Blutrausch von Charlie Huston

Buchvorstellungund Rezension

Blutrausch von Charlie Huston

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „No Dominion“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 320 Seiten.ISBN 3-453-43330-0.Übersetzung ins Deutsche von Kristof Kurz.

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In Kürze:

New York ist fest in der Hand der Untoten. Doch unter den Vampirclans tobt ein unerbittlicher Machtkampf. Privatdetektiv Joe Pitt, der selbst auf der Suche nach frischem Blut ist, gerät zwischen die Fronten eines mörderischen Krieges. Eine atemlose Hetzjagd nimmt ihren Lauf.

Das meint phantastik-couch.de: „Hartgesottene Vampyre und harte Drogen“84

Horror-Rezension von Verena Wolf

Das zweite Buch der auf fünf Teile angelegte Joe-Pitt-Saga steigt da ein, wo „;Stadt aus Blut“ geendet hat. Einzelgänger Joe ist pleite und sein Blutvorrat geht erschreckend schnell zu Neige, er braucht dringend einen neuen Auftrag für Blut und Moneten.

Der Auftrag: Finde das Anathema

Seiner HIV-positiven Freundin hat er seine wahre Natur immer noch nicht gebeichtet, sie hält ihn für einen Drogendealer oder Kriminellen, was auch die geheime Zweitwohnung und die nächtlichen Arbeitszeiten erklärt. Als Joe ruhelos durchs sein nächtliches Revier zieht, wird er Zeuge, wie ein offensichtlich vollkommen zugedröhnter Vampyr durchdreht und auf Menschen losgeht. Geistesgegenwärtigt krallt sich Joe den gefährlichen Artgenossen und bringt ihn kurzerhand in einer einsamen Gasse von Manhattan (ja die gibt es) um die Ecke. Damit verhindert er einen Amoklauf und Schlimmeres, wie zum Beispiel ein Auffliegen der Vampyre,. Allerdings handelt er sich gleichzeitig großen Ärger mit seinem alten Kumpel und Ex-Auftraggeber Terry ein. Denn der durchgeknallte Vampyr war Mitglied der „;Society“, die Terry anführt und der ist nicht davon begeistert, dass Joe ungefragt seine Schäfchen aus dem Weg räumt.

Als Wiedergutmachung soll Joe herausfinden, was Manhattan wirklich unsicher macht. Denn nicht nur der jetzt tote Vampyr, auch andere Untote sind höchstsüchtige Konsumenten einer neuen, harten Droge, das die Blutsauger völlig ausrasten lässt. Das seltsame daran ist: das dürfte nicht möglich sein. Denn eine Nebenwirkung des Vampyr-Vyrus ist, dass es die Wirkung jeglicher Droge nahezu komplett neutralisisert. So raucht Joe nur aus Nostalgie Zigaretten und muss sich schon unglaubliche Mengen harter Alkoholika zuführen, bis er einen winzigen und ernüchternd kurzen Rausch erleben darf. Doch Anathema, wie das neue Rauschmittel heißt, schert sich einen Dreck um diese Gesetzmäßigkeiten und ist eindeutig härter als der härteste Untote. Terry vermutet, dass jemand absichtlich die Droge unters Nachtvolk gestreut hat, nur wer und warum? Ein perfekter Auftrag für Schnüffler Joe Pitt.

Intrigen und alte Vampyr-Bekannte

Die Nachforschungen nach dem Ursprung des Anathema führen Joe Pitt in den Hood, das Viertel von DJ Grave Digga. Allein dass er als weißer Vampyr wagt die Grenze zu dessen Gebiet zu überschreiten gleicht einer Kriegserklärung. Aber längst beobachten auch andere Untoten argwöhnisch Joes Treiben. Denn das Drogenproblem ist nur die Spitze des Eisbergs. Unangenehm wirbeln Joes Recherchen Staub auf, er stolpert mitten hinein in die Intrigen der verfeindeten Clans, deren Machtverhältnisse absichtlich undurchsichtig gehalten werden.

Die meisten der Protagonisten kennt man schon aus Band eins, aber sie werden gekonnt ergänzt durch weitere Blutgenossen, wie das reiche Jüngelchen „;der Graf“ und die düsteren Vertreter des Hood. Huston bleibt seinem düsteren „;Hardboiled Detective“-Konzept treu. Das Gute ist: das funktioniert ausgezeichnet. Der Erzählstil ist schnell, hart und knapp, die Handlung ist ein höchst unterhaltsamer, cooler Mix aus Action plus Horror. Wie Joe Pitt sollte man nicht lange fackeln, sondern bei „;Blutrausch“ schnell zuschlagen!

Ihre Meinung zu »Charlie Huston: Blutrausch«

Sonny zu »Charlie Huston: Blutrausch«18.05.2009
Nach dem ersten, etwas drögen Teil der Serie war ich skeptisch, aber völlig zu unrecht. Nachdem Huston in Stadt aus Blut die Gegebenheiten und Personen seiner Vampirwelt sehr ausgiebig dargelegt hat, geht es in diesem Teil gleich zur Sache. Gewohnt hart schlägt und mordet sich Hustons Hauptprotagonist durch die Story und kriegt oft genug selbst seine Abreibung. Dabei bleibt er völlig emotionslos (außer seiner Freundin gegenüber). Nicht umsonst besteht er auf seine Unabhängigkeit. Dennoch bleibt er dem Leser sympathisch. Nicht zuletzt durch einen guten Schuss Humor.
Vitali zu »Charlie Huston: Blutrausch«11.06.2008
Ich find das Blut Rausch bis jetzt das beste Werk von Huston ist. Ich will damit die anderen bücher von huston nicht ruterziehen ganz im gegenteil, aber ich finde das er sich von der Prügelknabe bis zu Blut Rausch von werk zu werk verbessert hat. Um es mit denn worten von Joe Pitt auszudrücken: "Ein Gottverdammtes Meisterwerk"
mase zu »Charlie Huston: Blutrausch«29.04.2008
Im Gegensatz zum 1. Joe Pitt Roman ist es mir bei Blutrausch die Trennung gelungen. Es ist zwar ein Vampirthriller, aber bar jeder Mystik und Blutsaugerattitüde. Der Leser muss einfach akzeptieren, dass die Joe Pitt Geschichten ganz normale Thriller sind, in dem Vampire anstatt z. B. Anwälte die Hauptrolle spielen.

Ein waschechter Hardboiled würde ich sagen, bei dem der Plot keine Rolle spielt. Ich hatte das Gefühl, Huston schreibt einfach drauflos und entscheidet kurzfristig, wie es weitergeht. Ab der 2. Hälfte des Buches schreibt Huston in bester „Der Prügelknabe“ Manier und am Ende passt dann doch alles wieder zusammen. Huston hat sich also doch was dabei gedacht.

„Stadt aus Blut“ sollte zuerst gelesen werden, damit man die Hintergründe der Clans besser versteht.

Und was auch mal gesagt werden muss. Dank dem Übersetzter, denn wo Kristof Kurz drauf steht, ist Qualität drin.
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