Das Lied von Malonia von Catherine Banner
Buchvorstellung und Rezension
- Fantasy
- Science-Fiction
- Horror
- Mystery
In Kürze:
Ein skrupelloser Tyrann beherrscht das Reich Malonia, seit Prinz Ryan, der rechtmäßige Thronfolger, verschwunden ist, ohne eine Spur zu hinterlassen. Doch dann findet der junge Malonier Leo North ein geheimnisvolles Buch, das ihm verrät, wohin der Prinz verbannt wurde: in ein Reich namens England, das von seiner Heimat durch eine magische Pforte getrennt ist …Aber wird Prinz Ryan in der Stunde der Not zu seinem Volk zurückkehren – auch wenn er dafür die Frau verlassen muss, die er mehr liebt als das Leben? Der erste Roman einer fantastischen Trilogie – das Debüt einer erst achtzehnjährigen Engländerin. Catherine Banner entführt die Leser in eine fantastische Welt voll großer Gefühle, Magie und Abenteuer. Großartige All-Age-Fantasy aus England: so gefühlvoll wie Jenny-Mai Nuyens NIJURA, so spannend wie Christopher Paolinis ERAGON – und so originell und jung wie die Autorin selbst!
Das meint Phantastik-Couch.de: „;Überzeugendes Debüt einer jungen Autorin“
Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider
„;The Eyes of a king, Book I“ heißt der Originaltitel des ersten Teils aus Catherine Banners „;Manolia“- Zyklus. Selten erhielt eine Fantasy-Autorin für ihre erste Romanveröffentlichung so viele Vorschusslorbeeren. Erst vierzehn Jahre jung soll Catherine Banner gewesen sein, als sie anfing, über Manolia zu schreiben, als aufregendstes Nachwuchstalent wird sie in ihrer englischen Heimat gefeiert.
In Deutschland präsentiert das neue Bertelsmann Fantasy-Imprint Penhaligon Banners Debüt als All-Age Fantasy im Hardcover. Die Umschlaggestaltung zeigt ein scheinbar altes, an den Ecken in Bronze eingefasstes Buch, das von Bändern zusammengehalten wird. In der Mitte des Frontcovers schaut ein junges Gesicht durch einen Spiegel in unsere Welt. Was erwartet den Leser nun hinter diesem ansprechenden Buchdeckel?
Leo und Stirling
Der 15-jährige Leo North hat kein einfaches Leben. Er lebt mit seiner Großmutter und seinem kleinen Bruder Stirling in der ärmsten Gegend in Kalitzstad. Beide Jungen besuchen die Offiziersschule, denn König Lucien von Malonia braucht alle jungen Männer an der Front im Krieg gegen das Nachbarland Alcyria. Stirling würde lieber Pastor werden und Leo hat einen Hang zu magischen Spielereien, doch die Magie ist in Malonia streng reglementiert und nur der Regierung vorbehalten.
Zwei Ereignisse im langen Winter Malonias hellen den Alltag der Jungen auf: Der Fund eines geheimnisvollen Buches, in dem nach und nach Geschichten erscheinen und der Einzug der hübschen Maria in die Nachbarwohnung.
Fiktion oder Spiegel zu einer anderen Welt?
Die Geschichten, die das magische Buch Leo und Stirling erzählt, spielen in England, einer nur in Legenden existierenden Welt. Sie berichten von dem Magier Aldebaran und dem Sohn des alten Königs Cassius II. Leo und Stirling kennen sich mit der Historie Malonias aus, da ihr verstorbener Vater einst ein berühmter Schriftsteller war, bevor dessen Werke verboten wurden. Die Brüder ahnen bald, dass diese Geschichten mit Malonias Schicksal verbunden sind. Aus einer Prophezeiung über die Rückkehr des Prinzen erhoffen viele Malonier noch immer die Überwindung der totalitären Verhältnisse. Für Leo treten die Geheimnisse des Buches in den Hintergrund, als Stirling am stillen Fieber erkrankt. Während dessen findet in einer anderen Welt ein junger Mann seine große Liebe und hadert mit seiner Bestimmung.
