Vorübergehend tot von Charlaine Harris

Buchvorstellungund Rezension

Vorübergehend tot von Charlaine Harris

Originalausgabe erschienen 2001unter dem Titel „Dead Until Dark“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 336 Seiten.ISBN 3937255141.Übersetzung ins Deutsche von Dorothee Danzmann.

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In Kürze:

Sookie Stackhouse jobbt in einer Kleinstadt in Louisiana als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus. Nicht, daß sie nicht hübsch wäre. Im Gegenteil. Sookie hat nur, na ja, eben diese Behinderung. Sie kann Gedanken lesen. Das macht sie nicht gerade begehrenswert. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend – und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art Mann, auf die sie schon ihr ganzes Leben lang wartet …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Sexy Vampir“76

Horror-Rezension von Sanja Döttling

Die Romanvorlage zu der TV-Serie „True Blood“ zeigt, wie Vampire mit vielen Vorurteilen kämpfen, seit sie sich geoutet haben. Vor allem, wenn sie sich in einem kleinen US Südstaatenkaff herumtreiben.

Sookie Stackhouse arbeitet als Kellnerin in der Kleinstadt Bon Temps in Louisiana. Deshalb ist sie ein wenig überrascht, als eines Tages ein Kunde um ein Glas Blut bittet. Das ist zwar gerade nicht vorrätig, aber Sookie schafft es trotzdem, sich mit dem neuen Vampir Bill anzufreunden. Wie sie bald herausfindet, ist der sogar ihr Nachbar, ihre Häuser sind nur durch den alten Friedhof getrennt.

Während sich zwischen der menschlichen Sookie und dem Vampir Bill langsam Gefühle entwickeln, bekommen sie immer mehr zu spüren, wie viele Vorurteile gegenüber Vampiren in der kleinen Stadt bestehen. Obwohl die Vampire schon vor einigen Jahren ihre Existenz öffentlich gemacht haben und seitdem mehr oder weniger zur Gesellschaft gehören, sogar ihren Blutdurst mit synthetisch hergestelltem Blut stillen können, sind vor allem in Bon Temps nicht alle von untoten Nachbarn begeistert. Scheinbar nicht zu Unrecht. Zwar ist Bill ein äußerst netter und höflicher Vampir, der im Bürgerkrieg für die Südstaaten gekämpft hat, aber seine vampirischen Freunde gehören zu einem ganz anderen Kaliber: Sie halten sich Menschen als lebende Blutsnacks und spielen mit dem unstillbaren menschlichen Verlangen nach vampirischer Aufmerksamkeit.

Kaum ist Bill in die Stadt gezogen, ereignet sich eine Mordserie, auch Sookies Kollegin wird eines Morgens tot aufgefunden. Alle Opfer sind weiblich, und tragen Vampirbisse am Körper. Die misstrauischen Bürger behalten den zugezogenen Untoten im Visier; doch auch Sookies Bruder Jason ist einer der Verdächtigen.

Untote Minderheit

„Vorübergehend tot“ von Charlaine Harris ist 2001 erschienen, das Buch ist der Auftakt zu einer ganzen Serie. Zwölf Bände sind bis jetzt erschienen, der finale 13. Band wird im Mai diesen Jahres auf Englisch erscheinen. Vor allem seit Ende 2008 die Fernsehserie zur Buchvorlage bei HBO ausgestrahlt wurde, haben die Geschichten ein breites Publikum für sich gewonnen.

Doch was unterscheidet diesen Roman von den vielen anderen Vampir-Liebesgeschichten, die inzwischen den Büchermarkt überfluten? Zunächst ist die Story um Sookie und Bill erwachsener als die anderer Vampir-Romane. Vor allem die menschliche Protagonistin Sookie ist nicht so schwach und naiv dargestellt, wie viele andere Vampir-Gespielinnen. Sie ist es, die dem Vampir bei der ersten Begegnung das Leben rettet – nicht umgekehrt. Natürlich ist Sookie dem starken und viel älteren Vampir in vielerlei Hinsicht unterlegen, aber dennoch wirkt die Beziehung ein bisschen ausgeglichener.

