Feuerflut von Charles Sheffield

Buchvorstellungund Rezension

Feuerflut von Charles Sheffield

Originalausgabe erschienen 1998unter dem Titel „Christine Strüh“,deutsche Ausgabe erstmals 2001, 670 Seiten.ISBN 3-453-87704-7.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Im Jahre 2026 erstrahlt am Himmel über der Erde eine zweite Sonne, die Alpha-Centauri-Supernova. Ein kosmisches Schauspiel mit furchtbaren Konsequenzen: Die Strahlen lösen nicht nur Naturkatastrophen aus, sondern bringen die gesamte technische Zivilisation zu einem Stillstand.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Es wird heiß auf der Erde“45

Science-Fiction-Rezension von S.B. Tenz

Im Jahre 2026 beobachtet die ganze Welt ein einzigartiges Schauspiel, das sich am Himmel abspielt. Die Alpha-Centauri-Supernova. Von nun an erstrahlt über der Erde eine zweite Sonne. Der Rivale. Die Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel.

Das führt zu den wildesten Spekulationen, die jedoch nicht einmal annähernd das gesamte Ausmaß der bevorstehenden Katastrophe erahnen lassen. Gewaltige Naturkatastrophen suchen die Erde heim. Millionen von Menschen finden den Tod. Ganze Länder werden vernichtet und deren Bevölkerung nahezu ausgelöscht. Aber damit nicht genug: viel schlimmer noch wiegt die Tatsache, dass die Strahlen der Nova sämtliche Mikrochips der Erde zerstören. Flugzeuge fallen plötzlich vom Himmel, alle medizinischen Geräte sind unbrauchbar geworden, Computer besitzen lediglich noch Schrottwert, die gesamte Telekommunikation ist zusammengebrochen und nicht einmal ein einfaches Ortsgespräch ist mehr möglich. Städte und Autobahnen der ganzen Welt verwandeln sich in riesige Kfz-Schrottplätze. Kurz, die gesamte technische Zivilisation kommt innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand. Chaos bricht aus und alle kämpfen nur noch ums nackte Überleben. Plünderungen und Mord gehören von nun an zum alltäglichen Geschehen. Der Präsident der Vereinigten Staaten steht vor einem scheinbar unlösbaren Problem. Zusätzlich bereiten ihm einige seiner politischen Gegner Kopfschmerzen. Diese sind nämlich dabei, eine Verschwörung gegen ihn und den Rest der Welt anzuzetteln. Ihr Ziel ist es, den Präsidenten abzusetzen, um anschliessend die Weltherrschaft an sich zu reissen.

Etwa zur gleichen Zeit befindet sich ein Raumschiff auf dem Weg zur Erde. An Bord sind Mitglieder einer Marsexpedition, die sich nach einer sechs Jahre dauernden Mission auf dem Heimweg befindet. Sie können nicht ahnen, was auf der Erde vor sich geht. Jeglicher Funkverkehr ist abgebrochen. Eines jedoch ist der Besatzung klar. Ohne die Hilfe der Bodenstation, wird der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu einem Trip in die Hölle.

Ganz nebenbei bereitet eine rassistische, antisemitische und paramilitärische Sekte einen religiösen Putschversuch gegen die Regierung vor. Aus einer Strafanstalt wird ein achtzehnfacher Kindermörder befreit. Die Nation steht vor dem völligen Zusammenbruch.

.....und der Präsident hat noch nicht einmal ein Handy.

Ein Kindermörder als Sympathieträger?

Sheffield´s Geschichte ist von den Ansätzen und der Idee her sehr gut. Die Umsetzung dagegen eher langweilig. Die Story wirkt zu sehr konstruiert und ist nicht besonders glaubhaft in Szene gesetzt. Der Autor hat aus einem spannenden Thema eine langatmige Geschichte ohne wirkliche Höhepunkte gemacht.

Da gibt es einen impotenten Präsidenten der USA, dessen psychosomatisch bedingtes Potenzproblem durch seine Ex-Frau verursacht wurde und der sich um sein verkorktes Sexualleben mehr Gedanken macht als über den drohenden Untergang der Welt. Die (völlig überflüssige) Crew einer Marsexpedition, die, ausgerechnet rechtzeitig zur Supernova von ihrer Mission zurückkehrt und in der Erdumlaufbahn umhergondelt, wirkt fast so albern wie die total durchgeknallte paramilitärische Sekte, die unter der Führung einer völlig Verrückten eine Rebellion gegen die USA vorbereitet. Nicht zu vergessen die drei an Krebs erkrankten „Abenteurer“, die nur ihr eigenes Seelenheil interessiert und die einen völlig unglaubwürdigen Plan ins Auge fassen, der jeder Beschreibung spottet. Den Vogel aber, den schiesst der Autor mit der Darstellung eines achtzehnfachen Kindermörders ab, der doch tatsächlich dazu auserkoren ist, die Rolle eines ehrenhaften und intellektuellen Sympathieträgers zu übernehmen. Das war mir dann doch echt zuviel.

Die Handlung wechselt ständig zwischen den zuvor beschriebenen Personen. Dadurch wird es dem Leser so gut wie unmöglich gemacht, eine echte „Beziehung“ zu einer der Hauptpersonen aufzubauen. Kurzum, man vermisst dieses besondere Gefühl des sich Identifizierens mit einer dieser Figuren. So spielt es letztendlich für den Leser keine grosse Rolle, was mit den einzelnen Personen geschieht. Der Autor hat einfach über das Ziel hinausgeschossen, indem er die Geschichte durch überflüssige Geschehnisse, unnötig in die Länge gezogen hat. Mit Ruhm bekleckert hat sich Charles Sheffield mit diesem Roman jedenfalls nicht.

Fazit: Was für ein spannender Roman hätte aus dieser genialen Idee entstehen können. Stattdessen ist nun eine gute Idee verbraucht und zu einem lieblos dahingeschusterten Werk verkommen. Lediglich der grossen Erwartungshaltung, dass doch noch etwas Interessantes passiert sowie den relativ guten Dialogen ist es zu verdanken, dass der Leser sich durch diesen Dschungel der Langeweile bis zum Ende kämpft.

Fans von Charles Sheffield werden diesen Roman wahrscheinlich als Ausrutscher des Autors durchgehen lassen und sicherlich nach detaillierter Suche den einen oder anderen Pluspunkt zu Tage fördern. Ich habe derartiges leider nicht entdeckt.

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