Medizin um Mitternacht von Cassie Alexander

Buchvorstellungund Rezension

Medizin um Mitternacht von Cassie Alexander

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Nightshifted“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 384 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Fans von »Grey’s Anatomy« und »Doctor’s Diary« werden den Atem anhalten – denn keine Krankenschwester ist so wagemutig, witzig und sexy wie Edie Spence! Nacht für Nacht rettet sie ihre Patienten vor dem endgültigen Tod, denn meist sind die alles andere als lebendig. Die Station Y4, auf der Edie Nachtschicht hat, nimmt ausschließlich übernatürliche Geschöpfe wie Vampire, Zombies und Gestaltwandler auf. Aber dann verliert ein Patient durch Edies Schuld sein untotes Leben, und das bringt ihr allerhand Schwierigkeiten ein – darunter die Suche nach einem vermissten Mädchen, eine Klage vor dem höchsten Vampirgericht sowie zahlreiche stürmische und vor allem untote Verehrer.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Eine etwas andere Love-Story“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Edie Spence hat es nicht einfach gehabt in ihrem Leben. Der Vater hat die verarmte Familie verlassen, der jüngere Bruder hängt an der Nadel, sie selbst verdient als Krankenschwester kaum genug, um über die Runden zu kommen.

Da schien es auf den ersten Blick ein Geschenk des Himmels, als man ihr in der städtischen Klinik, soll heißen, in dem heruntergekommenensten Krankenhaus der Stadt, nicht nur einen Job anbot, sondern ihr auch versprach, ihren Bruder dauerhaft clean zu bekommen.

Dass in der höchst geheimen Station Y4 ganz besondere Patienten behandelt werden, ahnte die junge Frau Anfang – na, seien wir ehrlich, mehr Mitte Zwanzig nicht. Als sie dann das erste Mal Werwesen, Vampire, Gestaltwandler und Drachen zu versorgen hatte, war das ein Schock. Doch als Krankenschwester darf man sich seine Gefühle nicht anmerken lassen und die Zulage für die einsamen, gefährlichen Nachtschichten kann Edie gut gebrauchen. Also Augen zu und durch heißt die Parole – bis sie eines Tages in der Hektik einen Fehler macht, einen tödlichen Fehler. Ein Mann, ein Vampirjäger stirbt, weil sie nicht aufgepasst hat, nun ist es an ihr, dessen Queste zu Ende zu bringen.

Auf der Suche nach einem seit Jahrzehnten gefangen gehaltenen und missbrauchten Vampirmädchen schüttet unsere wackere Krankenschwester zwei Fläschchen Weihwasser über dem Kidnapper aus – und löst diesen damit in Staub auf. Bevor sie es sich versieht, wird sie vor ein Vampirtribunal zitiert. Nur eines kann sie retten, wenn sie das befreite Mädchen findet, und diese zu ihren Gunsten aussagt. Zusammen mit einem charmanten Zombie und einem umwerfenden Gestaltwandler macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen – doch es gibt so einige, die auf gar keinen Fall wollen, dass ihre Suche von Erfolg gekrönt ist …

Urban Fantasy der besseren Art

Was uns Cassie Alexander da präsentiert, das hat inhaltlich alle Bestandteile eines erfolgreichen Urban-Fantasy-Plots. Es gibt gewalttätige Vampire, tapfere Werwölfe, laszive Gestaltwandler, eine dunkle Verschwörung darf ebenso wenig fehlen wie ein wenig Romantik und eine Prise Sex, dazu eine Protagonistin, die sich tapfer ihrem schweren Schicksal stellt.

Und unsere Ich-Erzählerin hat wirklich ein Päckchen zu tragen. Nicht genug, dass sie familiäre Probleme hat, dass ihr nichtsnutziger Bruder, für den sie allerlei auf sich nimmt, ihr den Einsatz für sein Leben nicht dankt, auch finanziell ist sie nicht eben auf Rosen gebettet. Um ihren stressigen Alltag, das Leid und Elend, aber auch die Perspektivlosigkeit in ihrem Leben ab und an zu vergessen, holt sie sich bei One-Night-Stands ein wenig Abwechslung und Entspannung in ihrem doch von Stress und Tristesse geprägten Alltag.

Nun zu gut kann man ihre innere Anspannung, die die Autorin sehr einfühlsam und unauffällig hat einfließen lassen, nachvollziehen. Das, und wie tapfer sie die neuen Fährnisse annimmt, wie sie trotz der Verzweiflung, die sie zu überrollen droht, weiter aktiv agiert, sich aufbäumt, hat die Autorin überzeugend geschildert. Hier begegnet uns ein Charakter, der ganz in seinen Parametern agiert, der, gerade weil sie als Krankenschwester tagtäglich mit Leid und Tod zu tun hat, die innere Kraft findet, weiterzumachen. In diese zugleich verletzliche, aber auch starke Gestalt schlüpft der Leser gerne, ist sie doch kein naives Dummchen oder verwöhntes Püppchen, sondern eine Figur, die wie die meisten der Leser auch ihren tagtäglichen Kampf auszufechten hat. Dass und wie sie letztlich ihren Kopf aus der Schlinge zieht, wie es mit dem unerwarteten zarten Pflänzchen der Liebe zum wandelnden Toten weitergeht, das mag der geneigte Leser selbst nachlesen. Spannende Lesestunden abseits der ausgetretenen Pfade sind auf jeden Fall garantiert.

(Carsten Kuhr, Februar 2012)

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