Teuflischer Held von Catherine Jinks

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „The Genius Wars“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 544 Seiten.ISBN 3-426-50112-0.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kempen und Jakob Schmidt.

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In Kürze:

Das junge Genie Cadel musste schon eine Menge Abenteuer bestehen. Nun hofft er, endlich ein normales Leben führen zu können. Doch daraus wird nichts: Sein Erzfeind Prosper taucht wieder auf und bringt ihn und seine Freundin Sonja in Lebensgefahr. Cadel schmiedet einen letzten teuflischen Plan, um Prosper ein für alle Mal auszuschalten

Das meint Phantastik-Couch.de: „Teuflisch genial“84

Science-Fiction-Rezension von Eva Bergschneider

Endlich hat das Computer-Hacker-Wundekind Cadel, das einst zu einem kriminellen Superhirn ausgebildet und für finstere Zwecke missbraucht werden sollte, eine Familie gefunden. Der Polizist Saul Greeniaus und seine Ehefrau Fiona haben Cadel adoptiert und wohnen mit ihm in einem Einfamilienhaus in Sydney. Cadel besucht mit seinen ebenfalls hochbegabten Wegbegleitern Sonja und Hamish die Universität von New South Wales. Wenn Cadel nicht gerade Vorlesungen besucht, die ihn endlich lehren, Computerwissenschaften auf legale Art zu nutzen, versucht er seiner schwerstbehinderten Freundin uneingeschränkte Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Sonjas Sprachsynthesizer kann bereits über den W-Lan-Zugang die Bedienungselemente der Aufzüge auf dem Unigelände steuern, was noch fehlt, ist die Steuerung der Fußgängerampeln Sydneys. Cadels Leben wäre perfekt, wenn nicht plötzlich Prosper English auf den CCTV Kameras Sydneys auftauchen würde. Offensichtlich hat es der flüchtige Verbrecher dieses Mal auf Cadels Freunde abgesehen. Sonjas Rollstuhl stürzt ferngesteuert und unkontrollierbar die Treppe herunter. Cadels Zuhause wird durch einen ungebremst in die Außenwand krachenden Bus zerstört, sein Vater bei dem vermeintlichen Unfall schwer verletzt. Cadel muss, um seine Freunde nicht weiterhin tödlichen Gefahren auszusetzen, ohne ihre Hilfe versuchen, Prosper English zu stoppen. Dafür ersinnt er einen genialen Plan gegen den schlauen Meister der Täuschung, der ihn bis nach Amerika führt.

Ein Schrecken ohne Ende?

Da ist es wieder, das Wunderkind Cadel. Nach einer Kindheit mit Lehrjahren in der Verbrecherausbildung, retteten ihn ein Polizist und eine Sozialarbeiterin auf die „gute“ Seite, wo er mit einer Nerd-Kommune Jagd auf das Gangstergenie Prosper English machte. Die angebliche Vaterschaft Prospers entpuppte sich als falsche Information. Was sollte ihn, der schon mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat, jetzt noch davon abhalten, Cadel umzubringen?

Cadel hat nun, was er sich immer wünschte, ein normales bürgerliches Zuhause. Der hochbegabte und selbstbewusste Teenager besucht die Universität, „hackt“ nur noch gelegentlich und für den guten Zweck. Seine Freunde, die mit ihm eine Zeit der Angst und Verfolgung durchgestanden haben, bedeuten ihm alles. Umso schlimmer ist es für Cadel, als sie zu Zielscheiben für Prospers lebensgefährliche Attacken werden.

Anders als im ersten Band „Teuflisches Genie“ und im zweiten „Teuflisches Team“, ist Cadel nun mehr auf sich gestellt. Das macht ihn verzweifelter und entschlossener, lässt ihn stur agieren, zuweilen arrogant wirken. Catherine Jinks führt konsequent und stimmig die Entwicklung ihrer Hauptfigur fort, lässt den gereiften Cadel bewusst auf ein paar Tricks der alten Verbrecherschule, das Axis Institut, zurückgreifen. Der Fünfzehnjährige wirkt nicht unbedingt sympathischer, aber genau so, wie man sich ein heranwachsendes Ausnahmetalent in ärgster Bedrängnis vorstellen würde. Man wüsste schließlich gern, zu welcher Persönlichkeit Cadel fünf oder zehn Jahre später geworden wäre.

