Niceville von Carsten Stroud

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Niceville“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 505 Seiten.ISBN 3832196463.Übersetzung ins Deutsche von Dirk van Gunsteren.

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In Kürze:

Niceville. Eine Kleinstadt im Süden der USA, idyllisch, altmodisch und noch immer fest in den Händen der Gründerfamilien. Hier lässt es sich leben. Aber irgendetwas läuft schief in Niceville. An einem Sommertag verschwindet der kleine Rainey Teague. Zehn Tage später wird er gefunden – in einer alten Gruft. Er liegt im Koma. Nick Kavanaugh, der Ermittler, steht vor einem Rätsel. Niceville findet keine Ruhe mehr. Merle Zane und Charlie Danziger überfallen eine Bank und machen sich mit zweieinhalb Millionen Dollar aus dem Staub. Nach einer Meinungsverschiedenheit knallen sie sich gegenseitig ab. Beide überleben schwer verletzt. Niceville wird zu einem Ort ohne Gnade. Während eines infernalischen Wochenendes überschlagen sich die Ereignisse. Liegt ein Fluch über Niceville? Geht er aus von einem mit schwarzem Wasser gefüllten Loch auf dem Felsen über der Stadt? Man sagt, etwas lebt darin. Doch was?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Stadt am Schnittpunkt zwischen Spuk und Verbrechen“95

Mystery-Rezension von Michael Drewniok

Niceville ist nur auf den ersten Blick eine idyllische Kleinstadt in den US-amerikanischen Südstaaten. Ihre Weste weist mehr als einige schwarze Flecken auf. Düstere Legenden ranken sich meist um Tallulah’s Wall, eine Bergwand, die Niceville hoch überragt. Auf dem Scheitel liegt Crater Sink, ein scheinbar bodenloser, mit pechschwarzem Wasser gefüllter Teich, um den bereits die Ureinwohner einst einen weiten Bogen schlugen.

Ex-Elitesoldat Nick Kavenaugh rechnete mit einem ruhigen Leben, nachdem er die Anwältin Kate Walker geheiratet, den Dienst quittiert und als Detective bei der County Police angeheuert hatte. Doch Niceville ist ein Ort, der das Böse ebenso wie das Mysteriöse anzieht. Hier verschwinden deutlich mehr Menschen als es die Statistik erlaubt. Erst im Vorjahr ermittelte Kavenaugh im Fall des achtjährigen Rainey Teague, der sich buchstäblich in Nichts auflöste und später im Inneren einer unterirdischen, seit neunzig Jahren fest verschlossenen Gruft auftauchte. Dieses Rätsel blieb ebenso ungelöst wie der Selbstmord des Vaters und das Verschwinden der Mutter, die sich womöglich im Crater Sink ertränkt hat.

Aktuell fordert das reale Verbrechen Kavenaughs Aufmerksamkeit. Eine Bank wurde überfallen, über 2 Mio. Dollar griffen sich die Räuber, die auf der Flucht vier Polizeibeamte förmlich hinrichteten. Der korrupte Polizist Coker und sein Kumpan Danzinger wollten ihren Komplizen Zane umbringen. Der Anschlag misslang, und nun lauert Zane auf seine Gelegenheit zur Rache. Ebenfalls in das mörderische Spiel verwickelt sind Kavenaughs krimineller Schwager Byron Deitz und der Psychopath Tony Bock, dem Kate vor Gericht eine empfindliche Niederlage bereitet hat. Weitere Beteiligte sind nicht von dieser Welt. Schattenhafte Kreaturen mischen sich mörderisch ins ohnehin undurchsichtige Geschehen, bis man einander in und um Niceville endgültig nicht mehr trauen kann …

Unsere kleine aber wenig feine Stadt

Wenn eine mit ´Fakten´ gespickte Geschichte erzählt wird und trotzdem Gespenster im Spiel sind, wird das Schubladendenken von Verlagswerbern und Lesern auf eine harte Probe gestellt. Sind besagte Gespenster geile/frigide, schuhkaufsüchtige oder blutabstinente Vampire (bzw. Hexen und Werwölfe), greift die Eselsbrücke „urban (chick) fantasy“. Ansonsten werfen ratlose Kritiker die Story in das Sammelbecken „Mystery“.

