Der Pfad der Winde von Brandon Sanderson

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Way of Kings“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 784 Seiten.ISBN 3-453-26768-0.Übersetzung ins Deutsche von Michael Siefener.

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In Kürze:

Roschar ist eine sturmumtoste Welt, die über Jahrtausende von übermenschlichen Kriegern regiert wurde, deren Schwerter jedes Leben auslöschen konnten. Doch die magischen Krieger sind verschwunden und Roschar droht zu zerfallen. Das Schicksal der Welt liegt nun in den Händen derer, die es wagen, die magischen Schwerter zu ergreifen . . . Mit „Der Pfad der Winde“ setzt Brandon Sanderson die atemberaubende Geschichte fort, die mit „Der Weg der Könige“ begann – der amerikanische Bestsellerautor hat damit ein Epos vom Weltrang des „Herrn der Ringe“ geschaffen.

Dies ist die Geschichte von Dalinar, Heerführer von Alethkar und Bruder des ermordeten Königs. Krieg erschüttert das Reich in seinen Grundfesten, und seit dem gewaltsamen Tod des Königs ist die Einigkeit der mächtigsten Fürsten des Landes gespalten. Doch das ist nicht das Einzige, das Fürst Dalinar auf dem Herzen liegt: Nacht für Nacht quälen ihn unheimliche Träume und Visionen – Visionen aus einem Zeitalter, in dem der heilige Ritterorden der Strahlenden das Reich regierte, mächtige Ritter, deren Splitterklingen und Splitterpanzer jeden Menschen in einen unbesiegbaren Krieger verwandelten, und Menschen wie Götter noch Seite an Seite kämpften. Neue Hoffnung keimt in Dalinar auf, Hoffnung auf eine bessere Zukunft Roschars. Doch er weiß genau, dass Roschar nur gerettet werden kann, wenn er dem Geheimnis der magischen Klingen auf die Spur kommt . . .

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Sturmlichtchroniken mausern sich zum Epos“85

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Der Pfad der Winde ist der zweite Teil der Sturmlichtchroniken, des Gesamtwerks, das nach eigener Aussage des Autors Brandon Sanderson am längsten von all seinen Geschichten „geköchelt hat“. Seit über einem Jahrzehnt hat er schon daran geschrieben. Es wird ein langes Epos werden, so viel ist sicher. Der Pfad der Winde allein umfasst rund 780 Seiten und teilt sich in drei Teile, genannt: „Sterben“, „Sturmesleuchten“ und „das Schweigen darüber“. Eingestreut sind wunderbare Illustrationen aus einem Skizzenbuch der Hauptakteure, Karten und Abbildungen von Reliefen. Jedem Kapitel sind Zitate voran gestellt, dann folgt ein Epilog, vor dem man den Hut ziehen kann, eine Schlussbemerkung (nicht des Autors, sondern eines „stillen Sammlers seiner Majestät“) und ein „Ars Arcanum“, eine Aufstellung der zehn Essenzen und ihrer historischen Beziehungen, die einem chemischen Periodensystem ähneln. Eine wirklich Runde Sache, ein liebevoller Rahmen mit Format.

Wie in seinen übrigen Romanen hat Sanderson auch hier eine äußerst komplexe Welt sowie ein durchdachtes, eigenständiges „Magiesystem“ erschaffen – wenn man die Essenzen und ihre Kraft so nennen will. Das Ars Arcanum, das den Hintergrund bildet, ähnelt eher einer mysteriösen Naturwissenschaft und durchzieht die gesamte Gesellschaft, die Historie sowie die Geschichte, die Sanderson über und mit seinen Charakteren erzählt. Die Hauptfiguren kennt man schon aus Band 1: Die Erlebnisse von Kaladin werden im gesamten Buch erzählt, im ersten Teil abwechselnd mit den Erlebnissen der jungen Wissenschaftlerin und Künstlerin Schallan. Im Mittelteil dreht sich alles neben Kaladin im Wechsel um Dalinar, Adolin, Navani und im dritten Teil wird die Geschichte von Schallan aufgegriffen und Szeth, Dalinar und Schelm kommen ebenfalls zu Wort.

