Clockwork Angel von Cassandra Clare

Buchvorstellungund Rezension

Clockwork Angel von Cassandra Clare

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Clockwork Angel“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 580 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Franca Fritz und Heinrich Koop.

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In Kürze:

London, 1878. Ein mysteriöser Mörder treibt in den dunklen Straßen der Stadt sein Unwesen. Ungewollt gerät Tessa in den Kampf zwischen Vampiren, Hexenmeistern und anderen übernatürlichen Wesen. Als sie erfährt, dass auch sie eine Schattenweltlerin ist und zudem eine seltene Gabe besitzt, wird sie selbst zur Gejagten. Doch dann findet sie Verbündete, und zwar ausgerechnet im Institut der Schattenjäger. Dort trifft sie nicht nur auf James, hinter dessen zerbrechlicher Schönheit sich ein tödliches Geheimnis verbirgt, sondern auch auf Will, der mit seinen Launen jeden auf Abstand hält – jeden, außer Tessa. Tessa ist völlig hin- und hergerissen, und weiß nicht, wem sie trauen soll. Schließlich sind die Schattenjäger ihre natürlichen Feinde.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gekonnter Auftakt zur Schattenjäger-Trilogie“85

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Cassandra Clare wurde durch die „Chroniken der Unterwelt“ bekannt. Jetzt legt sie mit „Clockwork-Angel “ den ersten Band der „Chroniken der Schattenjäger“ vor, die – nicht nur zeitlich – als Vorgeschichte zu den „Chroniken der Unterwelt“ gelten können.

Man taucht mitten in die Geschichte ein

Tessa reist nach dem Tod ihrer Tante nach London, um zu ihrem Bruder zu ziehen. Doch statt ihn wiederzusehen, wird Tessa entführt und muss begreifen, dass Vampire, Hexen und andere phantastische Wesen äußerst real existieren und die Welt genauso wie Menschen bevölkern. Nicht nur das. Tessa hat eine äußerst seltene Gabe: Sie kann die Gestalt lebender und toter Menschen annehmen und das wollen ihre Entführer ausnutzen. Aber dann bekommt Tessa Schützenhilfe von sogenannten Schattenjägern. Mit ihrer Hilfe versucht sie ihren verschollenen Bruder zu finden und herauszubekommen, wer sie selbst wirklich ist.

Die Handlung ist kurzweilig und packt einen sofort. Die Autorin hält sich nicht erst mit großen Einführungen in die Handlungsorte und ihre Welt auf, sondern lässt den Leser mitten hinein plumpsen. Die nötigen Informationen und Hintergründe zu den Handelnden und Fakten zu der Schattenwelt werden nach und nach eingestreut, da wo es passend die Geschichte bereichert und nicht die Handlung ausbremst. Gut gemacht. Vergleiche zu der ersten Trilogie von Clare kann ich nicht ziehen, da ich diese nicht kenne, dafür aber beteuern, dass man mit „Clockwork Angel“ ausgezeichnet ohne Vorkenntnisse einsteigen kann. Der Schreibstil von Clare ist flüssig und die Formulierungen auf den Punkt, die Beschreibungen gelungen, ohne abgehoben zu sein, die Handlung nachvollziehbar und logisch. Clockwork Angel ist einfach – wie man sagt – „gut geschrieben.“

Schön entwickelte Figuren

Was „Clockwork Angel“ neben dem gekonnten Erzählen so besonders macht, sind die liebevoll gezeichneten Personen. Die Hauptfigur Tessa erfährt erst nach und nach, dass sie eine Gestaltwandlerin ist und was das überhaupt bedeutet. Diese Entwicklung ist für den Leser sehr nachvollziehbar und packend dargestellt.

Geradezu schillernd sind die zwei unterschiedlichen Nephilim Will und Jem, die allein schon das Buch lesenswert machen. Will ist zwar sehr offensichtlich von der Autorin als geheimnisvoller, durch seine verwirrende Zerrissenheit um so attraktiverer Kerl angelegt, aber das Wissen schmälert keinesfalls den Lesegenuss. Dass in „Clockwork Angel“ diese Anziehung im gesamten Buch als Spannungsbogen dient und – zumindest in diesem ersten Teil – in der Schwebe gehalten wird, kann ruhig verraten werden. Jem / James, der beherrscht und einfühlsam ist, stellt einen guten Gegenpol zu seinen Freund Will dar und findet mit Sicherheit auch viele Fans. Aber auch die Nebenfiguren wie die ehrgeizige Charlotte, die das Institut der Schattenjäger leitet, ihr zerstreuter Mann Henry oder die zickige Jessamine bereichern „Clockwork Angel“ ungemein. Es sind alles starke Charaktere, aber trotzdem glaubhaft und echte Individuen. Das gilt auch für die Schattenweltler, die beschrieben werden. Ja, es gibt Vampire, Gestaltwandler und Nephilim, alles Fantasygestalten, die in den letzten Jahren gern bemüht wurden, aber sie wirken schlüssig und lebendig und sind nicht nur ein müdes Abziehbild alter Völkchen-Ideen.

Kleine Makel, für die C. Clare nichts kann

Sehr schön ist das Werk ins Deutsche übertragen, nur seltsam unpassend ist die Übersetzung von „Clockwork Angel“. Im Titel des Buches noch im Original belassen, ist im Text das Amulett „Clockwork Angel“ dann zum „Klockwerk Engel“ geworden. Da fragt man sich, was an dem Wort „Uhrwerk“ so unpassend ist, dass man lieber diese Wortschöpfung gewählt hat. In den Werbetext auf der Rückseite des Buches haben sich zwei Trennungsfehler geschlichen und die Handlung wird dort sehr auf reine Romantik reduziert, was so nicht stimmt. Also davon nicht irritieren lassen. Denn das Buch ist wirklich ein Auftakt, der fesselt, genau so wie er ist: eine fesselnde Geschichte in einer fantastischen Welt, in der es manchmal ganz schön menschelt.

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