Marina von

Buchvorstellungund Rezension

Marina von

Originalausgabe erschienen 1999unter dem Titel „Marina“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 352 Seiten.ISBN 3-10-095401-7.Übersetzung ins Deutsche von Peter Schwaar.

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In Kürze:

„Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.“ So beginnt Óscar Drai seine Erzählung. Der junge Held des Romans sehnt sich danach, am Leben Barcelonas teilzuhaben, und streift am liebsten durch die verwunschenen Villenviertel der Stadt. Eines Tages trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Sie heißt Marina, und sie wird sein Leben für immer verändern. Gemeinsam werden die beiden in das düstere Geheimnis um den ehemals reichsten Mann Barcelonas gesogen. Schmerz und Trauer, Wut und Größenwahn reißen sie mit sich, eine höllische Verbindung von vernichtender Kraft. Aber auch Marina umgibt ein Geheimnis. Als Óscar schließlich dahinterkommt, ist es das jähe Ende seiner Jugend. In Marina beschwört Carlos Ruiz Zafón erstmals sein unnachahmliches Barcelona herauf, eine Stadt voller Magie und Leidenschaft, und erzählt in unvergleichlicher Weise die dramatische Geschichte eines jungen Mannes, der um sein Glück und seine große Liebe kämpft.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein literarischer Leckerbissen zwischen Liebe und Grauen“86

Horror-Rezension von Eva Bergschneider

Nach der Nebel-Trilogie („Der Fürst des Nebels“, „Der Mitternachtspalast“ und „Der dunkle Wächter“) schrieb der Spanier Carlos Ruiz Zafón in Los Angeles „Marina“. Der Roman, über den sein Autor sagt, dass es der am schwersten einzuordnende und sein persönlichster sei. Der Roman, mit dem er seine „Stimme“ gefunden habe. Der Roman vor seinem Meisterwerk „Der Schatten des Windes“.

„Wir alle haben ein Geheimnis.“

Ein verträumter 15 jähriger Teenager lebt 1979/1980 in einem katholischen Internat in Barcelona. Seine freie Zeit verbringt Óscar Drai damit, in den verfallsumwitterten Gassen der Stadt umherzustreifen. Eine alte Villa und eine himmlische Musik ziehen ihn magisch an und ehe er sich versieht, ist er in das Haus eingedrungen und hat eine alte Taschenuhr mitgehen lassen.

Óscar überwindet sich, die Uhr zurückzubringen und lernt die Bewohner dieses magischen Orts kennen, den ehemaligen Künstler Germán und seine Tochter Marina. Seelenverwandtschaft ist es, was Óscar bald zu einem Teil der Familie werden lässt, zwischen Marina und ihm wird sich die erste zarte Liebe entwickeln. Doch zunächst verbindet sie ihre unbändige Neugier und Abenteuerlust. Eine Dame auf dem Friedhof und das Zeichen des schwarzen Schmetterlings führen sie zur tragischen Geschichte des Prothesenherstellers Michael Kolwenik und seiner Ehefrau Ewa Irinowa. Kolweniks Leidenschaft erschuf ein Grauen, das nun erneut seinen todbringenden Schatten über Barcelona wirft. Óscar und Marina geraten mitten hinein in den Strudel bizarrer Schrecken. Und auch ihre Liebe wird von einem Geheimnis bedroht.

„Ich werde mich wieder an das erinnern, was nie geschah.“

Dass der Autor Carlos Ruiz Zafón mit diesem Roman seine „Stimme“ gefunden hat, merkt man jeder Zeile an. Obwohl auch die „Nebeltrilogie“ bereits von sprachlicher Vielfalt und Raffinesse zeugt, hat sich Zafóns Schreibstil in „Marina“ weiter entwickelt. Man könnte hier etliche der wunderbaren Metaphern zitieren und würde doch nur Fragmente aus einem Gesamtkunstwerk vorstellen. Denn dazu kommen Schauplatzbeschreibungen, die einen unmittelbar zu den mystischen Gassen und Plätzen führen, Figurenzeichnungen, die uns die Charaktere zu Vertrauten machen, selbst die, deren Handlungen kaum begreifbar scheinen. Zafón Stimme kann man kaum beschreiben, man muss sie erleben und genießen. In „Marina“ hat er sie erwachsen und anspruchsvoller klingen lassen. Eine Stimme, die wir voll ausgebildet in „Der Schatten des Windes“ erleben können.

