschichte anhand von Tagebucheinträgen, Briefwechseln, Telegrammen und Zeitungsmeldungen. Leider flacht die Geschichte zum Ende hin sehr ab. Dabei beginnt der Roman äußerst spannend und vielversprechend, entwickelt sich dann aber immer mehr zu einer biederen und prüden Geschichte, die schließlich zu einem eher langweiligen Ende findet.

Ein mittelmäßiger Trivialroman, der meiner Meinung nach weit überschätzt wurde. Wie es oft bei „;Dingen“; mit Kultstatus der Fall ist, stimmen Qualität und Wirkung nicht überein. Trotzdem wurde Dracula der erfolgreichste Vampir-Roman überhaupt – allerdings hatte er ja auch Zeit genug – und bestimmt bis heute unser Bild des Vampirs.

Fazit: Dracula ist und bleibt der unangefochtene König der Vampire und Bram Stoker sein geistiger Vater. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg begeistert der blutsaugende Graf noch immer sein Publikum und inspiriert die Filmemacher immer wieder aufs Neue. Bram Stoker ist es gelungen, ein einzigartiges Wesen zu erschaffen und hat ihm tatsächlich unendliches Leben eingehaucht.

Über Stokers schriftstellerische Leistung mag man allerdings geteilter Meinung sein. Einem E. A. Poe zum Beispiel, konnte er sicher nicht das Wasser reichen. Stoker wäre wahrscheinlich ohne sein „;Meisterwerk“; schnell in Vergessenheit geraten.

Dass vor über hundert Jahren die Horror/Grusel-Literatur nach anderen Maßstäben als heute gemessen wurde, steht natürlich völlig außer Frage.

Ihre Meinung zu »Bram Stoker: Dracula«

Jana zu »Bram Stoker: Dracula«29.01.2013
Ich finde,das Buch fesselt einen wirklich.
Ich habe mich genau in die Geschichte reinversetzen können und es ist auch meiner Meinung leicht zu lesen,da es in Tagebucheinträge,Briefe und auch manchmal Zeitungseinträge gegliedert ist.
Man hat zwar nehme ich an,schon jede Art von Horror gesehen,aber das Buch lässt einen wirklich die Adern gefriehren.Es zieht einen in den Bann und lässt einen nicht mehr so schnell los.
Es ist einfach ein Klassiker,welches man gelesen haben sollte,weil es sich zu lesen lohnt.
Daxter zu »Bram Stoker: Dracula«02.11.2011
Ich habe dieses Buch wahrlich genossen. Durch die Erzählung der Geschichte durch Briefen und Tagebucheinträgen wird ihr eine überaus reale Authentizität verliehen, welche den Leser packt und ihn somit beinahe hautnah die Geschehnisse miterleben lässt.
Dracula ist nicht nur ein Klassiker, welchen man lesen muss weil es eben ein Klassiker ist, Dracula ist ein Buch, welches man lesen muss weil es einfach einen wahrhaftigen Höhepunkt in der Schauerliteratur darstellt, der mit Hochgenuss gelesen wird.
benfi zu »Bram Stoker: Dracula«16.06.2010
Der Vampir-klassiker schlechthin! Ein ganz besonderes, dunkles Buch, welches sich schon in seiner Zusammensetzung aus Briefen und Tagebucheinträgen abhebt. Hier und da neigt die ungekürzte Ausgabe zur Langatmigkeit, doch unterm Strich nicht nur Pflichtlektüre sondern ein unterhaltsamer und gelungener Grusel-Roman!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Susannah zu »Bram Stoker: Dracula«17.04.2010
England, im ausklingenden viktorianischen Zeitalter. Jonathan Harker soll für seine Kanzlei dem potenziellen Käufer eines Grundstücks in London unter die Arme greifen. So macht er sich auf den Weg nach Transyllvanien, in die Karpaten. Nach einer unbequemen Reise trifft er im Schloss des Grafen Dracula ein, der ihn höflich und liebevoll empfängt. Doch langsam blickt Harker hinter die Fassade des merkwürdigen Aristokraten, der sich als Vampir entpuppt - und der nach dem frischen Blut Londons lechzt. Nicht zuletzt nach dem Blut von Harkers Verlobter Mina und deren Freundin Lucy. Ein Wettlauf mit der Zeit im Kampf Gut gegen Böse beginnt ...

