Die Schlacht von Corrin von Brian Herbert & Kevin J. Anderson

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Dune: The Battle of Corrin“,deutsche Ausgabe erstmals 2005, 570 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Berhard Kempen.

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In Kürze:

In den USA auf allen Bestsellerlisten: Die grandiosen „;Wüstenplanet“;-Romane von Brian Herbert und Kevin J. Anderson, die Millionen von Lesern rund um die Welt in die Vorgeschichte von „;Der Wüstenplanet“;, des erfolgreichsten Science-Fiction-Romans aller Zeiten, führen – an die Quelle aller Mythen und Legenden, aus denen Frank Herbert sein atemberaubendes Universum schuf. Zehntausend Jahre, bevor das Haus Atreides die Herrschaft über Arrakis, den Wüstenplaneten, und seine wertvollen Spice-Vorräte antritt. Zehntausend Jahre, bevor Paul Atreides gemeinsam mit den Fremen, Arrakis’ Ureinwohnern, das Haus Harkonnen besiegt und den verräterischen Imperator vom Thron stürzt… Dies sind die Legenden des Wüstenplaneten – dies ist die Geschichte, wie alles begann: Die Geschichte von Butlers Djihad, des verzweifelten Kampfes der Menschen gegen die mächtigen Denkmaschinen, deren Ziel es ist, jegliches organische Leben im Universum auszulöschen… Die Geschichte von Vorian Atreides, Oberbefehlshaber über die Truppen, die den entscheidenden Schlag gegen die höchste mechanische Intelligenz führen sollen… Und es ist die Geschichte einer gigantischen Schlacht, der Schlacht von Corrin, deren Ausgang das Schicksal der Menschheit für immer bestimmen wird…

Das meint phantastik-couch.de: „;Spannendes Actionfinale der Legenden-Trilogie“;60

Science-Fiction-Rezension von Michael Matzer

Zehntausend Jahre, bevor das Haus Atreides die Herrschaft über Arrakis, den Wüstenplaneten (Dune) und seine wertvollen Spice-Vorräte antritt, ereignen sich Dinge, die die Geschichte der Menschen veränderten – und die in späteren Legenden als Butlers Dschihad, der Kreuzzug der Maschinen und die Schlacht von Corrin erwähnt werden. Es ist die Zeit, in der die Künstlichen Intelligenzen (KIs) des irdischen Großcomputers Omnius die Synchronisierten Welten beherrschen, wohingegen die Liga der Edlen von Salusa Secundus aus eine Reihe freier Welt beschützt. Unter den Unverbündeten Welten befindet sich ein wüstenhafter Planet am Rande des Siedlungsgebiets: Arrakis.

Nachdem die Denkmaschinen eine tödliche Seuche auf die Welten der freien Menschen losgelassen habe, erhält die Spice-Melange, die es nur auf Arrakis gibt, eine noch höhere Bedeutung: Sie stärkt die Widerstandskraft gegen das Virus. Doch es gibt viel zu wenig Melange, und viel zu viele Angriffspunkte. Die Liga der Edlen muss etwas unternehmen, das den schon fast hundert Jahre dauernden Djihad entscheidet.

Handlung von „;Die Schlacht von Corrin“;

Man schreibt das Jahr 107 V:G. (vor der Gilde), und der Djihad wütet nun schon fast hundert Jahre durch die Galaxis. Viele tapfere und hoffnungsvolle Menschen sind umgekommen, viele Welten mit Flüchtlingen gefüllt, die zu den drei Märtyrern beten.

Auf Arrakis floriert der Abbau der Spice-Melange, und der über hundert Jahre alte Ishmael sieht das Vermächtnis von Selim Wurmreiter, der genau dies verhindern wollte, durch dessen Sohn gefährdet. Aber er kann nichts tun, denn die Außenweltler zahlen gut. Allerdings hat das Unternehmen VenKee Enterprises, das Norma Cenva und ihrem Sohn Adrien Venport gehört, das Monopol auf den Spice-Vertrieb und zahlt folglich keineswegs Spitzenpreise. Nur Konkurrenz würde das Geschäft beleben. Die gibt es aber (noch) nicht. Ishmael fühlt sich wegen der verjüngenden Wirkung der Spice-Droge immer noch wie ein rüstiger 50-Jähriger und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Er ahnt nicht, dass sich schon bald aller Augen begehrlich auf Arrakis richten werden…