Carsten Stroud macht es den Erbsenzählern voller Bosheit und Einfallsreichtum richtig schwer. „Niceville“ ist ebenso lupenreiner Thriller, besetzt mit moralfreien Berufskriminellen, für die Mord und Totschlag zum ´Arbeitsalltag´ gehören, wie harter Horror, dessen Spukgestalten ähnlich rigoros gegen ihre Opfer vorgehen. Ein bisschen Lee Child hier, ein wenig Stephen King dort, und abgeschmeckt wird das Ganze mit einer ordentlichen Prise Joe R. Lansdale. Wer’s ein wenig ´literarischer´ mag (bzw. mit literaturhistorischer Bildung angeben möchte), lässt die Namen höher gesetzter und schreibender Südstaaten-Prominenz einfließen; William Faulkner (Nobelpreis 1949) macht sich immer gut.

Im Falle Thornton Wilders (Pulitzer-Preis 1938) ergibt solches „name dropping“ sogar Sinn: Den genannten Preis erhielt dieser Autor für sein Theaterstück „Our Town“ (dt. „Unsere kleine Stadt“), das Panorama der (allerdings neuenglischen) Kleinstadt Grover’s Corners, hinter deren traulicher Kulisse dramatische und hässliche Wahrheiten ans Tageslicht drängen.

Vergangenheit und Gegenwart in unguter Verbindung

In Grover’s Corners gehen keine Geister um, weshalb „Niceville“ ein besonders zynisch gewählter Stadtname ist: „Nett“ im Sinne von gutnachbarschaftlicher Nähe ging es hier nach Auskunft des Verfassers wohl niemals zu. Schon bevor das Hightech-Verbrechen des 21. Jahrhunderts in Niceville Fuß fasste, war diese Stadt kein angenehmes Pflaster. Die vier Gründerfamilien hassten einander buchstäblich bis aufs Blut sowie über den Tod hinaus, was bis in die Gegenwart so geblieben ist.

Darüber hinaus gründeten sie Niceville an einem Ort, den man besser gemieden hätte. Was die Archive nicht hergeben, ergänzen Legenden: Im Schatten von Tallulah’s Wall ging es schon vor dem Bürgerkrieg des 19. Jahrhunderts mächtig um. Die diesseitige Welt hat hier sogar ein Loch: Crater Sink ist das Schnittzentrum von Hüben und Drüben, was durch die Angewohnheit, sich hier zu ertränken oder kriminelles Beweisgut zu entsorgen, zusätzlich verstärkt wird.

Nicevilles richtig üble Schurken sind ebenso schwer zu fassen wie Nicevilles Geister. Verfasser Stroud postuliert eine ganze Welt doppelter Identitäten. Der mörderische Bankräuber-Chef ist ein hochrangiger Polizist, der nach sich selbst fahndet und diese Chance gut zu nutzen weiß; sein Komplize arbeitet für die Firma, die den überfallenen Geldtransport organsierte; ein bestohlener Sicherheitsmann verdient als Wirtschaftsspion dazu, ein Psychopath schwärzt anonym Mitbürger an. Selbst Kriegsheld und Ehrenmann Nick Kavenaugh hütet ein übles Geheimnis und übt sich darüber hinaus nach Feierabend in Selbstjustiz.

Vielversprechender Auftakt zu deutlich Größerem

„Niceville“ bildet den Auftakt zu einer Roman-Trilogie, weshalb Autor Stroud sich viel Zeit nimmt, uns die Stadt und ihre Bewohner vorzustellen. Es macht außerdem deutlich, dass der Zickzackkurs der hier erzählten Geschichte möglicherweise Absicht ist und diese letztlich doch irgendwohin führen wird. In der Tat zeichnen sich schon in der zweiten Hälfte dieses ersten Teils weitreichende Verbindungen ab. Nicht nur die lebenden Figuren sind durch verwandtschaftliche oder freundschaftliche/feindschaftliche, jedenfalls selten zufällige Bande miteinander verknüpft. Auch die eindeutig toten Bürger von Niceville und ihre menschlich wirkenden aber alles andere als menschlich handelnden Handlanger passen sich in dieses Gefüge ein. Zu allem Überfluss geraten sowohl Gauner als auch Gendarmen in Nicevilles übernatürliche Gefilde, was die Lage kompliziert werden lässt.

