Bis zum letzten Tropfen von Charlie Huston

Buchvorstellungund Rezension

Bis zum letzten Tropfen von Charlie Huston

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Every Last Drop“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 320 Seiten.ISBN 3-453-43512-5.Übersetzung ins Deutsche von Barbara Kurz.

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In Kürze:

Nach einem Jahr in der Bronx erhält Privatdetektiv Joe Pitt einen neuen Auftrag, den er nicht ablehnen kann: Er soll als Informant zwischen den verfeindeten New Yorker Vampirclans vermitteln. Dabei macht er sich auch auf die Suche nach seiner großen Liebe Evie, die in Manhattan untergetaucht sein soll. Bei seiner Odyssee durch das Reich der Untoten kommt er dem großen Geheimnis der Vampirwelt auf die Spur.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Wuchtig, brutal und unwiderstehlich“85

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Joe Pitt ist ein harter Hund. Als Mann fürs Grobe war er in ganz Manhattan bekannt, ja gefürchtet. Nie hat er sich einer der Gruppierungen der vom Vyrus veränderten Vampire angeschlossen, blieb immer ein einsamer Jäger im Dunkel.
Inzwischen aber scheint ihn das Glück verlassen zu haben. Einmal zu oft hat er hoch gepokert, und letztlich verloren.

So musste er seine Heimat verlassen, schlüpfte in der Bronx, in der man als Weißer kaum überleben kann, unter. Doch auch hier eckt er an, wird gejagt und schlussendlich aufgestöbert. Ausgerechnet die Koalition, der mächtigste Vampyr-Clan Manhattans will etwas von ihm. Nachdem er eines seiner Augen und einen Zeh verloren hat ist er schlussendlich auch bereit zuzuhören.

In Manhattan macht sich ein neuer Clan breit. Damit nicht genug, forscht Joes Freundin Amanda auch noch nach einem Heilstoff gegen den Vyrus. Die einvernehmliche Aufteilung der Macht über die Insel und ihre Bewohner ist in Gefahr, und plötzlich ist Joe Pitt wieder mitten drin im Spiel um Einfluss, Intrigen und Blut. Wie nicht anders zu erwarten aber spielt unser Anti-Held wieder alle Parteien gegeneinander aus, nur dass er dieses Mal einem Geheimnis auf die Schliche kommt, das selbst unseren abgebrühten Pitt entsetzt …

Schockierend, brutal, aufrührend, die Prosa des Charlie Huston

Was haben uns die Verlage aller Couleur in den letzten Jahren nicht alles an Vampir-Lektüre offeriert. Sexsüchtige Modeltypen, sendungsbewusste Religionsanhänger, uralte Weise und instinktgetriebene Schlächter, das Gebotene umfasste ein breites Spektrum.

In diesem Kanon, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr in Richtung BISS-Klone entwickelte, nahm und nimmt die insgesamt fünf-bändige Reihe um Joe Pitt eine Sonderstellung ein. Die Vampirserie, die die BISS-Romane als das enttarnt, was sie sind – billige Unterhaltung für pubertierende Mädchen

In eindringlichen Worten berichtet unser Ich-Erzähler hier von einer Welt, in der es brutal, vulgär und blutig zugeht. Das ist definitiv nicht weichgespült, das ist grell, gewaltbetont und aufrüttelnd, aber eben auch authentisch. Genau so geht es zu in den Vierteln New Yorks, in denen die Jugendlichen keinerlei Perspektive haben, in denen derjenige herrscht, der skrupelloser und gewaltbereiter agiert. Das ist sicherlich in seiner Ausgestaltung nur zu oft zynisch, beeindruckt durch die als Stilmittel eingesetzten stakkatoartig kurzen Sätze und die durch Bindestriche hervorgehobenen Dialoge.

Es geht um das blitzlichtartig beleuchtete Leid in einem urbanen Moloch – Gewalt, Not und Elend sind allgegenwärtig, zwingen den Leser Stellung zu beziehen und ziehen einen mit Macht in die Handlung.

Ein Roman wie ein Tsunami – wuchtig, brutal und unwiderstehlich.

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