Die Stadt der Seelen von Christoph Lode
Buchvorstellung und Rezension
- Fantasy
- Science-Fiction
- Horror
- Mystery
In Kürze:
Wer Macht über die Träume der Menschen besitzt, gebietet auch über ihre Gedanken. Lady Sarka, die allgewaltige Herrscherin von Bradost, weiß das und will sich die Gabe des Traumwanderers Jackon dafür zunutze machen. Doch sie hat viele Feinde: Liam ist einer von ihnen. Er will den Tod seines Vaters rächen und ihre Macht brechen. Aber er ist im Pandæmonium gefangen, dem dunklen Reich der verdammten Seelen und Dämonen. Seine Freundin Vivana ist verzweifelt. Sie liebt Liam, doch reicht das aus, um ihn zu retten?
Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Rettungsmission führt unsere Helden ins Reich der Dämonen“
Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr
Willkommen in Bradost, der Stadt, in der der Aether produziert und in alle Welt exportiert wird – einer Stadt, in der Lady Sarka mit eiserner Hand als despotische Herrscherin regiert, in der viele der Bewohner in tiefster Armut in den unterirdischen Gängen der Kanalisation ihr Dasein fristen – einer Stadt aber auch, die als Bollwerk gegen das Pandaemium, dem Reich der Dämonen steht.
Dies ist die Geschichte dreier Bewohner Bradosts. Während der ehemalige Schlammtaucher Jackon scheinbar das grosse Los gezogen hat und als Leibwächter Lady Sarkas in Saus und Braus lebt und als Traumwandler ausgebildet wird, wurde sein Freund Liam beim Angriff der Ghule auf das Anwesen der Herrscherin ins Pandaemonium geschleudert. Seine Freundin Vivana macht sich, begleitet von ihrem Vater und dem letzten in Bradost verbliebenen Alben, auf, ihn aus den Klauen der Dämonen zu befreien.
Zwar gelingt die Aktion, doch müssen sie feststellen, dass die Grenzmauern, die das Pandaemion seit Jahrtausenden gegen die Welt der Menschen abschließen, Risse aufweisen. Eine Invasion droht, ein Angriff, dem die Menschen nichts entgegenzusetzen hätten, zumal diese angesichts einer Herrscherin, die sich zur Meisterin der Träume aufgeschwungen hat, keinen erholsamen Schlaf mehr finden …
Lode wandelt auf eigenen Pfaden – ein Schuss Steampunk, ein wenig Horror und viel Phantasie – fertig ist der Bestseller
Auch im zweiten Band seiner grossen Pandaemia-Trilogie bietet Lode seinen Lesern wieder spannendes Schmökergarn an. Im ersten der beiden großen Handlungsstränge entführt er seine Fans zum einen in die faszinierende Welt der Dämonen. Allerdings bleibt das Daemonium selbst weiter hinter seinen Möglichkeiten als Handlungsort zurück. Zwar tauchen faszinierend ausgestaltete Dämonen auf, das Land selbst, seine Historie mit einer menschlichen Hochzivilisation, die vor Urzeiten hier gelebt hat, bleibt allerdings noch sehr im Hintergrund. Vielleicht wird hier im abschließenden dritten Teil das Geheimnis weiter gelüftet.
Besser, viel besser hat es der Autor verstanden, uns die Traumwelt nahezubringen. Schon im ersten Teil lernten wir die Seelenhäuser kennen, nun springen wir mit Jackon durch das Reich der Träume, erschaffen Albträume, die wir ins Gefecht schicken und erleben mit, wie die machtgierige Despotin Sarka die Herrschaft über die Träume übernimmt.
Hin- und hergerissen ist der Junge zwischen seiner Dankbarkeit und Zuneigung zu der Despotin und seiner Freundschaft für Liam. Nicht nur das faszinierende Setting des Traumreiches, auch die innere Zerrissenheit des Jungen wird sehr intensiv und packend geschildert. Dabei geht der Autor durchaus auf Themen wie die Verantwortung jedes Einzelnen für die Zukunft ein, streift dabei auch die Zulässigkeit von Widerstand gegen ein totalitäres Regime, ohne dabei aber den Abenteuer-Faktor aus den Augen zu verlieren. Das liest sich packend und flüssig, weckt die Neugier auf den abschließenden dritten Band und verwöhnt den Leser mit einem ungewöhnlichen und eigenständigem Plot.