Zu der Reife des Romans trägt auch der offene Umgang mit Sexualität bei. Schon seit Anbeginn der modernen Vampirromane wird der Vampir-Biss mit erotischen Konnotationen dargestellt. Doch „Vorübergehend tot“ begnügt sich nicht mehr mit einem sexuellen Unterton. Vampire werden als sexuell sehr anziehende Wesen dargestellt. Daraus hat sich eine ganze Subkultur entwickelt: Vampirblut ist für die sogenannten „Fangbanger“ eine Modedroge, die sie beim Sex mit einem Vampir zu sich nehmen. Sex ist überhaupt ein wesentlicher Aspekt der Handlung.

Das Buch ist aber mehr als eine erotische Liebesgeschichte. In der Vampirthematik spiegelt sich eine subtile Gesellschaftskritik wider. Wie schon angedeutet, versuchen sich Vampire als Minderheit in die menschliche Gesellschaft zu integrieren und leben inzwischen legal unter den Menschen. Doch in dem Südstaatenkaff ist das mit der Toleranz und Integration nicht so einfach. Mit dem Kunstgriff, Vampire als Minderheit darzustellen, gelingt es der Autorin Charlaine Harris existierende Vorurteile gegen alles was 'anders’ ist, in einem phantastischen Setting entlarven.

Fazit

Das Buch ist eine gute, leichte Lektüre an trüben Tagen für Vampirfans, hat es aber auch faustdick hinter den Ohren. Der Mord ist brutal, der Sex unverblümt, die Gesellschaftskritik verleiht dem Buch Tiefe und ist deutlich spürbar. Ein kleiner Minuspunkt ist allerdings der gewöhnungsbedürftige Schreibstil. Ob die oft fehlplatzierte Wortopulenz an der Übersetzung liegt, kann hier jedoch nicht beurteilt werden.

(Sanja Döttling, Mai 2013)

