Lichtspur von Chris Moriarty

Buchvorstellungund Rezension

Lichtspur von Chris Moriarty

Originalausgabe erschienen 2003unter dem Titel „Spin State“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 460 Seiten.ISBN 3-453-52324-5.Übersetzung ins Deutsche von Michael Iwoleit.

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In Kürze:

Catherine Li ist vermutlich die seltsamste Mitarbeiterin, die die Vereinten Nationen je gesehen haben. Denn sie reist mit Lichtgeschwindigkeit in ihre jeweiligen Einsatzgebiete – und jedes Mal verliert sie dabei das Gedächtnis. Und so stellt sie ihr neuer Auftrag vor eine schier unlösbare Aufgabe, bedeutet er doch eine Reise in ihre eigene Vergangenheit – eine Vergangenheit, die eng mit der globalen Katastrophe verbunden ist, auf die die gesamte Menschheit zusteuert …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Planck sei Dank“87

Science-Fiction-Rezension von Frank A. Dudley

„;Spin State“ ist ein langer Roman mit zahlreichen Elementen aus den verschiedensten SF-Subgenres. Sei es Cyberpunk, Military SF, Space Opera – Chris Moriarty packt alles in ihren Erstling und macht ihn damit zu einer echten Empfehlung für alle Fans von so genannter Hard SF.

Und genauso hart-futuristisch beginnt auch die komplexe Story um Catherine Li, Major der UN-Friedenstruppen, die genetisch und technisch auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, in Lichtgeschwindigkeit von Einsatzort zu Einsatzort springt. Nachdem eine wichtige Friedensmission in einem tödlichen Fiasko endet, schickt die UN ihre an sich verdiente Soldatin auf Compsons Planeten, eine Minenwelt. Dort soll sie den Fall des bekannten Physikers Sharifi untersuchen, der in einer Schachtexplosion ums Leben kam, deren Feuer immer noch nicht gelöscht werden konnte.

Eben jener Sharifi hat der Menschheit die Möglichkeit zur lichtschnellen interstellaren Reise gegeben, indem er das ausschließlich auf Compsons Planet abgebaute Bose-Einstein-Kondensat nutzte. Diese Mine brennt nun und ohne den Wissenschaftler steht die UN vor einem Riesenproblem.

Was dann folgt, ist eine quasi-polizeiliche Ermittlungsstory, gewürzt mit Politik, planck‘scher Quantenphysik und einer AI-Liebesbeziehung. Während die Handlung voranschreitet und Li sich im wörtlichen und übertragenen Sinne immer tiefer in die Tiefen von Compsons Planet wühlt, wobei sie auf ein beinahe undurchdringliches Geflecht aus Gier, Korruption und Rücksichtslosigkeit stößt, erfahren wir auch mehr über die eigentlich schon posthumane Protagonistin. Selbst genetisch modifiziert und mit hypermoderner Computertechnologie aufgerüstet, steht sie in einer Liebesbeziehung mit Cohen, einer AI.

Befriedigend und spannend

Wer sich nicht für wissenschaftlich orientierte Science Fiction interessiert, der sollte die Finger von Chris Moriartys Roman lassen. Doch alle SF-Fans, die dafür ein Faible haben und ständig auf der Suche nach knackigen Storys sind, sollten bei „;Lichtspur“ zugreifen. Zwar wirkt das Plot-Konvolut zur Mitte hin stellenweise überladen – speziell die mystische Komponente des Bose-Einstein-Kondensats ist ein wenig dick aufgetragen – und auch der Einstieg braucht ein paar Seiten, um in Fahrt zu kommen.

Doch letztlich bekommt die Autorin alles in den Griff und setzt es auf sehr befriedigende sowie spannende Weise um. Hervorragend entwickelte Charaktere und die konsequente Handlungsführung machen „;Lichtspur“ zu einem der Topp-SF-Titel in diesem Herbst.

Ihre Meinung zu »Chris Moriarty: Lichtspur«

Pete "Earthy" zu »Chris Moriarty: Lichtspur«30.01.2015
Zugegeben: für ein Erstlingswerk gut. Aber letztendlich quälte ich mich am Ende nur durch. LICHTSPUR ist einfach ZU LANGATMIG. Selbst die Welt, in der die Handlung spielt ist so neu auch wieder nicht. Seit Richard Morgan, Charles Stross, Gibson usw. haben wir Ähnliches schon gelesen, wenn auch im anderen Stil. Der halbe Umfang hätte durchaus ausgereicht. Nichts gegen sogen. "Schmöker" (Herberts Wüstenplanet hatte auch 700 Seiten), aber sind die Autoren nicht mehr in der Lage eine gute Handlung auf 200-300 Seiten rüberzubringen? Warum füllt sich mein Bücherregal heutzutage mit WENIGEN Büchern schneller, als früher mit MEHR Büchern?
Flatlander zu »Chris Moriarty: Lichtspur«20.10.2010
Jau, stimme F.A.Dudley zu, endlich mal wieder ein Roman mit Science in der Fiction !
Als ich die Literaturhinweise am Ende des Buches sah, war ich total begeistert. Wieso man allerdings Bose-Einstein-Kondensate in Kohlebergwerken finden soll, ist mir unklar. Da muß ich in Physik etwas verpasst haben.

Als Hard-SF Fan würde ich mir wünschen, etwas mehr Details über den Umgang der Protagonistin mit der Hi-Tech zu erfahren: Wie geht man mit implantierter H/W um - außer sie halt zu benutzen ? Wie könnte man sich eine Liebesbeziehung zu einer KI vorstellen - da müßte es doch mehr geben, als nur ganz normale Gespräche wie mit einem echten Menschen. Wie muß man sich einen Menschen vorstellen, der mit dem "Overlay"-Verfahren von einer KI gesteuert/übernommen wird ?

Ich bin allerdings auch erst in der Mitte des Buches, vielleicht kommt's ja noch. Es sind doch alles interessante Ideen.
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