Spannende Puzzlestücke einer großen Welt

Das lange Köcheln merkt man der Welt „Roschar“ an. Es interessiert auf vielen Ebenen. In diesem Band – besser als im ersten – ist der Wechsel der Hauptpersonen gut gelungen. Durch Rückblicke und durch die Erlebnisse der so unterschiedlichen Figuren wie die des Heerführers Dalinar, des Mündels Schallan und ihrer Lehrerin Jasnah, dem an der Front kämpfenden Kaladin und dem Auftragsmörder Szeth erschließt sich dem Leser nach und nach die Welt. Das alles, ohne dass der Autor mit erhobenen Zeigefinger erklärt oder langwierig dozieren muss. Die Geheimnisse um die Strahlenden und die Bringer der Leere, die Splitterklingen und die Sklavenklasse der Parscher lüften sich allmählich, aber nur während die Handelnden selbst darüber mehr erfahren. Es ist ein wenig wie eine Schnitzeljagd, die einen immer tiefer in die Welt hineinführt.

Aber diesmal steigt die Spannung während dieser Schnitzeljagd und man ermüdet nicht durch die x-te Erklärung der aufgeladenen Edelsteine, der Brückenläufe und der Mystik im Allgemeinen. Die Handlung ist straffer und fesselnder als im ersten Teil „Der Weg der Könige“. Klar, die neue Welt musste dort erst einmal eingeführt werden, aber das führte zu Längen. Hier ist das Vergangenheit, der rote Faden bleibt deutlich und man kann – und will vor allem auch! – erfahren, wie es den Charakteren weiter ergeht. Die Charaktere, so unterschiedlich sie sind, wachsen einen sehr ans Herz und geben Vielschichtigkeit: Die Visionen von Dalinar, das Schicksal von Szeth, die mysteriösen hellsichtigen Zeichnungen von Schallan und der Kampf Kaladins verweben sich gekonnt.

„Eine Frau sitzt da und kratzt sich die Augen aus. Tochter von Königen und Winden. Vandalen.“
Datiert Palahevan 1173, dreiundsiebzig Sekunden vor dem Tod. Person: ein Bettler von gewisser Berühmtheit, bekannt für seine eleganten Lieder.

Ein netter Bonus-Schachzug und typisch für Sanderson sind solche neugierig machenden Zitate, die im zweiten Teil jedes Kapitel einläuten: Es sind die letzten Gedanken von Sterbenden, offensichtlich aufgezeichnet und analysiert. Von wem, wie und warum wird erst spät klar und wieder ist ein Rätsel gelöst, wodurch nur viele neue Fragen aufgeworfen werden. Fazit: die Sturmlichtchroniken haben die Kinderkrankheiten des ersten Bandes überstanden und die Charaktere und die magische Welt haben das Format, noch viele spannende Seiten zu füllen. Ein Fantasy-Epos-Beginn im besten Sinne!

(Verena Wolf, März 2013)

Ihre Meinung zu »Brandon Sanderson: Der Pfad der Winde«

Nanni zu »Brandon Sanderson: Der Pfad der Winde«22.12.2011
ACHTUNG!!! Dies ist der zweite Band der „Sturmlichtchroniken“ und kann Spoiler den ersten Band „Der Weg der Könige“ betreffend enthalten!!!

