Die blendende Klinge von Brent Weeks

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „The Blinding Knife“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 800 Seiten.ISBN 3-442-26833-8.Übersetzung ins Deutsche von Hans Link.

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In Kürze:

Sein Leben ist eine Lüge, seine Macht geraubt. Gavin Guile stirbt. Der hoch geehrte Lord Prisma glaubte, er hätte noch fünf Jahre zu leben – doch jetzt bleibt ihm nicht mal mehr eines. Viel zu wenig Zeit, um auch nur seine drängendsten Probleme zu lösen: Denn die alten Götter werden wiedergeboren und setzen sich an die Spitze einer unbesiegbaren Armee, die Tausende von verängstigten Flüchtlingen vor sich hertreibt. Gavins einzige Chance, dem tödlichen Chaos Einhalt zu gebieten, könnte ausgerechnet sein Bruder sein – dessen Leben er vor sechzehn Jahren raubte …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Mittelteil der Licht-Trilogie“85

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Einst waren sie Brüder, sehr talentierte Brüder einer alt-eingesessenen Familie von Wandlern. Als Prismen konnten sie selbst weißes Licht wandeln, doch nur einer von ihnen konnte zum Prisma, zum weltlichen wie klerikalen Herrscher über ihre Welt ernannt werden. Ein Krieg entbrannte, und immer wenn Brüder gegeneinander ins Feld ziehen, wurde der Krieg verbissen und blutig geführt. Dann übernahm der unterliegende Prinz kurzum Name, Aussehen und Stellung seines Bruders, kerkerte ihn ein und erhob sich selbst zum Prisma. Sechzehn Jahre lang ging das Versteckspiel gut, prosperierte das Reich der sieben Satrapien. Die Wandler, die aus den unterschiedlichen Farben des Lichts Gegenstände wandeln können, wurden weiter ausgebildet und nach ihrem frühen Ausbrennen der Kräfte gingen sie friedlich in den Tod.

Dann erhob sich der Farbprinz und rebellierte gegen das alte System. Er will nicht einfach, nachdem seine Kräfte ausbrennen und er dabei den Verstand verliert, in den Freitod gehen, er will sich zum Herrscher aufschwingen. Eine erste Schlacht entscheidet er für sich, Gavin Guile, der Lord Prisma flieht mit 50000 Überlebenden über das Meer. Während Gavin, der die Beherrschung über das Blau verloren hat, verzweifelt versucht, den Menschen eine neue Heimat zu geben, hat er seinen Neffen Kip, in dem die Welt seinen Bastardsohn sieht, zur Ausbildung in der Schwarze Garde zur Chromeria gesandt. Hier soll der dicke, unbeholfene Junge zum Mann und Krieger geformt werden oder kläglich scheitern. Dass Kip von seiner Mutter auf den Totenbett nicht nur die Aufgabe übernommen hat, seinen Vater zu meucheln, sondern auch eine legendäre, lang verschollene Waffe, die blendende Klinge, mit der auch ein Prisma getötet werden kann, erhalten hat, ahnt Gavin nicht.

Der Konflikt legt eine Pause ein

Mit "Schwarzes Prisma„, dem Auftakt der Lichtbringer-Serie, hat Brent Weeks einen sensationellen Auftaktband vorgelegt. In dem Roman hat er schlicht alles richtig gemacht. Er schuf seine ganz eigene Magie um den Wandel von Licht, setzte diese ungewöhnliche und neue Ausgestaltung besonderer Kräfte dann in eine archaische Welt, wie sie der Leser aus unzähligen Beispielen kannte. Dazu gesellten sich eine ganze Reihe interessant, weil vielschichtig gezeichneter Protagonisten und Antagonisten, Geheimnisse und Kämpfe, Mord, Verrat und Krieg – Herz was willst du mehr. Konnte Weeks das hohe Niveau halten, konnte er an das rasante Tempo, die tollen Ideen und die Faszination des ersten Bandes anknüpfen, so fragte ich mich, als ich “Die brennende Klinge" begann.

Wie immer in Mittelteilen einer Serie steht der Autor vor eine diffizilen Aufgabe. Er muss das Interesse des Lesers wach halten, was bedeutet, dass es spannende Geheimnisse, gefährliche Abenteuer und neue Konflikte geben muss, er darf aber auch nicht zu viel verraten, sonst nimmt er das Finale vorweg und zerstört den Handlungsbogen.

Insofern ist es nur folgerichtig, dass vorliegend Gavin Guile, der Lord Prisma und dessen Kampf gegen den Farbprinzen ein wenig in den Hintergrund rückt. Dieser Konflikt legt eine Pause ein, die ebenso notwendig wie unterhaltsam ist. Denn, und das macht Brent Weeks mustergültig, er erzählt uns eine andere, eine neue und für den Plot wichtige Geschichte. Es geht in erster Linie um Kip, der die Bühne für sich beansprucht. Als dicker, tapsiger, ja unfähiger Junge wird er ins kalte Wasser geworfen. In der Chromeria muss er sich im Kreise der zukünftigen Kameraden, seinen Konkurrenten in der Auseinandersetzung um einen Platz zur Ausbildung bei der Schwarzen Garde, durchsetzen. Von seinem Großvater verstoßen, sieht er sich Anfeindungen ausgesetzt, muss sich gegen Intrigen ebenso wehren, wie gegen Missgunst und Verrat. Dass er dabei nicht nur äußerlich härter wird, dass er an seinen Aufgaben wächst und immer mehr Selbstbewusstsein entwickelt, hat der Autor in die Entwicklung seines Charakters sehr gut hineingearbeitet. Hier können wir als Leser mit unserem Helden wachsen, mit ihm zusammen die Welt begreifen lernen, erste Mysterien aufklären und Triumphe feiern.

(Carsten Kuhr, Januar 2013)

Ihre Meinung zu »Brent Weeks: Die blendende Klinge«

EcthelionOfTheFountain zu »Brent Weeks: Die blendende Klinge«14.03.2013
Wahnsinn!!!
Eine grandiose Fortsetzung eines ohnehin schon fabelhaften neuen week'schen Buches.
Ich habe dieses Buch verschlungen und jede einzelne Seite genossen.
Das Ende des zweiten Teils dieser 4teiligen Saga ist nichts weniger als sensationell. Die Wendungen zum Schluss und der überragende Cliffhanger haben mich mal wieder an den Rande der Verzweiflung getrieben, ob der Tatsache, dass der nächste Band nicht vor 2014 erscheinen wird.
Manchmal hasse ich es lebende Schriftsteller zu lesen ;-)
Wer schwarzes Prisma gelesen hat, sollte zusehen, dass er/sie den zweiten Band in die Hände bekommt.
Alle anderen sollten sich dringend an das schwarze Prisma heranwagen.
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