Necroscope XV. The Touch von Brian Lumley

Buchvorstellungund Rezension

Necroscope XV. The Touch von Brian Lumley

Originalausgabe erschienen 2006, 431 Seiten.ISBN 1844164853.

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Anknüpfung an eine große Saga“89

Horror-Rezension von Klaus-Günther Beck-Ewerhardy

Die Necroscope-Serie gibt es jetzt schon ein wenig länger, und vor fünf Jahren hat Harry Keogh, der ursprüngliche Necroscope die Parallelwelt der Whamphyri bereist, weil er selbst zu dem geworden ist, was er mit den Agenten von E-Branch so lange gejagt hatte. Dort hat sein Leben ein Ende gefunden – nicht aber seine Geschichte. Denn auch, wenn die Gefahr durch die Wamphyri zunächst gebannt erscheint, so gibt es für den E-Branch durchaus noch genug zu tun.

Ungewöhnliche Gewaltverbrechen

Bei der Ermittlung eines möglichen Entführungs- und Sexualdeliktes findet die Polizei ein Gewaltopfer, das sie vor allerlei Rätsel stellt. Das Opfer wurde nämlich evanigiert, was eine so große Sauerei ist, dass es froh sein konnte, dieses nicht allzu lange zu überleben. Und die Mitglieder von E-Branch haben so die Möglichkeit, eine ganz neue Vokabel zu lernen, genau wie die Leserinnen und Leser dieses Buches. Doch sie können sich nicht allzu lange auf diesen Fall konzentrieren, weil sie andere Dinge ablenken. Und das ist tragisch, denn so gehen ihnen vergleichbare Fälle auf globaler Ebene zunächst durch die Lappen.

Neue Bedrohungen und neue Hauptdarsteller

Auch wenn es keine Vampire mehr auf der Erde zu geben scheint, so sind doch nicht alle Bedrohungen von dieser Welt. Und so braucht die Welt einen neuen Necroscope und bekommt ihn in der Gestalt des noch ahnungslosen John St. John, der vor wenigen Monaten seine Frau durch eine rätselhafte Krankheit verloren hat und seitdem versucht, sich in Hochprozentigem selbst zu verlieren. Doch dieser Versuch bringt ihm noch nicht einmal ausreichend Schlaf. Plötzlich begegnet er beim allmorgendlichen Zigaretteneinkauf einer ungewöhnlichen Frau, und als er nach Hause kommt, wird er von einigen Agenten des E-Branch entführt, wegen Fähigkeiten, von denen er bis zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Ahnung hatte. Nach einem überaus ungewöhnlichen – und unangenehmen – Verhör ist er deswegen sehr verwirrt – und die Angehörigen von E-Branch nicht viel klüger – und diese Verwirrung sollte sich bei weiteren Begegnungen mit der seltsamen Frau und bei einer genaueren Betrachtung der Todesumstände seiner Frau noch deutlich verstärken. Es ist dringend notwendig, schnell Durchblick zu erlangen, denn die Bedrohung, die es zu bekämpfen gilt, ist umfassend und zeitlich überaus nahe liegend.

Nietzschesche Bösewichte in germanischer Umgebung

Nach langem Suchen finden sich die Bösewichte, die sich sicher sind, dass Gott – oder was auch immer – tot ist, in einem gespenstischen Schloss in der deutschsprachigen Schweiz, was es unter anderem möglich macht, dass, wie in einem guten Nazi-Film, mal wieder jemand „;Schweinhund“; sagen darf. Inwiefern die „;Bösen“; hier ideologisch passen, ist dabei ein wenig unerwartet, aber leider zeigt sich gerade hierin eine gewisse „;Banalität des Bösen.“; Vor dem tatsächlichen Auftreten der Negativfiguren erscheint einem das Kampfaufgebot der „;guten“; Kräfte geradezu als Overkill.

Gute Ideen – unausgewogene Umsetzung

Die Ideen, wie John St. John zum Necroscope wird und seine neuen Fähigkeiten entdeckt, sind gut nachvollziehbar, aber auch für einen Anfänger der Reihe dürften die Erläuterung gelegentlich ein wenig zu umfänglich sein. Doch auf jeden Fall ermöglicht dies auch Neulingen in die nun doch schon ziemlich lange Necroscope-Reihe einzusteigen, was sich durchaus lohnt. Aber ein wenig weniger wäre hier mehr gewesen.

Die banalen Bösen zu den ganz und gar nicht banalen Guten wirken wirklich ziemlich unausgewogen, aber die Bildgewalt des Romans als Ganzes wird dies bei den meisten Leserinnen und Lesern eher nebensächlich erscheinen lassen. Auf jeden Fall ein interessantes Buch – ohne irgendwelche Vampire. Denn es gibt Schlimmeres. Shing’t – und die brauchen einen nur zu berühren, um ihren Schrecken wirken zu lassen.

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