Denn zwar manipuliert aber zunächst quasi unabhängig von dem, was im Crater Sink wartet, erzählt der ´übernatürliche´ Handlungsstrang eine Rachegeschichte, die vor einem Jahrhundert begann und sich ungebrochen fortsetzt. Schon hier gelingt Stroud nicht nur eine solide Gruselstory. Er versteht es, sie zusätzlich mit wahrlich schauerlichen Elementen aufzuwerten: Das Bild der Pechvögel, die der Niceville-Fehden zum Opfer fielen, und sich nun untot immer wieder gegenseitig begraben und exhumieren, ist ungemein einprägsam.

Bemerkenswert ist die Eleganz, mit der Stroud auch den ´realen´ Ereignissen Glaubwürdigkeit verleiht. Er kennt sich im Polizei- und Geheimdienst-Milieu aus, kennt die Arbeitsweisen von Fahndern aller Art und kann sich erschreckend gut in die Köpfe ihrer Gegner versetzen: Noch der übelste Strolch wird dank Stroud zur Persönlichkeit, sogar Schwächen werden offenbart, ohne dass damit eine Läuterung verbunden wäre. Ganz nüchtern stellt Mehrfach-Mörder Croker fest, dass der böse Einfluss von Niceville ihn womöglich zu einem richtig schlechten Menschen werden ließ – ein skrupelfreier Krimineller sei er jedoch schon vorher gewesen.

Wie soll & wird dies enden?

Der Tenor ist völlig frei von Sentimentalitäten, Seifenschaum und Leerlauf lässt Stroud ebenfalls außen vor; man kann ihm dafür nicht dankbar genug sein. Ein knochentrockener und rabenschwarzer Humor – gut gewahrt in der Übersetzung – ist nicht Selbstzweck, sondern passt in Strouds Welt. Der beinahe dokumentarische Stil darf aber keineswegs mit Emotionslosigkeit verwechselt werden: Stroud vermag Gefühle sehr gut zum Ausdruck zu bringen. Er suhlt sich jedoch nicht darin, denn er hat Wichtigeres zu tun: Er erzählt eine Geschichte.

Im letzten Drittel geschieht deshalb, was der Leser kaum für möglich hält: Die ohnehin jederzeit rasante Handlung nimmt noch einmal Tempo auf. Erste Schicksale erfüllen sich, was in „Niceville“ freilich kein Grund ist, aus der Handlung auszusteigen: Die Toten kehren zurück, und manchmal wissen sie nicht einmal, dass sie tot sind, was für zusätzliche Verwirrung sorgt.

Wer dachte, die Karten seien mit diesem Auftaktband gemischt und verteilt, sieht sich angenehm getäuscht: Dieses Spiel unterteilt sich in Runden, und es wird lang dauern, da die Teilnehmer etwa gleichstark sind. Stroud liebt die Bewegung, und er beherrscht sie als Stilmittel perfekt. Von einem Kapitel zum nächsten wirft er scheinbar tief fundamentierte Verhältnisse einfach um und gruppiert ihre Einzelteile neu. Im Hintergrund läuft das große Geschehen weiter. Strouds Story läuft wie auf Schienen, die sich allerdings immer wieder kreuzen, ineinanderlaufen und trennen.

Dies rührt ein zumindest für altgediente Leser selten gewordenes Gefühl auf: Muss man „Niceville“ schließlich verlassen, ist da sofort die Ungeduld zu erfahren, wie es weitergeht. Stroud bringt die Handlung zu einem Abschluss, der gleichzeitig zur Basis für die Fortsetzung wird. Es gibt Hinweise darauf, wie die Geschichte weitergeht; man ahnt bzw. weiß, dass dabei echte Spannung im Spiel sein wird. Hoffentlich bleibt Stroud gesund und munter, um sein „Niceville“-Garn bis zum sicherlich bitteren, dramatischen Ende spinnen zu können!