Ein Klassiker der Literatur im Allgemeinen. Und DER Ur-Klassiker der Vampirgeschichten. Bram Stoker hat mit diesem Werk den Grundstein für alle anderen gelegt: für Bela Lugosi in der ersten offiziellen Dracula-Verfilmung 1933, für Christopher Lees würdevollen Aristokraten, für Gary Oldmans unglücklich Liebenden. Auch die romantischen Vampire der neueren Generation gehen auf ihn zurück: auf den düsteren Grafen aus Bram Stokers Meisterwerk. Der kommt jedoch gar nicht romantisch daher, sondern als Monster in menschlicher Hülle. Als Untoter. Als das Böse eben. Dennoch kommt er wir keiner seiner Gefährten, egal ob sie Werwolf, Zombie oder Mumie heißen ambivalent daher. Er ist und bleibt ein Anachronismus, ein Kind seiner Zeit, der mit der neuen Zeit, seinen Erfolgen und Nieerlagen wächst. Die historische Figur des Vlad Draculae, dem seine Feinde den Beinamen Tepes (Der Pfähler) gaben, dient als Vorlage für den Vater aller Vampire, und gibt der düsteren Gestalt Profil und Vergangenheit. Auf der anderen Seite steht das Gute, die reine, aufrichtige Liebe, der Zusammenhalt, die Freundschaft. Rund um van Helsing sammeln sich die Streiter, die sich dem Grafen in den Weg stellen. Es ist berührend, erschreckend und aufbauend zugleich. Und die Tagebucheinträge, Briefe und Memoranden der Beteiligten lassen einen tiefen Blick in ihren Charakter zu. Wahrlich der Vater aller Vampirromane - da können alle anderen, egal ob sie Lestat, Edward oder sonstwie heißen, nur abfallen.
LadyGodywer zu »Bram Stoker: Dracula«21.04.2009
Ein Klassiker, es mag vielleicht literarisch kein Meisterwerk sein, aber das muss es auch nicht.
Erst wenn man die Wurzeln der Vampirliteratur kennt und " gelesen " hat, erkennt unschwer auch in den Romanen der Gegenwart, die heutzutage zum Genre gehören, dass ein bisschen Dracula in jedem Buch steckt :) Und zu wissen, woher das alles kommt, das kann doch wohl nicht schlecht sein!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
brini zu »Bram Stoker: Dracula«04.06.2008
also ich lese dasbuch im moment im englisch unterricht (3.lernjahr) und man kannn die vereinfachte geschichte sehr gut verstehen. das buch ist sehr gruselig und spannend...
vorallem sidn die bilder in meiner ausgabe sehr gruselig....
Joshua zu »Bram Stoker: Dracula«26.05.2008
Jeder der sich für Vampire interessiert, sollte nicht lange zögern und sich das Buch zulegen. Es ist für ein paar Euro neu erhältlich und die ist es bestimmt wert. Es gibt sicherlich bessere Bücher als "Dracula", aber Bram Stoker hat mit dieser Figur den Grundstein einer Bewegung gelegt. Die Charaktere Dracula und van Helsing wurde danach zahlreich in Film und Fernsehen kopiert.
Christin77 zu »Bram Stoker: Dracula«11.05.2008
Dracula war Bestandteil einer Leserunde hier auf der Phanastik-Couch!
Zwar kannte ich den Film, habe aber bis dato das Buch nicht gelesen.
Es als Meisterwerk zu bezeichnen wäre in meinen Augen nicht ganz korrekt. Okay, es IST durchaus ein Klassiker, sozusagen der Vorreiter aller Vampirgeschichten schlechthin.

Ich muss Sinitrena zustimmen, leider war es in dem Buch so, dass am Anfang zwar ein gewisser Spannungsgrad aufrecht gehalten wurde, die Story danach aber leider dahin plätscherte. Zwar kamen noch einige gute Momente, aber alles in allem war es nicht das, was ich mir nach dem Film erwartet habe.
Interessant war allerdings, dass das Buch komplett aus Tagebucheinträge der Hauptpersonen und Briefwechsel untereinander bestand. Das hat es Besonders gemacht.
Man sollte schon bedenken, zu welch einer Zeit Stoker diesen Roman geschrieben hat. Damals war das Weltbild sicher ein anderes, als es heute ist. Und dadurch wurde "Dracula" auch nicht von Anfang anerkannt.