Ihre Meinung zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«

Tony de Vil zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«13.11.2016
Nette kleine Geschichte. Wer keine Weltliteratur erwartet, sondern das berüchtigte Zwischendurch für Reisen oder als Einschlaflektüre bzw. ein Mittel gegen ständige Wiederholungen auf dem x-ten Fernsehkanal, dem sei das relativ einfach gehaltene Buch gegönnt, eventuell sogar empfohlen.
Simpel im Muster gestrickt, gewürzt mit etwas Spannung und 'ner Prise Humor sind eintöniger Satzbau und wiederholte Beschreibungen, wie sich eine junge Dame auf den Schritt vor die Haustür vorbereitet, styling und make-up, gegönnt. Nichts, was einem den Schlaf rauben könnte, aber durchaus kurzweilig genug, um Vampire als Normalos zu akzeptieren. Für mich: Reise- oder Bettlektüre, vielleicht sogar geeignet, mal Abwege bei Theaterprojekten von Schulklassen zu beschreiten. Wer es als Lehrer drauf hat, wird bestimmt einen Dreh finden, die Oberflächlichkeit der heutigen Welt deutlich herauszuarbeiten und den Blick der jungen Menschen auf das Wesentliche zu lenken. Nämlich auf die inneren Werte und nicht auf den äußeren Schein. Wer das Buch kennt, meint jetzt sicher: der Tony interpretiert da viel zu viel hinein. Wer so tickt, dem empfehle ich, ein wenig tiefer zu blicken. Auch wenn es sich hier um Trivialliteratur handelt, muss das noch lange nicht heißen, dass jeder kleine Hinweis darin weltfremd ist. Viel Spaß beim Lesen als Hobby! Zur Abwechslung vielleicht einmal mit offenen Augen bei sogenannter Allerweltsliteratur, die auch nicht den Anspruch zu besitzen scheint, mehr sein zu wollen.
Blackfairy71 zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«07.07.2011
Eine meiner Lieblingsserien. Sookie war mir von Anfang an sympathisch und Harris' Erzählstil ist spannend, kurzweilig und witzig, aber auch mit viel Gefühl.
Und ihre Ideen sind klasse. Stichwort: Bubba! Der Einfall ist genial. Und eine Erklärung, warum man immer mal wieder den King sieht. ;-)
Mit diesen Büchern hat die Autorin vor Jahren frischen Wind ins Genre der Vampirromane gebracht und ich war sofort begeistert und warte immer auf jeden neuen Teil.
asta zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«31.08.2010
Wow, die Reihe um Sookie Stackhouse scheint eine auf mich persönlich zugeschnittene Serie zu sein. Das ist schon fast wie bei: Wünsch dir was!
Bin jetzt bei Band 5! Selten hat mich eine Autorin so durchgehend begeistert. Ihre Protagonistin Sookie ist ungewöhnlich lebendig und glaubwürdig gestaltet. Das gilt jedoch für fast jeden ihrer Nebenprotagonisten.
Die gewählte Ich-Perspektive erlaubt den Leser Sookie so gut kennen zu lernen und lieb zu gewinnen, wie sonst nur eine beste Freundin, (obwohl ich eigentlich die Ich-Erzähform per se nicht bevorzugen würde).
Bis zum 5.ten Band - mehr kann ich noch nicht beurteilen - steigert sich Charlaine Harris sogar immer mehr. Und ich freue mich auf jeden noch ungelesenen Band (alle befinden sich inzwischen in meinem Regal. :-D FREU!), da kann es gern regnen oder schneien, der Abend ist gerettet!
Für die bisher gelesenen Bücher, würde ich, da sie genau meinen Geschmack treffen, mindestens 90 % vergeben.
Kleiner Tipp, für andere Einsteiger in dieser Serie: unbedingt die Verfilmung True Blood ansehen, die ist auf geniale Weise anders, trifft aber dennoch genau ins Schwarze! Ich gestehe: ich bin süchtig!
PATTI zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«19.08.2009
Mich hat das Buch auch in seinen Bann gezogen. Ich bin von der Hauptprotagonistin total angetan. Sie ist nicht die "klassisch" perfekte überaus gescheite Frau, Sie hat Ecken und Kanten ist witzig,ironisch und das finde ich mal erfrischend anders. Ich werde auf jeden Fall alle Bücher der Sookie-Reihe lesen .
Ticva zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«17.07.2009
Anfangs war es wirklich schwer für mich, eine Verbindung zur Protagonistin Sookie Stackhouse herzustellen. Der Schreibstil der Autorin war mir einfach etwas suspekt, weswegen ich auch mit Sookie nicht warm wurde. Nach ein paar Kapiteln hatte ich mich allerdings an die Ich-Erzählperspektive gewöhnt und konnte nun ganz der Geschichte folgen.

Sookie hat eine Gabe, in ihren Augen eher eine Behinderung, die sie jedoch mehr und mehr zu schätzen weiß, als sie Bill kennen und lieben lernt. Sie kann Gedanken lesen, alle, bis auf Bills, da dieser ein Vampir ist. Wodurch sie sich in seiner Gegenwart immer wohl fühlt.

Als allerdings immer mehr Frauen, die mit Vampiren verkehrt haben, ermordet werden, wird Bill, der sesshaft werden möchte, sofort von der Polizei verdächtigt. Doch mein erster Verdacht fiel auf Sam, Sookies Boss. Dieser konnte seine Gedanken nämlich ebenfalls vor ihr verbergen und das war mir plötzlich nicht ganz geheuer. Er ist zwar kein Vampir, trotzdem ist er anders und er konnte Bill von Beginn an nicht wirklich leiden. Die Auflösung um Sams Geheimnis ist eine kleine Überraschung und auf den tatsächlichen Mörder wäre ich nie gekommen.

