C. S. Lewis

Clive Staples Lewis wurde am 29. November 1898 im nordirischen Belfast als zweiter Sohn des Anwalts Albert Lewis und seiner Ehefrau Flora Hamilton Lewis geboren. Mit seinem älteren Bruder Warnie verlebte er eine geborgene Kindheit in Little Lea, dem großen, verwinkelten Haus, das später in den „Narnia“-Büchern als Landhaus des alten Digory Kirke wieder auftaucht. Eine weitere Parallele zur Romanwelt lässt sich in der schweren Erkrankung von Flora Lewis erkennen. 1908 starb sie; der Witwer schickte seine Söhne in ein Internat nach London. Clive hasste es dort – in „Prinz Kaspian“ lässt er seine jungen Narnia-Reisenden über ähnliche Probleme klagen und schildert die telmarischen Internate als Brutstätten schweinsgesichtiger Jungs und dicker, dummer Mädchen, in „Der silberne Sessel“ lässt er Jill und Eustachius mit sichtlicher Genugtuung ihre von einer irren Leiterin terrorisierte „Experimentalschule“ aufmischen – und war glücklich, als das Haus 1910 schließen musste und er nach Belfast zurückkehren konnte.

Ab 1916 studierte Lewis am University College zu Oxford University Antike und Englische Literatur, Philosophie sowie Alte Geschichte. Unterbrochen durch seinen Militärdienst im I. Weltkrieg, schloss Lewis 1925 seine Studien mit Auszeichnung ab. Er wurde Dozent für Englisch am Magdalen College in Oxford. Dort blieb er 29 Jahre, dann ging er als Professor für Mittelalter- und Renaissance-Literatur in die Universitätsstadt Cambridge. In dieser Zeit entstanden zahlreiche literaturwissenschaftliche Bücher und Artikel.

Während seiner Jahre am Magdalen College wurde Lewis als Schriftsteller aktiv. Ein erstes großes Werk („The Pilgrim’s Regress“, dt. „Flucht aus Puritanien“) erschien 1933 und thematisierte seinen langen, schwierigen Weg vom Atheismus zum Christentum. Lewis’ intensive Beschäftigung mit Glaubensfragen floss immer in sein belletristisches Werk ein. Gleichzeitig blieb er stets ein strenger Wissenschaftler, der ein durchaus szientistisches Weltbild besaß.

Zu einem phantastischen Klassiker wurde seine „;Perelandra-Trilogie“; („Out of the Silent Planet“, 1938, dt. „Jenseits des schweigenden Sterns“; „Perelandra“/„Voyage to Venus“, 1943, dt. „Perelandra“; „That Hideous Strength“, 1945, dt. „Die böse Macht“), eine Mischung aus „christlicher“ Science-Fiction und mystischer Fantasy, dessen Hauptfigur Lewis nach seinem Freund J. R. R. Tolkien, dem Schöpfer des „Herrn der Ringe“, formte, mit dem er dem Literaturkreis „;Inklings angehörte“;. Beide Literaten übten gegenseitig maßgeblichen Einfluss auf sich und ihre Werke aus. Die Inspiration, die von dieser Freundschaft ausging, wird im Vorwort zu „;Der König von Narnia“; wie folgt beschrieben:

In einer Kneipe in Oxford saßen zwei gute Freunde bei Pfeife und Bier zusammen und unterhielten sich über ihr Lieblingsthema – Bücher.[..]„;Weißt Du was, Tollers?“;, sagte Jack,„; In den Geschichten  heutzutage kommt zu wenig von dem vor, was uns wirklich gefällt.“; Damit meinte er, dass zu wenig fantastische Geschichten geschrieben wurden.[..] Tollers nickte bedächtig und hüllte sich in den Rauch seiner Pfeife. „;Da hilft nur eins: Wir werden selbst welche schreiben müssen.“; Die beiden wurden sich einig, dass sie jeder einen Zukunftsroman schreiben wollten. Jack würde sich das Thema Raumfahrt vornehmen, während Tollers von einer Zeitreise erzählen würde. Aus der Zeitreise wurde leider nichts. Tollers, der bereits ein Kinderbuch mit dem Namen „;Der kleine Hobbit“; geschrieben hatte, konnte mit dem Thema nicht warm werden, weil die Welt der Hobbits ihn schon zu sehr in ihren Bann gezogen hatte. Stattdessen fing er an, eine Fortsetzung zum „;Hobbit“; zu schreiben.[..] Als „;Der Herr der Ringe“; schließlich fertig war, waren drei dicke Bände daraus geworden und Tollers war zwanzig Jahre älter.[..] Jack machte das Vorhaben tatsächlich wahr und schrieb drei Zukunftsromane (Perelandra-Trilogie), die heute zu den Klassikern der Science-Fiction Literatur gehören(Auszüge des Vorwortes zu„;Der König von Narnia“; von Christian Rendel)

Lewis’ Hauptwerk wurde die siebenbändige „Narnia“-Reihe, entstanden zwischen 1950 und 1956. Das Projekt eines „anspruchsvollen“ Kinderbuchs traf auf viel Kritik; man riet Lewis, sich seines schriftstellerischen Ranges zu besinnen und „richtige“ Literatur zu verfassen. Freund Tolkien hielt die „Narnia“-Geschichten gar für missraten, was Lewis sehr kränkte. Der zunächst flaue Absatz der Bücher schien den Skeptikern Recht zu geben. Mundpropaganda brachte erst den Erfolg und dann den Quantensprung. Die Gesamtauflage der „Narnia“-Bücher, die seit ihrer Entstehung niemals außer Druck waren, wird auf mehr als 90 Millionen Exemplare geschätzt. Lewis hatte den idealen Weg gefunden, seine Ansichten in einfachen Worten einem möglichst großen Publikum nahe zu bringen.

C.S Lewis bezeichnete den schottischen Schriftsteller und Pfarrer George MacDonald als ein Vorbild, weitere enge Freunde waren die Autoren Charles Williams und Arthur C. Clarke. C.S Lewis, der auch unter den Pseudonymen Clive Hamilton und N.W. Clerk publizierte, ließ in seine Erzählwerke immer die christliche Ethik und Glaubenslehre mit einfließen.

Mit dem siebten Band schloss Lewis die „;Narnia“;-Saga offiziell ab; es blieben keine losen Enden. 1957 heiratete er die Schriftstellerin Joy Davidham. Sie erkrankte bald an Krebs; die Pflege ließ dem Gatten wenig Zeit zum Schreiben und belastete ihn zudem psychisch. Nach Joys Tod 1960 begann Lewis selbst zu kränkeln. Er gab sein Lehramt auf und zog sich ins Privatleben zurück. Am 22. November 1963 ist Clive Staples Lewis gestorben. Sein Tod blieb fast unbemerkt, denn am selben Tag wurde in Dallas US-Präsident John F. Kennedy erschossen. Als Wissenschaftler und Schriftsteller ist Lewis indes längst eine feste, noch immer präsente Größe geblieben.

Diese Biografie und verkürzte Werkschau von C. S. Lewis stützt sich u. a. auf zwei ausgezeichnete Artikel, die denen, die sich für beides interessieren, sehr zu empfehlen sind: http://www.quod-est-dicendum.org/Literatur/Lewis_01_03_03_tg.htm (dt.) und http://books.narnia.com/movielanding.html (englisch). (Michael Drewniok/Eva Bergschneider)

mehr über C. S. Lewis:

Phantastische Literatur von C. S. Lewis:

  • Perelandra-Trilogie
    • (1938) Der verstummte Planet / Jenseits des Schweigenden Sterns
      Out of the Silent Planet
    • (1943) Perelandra
      Perelandra (Voyage to Venus)
    • (1945) Die Böse Macht
      That Hideous Strength