Jeder der gerne Horroklassiker oder Romane aus dem Vampir-Genre liest, sollte Dracula auf alle Fälle auch einmal gelesen haben!

Die Atmosphäre bleibt, trotz stellenweise fehlender Spannung, durchaus beklemmend und düster. Der Zusammenhalt der einzelnen Figuren ist auch bedeutsam.

Traurig fand ich es allerdings, dass der Charakter Renfield nicht ausführlicher an der Handlung teilnahm. Okay, er wurde intensiv beschrieben, aber als die Story am Höhepunkt war, fiel er leider weg!

Trotzdem, lesenswert auf alle Fälle, aber nicht unbedingt das Meisterwerk, das man eventuell erwartet
Sinitrena zu »Bram Stoker: Dracula«11.05.2008
Klassiker, aber kein Meisterwerk.
So könnte man es zusammenfassen. Jeder, der sich für Vampire interessiert sei es sicher angeraten diesen Roman einmal gelesen zu haben, schon allein, weil er sozusagen bis heute "in aller Munde" ist. In dieser Hinsicht also uneingeschränkt zu empfehlen.
Das Problem mit Dracula ist allerdings nicht sein Status als Klassiker, denn der steht außer Frage. Ein Meisterwerk jedoch, wie es oft heißt, ist der Roman nicht. Für heutige Standards findet sich kaum Grusel und Horror, was man durchaus auf die Entstehungszeit schieben kann. Dass allerdings die bei weitem spannendste Episode des ganzen Romans gleich am Anfang zu finden ist und die Geschichte von da an nur mehr dahinplätschert, hin und wieder unterbrochen durch kurze leicht gruselige Szenen hat allerdings nichts damit zu tun.
Was ich jedoch am störendsten empfand war, dass die ganze Handlung in der ersten Hälfte der Geschichte auf einer Ansammlung von Zufällen basiert, ohne die die Figuren nicht zueinander finden könnten oder zum handeln getrieben würden. Dabei handelt es sich nicht um Kleinigkeiten, sondern um wichtige Punkte.
So ist beispielsweise (Vorsicht SPOILER) ausgerechnet die Verlobte Harkers, der Dracula als Immobilienmakler besucht, zu Besuch bei ihrer Freundin Lucy als Draculas Schiff in deren Wohnort auf Grund läuft. Weiter ist Lucy eine Schlafwandlerin, was es Dracula ermöglich ausgerechnet sie zu beißen. Ein guter Freund von Lucy ist widerrum der Leiter einer Irrenanstallt, die sich ausgerechnet neben dem Anwesen befindet, das Dracula über Harker gekauft hatte (SPOILER Ende)
Diese Beispiele sind nur eine geringe Auswahl.
Erst in der zweiten Hälfte der Geschichte beginnen die Charaktere tatsächlich die Initiative zu ergreifen und die Erzählung basiert nicht mehr auf Zufällen. Allerdings finden sich stattdessen einige Beschreibungen trivialer Begebenheiten, die die Geschichte weder voran bringen noch Spannung erzeugen, wie zum Beispiel die Information, dass Mina (die Verlobte Harkers) sämtliche Tagebucheinträge der Beteiligten tippt und sortiert.
Positiv ist die Charakterisierung der Figuren. Im Gegensatz zu vielen anderen Figuren in Vampirromanen sind sie bodenständig und nehmen das Wissen um das Mysteriöse nur sehr widerstrebend an. Die Motivation der Personen ist zumeist (mit wenigen Ausnahmen) klar erkennbar und aus ihren Charakteren heraus einleuchtend.
Dracula ist also letztlich ein Klassiker mit vielen Schwäche, den zu lesen sich dennoch lohnt.
Wake the Snake zu »Bram Stoker: Dracula«11.02.2008
Ich habe das Buch von Bram Stoker "Dracula" gelesen,in Englisch...Im Englischunterricht,und war ganz fasziniert davon,da ich mich auch so für Vampire interessiere...

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