Was die Beziehung zwischen Sookie und Bill betrifft, war sie meiner Meinung nach anfangs etwas langweilig beschrieben. Ich hatte erst gar nicht den Eindruck, dass sich in der Richtung was tut, bis sie plötzlich zusammen im Bett landeten. Trotzdem sind die Charaktere gut beschrieben.

Die Kapitel sind teilweise sehr lang, aber durch Abschnitte sauber aufgeteilt, sodass man auch mal eine Pause einlegen kann.

Da ich anfangs Schwierigkeiten hatte mit dem Schreibstil klarzukommen, bekommt der Roman von mir 3 Sterne.
Djamena zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«06.02.2009
Die Sookie-Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris ist für mich eine sehr gelungene Unterhaltung. Mit Sookie hat sie eine Figur geschaffen, die mir richtig ans Herz gewachsen ist. Eine liebenswerte aber auch eigenwillige, mitfühlende, unerschrockene Kämpfernatur mit einer gehörigen Portion Humor. Ich mag den lakonischen Schreibstil und Charlaine Harris' sichere Hand sowohl für gefühlvolle wie auch schräge Situationen. Es ist einfach herrlich wie pragmatisch Sookie – natürlich bedingt durch ihre eigene Außenseiterrolle inmitten dieser engstirnigen Kleinstadtidylle - mit all den absurden und erschreckenden Situationen fertig wird. Der Blutzoll ist nicht gering, es gibt mehrere Leichen, die auf unschöne Art und Weise ums Leben kommen, aber es gibt ebenso romantische oder witzige Szenen. Vor allem spürt man deutlich, dass die Autorin die Welt genau kennt, die sie beschreibt. Genau so stelle ich es mir in den konservativen Südstaaten der USA vor. Natürlich ohne die Supras!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
caulfield zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«15.05.2008
Finde das Buch und auch alle folgenden Teile super. Spannend, humorvoll und immer wieder überraschend. Sookie ist eine Frau aus dem "normalen" Leben, Kellnerin und keine Größe mit Uniabschluß und summa cum laude...Trotzdem meistert sie die zugegebener Maßen ungewöhnlichen Situationen mit Verstand und mit Humor...warte schon gespannt auf den nächsten Teil...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jesse zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«03.12.2007
Das Buch ist einfach klasse.
Sookie ist eine Frau mit Fehlern, keine perfekte Hauptfigurm, die alles richtig macht.
Man kann richtig mir ihr mitfühlen und alles nachvollziehen.

Einziger Wehrmutstropfen für mich: sie erlebt echt schlimme Sachen, kommt aber relativ schnell damit klar.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
JaneDoe zu »Charlaine Harris: Vorübergehend tot«16.11.2006
Sooke Stackhouse ist Kellnerin in einem Lokal irgendwo in Louisiana und sie träumt davon, einen Vampir kennenzulernen. Als dann ein höchst attraktives Exemplar vor ihr steht, kann sie ihm aus einer äußerst gefährlichen Situation heraushelfen. Eine Mordserie an Kellnerinnen mit einem Faible für Vampire beschäftigen gerade die kleine Stadt, in der Sookie wohnt. Sie scheint in Gefahr, das nächste Opfer dieses Mörders zu werden. Das ist mal eine erfrischend neue Version von "Mensch liebt/verfällt Vampir". Humor und Spannnung sind hier gekonnt miteinander verwoben. Sookie ist eine liebenswerte, ein bißchen verrückte, aber sehr mutige Protagonistin, der ich in den weiteren Bänden der Serie gerne wiederbegegnen werde. Bill ist ein Vampir, den man durchaus gernhaben kann. Und spätestens an der Stelle, als "Bubba" (kleiner Hinweis: Graceland) auftaucht, war ich echt hingerissen von dem Buch.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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