(Dr. Michael Drewniok, Februar 2012)

Ihre Meinung zu »Carsten Stroud: Niceville«

PMelittaM zu »Carsten Stroud: Niceville«03.05.2013
Niceville ist eine Kleinstadt im Süden der USA. Eines Tages verschwindet der zehnjährige Rainey Teague von einer Sekunde zur anderen spurlos, nur um einige Tage später in einer zugemauerten Gruft wieder aufzutauchen. Ein Jahr später erlebt Niceville ein schon fast wahnsinnig anmutendes Wochenende: Drei Bankräuber hinterlassen eine blutige Spur. Weitere Menschen verschwinden – und wie sich herausstellt, gab es schon früher verschwundene Menschen in Niceville. Was geht in diesem Ort vor sich? Etwas Unheimliches scheint hier zu passieren.

Kein leichtes Buch, denn die Geschichte wird in vielen verschiedenen Erzählsträngen erzählt, die zunächst keine Verbindung miteinander zu haben scheinen. Jeder einzelne Erzählstrang für sich genommen ist interessant und spannend, ich fand es auch sehr spannend zu erfahren, wie sie untereinander verbunden sein könnten.

Der Erzählstil und auch die Geschichte an sich erinnern mich sehr stark an Stephen King. Der Roman ist eine Mischung aus Krimi- und Horrorelementen, die sehr geschickt miteinander verwoben sind. Der sehr sachlich wirkende Schreibstil des Autors trägt zusätzlich viel zu bedrückenden Atmosphäre des Buches bei. Zudem gibt es einige überraschende Wendungen, die einen oft mit offenem Mund zurüchlassen.

Die meisten Figuren lernen wir gut kennen, man erfährt viel über ihre Hintergründe, auch bei Nebenfiguren. Was dem einen oder anderen fehlen könnte, ist eine Identifikationsfigur. Wirklich sympathisch ist einem niemand, aber für mich passt das wunderbar in die Stimmung der Geschichte.

Es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie. Gott sei Dank gibt es keinen gemeinen Cliffhanger am Ende dieses Buches, es bleiben aber genug Fragen offen, um ungeduldig auf die Fortsetzung zu warten, vor allem, wenn man die im Anhang enthaltene Leseprobe zum nächsten Band „Die Rückkehr“ gelesen hat.

Ein absoluter Hingucker ist übrigens der Buchschnitt, auf dem Krähen herumfliegen. Sehr passend, den Krähen spielen im Buch eine nicht unwichtige Rolle. Gut gefallen mir auch die Kapitelüberschriften, die zwar aussagen, was darin passiert, einen neugierig machen, aber sehr viel offen lassen (Ein Beispiel? „Nick geht den Dingen auf den Grund“ und noch eins „Gray Haggard kommt ungelegen“), ich liebe solche Spielchen mit dem Leser!

Mich hat das Buch absolut überzeugt. Jeder, der King mag oder mochte, wird dieses Buch lieben. Absolute Leseempfehlung für Genrefans. Aber auch, wer gerne spannende Bücher, die nicht immer realistisch sein müssen, liest und wer gerne spekuliert, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Allerdings sollte man nicht zu zart besaitet sein – und man muss sich darauf einlassen, etwas Konzentration mitzubringen. Für mich eines der Highlights des Jahres!
kluseba zu »Carsten Stroud: Niceville«14.07.2012
Dieser Roman ist der erste Teil einer Mystery-Thriller Trilogie, die zumindest im deutschsprachigen Raum erst im Februar 2013 fortgesetzt und im Februar 2014 zu Ende geführt wird, was definitiv zu lange Zeitabstaände sind, denn der erst Roman ist nicht komplett in sich abgeschlossen und enthält sehr viele Parallelhandlungen bei denen es ohnehin kompliziert ist nicht dne roten Faden zu verlieren. Wer also Anfang nächsten Jahres die Trilogie fortsetzen möchte, der muss entweder schon über ein Elefantengedächtnis verfügen, alternativ dne Roman noch einmal lesen oder sich wenigsten eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils ins Gedächtnis rufen.

