Feuerträne von Chris D´Lacey
Buchvorstellung und Rezension
- Fantasy
- Science-Fiction
- Horror
- Mystery
In Kürze:
Als David in den chaotischen Künstlerhaushalt von Liz Pennykettle und ihrer Tochter Lucy einzieht, spürt er sofort, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht: Überall im Haus wimmelt es nur so von merkwürdig aussehenden Drachen aus Ton. Sie sitzen auf Fensterbänken, Klospülungen und Treppenabsätzen und wohin David auch geht, immer hat er das Gefühl, von ihnen beobachtet zu werden. Eines Tages macht er dann Bekanntschaft mit Gadzooks, einem ganz besonderen Drachen, und kommt dem Geheimnis der Pennykettles endlich auf die Spur …
Das meint Phantastik-Couch.de: „Originelle Drachenfantasy für Genre-Einsteiger“
Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider
15 Jahre hat Chris D’ Lacey nach eigenen Angaben an „Feuerträne“ (engl. orig. Titel „The Fire within“) geschrieben, der Roman erschien in Großbritannien 2001. Er ist der Auftakt der „The Fire within“-Serie, „Ice fire“ und „Fire Star“ lauten die Titel der nachfolgenden Bände. Der Coppenrath Verlag veröffentlichte nun die deutsche Übersetzung des Drachen-Romans in einer feuerroten Hardcover Ausgabe.
Wohnung gesucht – Drachen gefunden
Die Geschichte beginnt mit folgender Anzeige, wie sie in England nicht unüblich ist...:
Zimmer frei, 80 Pfund pro Woche
Schönes Zimmer in nettem Einfamilienhaus, Verpflegung und Wäschewaschen inbegriffen, an ruhigen, ordentlichen und sauberen Studenten zu vermieten.
Anfragen an:
Mrs. Elizabeth Pennykettle
42 Wayward Crescent
Scrubbley
P.S.: Der Interessent muss Kinder und Katzen mögen....und Drachen
..zumindest bis auf die letzten zwei Worte.
Der angehende Geografie-Student David Rain ist an dem Zimmer interessiert und mit den Bedingungen einverstanden, auch wenn er angibt, länger nicht mit Drachen zu tun gehabt zu haben. Der junge Mann fühlt sich bei der Künstlerfamilie von Liz und Lucy Pennykettle sehr wohl. Jedoch kommen ihm die kleinen Tondrachen in jeder Ecke, so wie der Umgang der Pennykettles mit ihnen, als wären es lebende Individuen, seltsam vor.
Tierschützer gefragt
Die elfjährige Lucy lenkt David zunächst davon ab, eingehender über die Drachen nachzudenken. Sie bangt um das Wohl einer Eichhörnchenfamilie, die seit der Fällung der großen Eiche vor dem Haus verschwunden ist. David macht sich auf die Suche und bringt den Mut auf, das halb blinde Eichhörnchen Conker vor dem Nachbarn zu retten. Doch damit nicht genug: Lucy wünscht sich eine selbst geschriebene Geschichte zum Geburtstag.
Damit ihm das Schreiben leichter fällt, schenkt Liz ihrem Untermieter den Drachen Gadzook. Und tatsächlich scheint der Drache an David Botschaften zu übermitteln. Doch David weigert sich, diesen Drachen-Hokuspokus ernst zu nehmen. Bevor er die Wahrheit über die Drachen erfährt, muss er noch viel über sie lernen.
Rätseln erwünscht
Chris D’Laceys Urban-Fantasy Erzählung „Feuerträne“ nähert sich diesem beliebten Thema auf originelle Weise. Es geht um Drachen aus Ton, die auf geheimnisvolle Weise lebendig werden.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des jungen Geografie-Studenten, der, wie in England üblich, ein Zimmer mit Familienanschluss an seinem Studienort sucht. Im beschaulichen Scrubbley findet er Unterkunft bei der Künstlerin Liz Pennykettle, die Drachen aus Ton modelliert und auf dem Markt verkauft. Ihre elfjährige Tochter, die energische und neugierige Lucy, hilft bei den Tonarbeiten. Schon bald wird klar, dass die beiden Damen ein Geheimnis um das Haus und die Drachen hüten. Geschickt führt der Autor den ahnungslosen Studenten schrittweise an das Geheimnis heran, indem er vage Andeutungen oder ausweichende Antworten der Pennykettles auf seine Fragen einstreut.
Geduld gefordert
Nachdem D’ Lacey das Hauptthema eingeführt hat, lässt er es zunächst fast völlig im Hintergrund verschwinden. Stattdessen erzählt der Autor eine rührende, aber nicht so aufregende Geschichte, in der David und Lucy heimatlose Eichhörnchen retten. Erst als der Student eine Erzählung über Conker und Co. schreiben soll, gewinnt das Geheimnis der Drachen wieder an Bedeutung.
Warum D’Lacey Davids Versuch, das Rätsel um die Drachen zu lösen, zeitweilig unterbrochen hat, wird nicht ganz klar. So bewegend die Geschichte um die Eichhörnchenfamilie auch beschrieben wird, sie bringt das eigentliche Thema nicht voran. Dieser Handlungsstrang wirkt ein wenig aufgesetzt, so als hätte der Autor das Buch strecken wollen. Leider geht dadurch der rote Faden und die Spannung verloren. Obwohl sich auch die Rettung der kleinen Nager unterhaltsam liest, wartet man gespannt darauf, wieder auf die Drachen und ihr Geheimnis zu treffen. Und das Durchhalten und Weiterlesen lohnt sich; das Ende überzeugt durch eine ebenso mystische, wie originelle Auflösung.
Chris D’Lacey schreibt in ungewöhnlich flüssiger Sprache mit viel Humor und spritzigen Dialogen. Seine Protagonisten erscheinen dem Leser bald so vertraut, wie gute Freunde, die Handlung wird mit farbenfrohen und lebendigen Worten in Szene gesetzt. „Feuerträne“ ist insgesamt ein vergnüglicher Lesespaß für Fantasy-Einsteiger ab 9 Jahre und für jung gebliebene Erwachsene. Nora Nowatzyk hat den Roman wunderschön illustriert und er ist außerdem bestens zum Vorlesen geeignet.
Ihre Meinung zu »Chris D´Lacey: Feuerträne«
| Bea zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 31.07.2012 |
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| schwanzestiefel zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 22.03.2012 |
| Gwaaret zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 22.02.2012 |
| Lucy Pennykettle zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 26.10.2008 |
| Varinia zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 21.10.2008 |
| Mischi zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 28.07.2008 |
| stravaganza zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 15.07.2008 |
| Davi zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 24.05.2008 |
| Davi zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 22.05.2008 |
| Dragonfriend zu »Chris D´Lacey: Feuerträne« | 13.05.2008 |
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