Inhaltlich orientiert sich „Marina“ an die vorhergehenden Schauerromane der Nebel-Trilogie, besonders in der zweiten Hälfte des Romans. Zunächst führt uns der Autor in sein märchenhaftes Barcelona Ende der 70er Jahre ein, lässt Óscar, Marina und Germán einander begegnen und uns Zeugen ihrer besonderen Freundschaft und Liebe werden. Trotz düsterer Töne um Germáns Leiden und den frühen Tod seiner Frau wirken diese Anfangskapitel in „Marina“ eher positiv, wie in einem Abenteuer-Jugendroman. Die Heiterkeit der Atmosphäre verschwindet nach etwa einem Drittel und macht Platz für ein zunächst schleichendes, schließlich unverhüllt zutage tretendes Grauen. Óscar und Marina begeben sich auf die Reise in die Vergangenheit des Michael Kolwenik. Ihnen begegnen Kolweniks Weggefährten und jeder hat eine ganz andere Geschichte von dessen Leben und Taten zu erzählen. Die beiden Jugendlichen folgen einer Spur in den Wahnsinn, hinein in eine Unterwelt mit Frankenstein’ schen Zombie-Gestalten. Zafóns Horror ist dabei mal subtil, mal splatterhaft, aber nie Selbstzweck, sondern immer der Entwicklung der Handlung untergeordnet. Nach einem Showdown mit überraschenden Offenbarungen und einem wahrhaftigen Höllentrip führt uns der Autor wieder zurück zur anrührenden Melancholie seiner Geschichte. Seine Figuren stellen sich einem in aller Stille auszutragenden Kampf um Leben und Tod. Und so schreibt Zafón mit unnachahmlicher Prosa Erzählungen um Schicksale, die den Leser verzaubern und gefangen nehmen, noch lange nach dem Ende der Lektüre. Ein Ende, das in „Marina“ zu schnell kommt, denn in mancher Geschichte in der Geschichte hätte man gern länger verweilt.

