Cocktail für einen Vampir von Charlaine Harris

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Deadlocked“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 432 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, wird von den neuesten Entwicklungen in Bon Temps/Louisiana mitten ins Herz getroffen: Erst ertappt sie Eric, ihren Vampir-Liebhaber, in flagranti mit den Fangzähnen im Hals einer anderen Frau. Kurze Zeit später wird ebendiese Frau tot in Erics Garten gefunden. Ein besonders ungünstiger Zeitpunkt für einen solchen Skandal, denn gerade weilt der Vampirkönig von Louisiana, Arkansas und Nevada in der kleinen Stadt. Es ist an Sookie und Bill, dem für die Region zuständigen Vampirermittler, das Verbrechen aufzuklären. Und dann wird Sookie selbst zur Zielscheibe. Wer ist ihr Feind?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Geschenk der Feen macht das Leben der gedankenlesenden Kellnerin interessanter“64

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Rund um Bon Temps, Louisiana ist es ruhig geworden. Ein gutes Zeichen? Oder eher die Ruhe vor dem Sturm? Nachdem Eric mit Hilfe der gedankenlesenden Kellnerin Sookie den von seinem König eingesetzten Regenten umgebracht hat, droht nun der Besuch des Monarchen. Wird Eric die Tat verschleiern oder zumindest begründen können, oder droht ihm der endgültige Tod? Bei der Party im Anwesen Erics soll die Angelegenheit geklärt werden. Doch dann wird auf dem Rasen vor dem Haus eine junge Frau ermordet aufgefunden, alle Indizien weisen auf Eric als Mörder hin. Natürlich ist das eine Falle – doch wer steckt hinter dem Verbrechen, wer verrät den Sheriff von Louisiana? Damit noch nicht genug, belastet Sookie auch noch die Verlobung ihres Erics mit Freyda, der Vampirkönigin von Oklahoma. Wird Eric als Machtmensch seinen Gefühlen für Sookie den Vorrang geben, oder wird er dem letzten Willen seines Erzeugers folgen und Sookie für die Königin und seinen weiteren Aufstieg zur Macht verlassen? Dabei hätte Sookie die Möglichkeit, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen. Von ihrer Gran hat sie den Cluviel Dor erhalten, ein magisches Feenartefakt, das ihr einen aber auch nur einen Wunsch erfüllen würde – und hinter dem alle Übernatürlichen her sind wie der Teufel hinter einer heiligen Seele. Gut, dass Sookie da just ihr Testament gemacht hat …

Liebe und Blut, Feen, Vampire und eine naive Southern Belle mit dem Herz auf dem rechten Fleck

Mit der Verfilmung unter dem Serientitel „True Blood“ hat Charlaine Harris mit ihrer Romanreihe um Sookie Kultstatus erreicht. Auch wenn die TV-Serie spätestens seit der 5. Season ganz eigene Wege abseits der Romanvorgaben geht, bringt der Kultstatus ihr neue Leser, die in die Bücher hineinschnuppern und sich hoffentlich festlesen.

Im Gegensatz zu den ersten Bänden sind die Romane kaum mehr in sich abgeschlossen. Die Handlung läuft permanent fort, irgendwelche Zäsuren sucht man vergeblich. Das führt dazu, dass kein wirklicher Handlungsbogen erkennbar ist. Man findet weder einen wirklichen Beginn noch ein echtes Finale. Ähnlich, wie wir dies von den TV-Novelas kennen, werden in jedem Band einige neue Ansätze hinzugefügt, andere abgeschlossen, ohne dass der große Handlungsfaden – vorliegend Sookies Verhältnis zu den Vampiren – jemals wirklich beendet werden würde. Das führt dazu, dass bei aller gebotenen Action und den vielen hineingewobenen Geheimnissen eine gewisse Ermüdungserscheinung eintritt. Wer die ersten Teile der Serie nicht gelesen hat, wird dem Geschehen nur schwerlich folgen können, zumal dem Buch keine Zusammenfassung der bisherigen Bände beigefügt ist. Auf der anderen Seite hat die Autorin durch die Anlage auch die Möglichkeit, das Schicksal einer Vielzahl von Personen zu beleuchten. So mischen sich Soap-Elemente mit der gewohnt routinierten Beschreibung des Lebens in einer Kleinstadt der Südstaaten der USA, wechseln sich übernatürliche Begebenheiten mit gefahrvollen Intrigen und Kämpfen ab.

Erfreulicherweise bleiben die sexuellen Beschreibungen rar und geraten nie zum Selbstzweck, wie wir dies bei anderen Konkurrenzserien zu oft erleben mussten. Sookie ist nach wie vor eine etwas naive, mutige und moralisch gefestigte Southern Belle, deren Leben durch die Bekanntschaft mit den Übernatürlichen ein wenig aus dem Ruder gelaufen ist. Dennoch versucht sie immer das Richtige zu tun, richtet sich dabei nach der Bibel und den Ratschlägen ihrer Gran, die sie aufgezogen und ihr moralisches Radar geprägt hat.

Das Gebotene liest sich kurzweilig, leidlich spannend dann wieder aufrüttelnd und vereint das Beste aus den Daily Soaps mit der angesagten Vampirwelle.

(Carsten Kuhr, Februar 2013)

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