Der letzte Schattenschnitzer von Christian von Aster

Buchvorstellungund Rezension

Der letzte Schattenschnitzer von Christian von Aster

Originalausgabe erschienen 2011, 320 Seiten.ISBN 3-608-93917-2.

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In Kürze:

Von jeher wacht der Rat der Schattensprecher über das Gleichgewicht zwischen Menschen und Schatten. Noch bevor die sagenumwobene Maria Dolores das Licht der Welt erblickt, wächst ein Kind mit einer unglaublichen Begabung heran: Jonas Mandelbrodt. Er ist dazu bestimmt, die Sprache der Schatten zu erlernen. Mithilfe eines fast vergessenen magischen Zaubers ist er die einzige Hoffnung, den Krieg zwischen Mensch und Schatten zu verhindern. Als Jonas und Maria Dolores aufeinandertreffen, beginnt ein phantastisches Schattenspiel um Magie, Intrige und Macht.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Es ist schwieriger über seinen eigenen Schatten zu springen als man denkt“78

Fantasy-Rezension von Marcel Buelles

Als die ersten Menschen die Sprache und die Magie der Schatten erlernten, lebten Mensch und Schatten in Harmonie. Doch eines Tages kam eine neue Magie auf, die die Schatten unterjochte und sie zu Sklaven machte. Die alten Zauberer hatten dieser nichts entgegenzusetzen und wurden vernichtet. Erst heute, viele Jahrhunderte später, scheint einer der Schattenschnitzer zurückzukehren, die bestehenden Verhältnisse in Frage zu stellen und die Welt aus den Angeln heben zu wollen. Nur zwei Menschen können seinen Rachefeldzug aufhalten: Jonas, der gelernt hat mit seinem Schatten zu sprechen, und Carmen, die keinen Schatten hat.

Nicht einmal seinem Schatten kann man trauen

Den meisten Menschen ist nicht klar, daß ihre ständigen Begleiter – ihre Schatten – ein eigenes Bewußtsein haben, und daß ein Rat der Schatten dafür sorgt, daß das Gleichgewicht der Macht beibehalten wird. Würden die Schatten den Aufstand wagen, so könnten sie die Menschen, zu denen sie gehören, versklaven und die Welt, wie wir sie kennen, vernichten. Doch der Rat, die Kraft mächtiger Siegel und das Wissen, daß es niemanden gibt, der ihrer gemeinsamen Kraft widerstehen kann, sorgt dafür, daß alles friedlich bleibt. Bis zum heutigen Tag.

Denn der Schatten des letzten Schattenschnitzers, George Ripley, wurde befreit, und die Siegel der Macht werden eins nach dem anderen vernichtet. Ohne sie ist der Zugang zum Limbus der Schatten frei, dem Ort, an dem die Schatten nach dem Tod ihrer Besitzer verharren, um einem neuen Träger zugewiesen zu werden – dem Ort, an dem ihnen ein Magier den Befehl erteilen könnte, das Gleichgewicht der Mächte zu ignorieren und den Angriff auf die Welt zu beginnen.

Zwei unschuldige Kinder sollten die Welt retten – aber für wen?

Der Protagonist der Erzählung, Jonas Mandelbrodt, ist ein Junge, der von Natur aus gelernt hat, mit den Schatten zu sprechen. Das ist noch nie geschehen, und sein Schatten entschließt sich, ihm alles beizubringen, was ein Schattenmagier wissen muß – auch weil der Schatten weiß, daß ein solch ungewöhnliches Kind vom Rat der Schatten verfolgt und vermutlich umgebracht werden wird. Jonas wächst als einsames Kind auf, und erst an dem Tag, als am anderen Ende der Welt ein Mädchen ohne Schatten geboren wird, ahnt er, daß sich in seinem Leben etwas ändern wird.

Es ist nicht einfach, Sympathie für Jonas zu entwickeln, dessen Dasein sich auf seinen Schatten reduziert und der zum Spielball größerer Mächte wird. Seine Suche nach Carmen und seine Liebe zu ihr, nach dem einzigen anderen menschlichen Wesen, das ihn zu verstehen scheint, führt ihn auf Irrwege, die auf den düsteren Pfaden eines rachsüchtigen Schattenschnitzers basieren. Menschen, denen er vertraut, erweisen sich als Verräter, die ihn nur zu eigenen Zwecken zu mißbrauchen trachten. Wer am Ende die Oberhand behalten wird, entscheidet Jonas – der nicht weiß, was er tun soll.

Was wäre der Mensch ohne seinen Schatten?

»Der Schattenschnitzer« ist wahrlich kein Kinderbuch, auch wenn seine Protagonisten Kinder sind. Es ist vielmehr ein Gleichnis über Macht, Moral und Vergebung, denn zuweilen scheint es um nichts Anderes zu gehen, als Gott und seine Schöpfung herauszufordern. Der fantastische Hintergrund, der in geradezu märchenhafter Form erzählt wird, gespickt mit schattenumwölkten Zitaten aus Literatur, Philosophie und Geschichte, und die Erzählperspektive, die vom jungen Jonas Mandelbrodt zu seinem Schatten wechselt, fordert den Leser heraus, zwischen den Zeilen zu lesen und sich auf die Welt der Schatten einzulassen. Wer dann noch die kurzen Auszüge aus dem Buch der Schatten des John Dee blättert, ist auf dem besten Wege in eine faszinierende, andersartige Welt.

(Marcel Bülles, Oktober 2011)

Ihre Meinung zu »Christian von Aster: Der letzte Schattenschnitzer«

anyways zu »Christian von Aster: Der letzte Schattenschnitzer«21.08.2013
Das Schicksal heftet sie zwar an unsere Fersen, aber sie sind eigenständig, auch wenn sie von uns nicht genügen beachtet werden, sie können bei guter Führung sogar mehrmals ihre Herren wechseln- Schatten. Ein solcher Schatten wird auch an den Neugeborenen Jonas Mandelbrodt geheftet, doch dieser ist nicht, wie wir anderen ein Ignorant, nein er kann seinen Schatten nicht nur sehen sondern lernt im Laufe seines jungen Lebens sogar mit diesem zu kommunizieren. Ein Schatten der dem jungen Schüler alles über die Schattenwelt und die Schattenschnitzer beibringt. Denn das dieser außergewöhnliche Junge selbst ein Schattenschnitzer werden könnte, das zu mindestens hofft der Schatten, denn die Schatten sind in Aufruhr, die Welt wird sich ändern…

Soweit die Idee hinter diesem Roman, die ich anfangs auch sehr interessant fand. Der etwas hochgestochene Sprachstil war auf die Dauer eher ermüdend, die Handlung im weiteren Verlauf wirr in der Umsetzung. Ich hatte nicht das Gefühl einen ausgefeilten Roman zu lesen, sondern die erste Version eines solchen. Viele Dinge blieben ungesagt. Der Schatten übernimmt intermittierend die Rolle des Erzählers und deutet schon recht früh und immer wieder seinen Verrat an. Das ist schlicht langweilig, je öfter man es hört. Auch empfinde ich die Stilisierung des Jonas als Held ein wenig weit hergeholt, denn das ist er nicht im eigentlichen Sinne. Wie auch mit knapp neun Jahren fehlt es an der Weitsicht die Tragweite des Geschehens zu überblicken. Dafür ist seine Familie umso einseitiger und fast schon klischeehaft gezeichnet, allesamt keine liebenswerten Gestalten.

Fazit: Unter einem düsteren Fantasieroman habe ich mir leider etwas anderes vorgestellt.
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