Omnius verbreitet die „;Pest“;

Auf Corrin hat nämlich unabhängige Roboter Erasmus zusammen mit einem der Tlulaxu-Genhändler ein tödliches Virus entworfen und getestet, das 43% der Infizierten tötet. Mit weitfliegenden Torpedos werden die Virenbehälter auf 15 Liga-Welten losgelassen. Die erste Welt, die es trifft, ist Parmentier. Unglücklicherweise ist der dortige Gouverneur Rikov ein Nachkomme aus der Familie der Heiligen Serena Butler. Sofort ist nach dem Ausfall von über 60 Prozent der menschlichen Bevölkerung die Quarantäne verhängt worden. Nur einem Einzigen gelingt es, das verseuchte und verwüstete Parmentier zu betreten und es unversehrt wieder zu verlassen: Vorian Atreides, den Oberkommandierenden der Liga-Streitkräfte.

Da er von seinem Vater, dem Cymek Agamemnon, eine lebensverlängernde Behandlung erhalten hat, ist er auch gegen die neuen tödlichen Viren immun. Eigentlich wollte er nur eines seiner unehelichen Kinder suchen, und er fand es auch: Raquella Berto-Anirul ist eine schöne Frau – aber auch diejenige Ärztin, in einem Hospiz, das Infizierte pflegt und die Krankheitsursache erforscht. Sie setzt Vorian, der sich als ihr Großvater zu erkennen gibt, davon In Kenntnis, wie das Virus, das sie „;Omnius’ Geißel“; nennt, vorgeht und dass es offenbar eine Substanz gibt, die die Widerstandskraft gegen das Virus erhöht: die Spice-Melange. So kommt es, dass die Reichen, die das Spice regelmäßig einnehmen, weitaus weniger stark betroffen sind als die Armen, die sich diese Substanz nicht leisten können.

Mit dieser ermutigenden Nachricht fliegt Vorian sofort zu VenKee Enterprises. Norma Cenva, eine intensive Spice-Konsumentin mit hellseherischen Fähigkeiten, hat seine Ankunft bereits vorausgesehen und fliegt mit ihm zum Parlament auf Salusa Secundus. Dort stößt sie auf eine ihrer Halbschwestern, die Zauberin Ticia Cenva. Ticia, eine ohne Mutterliebe aufgewachsene herrische Frau, ist die Chefin der Zauberinnen von Rossak, die mit Telepathie und Energiestößen die Denkmaschinen bekämpfen. Ticia unterbreitet dem Parlament den Plan, von den bedrohten – nicht den betroffenen – Welten das Genmaterial der Besten einzusammeln, um es für die Nachwelt zu erhalten. (Diesen Plan, der zum optimalen Menschen führen soll, übernimmt am Schluss eine grundlegend veränderte Raquella, die den Orden der Bene Gesserit gründet.)

Verhängnis für Arrakis

Als Vorian und Norma vor dem Parlament verkünden, welche lindernde Rolle die Spice-Melange im Kampf gegen „;Omnius’ Geißel“; spielen könnte, werden zwei Dinge veranlasst. Die vorhandenen Spice-Vorräte werden den infizierten Welten bereitgestellt, aber auch den bedrohten. Zweitens annektiert der Oberste Patriarch den Planeten Arrakis und gibt den Abbau der Spice-Melange an alle frei, die ihn realisieren können. Das Spice-Monopol, das VenKee Enterprises reich gemacht hat, besteht nicht mehr.

Ein Run auf Arrakis setzt ein, denn jedes der Häuser will nun seinen Claim abstecken. Aber leider kommen nicht nur Melangesucher, sondern auch Sklavenjäger nach Arrakis. Zwischen den Freien Menschen kommt es zu einem Machtkampf. Der alte Ishmael hält an den Traditionen fest, die Selim Wurmreiter eingeführt hat und die zu Abstand zu den Außenweltlern raten. Doch Selims Sohn El’hiim ist allem Neuen aufgeschlossen, das die Fremden bringen, und solange sie Melange zu guten Preisen abkaufen, geht es den darbenden Stämmen besser. Nach einen packenden Sandwurmduell zwischen El’hiim und Ishmael kommt es zur Spaltung der Freien Menschen – Ishmaels Anhänger ziehen sich in die tiefste Wüste zurück.

