Verkommen von Bryan Smith

Buchvorstellung

Verkommen von Bryan Smith

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Depraved“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 384 Seiten.ISBN 3865521401.Übersetzung ins Deutsche von Doris Hummel.

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In Kürze:

Jessica möchte einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen. Als sie mit dem Besitzer alleine in dessen Wohnung ist, fällt er über sie her und vergewaltigt sie. Jessica will nur eines: Rache. Deshalb entführt sie den Mistkerl in die einsame Wildnis. Sie will ihn erschießen, er soll sterben …Aber die beiden befinden sich an einem bösen Ort. Die inzüchtigen Einwohner des Städtchens Hopkins Bend hüten seit Generationen ein grauenvolles Geheimnis – und Jessica kommt ihnen für ihre perversen Spiele gerade recht …Dieser Roman ist ein Albtraum in einem Albtraum in einem Albtraum.

Ihre Meinung zu »Bryan Smith: Verkommen«

SpaceLord zu »Bryan Smith: Verkommen«06.07.2013
Heute geht es um einen ziemlich guten Roman des Amerikaners Bryan Smith, den ich vor etwa zwei Wochen gelesen habe. Smith, der Mann ohne Geburtsdatum und öffentliche Vergangenheit aus Tennesse/USA, heißt ironischerweise genauso wie der betrunkene Mittdreißiger, der im Jahr 1999 Stephen King fast zu Tode fuhr. Ob Bryan Smith nur ein Pseudonym ist – möglich wäre es. Der 2009 – zehn Jahre nach dem Unfall :-D – erschiene Roman Verkommen ist ein Horrorkleinod, welches uns mal wieder der grandiose Festa-Verlag zugänglich macht – nochmals danke für die Bereicherung der Horror-Szene, wir wollen viel mehr von solchem Zeug in Deutschland lesen! Nun aber zum Buch …

Es gibt im Buch zunächst drei Handlungsstränge, die dann in fünf zerbrechen:
Da haben wir Jessica, die beim Kauf eines Gebrauchtwagens vom irren Hoke vergewaltigt wird und dann nach Rache sinnt. Sie bedroht Hoke mit ihrer Pistole, fährt mit ihm auf eine weit entfernte einsame Waldlichtung und will ihn dort erschießen. Aber plötzlich tauchen seltsame deformierte Inzucht-Geschöpfe auf, die die beiden verschleppen.
Dann haben wir Peter und seine Freundin (mir ist der Name leider entfallen), die gemütlich in den Urlaub fahren und im Hinterwädlerkaff Hopkins Bend nur mal eben zu Tanken gedenken – tja, und auch sie werden verschleppt, weil man das mit Fremden in Hopkins Bend halt so macht.
Und zu guter Letzt gibt es noch Abby. Sie gehört einer der ältesten Familien in HB an und soll eigentlich nur mal kurz nach dem »Festtagsfang« – sprich dem Menschen, an dessen Fleisch sich alle bald laben werden – sehen, verliebt sich aber in die wunderschöne Frau. Es beginnen Psychospielchen und alles gipfelt im Plan, ausbrechen zu wollen.

Dabei belässt es Smith nicht, Hoke und Jessica sowie Peter und seine Freundin werden getrennt und es ergeben sich zwei weitere Stränge, einmal mit Hoke und dem Dämonen Banner, und der mit Jessica und dem Bordellbetrieb Sin Den, aber die sind beide nicht so wichtig – auch wenn mir die Episoden im Sin Den eigentlich sehr sehr gut gefallen haben!

Smith baut auf etwa 400 Seiten den Mythos um das Hinterwädler-Dorf voller Gewalt, Lust und Inzucht in alle möglichen Richtungen immer weiter aus. Manche Szenen sind verstörend, manche sogar fast humoristisch, weil eben so gewaltverliebt und unmenschlich, ja, sogar menschenverachtend.

Eines der fast 50 Kapitel möchte ich ganz besonders hervorheben, auch wenn ich damit vielleicht ein wenig spoilern könnten – denn diese Seiten haben mich wirklich ins Stocken gebracht, ich war kurz davor, dass Buch beiseite zu lesen, weil es echt abging. Es geht um die Stelle, an der der Peter und seine neue Begleitung Justine die Hinterwädlerfamilie (schon wieder fällt mir der Name nicht ein, ich habe seit Verkommen eben schon 4 Bücher hinterhergeschoben :-#) bedrohen, zu Tode foltern und dann grillen und essen.

Einfach genial eindringlich geschrieben, man denkt als Leser in diesem Moment wirklich, dass das alles vollkommen gerechtfertigt ist und einem wird erst im Nachhinein bewusst, wie grausam und schrecklich diese Szene nun wirklich war. Das verdient ein fettes Lob, Mr. Smith!