Über den Autor ist relativ wenig bekannt, außer dass er fast schon propagandistische Werke schreibt, die beim amerikanischen Militär sehr gut ankommen, in Kuba jedoch auf einer schwarzen Liste stehen, wie nicht ganz ohne Stolz verkündet wird. Diese Faszination für das Militär spielt auch in Niceville eine große Rolle, denn gefühlt jede zweite männliche Person scheint eine mehr oder wenige ruhmreiche Vergangenheit dort zu besitzen. Nicht umsonst spielt die Geschichte im tiefsten und konservativen Süden der USA. Wen diese Rahmenbedingungen stören, der sollte schon mit einiger Vorsicht an den Roman herangehen.

Die Geschichte selbst ist im Grunde genommen fast schon eine Kopie der berühmten Fernsehserie "Twin Peaks". In einem verschlafenen Dorf ist niemand unschuldig und so wird der Leser Zeuge von brutalen Bankraubgeschichten und Erpressungen. Themen wie Pädophilie, Drogensucht oder häusliche Gewalt runden sämtliche Klischees ab. Das ganze Konzept wird zusammengehalten von dem Leitfaden mehrerer mysteriöser Verschwinden diverser Bewohner. Die Lösung hinter diesen mysteriösen Fällen liegt irgendwo in der Vergangenheit des Ortes vergraben bei dem es um eine Fehde zwischen Teilen der vier Gründerfamilien geht. Je weiter der Roman fortschreitet, desto unheimlicher und übersinnlicher wird er.

Trotz einiger Klischees muss man zugeben, dass gut geklaut eben immer noch besser ist als schlecht selbst erfunden. Der Roman ist sehr flüssig und abwechslungsreich geschrieben. Die einzelnen Personen haben alle genügend Tiefe, um einen in den Bann zu ziehen. Die diversen Nebenhandlungen fließen mehr und mehr zu einem Strang zusammen und die Ereignisse überschlagen sich zunehmend. Während der letzten gut einhundertfünfzig Seiten möchte man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Es entwickelt sich eine intrigante Genremischung aus Kriminalroman, Mystery und Drama. Auch an einem guten Schuss Action und Brutalität mangelt es nicht. Dabei ist das Ganze tiefsinnig genug, damit man sich die Handlung bildlich sehr klar vorstellen kann und auch hin und wieder selbst ins Grübeln kommt und bestimmte Ereignisse analysiert. Leider werden hin und wieder sogar zu schnell Lösungsansätze vom Autor angeboten, sodass viele Ereignisse durchaus vorhersehbar sind. Um so effizienter und überraschender sind dann einige überraschend Gänsehautmomente, die immer wieder wie kleine Nadelstiche wirken. Gleichzeitig wird der Roman dabei nicht zu verkopft oder philosophisch und bietet angenehm flüssige Unterhaltung ohne künstlich tiefsinnig zu wirken.

Unter dem Schnitt bleibt ein sehr unterhaltsamer und flüssig verfasster Mystery-Thriller nach bewährtem Muster, der Anhängern des Genres zweifellos gefallen dürfte. Das Ende ist definitiv offen genug um jetzt schon mit Vorfreude auf die Fortsetzung zu warten. Zudem eignet sich der Stoff auch wunderbar für weitere Essais von fremden Autore oder gar für eine mögliche Fernsehserie.

85/100
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
volker.reads zu »Carsten Stroud: Niceville«27.06.2012
Mir hat das Buch nicht gefallen: Nach einem guten Start habe ich den ganzen Roman lang darauf gewartet, endlich gefesselt zu werden. Mir kam die Story einfach zu gewollt konstruiert vor und die Psychologie der Personen hätte wesentlich mehr hergeben. Alles was ich gelesen habe, hat Stephen King besser gemacht. Ich werde Niceville wieder verlassen und nicht mehr aufsuchen.
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