19 Jahre später (88 V.G.)

In einem massiven Gegenschlag, der „;Großen Säuberung“;, vernichtet die Flotte der Liga alle Welten des Synchronisierten Imperiums mit Atomwaffen. Milliarden Menschen werden getötet. Doch der Angriff auf Corrin, Omnius’ Heimatwelt, wird vereitelt, und der Liga gelingt es lediglich, eine Belagerung einzurichten. Der Djihad wird unter Jubel für beendet erklärt, und 19 Jahre später hat sich die Bevölkerung der Liga derartig an den Frieden gewöhnt, dass keiner der fetten Politiker mehr an eine Bedrohung durch Omnius glaubt oder denkt. Doch sie täuschen sich.

Auf Rossak entwickelt sich eine schlimmere Variante des von Omnius eingeschleppten RNS-Virus, die 60% aller Infizierten tötet und Raquella in schwere persönliche Bedrängnis bringt. Ihre Rettung gelingt auf schier wunderbare Weise und verändert sie. Sie ahnt jedoch nicht, welche Rolle Ticia Cenva bei den Todesfällen im Lazarett spielt.

Auf der Liga-Hauptwelt Salusa Secundus tauchen klitzekleine fliegende Sägen auf, die alle Soldaten in kleine Stücken zerhacken. Da wissen Vorian Atreides und Abulurd Harkonnen, dass sie wieder gegen Omnius in den Krieg ziehen müssen. Aber weil Abulurds Vater Quentin Butler, ein Oberbefehlshaber der Armee, den Titanen-Cymeks in die Hände gefallen ist, gilt es für Vorian zuvor noch dieses Problem zu lösen. Doch wie tötet man eine Kampfmaschine?

Mein Eindruck

Am Schluss ist jener komplexe Zustand erreicht, den „;Wüstenplanet“;-Leser bestens kennen und auch in der Trilogie der „;Frühen Chroniken“; (s.o.) wieder finden. Die Harkonnens, die von Abulurd abstammen, sind die Ausgestoßenen und bösen Jungs der Liga. Ihre geschworenen Todfeinde sind die Angehörigen des Hauses Atreides, die von Vorian Atreides abstammen. Berücksichtigt man diese uralte Feindschaft, ist der Leser ziemlich erstaunt, wenn die Geschichte erzählt, wie Vorian Atreides diesen Abulurd nicht nur zu einem ranghohen Mitglied der Flotte emporhebt, sondern aus ihm einen Ersatzsohn macht. (Vorians eigene Söhne lehnen ihn ab, weil er nie für sie da war.)

Doch die Auflösung dieses Rätsels muss bis zu jener schicksalhaften und titelgebenden Schlacht um die Omnius-Welt Corrin warten. Entsprechend komplex sind die letzten 200 Seiten des Buches vorbereitet und ausgeführt. Sie zu schildern, würde zu weit führen. Es möge genügen, dass hier alle Fäden, die zuvor so unmotiviert erschienen, zusammengeführt werden. (Die einzigen Figuren, die nicht daran teilnehmen, sind Raquella und Norma Cenva: die Gründerinnen der Bene Gesserit bzw. der Raumnavigatorengilde.)

Vorian Atreides will gerade den Generalangriff auf Corrin befehlen, als ihm Abulurd Harkonnen in den Arm fällt, und zwar nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Dieser Verrat findet nach der siegreich beendeten Schlacht seine Strafe, aber nicht in einer Hinrichtung, sondern auf Vorians Betreiben in lebenslangem Exil: Auf diese Weise sind die Harkonnens für immer als Feiglinge abgestempelt. Das wirkt ziemlich ironisch, denn es war Vorians Anliegen, seinen Freund Xavier Harkonnen, Abulurds Großvater, vom Ruch der Feigheit, den ihm Geschichtsfälscher wie Yorek Thurr angehängt hatten, reinzuwaschen. Sicher hält diese Geschichte für den Leser auch hierdurch wieder eine Lehre bereit, und einen Hinweis darauf liefern die Motti, die jedem der 116 Kapitel vorangestellt sind. Ich gehe nicht so weit zu behaupten, ich wüsste, worin diese Lehre besteht.