Während der Vorgängerband „Teuflisches Team“ etwas gemächlicher begann, steigt die Autorin hier direkt mit Hochspannung in das Finale der Trilogie ein. Der beängstigenden Befürchtung, ob Prosper nun wieder in unmittelbare Nähe lauert, folgt der furchtbare Anschlag auf Sonja und weitere auf Cadels Adoptiveltern und seinen Freund Hamish. Ganz allein gelingt es Cadel dann doch nicht, sich auf Prospers Fersen zu heften. Gazo, der mit seinem Körperduft Menschen betäuben kann, übernimmt Transportdienste und rettet Cadel aus brenzligen Situationen. Auch ohne die Fähigkeiten eines geistigen Überfliegers erkennt er, was die unheilvolle Atmosphäre dieses Romans ausmacht:

„You know what? You sound just like Prosper“ – „Weißt Du was? Du klingst schon wie Prosper“

Das moralische Backup, das Sonja für Cadel in „Teuflisches Team“ war, verkörpert nun Gazo auf seine Weise.

Etwas ungeschickt werden weitere Kumpel aus dem Clearview-Haus, die Zwillinge Devin und Lexi in die Geschichte eingefügt. Auch sie sind auf der Flucht und verstecken sich in der verlassenen, aber intakten Villa des „Genius Squad“ Teams. Es ist schwer zu glauben, dass sie dort niemandem auffallen und nicht vermutet werden. Wirklich weiter bringen die Beiden die Geschichte auch nicht. Weil sich dieser Part nicht recht in die Zusammenhänge einfügen will, hängt auch der Spannungsbogen ein wenig durch. Zum Glück nicht lange.

Zum Schluss – Stillschweigen

Zum Finale sagt man hier am besten nichts, damit Sie sich möglichst unbefangen auf „The Genius Wars“ einlassen können. Nur so viel: Es lohnt sich!

„The Genius Wars“ erzählt eine coole, spannende Story über die Chancen und Abgründe der global vernetzten Computer- und Informationssysteme, die wir bereits erleben oder in nächster Zukunft erleben werden. Eingebettet hat Catherine Jinks diesen „Hacker-Thriller“ in eine einfühlsame Erzählung über das Heranwachsen und die Liebe zwischen Eltern und Kindern. Gespickt mit viel sarkastischem Humor und flapsigem, aber nie platt wirkendem Tech-Gebabbel, ist die „Genius“ oder „Teuflisch“-Trilogie ein rundum vergnügliches Leseerlebnis für Jugendliche und im Kopf jung gebliebene Erwachsene.

Diese Rezension bezieht sich auf die Originalausgabe „The Genius Wars“

Ihre Meinung zu »Catherine Jinks: Teuflischer Held«

phoenix zu »Catherine Jinks: Teuflischer Held«30.03.2012
Meiner Meinung nach der schlechteste Part der Trilogie, auch wenn man, als eingefleischter Kenner der zwei vorherigen Bücher, natürlich auch der letzten Teil ein Muss ist.

Nichtsdestotrotz dauert es ziemlich lange bis die Handlung schließlich wirklich packend und spannend wird (ca. 250 Seiten). Dann gewinnt die Handlung an Fahrt und es entsteht die erwartete ,,Duelatmosphäre“ zwischen den beiden Gegnern, Cadel und Prosper.

Ebenso vom Ende hatte ich mir mehr erhofft.

Alles in allem dennoch eine sehr zu empfehlende Trilogie, auf die man sich als Leser jedoch erst einlassen muss.
Eifriger Leser zu »Catherine Jinks: Teuflischer Held«10.12.2010
Eine gelungene Fortsetzung der Reihe, und fesselnd obendrein.

Vom Schreibstil her der enttäuschendste Teil. Vielleicht mag es an der Übersetzung liegen, aber die sich ewig wiederholenden Sätze wie "Ich kann es mir nicht leisten", etc. nerven. Vor Allem das ewige "Schnauben"! Warum "stöhnen", "ächzen", "keuchen", ... die Beteiligten nicht mal. Alle "schnauben" fortwährend. Vielleicht variiert das höchstens mal mit "brummen" oder "quieken".

Aber die Story für sich genommen kann sich sehen lassen; trotz eines unsympathischen "Helden".
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