Ihre Meinung zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«

kritikaster zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«05.07.2017
unglaublich, dass erwachsene leser diesen hanbüchen zusammengestrickten schwachsinn ernst nehmen! menschen, die in abwasserkanälen leben, wovon bleibt ein rätsel, ein amateurchirurg, der sich selbst operiert und aasgeruch verbreitet, marionetten die aus leichen zusammengesetzt und plötzlich lebendig werden, ein serum, das zum ewigen leben verhilft, herrdumeinegüte!
phantasie ist nicht alles und der zugegeben schöne schreibstil auch nicht. bei dieser vollkommen abstrusen geschichte kommen einem ja märchen wie schneewittchen und dornröschen wie ein tatsachenbericht vor. schade um die zeit, die man mit lesen vergeudet hat.
kri zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«05.07.2017
unglaublich, dass erwachsene leser diesen hanbüchen zusammengestrickten schwachsinn ernst nehmen! menschen, die in abwasserkanälen leben, wovon bleibt ein rätsel, ein amateurchirurg, der sich selbst operiert und aasgeruch verbreitet, marionetten die aus leichen zusammengesetzt und plötzlich lebendig werden, ein serum, das zum ewigen leben verhilft, herrdumeinegüte!
phantasie ist nicht alles und der zugegeben schöne schreibstil auch nicht. bei dieser vollkommen abstrusen geschichte kommen einem ja märchen wie schneewittchen und dornröschen wie ein tatsachenbericht vor. schade um die zeit, die man mit lesen vergeudet hat.
woelkli zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«22.02.2015
Eine furchtbare, furchteinflössende Geschichte meisterlich und realistisch erzählt. Kein Stoff für schwache Gemüter. Die dunklen Gestalten und der üble Geruch begleiteten mich in meinen Träumen. Ich habe hier nichts von dem entdecken können, was mich an seinen wunderbaren Roman "Im Schatten des Windes" so fasziniert hat. Definitiv nicht meine Welt, die Welt von Marina.
jenvo82 zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«18.02.2014
Ein düsterer, teils beklemmender Roman, der durch einen faszinierenden Erzählstil wunderschöne Bilder einer Stadt entwirft. Dessen Geschichte aber im zweiten Teil mehr und mehr ein Horrorszenario aufleben lässt. Gemeinsam mit den Hauptfiguren gerät man in einen wahren Strudel sich überschlagender Ereignisse, aus denen es fast kein Entrinnen gibt. Die beginnende Romanze zwischen Òscar und Marina büßt an Kraft und Zuversicht ein. Und mit der Aufklärung ihres dunklen Geheimnisses verlieren sich die beiden fast aus den Augen. Aber nicht die Abgründe der menschlichen Seele verurteilen ihre Liebe zur Nichterfüllung sondern der Tod. Schön und spannend zu lesen - inhaltlich nicht mein Favorit. Erinnert die Handlung doch zu sehr an einen Horrorroman á la Frankenstein.
Daniela zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«07.08.2011
Carlos Ruiz Zafón hat mich auch mit seinem dritten Buch "Marina" vollkommen überzeugt! Schon nach den ersten Zeilen war ich in das Buch hineinvertieft und habe meine Umwelt um mich herum total abgeschaltet. Sowas passiert mir sonst nicht bei vielen Büchern, vorallem nicht, wenn es sich um keinen Krimi handelt.
Der Schreibstil von Zafón ist so unglaublich gefühlvoll, dass man an manchen Stellen fast Weinen mag. Er beschreibt die Gefühle um Liebe, Freundschaft und Hass auch diesmal wieder so treffend und die Beschreibungen sind so detailiert, dass man sich genau in die Atmosphäre hineinversetzen kann.
In diesem Roman geht es um die Freundschaft zwischen dem Internatjungen Óscar Drai und Marina. Die beiden verfolgen eine mysteriöse Dame, die jeden ersten Sonntag im Monat ein Grab besucht. Während die beiden immer tiefer in das Geheimnis eintauchen, lernen sie Angst, Trauer, Wut und den Tot immer näher kennen.
Wenn man Zafón liest, muss man sich auf Fantasie einlassen können. Aber selbst wenn man die Geschichte nicht nachvollziehen oder zu abstrakt finden mag, finde ich ,dass es dem Leseerlebnis trotzdem nichts entgegensetzen kann. Ich hoffe, Zafón wird noch viele so wundervolle Bücher wie "Marina" schreiben.
Thomas71 zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«11.06.2011
Mit "Marina" ist Carlos Ruiz Zafón gleich mit seinem ersten "Erwachsenenbuch" ein ganz großer Wurf gelungen. Wie schon in seinen in Deutschland bereits früher erschienen Werken "Der Schatten des Windes" und "Spiel der Engel" zaubert der Autor auch hier wieder ein wunderbar morbide-melancholisches Bild Barcelonas, das den Leser von der ersten Zeile an gefangen nimmt. Inhaltlich ein Roman über die Magie des Erwachsenwerdens hat das Buch meiner Meinung nach nur ein einziges Manko: es ist zu kurz.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
CosmicHardtack zu »Carlos Ruiz Zafón: Marina«09.06.2011
Der Anfang des Romans ist wunderschön:
„Marina sagte einmal zu mir, wir erinnerten uns nur an das, was nie geschehen sei.“
Danach kann es eigentlich nur schlechter werden, denkt man. Aber weit gefehlt. Zafon ist ein großartiger Geschichtenerzähler. Marina steht näher bei seinen Meisterwerken als seinen ersten Büchern. Fürmich die beste neue Stimme aus Spanien: 84 Grad.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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