Schwarze Jagd von Chris Wooding

Buchvorstellungund Rezension

Schwarze Jagd von Chris Wooding

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Black Lung Captain“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 680 Seiten.ISBN 3-453-52820-4.Übersetzung ins Deutsche von Peter Robert.

»Schwarze Jagd« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Die Geschäfte laufen schlecht für Captain Darian Frey: Seine Crew steht kurz vor der Meuterei, sein Raumschiff kurz vor dem Absturz und selbst die einfachsten Überfälle gehen ihm nicht mehr so leicht von der Hand wie früher. Das Blatt scheint sich zu wenden, als er von einem zerstörten Raumschiff voll unberührter Schätze einer längst vergangenen Zivilisation hört. Frey ist begeistert, nur: Das Schiffswrack befindet sich auf einer abgelegenen Insel, die von riesigen Bestien und übermenschlichen Kreaturen bevölkert ist. Doch nichts und niemand stellt sich zwischen Captain Darian Frey und seinen Schatz!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Ketty Jay fliegt wieder“92

Fantasy-Rezension von Bernhard Renner

Schwarze Jagd ist nach Piratenmond der zweite Roman der Reihe um die Abenteuer des Luftschiffs Ketty Jay. Die Handlung dieses Romans ist in sich abgeschlossen, es ist also nicht zwingend erforderlich, „Piratenmond“ gelesen zu haben, um „Schwarze Jagd“ verstehen und genießen zu können. Empfehlen würde ich es dennoch nicht, die Reihe mit diesem Band zu beginnen, denn die Charaktere aus dem ersten Band werden hier weiter vertieft und nicht erneut so detailliert vorgestellt. Zudem wäre es geradezu eine Sünde, sich einen so vorzüglichen Roman wie „Piratenmond“ entgehen zu lassen.

Etwa ein Jahr ist seit den Ereignissen aus „Piratenmond“ vergangen. Die Auftragslage ist schlecht, die Ketty Jay kaum noch flugfähig und die Stimmung der Crew könnte kaum mieser sein. Da kommt für Kapitän Darian Frey ein lukratives Angebot von Kapitän Grist gerade recht. Die wertvolle Fracht eines Schiffswracks einer längst vergangenen Zivilisation soll geborgen werden. Der Haken daran ist, dass das Wrack auf einer abgelegenen Insel liegt, auf der es vor riesigen Bestien nur so wimmeln soll. Aber es duftet nach Abenteuer, die Bezahlung ist prächtig und es winkt jede Menge Ruhm, also auf geht’s. Was hat die Crew schon zu verlieren?

Let’s Rock!

Chris Wooding ist nebenbei Musiker und hat bereits in diversen Punk- und Hardcore-Bands mitgespielt. Diese Vorliebe scheint sich auch auf seine Bücher zu übertragen. Er ist so etwas wie der Rockstar unter den Phantastikautoren. Hier wird nicht lange drumherum geredet, es geht ordentlich zur Sache und die Langeweile bekommt richtig eins auf die Mütze. Besonders das Weglassen unnötiger Informationen ist eine große Stärke des Autors, da können sich so manche Kollegen eine Scheibe von abschneiden. Sicher, auch Chris Wooding streut immer wieder Ortsbeschreibungen und Hintergrundinformationen zu seinen Charakteren in die Handlung ein, aber nie so viel, dass das Erzähltempo darunter leidet oder Müdigkeit beim Leser aufkommen könnte.

Das Herzstück des Romans ist wie schon im ersten Band die außergewöhnliche Crew der Ketty Jay. Der Zusammenhalt der Crew wird diesmal auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Einige Crew-Mitglieder werden erneut von den Dämonen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Kapitän und Frauenheld Darian Frey trifft wieder auf seine einstige Geliebte und jetzige Erzrivalin Trinica Dracken. Da er sie nach wie vor liebt, neigt er zu unvernünftigen Entscheidungen und der Loyalität seiner Crew kann er sich keineswegs sicher sein. Der adlige Dämonologe Crake ist noch immer nicht über einen katastrophalen Fehler, den er in der Vergangenheit gemacht hat, hinweggekommen und verliert sich in Selbstmitleid und hoffnungslosen Versuchen die schwerwiegenden Folgen dieses Fehlers wieder rückgängig zu machen. Der Crew offenbart sich das Mysterium um die rätselhaften Fähigkeiten der Navigatorin Jezibeth und das ist alles andere als eine angenehme Offenbarung. Die Stimmung ist im Keller und die Crew steht vor dem Verfall. Als hätten sie mit sich selbst nicht schon genug Probleme, erweist sich auch noch der Auftrag von Kapitän Grist (da er ständig raucht, auch Kapitän mit der schwarzen Lunge genannt) nicht gerade als ein Kinderspiel. Vielleicht ist aber gerade dieser gefährliche Auftrag der Leim, der die Crew wieder zusammenkittet.

Es ist kaum möglich, an diesem Buch etwas zu bemängeln. Vielleicht gibt es ein paar Zufälle zu viel und an manchen Stellen sind die Ereignisse vorhersehbar. Wer tiefgründiges und literarisch wertvolles Lesefutter oder Standard Fantasy-Kost mit Elfen, Zwergen und Zauberern erwartet, ist hier sowieso verkehrt. Chris Wooding liefert einmal mehr ein packendes Abenteuer, aberwitzige Action, einen Höllenspaß, tolle Charaktere, überraschende Wendungen und eine durchdachte Handlung. Kurz gesagt: Wer Schwarze Jagd nicht liest, ist selber schuld. In diesem Sinne: Volle Fahrt voraus!

(Bernhard Renner, Juli 2012)

Ihre Meinung zu »Chris Wooding: Schwarze Jagd«

Rotzobert zu »Chris Wooding: Schwarze Jagd«06.11.2014
Gnadenlos gute Geschichte in der man sich in einer Mischung aus Firefly, Steampunk und Han Solos Abenteuern wiederfindet. Piraten hört man gradezu Shanties singen und leckere Deerns fallen immer wieder dem coolen Captain zum Opfer und das ohne das dabei die Geschichte flach oder plump wird.
Ich warte auf die Nachfolger, aber Heyne hat momentan nicht vor sie zu veröffentlichen, was sehr schade ist.
Hoher Suchtfaktor: liest sich weg wie Nix!
Ihr Kommentar zu Schwarze Jagd

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.