Das Nimrod-Projekt von Charles Sheffield

Buchvorstellungund Rezension

Das Nimrod-Projekt von Charles Sheffield

Originalausgabe erschienen 1993unter dem Titel „The Mind Pool“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 500 Seiten.ISBN 3-404-24374-9.Übersetzung ins Deutsche von Ulf Ritgen.

»Das Nimrod-Projekt« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Im 23ten Jahrhundert leben die Menschen friedlich neben den anderen Völkern der Galaxis, und nur sie sind zur interstellaren Reise fähig. Die Menschheit gilt, gemessen an den komplexen Normen der Galaxis, als überaus zäh. Man sagt ihnen gewisse Eigenschaften nach, Eigenschaften die sich als nützlich erweisen sollen. Denn als plötzlich eine rätselhafte künstliche Lebensform in der Galaxis auftaucht und alles Leben bedroht, erweisen sich der Mut und Unbeugsamkeit der Menschen als äußerst wertvoll …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich selber welche“80

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Die Welt im 23. Jahrhundert. Die Menschen haben sich im Universum ausgebreitet. Bei dieser Expansion sind ihnen bislang drei andere Spezies begegnet: die Tinker, die Pipe-Rillas und die Engel. Drei Völker, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber auch drei absolut friedliebende Völker. Besser könnte es der Menschheit gar nicht gehen. Doch nun macht man sich Gedanken, dass man bei der weiteren Ausbreitung im Universum irgendwann auf eine Spezies stoßen könnte, die nicht so friedfertig ist – und entwickelt eine Waffe, die die Menschheit gegen eine solche eventuelle Gefahr schützen soll. Doch nun ist der Super-GAU eingetreten. Die Waffe, ein neu entwickeltes Wesen, ist außer Kontrolle geraten und hat bereits seine Entwickler getötet. Sechzehn Exemplare konnten bereits vernichtet werden, doch das siebzehnte, das am höchesten entwickelte, ist geflüchtet.

In einer eilig anberaumten Konferenz mit Vertretern aller Völker fasst man den Beschluß, Teams zusammenzustellen, um das Wesen zu vernichten. Diese Teams sollen jeweils vier Mitglieder haben, eines aus jeder Spezies. Commander Esro Mondrian und Commander Luther Brachis wurden für den Fehlschlag verantwortlich gemacht und sie sind es auch, die nun dazu ausersehen wurden, zu retten, was zu retten ist und die nun geplante Aktion zu leiten. Die Bedingungen, die an die zu rekrutierenden Mitglieder gestellt werden, sind jedoch so spezifisch, dass das Unterfangen fast aussichtslos erscheint. Doch es gibt da einen zurückgebliebenen Planeten, auf dem man fündig werden könnte – die Erde.

Themen und Ideen für mehrere Romane

Wann hat ein Autor schon mal die Gelegenheit, einen Roman, mit dem er unzufrieden ist, komplett neu zu schreiben? Charles Sheffield erhielt diese Chance, als 1991 eine Neuauflage seines Buches „Die Nimrod-Jagd“ geplant war und er gefragt wurde, ob er noch Korrekturen einbringen wolle. Im Vorwort des vorliegenden Romans „Das Nimrod-Projekt“ schildert Sheffield, wie auf diese Art und Weise ein völlig neuer Roman entstand.

Sheffield hat einiges an Themen und Ideen in die über 500 Seiten hineingepackt, was durchaus auch für mehrere Bücher hätte reichen können. Da geht es nicht nur darum, eine von Menschenhand geschaffene durchgeknallte Maschine zu finden und zu vernichten. Es geht auch um einige mehr oder weniger gestörte Personen, durchaus interessante Charaktere, die sich zum Teil erst im Verlauf der Handlung richtig herausbilden, aber auch Charaktere, bei denen der Autor so seine Schwierigketen hat, sie dem Leser wirklich nahe zu bringen. Es geht um einen geistig zurückgeblieben jungen Mann, der mit Hilfe der Technik zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft werden soll. Es geht um die Symbiose von Mitglidern verschiedener intelligenter Spezies und darum, deren Eigenschaften, die sich ein Mensch nur schwer vorstellen kann, dem Leser klar zu machen. Und es geht schließlich und endlich um das, um was es in den meisten Büchern geht – um zwischenmenschliche Beziehungen.

Vor diesem großen Spektrum, das sich Charles Sheffield da ausgedacht und vorgenommen hat, kann man nur den Hut ziehen. Alleine der Gedanke, die Handlung auf einem selbstmachten Problem basieren zu lassen, ist schon des Lobes Wert. Nur die handwerklichen Umsetzung all dieser Ideen ist leider nicht optimal gelungen. Sheffield ist kein Meister der Wortakrobatik und so hat er gelegentlich Mühe, den Leser bei der Stange zu halten. „Das Nimrod-Projekt“ ist ein durchaus lesenswerter Roman mit vielen Stärken, aber auch mit einigen Schwächen.

Ihre Meinung zu »Charles Sheffield: Das Nimrod-Projekt«

Ihr Kommentar zu Das Nimrod-Projekt

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.