Die Fantastischen 6 von Charlotte Kerner

Buchvorstellungund Rezension

Die Fantastischen 6 von Charlotte Kerner

Originalausgabe erschienen 2010, 296 Seiten.ISBN 3407810709.

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In Kürze:

Die Großmeister von Horror, Fantasy und Science Fiction, ihre Lebensgeschichten und ihre fantastischen Welten: Sechs faszinierende Portraits, die zugleich ein spannender Einstieg in die Fantastische Literatur sind von Frankenstein, Dracula, dem Herrn der Ringe bis(s) hin zu Solaris, Blade Runner und ES: Jeder dieser sechs Namen lässt bekannte fantastische Bilder entstehen. Alle sind Titel berühmter Romane, geschrieben von sechs Schriftstellern, die weltweit zu den meist gelesenen Autoren gehören. Ihre Werke prägten in den letzten 200 Jahren entscheidend die modernen Genres Horror, Science-Fiction und Fantasy und schenkten uns neue Mythen. Früher gerne als »Schundliteratur« abgetan oder unterschätzt, sind ihre Werke inzwischen auch literarisch anerkannt. Alle gelten als die Klassiker ihres Genres und liefern bis heute große Stoffe für wunderbare Filme und erschufen Filmikonen: neben den Klassikern »Frankenstein« mit Boris Karloff und »Dracula« schrieben auch moderne Verfilmungen Geschichte – von »Shining« über »Blade Runner« bis zu »Solaris« und »Herr der Ringe«.

  • Frankenstein: Mary Shelley (1797 – 1851) erschuf das berühmte Monster (von Anja Stürzer)
  • Dracula: Bram Stoker (1847 – 1912) machte einen Unsterblichen unsterblich (von Jürgen Seidel)
  • Herr der Ringe: J. R.R. Tolkien (1892 – 1973) lebte für die Fantasie (von Frank Weinreich)
  • Solaris: Stanislaw Lem (1921 – 2006) suchte die Zukunft ( von Bernd Flessner)
  • Blade Runner: Philip K. Dick (1928 – 1982) wurde zum Kafka Amerikas (von Charlotte Kerner)
  • ES: Stephen King ( 1947) ist der Meister des Schreckens (von Marcel Feige)

Das meint Phantastik-Couch.de: „Biographien müssen nicht knochentrocken sein“70

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Die Lebensgeschichten von sechs die phantastische Literatur prägenden Autoren soll uns vermittelt werden. Wenn man nun die Namen, die uns erwarten, Revue passieren lässt, so muss man der Herausgeberin attestieren, hier eine gute, repräsentative Auswahl getroffen zu haben.

Neben den eher zeitgenössischen Größen Stephen King, Philip K. Dick und Stanislaw Lem sind mit Tolkien, Bram Stokler und Mary Shelly drei klassische Verfasser vertreten, deren Werke das Genre jedes auf seine Art geprägt haben.

Eine Biographie in sechs Teilen also, das hört sich auf den ersten Blick etwas trocken, ja langatmig an. Um dem entgegenzuwirken, hat Charlotte Kerner die jeweiligen Lebensgeschichten nicht etwa selbst verfasst, sondern sich kompetente Hilfe geholt.

Marcel Feige etwa berichtet uns auf sehr persönliche und kurzweilig zu lesende Art zunächst von seiner eigenen Begegnung mit dem King’schen Grauen aus Maine (in „Es“), bevor er sich dessen Leben zuwendet. Die Herausgeberin selbst wendet sich danach dem Blade-Runner-Verfasser zu, Bernd Flessner berichtet vom Leben und Denken Stanislaw Lems und dessen „Solaris“. Frank Weinreich versucht nicht nur das Leben Tolkiens zu beschreiben, sondern ihn und sein Werk, den „Herrn der Ringe“ auch einzuordnen, Jürgen Seidel begibt sich mit Dracula ins Stoker’sche Transsylvanien und Anja Stürzer lässt Frankenstein und seine Schöpferin neu vom Labortisch auferstehen.

Verbindend ist den jeweiligen Artikeln, dass sie sich eben gerade nicht trocken und langatmig lesen, sondern neben der nachvollziehbaren Begeisterung für den jeweiligen Autor und sein Werk immer wieder auch versuchen zu vermitteln, warum die Verfasser gerade von diesem Autor und dessen Buch besonders angesprochen werden. Fehler und Schwächen werden dabei durchaus kritisch benannt, der Schwerpunkt liegt aber naturgemäß auf den bahnbrechenden Werken des jeweiligen Verfassers.

Vorliegender Band zeigt geradezu exemplarisch auf, dass Biographien nicht eine dröge Aneinanderreihung von letztlich langweiligen Daten und Fakten sein müssen, dass hier kompetente Fans des Autors versuchen, dem Leser auf vergnügliche Art und Weise zu verdeutlichen, warum sie gerade diesen Autor und sein Werk so schätzen. Das liest sich flüssig und kurzweilig, vermittelt das Wissen unterhaltsam und macht uns die Figur des Beschriebenen lebendig und deutlicher – was kann man von einer Biographie mehr erwarten.

 

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