Als Abschlussband der „;Legenden“;-Trilogie liefert das Buch eine ganze Reihe von Ergebnissen, die in den später angesiedelten DUNE-Romanen aufgegriffen werden.

  1. Faykan Butler, der anfangs Befehlshaber und dann politischer Viceroy ist, wird nicht nur zum weltlichen, sondern auch zum religiösen Oberhaupt der Gemeinschaft der Menschen. Daraus wird später der Imperator. Nach dem Endsieg benennt er sich um: Corrino soll sein Haus fortan heißen, und wir kennen es zur Genüge aus dem Roman „;Das Haus Corrino“;.
  2. Die Zerstörung aller elektronischen Gerätschaften wie etwa von Computern und Gelschaltkreisen, aber sogar von Mikrowellen und Kaffeemaschinen geht auf das Konto der elfjährigen Rayna Butler, Tochter des Gouverneurs Rikov, der in der Großen Seuche umkam. Rayna hat eine Vision, in der die heilige Serena Butler persönlich ihr die Zerstörung aller Maschinen, nicht nur der Denk-Maschinen, befahl. Die Serena-Jünger wachsen binnen 19 Jahren zu einer mächtigen politischen Kraft und sind auf jeder Welt präsent. Das erklärt das schier mittelalterlich anmutende Technikniveau in DUNE.
  3. Es erklärt ein weiteres Phänomen, nämlich die Notwendigkeit der Mentaten. Da es keine Denk-Maschinen mehr gibt, aber nach wie vor Bedarf an komplexen Berechnungen besteht, hat der „;Sohn“; des unabhängigen Roboters Erasmus, Gilbertus Albans, ein weites Betätigungsfeld. Er ist der erste Mentat. Auch darin liegt eine tiefe Ironie.
  4. Nirgendwo gibt es mehr Denk-Maschinen? Das stimmt nicht ganz! In den tiefsten Höhlen des Planeten Rossak führen die Anhänger des Bene-Gesserit-Ordens unter Raquella ihr Archiv der Vererbungslinien nur mit Computern, alles andere wäre unpraktikabel. Um die Genlinien zu manipulieren, schickt Raqella, die Ehrwürdige Mutter, ihre Schwestern in alle Häuser des neu erstehenden Imperiums aus. Auch nach Arrakis.
  5. Norma Cenva hat sich voll und ganz dem mutierenden Einfluss der Spice-Melange ergeben. In einem extra dafür gebauten Tank (wie er in David Lynchs Verfilmung zu sehen ist) setzt sie sich zunehmend höheren Konzentrationen des Melange-Gases aus, bis ihr Geist in der Lage ist, das Universum zu erfassen und ein Raumfaltschiff mit hundertprozentiger Sicherheit zu steuern. Fortan wird es keine Piloten geben, die im Innern einer Sonne auftauchen und sterben. Der Weg für die Gründung der Navigatorengilde ist frei. Diese erfolgt 88 Jahre später. Voraussetzung für die Navigatorenarbeit ist die Versorgung mit dem Spice-Gas. Daher gilt als oberstes Gebot der Gilde: „;Das Spice muss fließen!“; Arrakis ist für die Menschheit von nun an absolut unentbehrlich. Was sämtliche Vorgänge um und auf dem Wüstenplaneten eminent wichtig macht.
  6. Die Freien Menschen auf Arrakis spalten sich in Traditionalisten um Ishmael und Progressive um El’hiim auf. Die Trennung erklärt die später in DUNE beschriebenen Zustände auf Arrakis, was die Fremen betrifft. Paul Atreides hat als Herzogssohn zuerst mit den städtischen Fremen zu tun, als Exilant jedoch kann er nur mit den Traditionalisten in der tiefen Wüste überleben. Wie stets unterweist Arrakis die Menschen mit harten Lektionen.
  7. Und das Schicksal der Cymeks? Sie haben sich gegen Omnius aufgelehnt, um ihr eigenes kleines Imperium zu errichten. Zunächst nur auf Bela Tegeuse und auf Richese, dann eroberten sie die von der Liga verwüsteten Synchronisierten Welten. Ihre Basis befindet sich auf dem Eisplaneten Hessra, wo sie die Kogitoren töten, als Philosophen tätige unsterbliche Gehirne. Als sie General Quentin Butler gefangen nehmen, stellen sie schreckliche Dinge mit ihm an, gegen die sich „;Der Manchurian Candidate“; wie ein Kindergeburtstag ausnimmt. Als Vorian Atreides davon erfährt, fasst er einen kühnen Plan, um seinem Vater Agamemnon und dessen zwei Gefährten ein für alle Mal auszuschalten. Ein actiongeladenes Kapitel.
  8. Erasmus, der unabhängige Roboter, der den Djihad ausgelöst hat, hat Jahrhunderte lang versucht, den Menschen zu verstehen. Dabei ist immer menschenähnlicher geworden. Das Erziehen und Ausbilden seines „;Sohnes“; Gilbertus Albans hat sich mit dazu beigetragen. Nun, in der finalen Schlacht um die letzte Welt der Denkmaschinen, sieht sich Erasmus zu einigen Handlungen veranlasst, die nicht nur ihn selbst, sondern auch seinen Sohn und Omnius selbst in Erstaunen versetzen. Handelt er wie ein Roboter oder wie ein Mensch? Der Leser entscheide selbst!