EIGENE MEINUNG:
Das zweite Buch der Sturmlichtchroniken schließt nahtlos an den ersten Band an. Das bedeutet: So spannend „Der Weg der Könige“ endet, so spannend beginnt „Der Pfad der Winde“. Vor allem gibt es endlich richtig viel aufregende und mitreißende Handlung und weniger Geplänkel und Erzählungen aus der Vergangenheit, die es dem Leser im ersten Band doch etwas erschwerten den Faden zu halten. In diesem Teil der Chroniken geht der Autor viel geschickter damit um, lässt Informationen aus der Vergangenheit an den passenden Stellen einfließen und was mir im ersten Band eher störend als Unterbrechung aufgefallen ist, ist nun eine sinnvolle Ergänzung.
Brandon Sanderson erschafft so facettenreiche, vielschichtige Charaktere, die man als Leser unbedingt mögen muss, denn man merkt, dass er sein ganzes Herzblut hineinsteckt, und so ist es als ob man mit Aufschlagen des zweiten Buches nach Hause zurückkehrt. Obwohl sich jeder einzelne nun ein wenig in seinem Wesen verändert bzw. Lernprozesse durchschreitet, sind sie immer noch diejenigen, die wir schon im ersten Band so sehr schätzten bzw. hassten.
Mein ganz besonderer Liebling ist Kaladin. Er ist heldenhaft, hat ein großes Ehrgefühl, viel Sinn für Gerechtigkeit und ist einfach von Natur aus ein Beschützer und Führer. Das merken auch seine Brückenmänner und so folgen sie ihm, wohin er sie auch führt. Das hat auch damit zu tun, dass er einen Großsturm überlebt hat. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit und somit ein Wunder.Das bringt Kaladin sehr viel Achtung und Respekt ein, und trotzdem bleibt er auf den Boden der Tatsachen. Bleibt einer seines gleichen und versucht nicht sich von den anderen abzuheben. Aber dennoch unterscheidet er sich stark von ihnen. Er ist seitdem weniger verwundbar als die Anderen, scheint das Glück auf seiner Seite zu haben und außerdem geht mit ihm eine seltsame Veränderung vonstatten. Er scheint plötzlich von innen zu leuchten...
Schon im ersten Band hat mich Schallan fasziniert, die als Mädchen vom Land in die große Stadt kommt um dort zu lernen. Sie ist wissbegierig, neugierig, aber auch etwas naiv. Ihre Lehrerin Jasnah ist eher das Gegenteil. Klug, kühl, sehr berechnend und scheinbar grausam. Schallan soll Jasnahs Seelengießer klauen, um damit die eigene Familie vorm finanziellen Ruin zu retten. Sie kämpft mit dem Drang ihrer Familie zu helfen, aber auch mit der Angst vor Jasnah und ihrem Rauswurf, der bedeuten würde, dass sie nicht mehr weiter lernen kann. In „Der Weg der Könige“ traut sie sich dann doch die Tat zu begehen und dort endet ja auch das Buch. Bisher ist es Jasnah scheinbar noch nicht aufgefallen, dass ihr wichtigstes Utensil fehlt, aber dann gerät Schallan in einen tödlichen Hinterhalt, in der ihr eigentlich nur der Seelengießer helfen kann...
Zwei weitere sehr tolle Figuren sind König Dalinar, der eigentlich schon sehr alt und weise ist, aber einen Lernprozess durchlebt, der ihn manchmal wie einen jungen Mann erscheinen lässt und mit jedem Stückchen, das er über Menschen, verschiedene Rassen und Kriegsführung lernt, sympathischer wird, und Syl, das kleine Sprengsel, das täglich wie ein guter Geist Kaladin umkreist und dabei mehr oder weniger gute Tipps gibt. Die Sprengsel sind sowieso eine tolle Erfindung des Autors.
„Der Pfad der Winde“ liest sich trotz seiner hohen Seitenzahl sehr schnell und flüssig und hat man erst einmal mit dem Buch begonnen lässt es sich nicht so schnell wieder aus der Hand legen. Grausame Schlachten, aber auch gut durchdachte Kriegsführung, politische Irrungen und Wirrungen entwickeln einen spannenden Handlungsablauf. Und besonders das Ende ist mal wieder so spannend, dass ich jetzt eigentlich gern den nächsten Band weiter lesen würde. Ich hoffe, dass wir darauf nicht allzu lange warten müssen.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch dieses Buch mal wieder ein wahres Schmuckstück ist, Wundervolle Zeichnungen und ein tolles Cover machen den Roman zu einem wahren Hingucker.
FAZIT:
Wer „Den Weg der Könige“ auch nur ein kleines bisschen mochte wird „Der Pfad der Winde“ lieben. Wer den ersten Band nicht so mochte, weil er zu langatmig ist, der sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben, denn es ist ein spannender und wunderbar geschriebener zweiter Band eines wirklich beeindruckenden Fantasy Epos.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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