Feuerstimmen von Christoph Hardebusch

Buchvorstellungund Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2016, 496 Seiten.ISBN 3-492-70373-9.

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In Kürze:

Seit einer Ewigkeit lag der Schrecken in den Tiefen der Meere verborgen und war von den Menschen fast vergessen. Doch nun ist der fünfte Drache, ein allmächtiges Geschöpf der Finsternis, erwacht. Und er will etwas zu Ende bringen, das ihm vor Jahrhunderten nicht gelungen war: die Welt zu unterjochen. Im Verborgenen wächst die Macht des Drachen, und die Menschen erkennen erst spät, dass sie mehr und mehr zum Spielball der Dunkelheit werden. Während die junge Königin Elena alles versucht, um ihr Volk zu schützen, erfährt der Barde Aidan, dass er eine ganz besondere Gabe besitzt, die im Kampf gegen den Drachen die entscheidende Rolle spielen könnte – den Gesang der Magie …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ungewohnte Bardenmagie im Kampf gegen das wiedererwachte Böse“83

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Etwas ist erwacht, etwas, das lange gefangen war, das in den unergründlichen Tiefen der Meere geruht hat. Der fünfte Drache, ein allmächtiges Geschöpf der Finsternis ist dabei seinen einst abgebrochenen Eroberungsfeldzug zu Ende zu führen.

Die ersten Hinweise auf die den Menschen drohende Gefahr sind noch nicht gravierend. Es kommt zu Ausbrüchen von Fremdenfeindlichkeit, im Meer regen sich humanoide Wesen, so genannte Seeteufel, die Fischer überfallen. Dann eskalieren die Ereignisse. Auf den schwimmenden Inseln kommt es zu einem Ausbruch, Hass geht um, Bruder wendet sich gegen Bruder, Mann gegen Frau, Untertan gegen die Adeligen.

Königin Elena von Arcos flieht von den Gesegneten Inseln und sucht, ihrem fernen Vorjahr folgend, Aufklärung bei einem Orakel. Auf dem Weg ins Unbekannte trifft sie auf die beiden Barden Revus und Aidan.

Schon seit Jahren, seitdem Aidan damals noch voller Selbstvertrauen, andere würden ihm ein übersteigertes Ego attestieren, einen großen, dramatischen Fehler begangen hat, für den Viele bitter bezahlen mussten, haben die einst so gefeierten Sänger und Geschichtenerzähler sich von den Königshöfen zurückgezogen, durchwandern auf Schusters Rappen die Welt. Mit der großen Politik wollten sie nie wieder etwas zu tun haben, jetzt aber ist es ausgerechnet an ihnen, sich gemeinsam mit Elena dem drohenden Unheil entschieden entgegenzustellen – auch wenn der fünfte Drache und seine Schergen gar übermächtig erscheinen.
Doch wie weiß die Weissagung zu berichten – dereinst wird der Bardenruf die Harmonie der Welt wiederherstellen und die vier Drachen der Elemente zu Hilfe rufen . …

Eine ungewöhnliche Kooperation – Buch meets Musikbühne

Ich muss gestehen, dass ich Christian Hardebusch, nachdem ich seinen Debütroman (Die Trolle, Heyne Verlag) gelesen hatte, ein wenig aus dem Blickwinkel verloren hatte. Wieder einmal einer der vielen, fast austauschbaren Völkerepen, mittlerweile liegen immerhin fünf Bände des Trolle-Zyklusses vor, dachte ich, die Sturmwelten-Trilogie (ebenfalls Heyne) entging mir dann komplett. Nach einem Ausflug in das Justifier-Universum hat er mit vorliegendem Buch nicht nur den Verlag gewechselt, sondern liegt auch eine Kooperation mit der deutschen Metal-Band Van Canto vor. Gemeinsam bieten sie in Konzerten beide Werke – in einer Lesung Auszüge aus dem Roman sowie das gleichnamige Album „Voices of Fire“ – ihren Fans an, und erzielen durch die ungewöhnliche Kombination aus Musik und Romantext zusätzliches Interesse.

Inhaltlich wartet ein routiniert verfasster, stilistisch solider Roman auf den Leser. Die Erzähler – Elena und Aidan – wechseln sich Kapitelweise ab, so dass auch in der Erzählstimme für Abwechslung gesorgt ist. Inhaltlich geht Hardebusch wenig neue Wege. Er nutzt den altbekannten Kampf der wenigen Auserwählten gegen das übermächtige Böse, mixt Kämpfe und eine Reise hinzu, fertig ist das Buch. Doch ganz so einfach, wie dies sich nun anhört ist der Plot nicht gestrickt. Hardebusch geht durchaus eigene Wege – die Harmonie, die als große, verbindende und heilende Kraft geschildert wird ist hier ebenso zu nennen, wie die doch ungewöhnliche Wahl der Profession unseres Protagonisten. Ein Barde, der mit seiner Stimme entscheidend in den Konflikt eingreift, das hat man selten gelesen. Ein Hinweis auf Alan Dean Fosters Bannsänger-Zyklus (dt. Heyne) sei hier angebracht, ansonsten fällt mir da zunächst wenig ein. Die Handlung schreitet in den relativ kurzen Kapiteln flott voran, die Ausgestaltung der Magie aber auch der schwimmenden, gesegneten Inseln ist ungewöhnlich, so dass das Interesse des Lesers bis ins Finale bestehen bleibt. Insofern hat der Autor hier ein muntere erzähltes Abenteuergarn gesponnen, das mit einigen Eigenheiten ausgestattet, den Leser an die Seiten zu fesseln weiß.

Ihre Meinung zu »Christoph Hardebusch: Feuerstimmen«

Tobias Dahlmann zu »Christoph Hardebusch: Feuerstimmen«22.08.2016
Einspruch!

Wahrscheinlich hat Hardebusch die etwas banale erste Erzählebene für jugendliche Leser so gestaltet.
Übrigens - nach den Texten zu dem Buch hätte ich vermutet, dass darin Drachen vorkommen. Das ist bei Weitem nicht so! Drachen stehen hier als Allegorien für menschliche Verhaltensweisen. Und damit kommen wir zum eigentlichen Buch. Dessen Inhalt ist nämlich nicht nur eine Darstellung menschlicher Verhaltensweisen. Er stellt auch positiver Forderungen an diese. Sie werden hinterfragt und in ihren Konsequenzen diskutiert, bis ins Politische und Tagesaktuelle. Allerdings findet das alles auf Metaebenen statt. Das Buch verdient also ein genaueres Lesen!
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