Die Seelenjägerin von C. S. Friedman

Buchvorstellungund Rezension

Die Seelenjägerin von C. S. Friedman

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Feast of Souls“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 560 Seiten.ISBN 3-492-26774-2.Übersetzung ins Deutsche von Irene Holicki.

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In Kürze:

In einer Welt voller Gefahren und Geheimnisse kostet Magie einen schrecklichen Preis – den Tod. Jeder Zauber entzieht einer Seele das Feuer. Doch die dunklen Magister haben andere Wege: Sie nähren sich von der Lebensenergie hilfloser Opfer und sind dadurch fast unsterblich. Die Novizin Kamala aber ist anders – denn die einzige Frau unter den Magistern verfolgt ganz eigene Ziele. Ihr Weg führt sie an den Hof des Königs. Der Thronfolger ist von einer geheimnisvollen Krankheit befallen. Und der zwielichtige Gerion, neuer Berater am Hof, scheint mit Feinden im Bund zu stehen, die noch weitaus gefährlicher sind: den Seelenfressern, uralten Geschöpfen, die die Menschheit schon einmal an den Rand des Aussterbens gebracht hatten. Es obliegt Kamala, die Welt vor ihnen zu bewahren. Ein Epos voll düsterer Kraft, verbotener Magie und immer neuer Überraschungen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Zauberei wirkt Wunder – und kostet Leben“70

Science-Fiction-Rezension von Lydia Eichelmann

Im Zentrum der Magister-Trilogie von Celia Friedman steht die Hexe Kamala. Sie und ihre magische Entwicklung bilden im ersten Band ´Die Seelenjägerin´ den Kern der Handlung. Damit ist dieses Werk deutlich in der Fantasy verankert – im Gegensatz zu vorherigen Zyklen Friedmans, die stärkere SF-Züge tragen.

In Friedmans mittelalterlich anmutender Gesellschaft leben Menschen, wenige Hexen und noch weniger Magister. Kamala hat als Hexe angeborene Zauberkräfte. Diese kann sie aber nur auf Kosten ihrer eigenen Lebensenergie nutzen, denn für jeden Zauber muss eine Hexe einen Teil ihrer Lebensenergie aufgeben. Die Magie der Magister ist hingegen nicht an ihre Lebenskraft gebunden, sie sind unsterblich. Kamala ist fest entschlossen, ein Magister zu werden. Sie lässt sich auch nicht davon bremsen, dass es bisher nur männliche Magister gibt. Es heißt Frauen könnten den Übergang von Hexe zu Magister aufgrund ihres weiblichen Wesens nicht schaffen. Zudem ist völlig unklar, wie sich eine einzige Frau in der Männerwelt der verfeindeten Magister positionieren sollte. Als Kamala sich überraschend gegen einen Magister verteidigen muss, stirbt dieser. Dadurch bricht sie das strenge Gesetz der Magister und droht endgültig zur Gejagten zu werden.

Die Magister sind darüber hinaus mit einem Problem konfrontiert, dass ihre schiere Existenz bedrohen könnte. Sie ringen darum, dass keiner hinter das Geheimnis kommt, wie Magister zu Magistern werden. Der Schutz dieses Geheimnisses ist wichtiger als alles andere – selbst wichtiger als ihre tiefsitzende Feindseligkeit gegeneinander und das Leben einzelner Menschen, die wie Schachfiguren benutzt werden.

Gelungenes Buch mit nur einer Schwäche

Wie in vielen Fantasy-Geschichten steht eine weibliche, magiebegabte Hauptperson im Fokus. Aus der Gosse heraus strebt sie nach etwas Höherem und beschreitet den Weg der Zauberkunst. Soweit so bekannt. Neu ist aber die Idee, dass Zauberei nicht nur Begabung und Können fordert, sondern Lebensenergie kostet. Ungewöhnlich ist auch die Dreiteilung in Menschen, Hexen und Magister. Normale Menschen sind nicht fähig, Zauberei auszuüben. Hexen und Magister beherrschen Magie, wobei die Hexen letztendlich an deren Ausübung sterben, Magister jedoch nicht. Dass auch Magister für ihre Magie ein schreckliches Opfer bringen müssen, lernt der Leser – gemeinsam mit Kamala – noch früh genug.

Friedman beschreibt die Charaktere mit gebotener Tiefgründigkeit. Kamalas Hintergrund zeichnet sie lebendig und farbecht. Obwohl man Kamalas Handlungen nicht immer zustimmen möchte, versteht man doch, warum sie so handelt, wie sie es tut. Auch das Wesen der Magister, deren Konkurrenzdenken und Kaltherzigkeit, bekommen im Handlungsverlauf ihren Sinn. Das Magiekonzept ist gut ausgebaut und nach und nach dessen Details zu erfahren, lässt das Buch nie langweilig werden.

Dieser gute Eindruck leidet aber unter einer Liebesgeschichte, die Friedman zum Ende des Buches einführt. Kamala verliebt sich und erfährt gerade deshalb besonders eindrücklich, wie furchtbar sich ihr gewählter Weg auf das Leben anderer auswirken kann. Diese Liebe ist also eigentlich ein geschicktes Mittel der Autorin, um die Klippen des Magisterdaseins aufzuzeigen. Dennoch hat man beim Lesen unweigerlich das Gefühl, dass das Buch durch diesen Handlungsverlauf an Unterhaltungswert verliert. Zu klischeehaft ist die Anbandelung der Heldin mit dem charismatischen, mutigen und selbstverständlich von Allen gemochten Nebencharakter.

Am Ende von ´Die Seelenjägerin´ scheint die Geschichte in sich geschlossen und der Spannungsbogen zu Ende geführt. Auch dadurch, dass die Autorin ein weiteres klassisches Element der Fantasy, den finalen Kampf, eingesetzt hat. So versteht sich der erste Band der Trilogie als vollwertiger Teil eines Gesamtkonzepts. Denn einige Ungereimtheiten aus ´Die Seelenjägerin´ lassen eine Katastrophe erahnen, die auf die Menschheit dieser Welt zukommt. Im zweiten und dritten Band wird dieses Problem vertieft und Kamala muss sich eine Position zwischen Gut und Böse suchen, in der sie auch ihre eigenen Ziele erreicht. So begeistert also der gesamte Zyklus um die Magister. Abgesehen von der genannten Schwäche stellt der erste Band stellt eine gelungene Einführung dar.

(Lydia Eichelmann, Januar 2013)

Ihre Meinung zu »C. S. Friedman: Die Seelenjägerin«

Rosenholz zu »C. S. Friedman: Die Seelenjägerin«09.04.2011
Nicht schlecht. War zuerst etwas skeptisch, denn die Idee, dass sich Magier von der Kraft anderer Menschen "ernähren" ist nicht neu. Aber zu meiner Freude steckte noch mehr dahinter, und die Geschichte entwickelt sich mit jeder Seite zu einer wirklich spannenden Story. Die Charaktere haben einen eigenen Charme und sind facettenreich. Freue mich schon auf den zweiten Band.
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