Eintritt in eine fremde Welt mal anders herum
„;Das Lied von Malonia“ erzählt zwei Handlungsstränge in zwei verschiedenen Welten . Leo North Geschichte spielt in einer Fantasywelt, die ein wenig an das 19. Jahrhundert erinnert. Der verbannte Prinz Cassius heißt in England Ryan. Er, seine Freundin Anna und der Magier Aldebaran erleben dort das 20. Jahrhundert.
Die Ereignisse in England wirken zunächst wie eine Fiktion innerhalb der Romanhandlung. Leo North liest einzelne Kapitel, die sporadisch erscheinen und Ereignisse mit erheblichen Zeitsprüngen erzählen. Aus der Sicht Leos verfolgt man, wie sich das Geschehen in England mit der Handlung in Malonia verbindet.
Im Mittelpunkt steht allerdings nicht das Schicksal dieses Landes, sondern das der Protagonisten. Der Leser teilt mit Leo die vielen Sorgen und seltenen Freuden und leidet mit ihm, als sein Bruder sich mit einer tödlichen Krankheit infiziert.
Der verbannte Magier Aldebaran ist eine weitere prägnante Figur, die mit magischen Fähigkeiten verbissen für eine Revolution kämpft und Entscheidungen trifft, die ihn nicht immer sympathisch machen. Lediglich Ryans und Annas Geschichte wirkt in der sonst düsteren Atmosphäre anfangs etwas kitschig.
Vielfältige Perspektiven
Catherine Banners Spiel mit verschiedenen Erzählperspektiven prägt den Roman. Leo North erzählt über sein Leben als 15-jähriger Junge in der Ich-Form. Als Erzählrahmen dient seine Jahre später stattfindende Reflektion der Ereignisse, die er in Briefen an seinem Onkel schreibt. Die Geschehnisse in der Parallelwelt England werden zunächst episodenhaft, dann immer ausführlicher aus mehreren Perspektiven in dritter Person erzählt. Stellenweise hätten die Übergänge besser zusammengeführt werden können. Dennoch gelingt es der Autorin, aus den abstrakt wirkenden Handlungselementen eine runde Erzählung zu formen.
Dank des kreativen Aufbaus, des feinsinnigen Erzählstils und der exzellenten Personenzeichnung, zieht „;Das Lied von Malonia“ den Leser bis zur letzten Seite in seinen Bann, obwohl nicht wirklich viel passiert. Die Handlung und die Protagonisten heben sich angenehm von denen der üblichen Fantasy-Quests ab.
„;Das Lied von Malonia“ wirkt als Auftakt einer Trilogie erstaunlich geschlossen, obwohl viele Fragen offen bleiben. Catherine Banner verzichtet darauf, mit einem Cliffhänger den Leser zum Kauf des nächsten Bandes zu animieren. Umso mehr darf man darauf gespannt sein, ob im Anschlussband der politische Machtkampf in Malonia mehr im Vordergrund stehen wird und wie es mit Leo, Anna und dem Prinzen weiter geht.
Das Attribut „;aufregenstes Nachwuchstalent“ für die junge Autorin mag pathetisch klingen. Allerdings ist Catherine Banner tatsächlich eine begnadete Erzählerin, die die Fantasy-Literatur hoffentlich mit vielen ähnlich kreativen Werken bereichern wird.
Ihre Meinung zu »Catherine Banner: Das Lied von Malonia«
| Dani@Leseratte zu »Catherine Banner: Das Lied von Malonia« | 26.01.2010 |
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| Alfe zu »Catherine Banner: Das Lied von Malonia« | 20.01.2010 |
| ... zu »Catherine Banner: Das Lied von Malonia« | 28.01.2009 |
| Lilith1976 zu »Catherine Banner: Das Lied von Malonia« | 30.10.2008 |