Fazit:
Wirklich guter, schnell zu lesender, fesselnder Backwood-Horror, der der alten Thematik mal wieder was neues abgewinnt, das ganze geschickt verpackt und auf eine Tarantino-gleiche Weise zum besten gibt. 95°

Gezeichnet,

SpaceLord
gabriel.namara zu »Bryan Smith: Verkommen«10.12.2012
Wenn man entsprechende Filme mag, wie beispielsweise Wrong Turn, The Hills Have Eyes, Texas Chainsaw Massacre, dann ist man mit diesem Roman sehr gut bedient. Jede Menge verkommener Kannibalen, Sex Sklavinnen und natürlich kämpfende Heldinnen mit Pumpguns in den amerikanischen Outskirts. Ja, es ist stellenweise trashig. Und ja, wenn man Gore und Horror mag, ist man hier an der richtigen Adresse. Mir hat das Lesen großen Spaß gemacht und für Fans der klassischen Slasher absolut zu empfehlen.

Man benötigt eine gute Portion Humor und sollte sich auf eine filmische Erzählweise à la Tarantino einstellen.

Ich vergebe hierfür 80 von 100 Punkten.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Buboter zu »Bryan Smith: Verkommen«21.08.2012
Ich hätte diesen Roman fast abgebrochen. Letztendlich habe ich ihn nur zu Ende gelesen, weil ich darauf hingewiesen wurde, das Ende müsste man gelesen haben, um es zu glauben.

So war es auch. Gerade zum Ende hin, serviert der Autor Absurditäten, bei denen ich mich wirklich frage, ob er nur ein paar nächtliche (Alp-)träume zu Papier gebracht hat. Für die Handlung sind die Taten kaum notwendig.

Generell baut man absolut keine Verbindung zu den Charakteren auf und deren Schicksal berührte mich in keinem einzigen Fall. Leider ist das, zumindest für mich, zwingend notwendig um einen Roman halbwegs spannend zu finden.

Um auch etwas positives zu sagen: Man liest das Buch leicht weg. Es plätschert Seite für Seite dahin ohne den Leser sonderlich zu fordern.

Ich bin durchaus leicht zu unterhalten und im Normalfall nicht anspruchsvoll, aber mehr als 10° gibts hier nicht!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Konrad Wolfram zu »Bryan Smith: Verkommen«19.06.2012
Eventuell hätte Smith den Einsatz des Übernatürlichen heraus lassen sollen, gestört hatte dieser Punkt aber nicht. Dafür war der Roman aber recht stimmig in Richtung Action aufgebaut und ließ auch in Punkto Erotik keine Wünsche übrig, wobei hier noch nicht einmal wirklich übertrieben wird (das ist eben schlicht persönliche Ansichtssache).
VERKOMMEN ist eben kein Werk höherer Literatur und will es auch garnicht sein. Wer danach sucht, sollte Romane im Bereich Horror/Splatter vielleicht generell meiden, denn sowas kann nur ins Auge gehen. Dafür ist der Roman eher geeignet für Leute, die ihr Kopfkino stimulieren wollen und nicht jeden Charakter über gefühlte 100 Seiten bis in den letzten Winkel ihrer Psyche ausgeleuchtet haben wollen (dafür empfehle ich eher ein Werk von Freud).
In diesem Sinne hatte Bryan Smith mit seinem Roman VERKOMMEN bei mir auch nicht "versagt", sondern im Gegenteil Lust gemacht auf die folgenden Romane SEELENFRESSER und TODESGEIL. Wer also auf abgedrehte Action und bestes Kopfkino steht, ohne Seitenweise in Gefahr zu geraten, in einen Tiefschlaf aus Langeweile zu verfallen, der sollte unbedingt zu Bryan Smith greifen. Der Roman VERKOMMEN ist mir daher durchaus satte 90° wert, und ich hoffe mal bald noch einiges mehr von Bryan Smith lesen zu dürfen.
Alexi1000 zu »Bryan Smith: Verkommen«09.06.2012
VERKOMMEN, war mein erster Roman von Smith.

Mit viel Vorschusslorbeeren bedacht, war meine Erwartungshaltung sehr hoch...meist erweist sich sowas ja als Fehler.

Nun, die Inhaltsangabe des Romans durchgelesen, und man ist im Prinziep voll im Bilde was abläuft.
Smith erfindet das Rad nicht neu...mehr oder weniger haben wir solche Storys schon oft gelesen.

Was also machen als junger aufstrebender Autor, wenn man den Sektor aufrollen/wiederbeleben will (obwohl Horror auch nie wirklich tot war):

Man mache sich dran alles bis ins groteske zu steigern, garniert mit einer ordentlichen Portion Sex.
Vorbilder wie Laymon werden schell zum Vergleich herbeigerufen...da muss man dann schon ganz schön hohe Messlatten überwinden.

Smith haut uns dann einen Mix um die Ohren, bei dem ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll!?

Gegruselt zumindest habe ich mich kein einziges mal, somit hat der Autor für mich auf dem Sektor schon versagt.
Wenn dann Splatter und vor allem Sex so weit auf die Spitze getrieben werden, das es mehr als lächerlich wird, dann ist es mir um die Lesezeit wirklich zu schade!!

egal, wie viele Augen ich zudrücke...mehr als 35° mag ich nicht vergeben.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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