Anhänge

Dieser Band der „;Legenden“;-Trilogie enthält als Anhang lediglich zwei Stammbäume: 1) den von Iblis-Ginjo & den Boros, den Erben des Alten Imperiums; 2) den der Harkonnens und Butlers. In beiden ist Faykan Butler, nachmalig Corrino, eingetragen. Ulkigerweise kommt seine Frau Jessica Boro-Ginjo, das Bindeglied zum Alten Imperium, das seinen imperialen Anspruch begründet, im Roman überhaupt nicht vor!

Ein Glossar hat man in den früheren Bänden zu suchen, und eine Landkarte von Arrakis findet man in den ersten neuen DUNE-Romanen.

Unterm Strich

Action und Wunder finden sich auch in diesem Abschlussband wieder in ausreichender und gut verteilter Mischung, um den Leser bei der Stange zu halten. Da sich die Psychologie nie zu sehr verkompliziert wird und die Philosophie sich nie in unverständliche Details verirrt, ist das Buch ebenso wie seine fünf Vorgänger aus der Schreibfabrik Herbert/Anderson leicht zu verstehen, flüssig zu lesen und sofort wieder zu vergessen. Die Belastung beim Lesen hält sich also sehr in Grenzen, das Vergnügen ist jedoch sehr zufrieden stellend. Die Ergebnisse aus dem Handlungsverlauf habe ich oben zusammengefasst. Sie lassen ein paar weitere Romane erwarten – das ist (hoffentlich) keine Drohung. So etwa ist ein Band mit verschiedenen Biografien möglich, aber die Frage ist natürlich, wie dieser begründet werden soll. Ist nicht meine Sorge.

Der Leser sollte einige Kenntnisse über das geschilderte Universum mitbringen. Dabei reicht die Kenntnis der Verfilmungen nicht unbedingt aus, denn der Schlussband greift natürlich auf die zwei Vorgängerbände zurück. Eine kurze Chronologie gibt es nur im 2. Band „;Der Kreuzzug“;, und auch die betrifft nur einen kurzen Zeitraum. Leider muss man also die anderen beiden Bände kaufen oder sich die zweibändige „;Enzyklopädie des Wüstenplaneten“; besorgen. Leider ist diese Rarität nur für gutes Geld zu haben.

Wer nichts mit dem DUNE-Universum anzufangen weiß, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Denn selbst wenn man es nicht als Fortsetzung eines Kultbuches betrachtet, sondern nur als normale Science Fiction, ist es nicht besonders gut geschrieben, sondern als schnell lesbare Massenware. Die lieblose, aber durchaus korrekte Übersetzung, die vor Druckfehlern wimmelt, trägt zu diesem Eindruck ihren Teil bei. Die Fehler lassen sich ja bei der obligatorischen Taschenbuchausgabe bereinigen.

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