Tochter der Dämmerung von Claudia Gray

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Stargazer“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 400 Seiten.ISBN 3-442-37736-6.Übersetzung ins Deutsche von Marianne Schmidt.

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In Kürze:

Biancas Vampir-Natur drängt immer mehr an die Oberfläche. Dennoch ist sie nicht gewillt, ihre Liebe zu dem Vampirjäger Lucas aufzugeben. Auch nicht, wenn das bedeutet, dass sie alle, die sie liebt, in Gefahr bringt. Schließlich ist nicht nur Bianca ein Vampir, sondern auch ihre Eltern, ihre Lehrer und all ihre Freunde sind Untote. Dabei kann sie nur auf die Hilfe eines einzigen Vertrauten zählen: Balthasar. Er ist ein Vampir von der Sorte, wie ihn sich ihre Eltern immer als Freund für ihre Tochter gewünscht haben. Doch während Bianca und Balthasar gemeinsam versuchen, eine Spur von seiner verschwundenen Schwester zu finden und eines der düstersten Geheimnisse des Evernight-Internats zu enträtseln, kommen sie sich immer näher. So nah, dass Bianca sich schließlich fragt, ob ihre Liebe zu Lucas überhaupt eine Chance hat – und was sie wirklich mit Balthasar verbindet …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Vampirjäger, Blutsauger und die Liebe – Ingredienzen, aus denen Besteller gemacht werden“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Willkommen zurück zum zweiten Schuljahr unserer geborenen Vampirin Bianca im Internat der Vampire. Hier, in den altehrwürdigen Mauern, angeleitet von der distinguierten Leiterin der Anstalt, Mrs. Bethany, lernen die unsterblichen Bluttrinker in der für sie unbekannten Welt der modernen Technik zu überleben, begegnen oftmals erstmals Handys und Computer, automatischen Küchenmaschinen und dem Internet. Und vor dieser Kulisse beobachten wir, wie die Liebe zwischen Bianca und Lucas ins Stocken gerät. Ist aber auch ungeschickt, dass sich der charmante und von Esprit nur so sprühende Galan als Angehöriger des schwarzen Kreises offenbart. Und der Kreis hat es sich auf die Fahnen geschrieben, gar jeden Vampir endgültig dem Grabe zu überantworten.

Zunächst einmal aber geht alles noch seinen fast schon gewohnten Gang. Der Unterricht, für die seit einem Jahr mit ans Institut geholten „normalen“ Menschen natürlich immer noch aufgeteilt in allgemeine Fächer und die besonderen Kurse, schreitet voran, und auch Biancas Liebesleben geht zunächst seinen Gang. Ausgerechnet Balthazar, der immerhin dreihundert Jahre alte Vampir, verhilft ihr zu ihren Stelldicheins. Ihm vertraut Mrs Bethany, und als er vorgibt, mit Bianca zu gehen, erlaubt sie den beiden für ihre Rendezvous das Gelände des Internats zu verlassen. Dass sie sich dabei mit Lucas trifft, darf sie natürlich nicht wissen, sonst ist Zunder unterm Dach. Balthazar selbst verspricht sich von dem Dienst nicht nur Zeit mit Bianca, zu der er sich hingezogen fühlt, sondern auch Informationen über seine Schwester, die auf der Abschussliste des Schwarzen Kreuzes steht.

Währenddessen nehmen die Geistererscheinungen auf der Schule immer mehr zu. Warum nur lassen diese Bianca nicht in Ruhe, und was verbindet ihre Eltern mit den Geistern? Es kommt, wie es kommen muss, Bianca gibt Lucas den Laufpass und wendet sich vorübergehend Balthazar zu. Der wechselseitige Blutgenuss führt zu einer Intimität und Einsicht, wie sie bis dahin für Bianca undenkbar war. Als das Schwarze Kreuz Evernight angreift, prallen die unterschiedlichen Parteien aufeinander …

Mehr als ein Biss-Klon

Vampire, junge Mädchen, ein malerisches Internat und emotionale Verwicklungen – kennen wir das nicht aus den Bestsellerlisten? Stephenie Meyers Biss-Romane und die entsprechenden Verfilmungen bereiteten den Boden für die nachfolgenden Autorinnen, die aus den bekannten Ingredienzen jeweils ihre ganz eigene Handlung schufen. Sei es Rachelle Meads „Vampire Academy“ (dt. bei Egmont-Lyx) oder P. C. & Kristin Casts House of Night (dt. bei Fischer), sie alle erhalten mannigfaltigen Zuspruch, was nur beweist, dass ein großer Markt für diese Art von phantastische Literatur vorhanden ist. Penhaligon hat sich mit „Evernight“ in diesem Segment platziert. Auffällig war und ist zunächst, dass das Geschehen aus Sicht einer Vampirin erzählt wird. Während sonst meist die menschlichen Geliebten der bluttrinkenden Herren der Nacht im Mittelpunkt stehen, hat Gray das gewohnte Bild einfach umgedreht, und zieht aus dieser etwas anderen Perspektive viel Spannung und Faszination. Lucas als menschlicher Vampirjäger, der hin- und hergerissen ist zwischen seiner Zuneigung zu der Vampirin, Balthazar, der in Bianca eine alte Liebe wiederzuerkennen scheint, dazu Bianca, die zwischen zwei charismatischen Männern schwankt, das ist gerade für die Zielgruppe ein interessantes Gemisch. Dazu gesellt sich der Zickenkrieg in der Schule, vorsichtig angedeutete erste erotische Erkundungen – insbesondere die Szenen des gegenseitigen Blutgenusses von Bianca und Balthazar ragen hier heraus – und, im ein wenig kurz geratenem Finale eine Portion Action. Allerdings bleiben viele Fragen offen, Ansätze ungenutzt und Entwicklungen unabgeschlossen. Hier wird klar deutlich, dass die Autorin in ihren mindesten zwei weiteren Büchern noch einiges mit ihrer Protagonistin und dem Leser vorhat.

Für Fans entsprechender Serien ist Evernight ein Muss, verbindet die Reihe doch emotionale Verwicklungen, viel Romantik und eine Andeutung von Erotik mit der faszinierenden Welt der Vampire und ihrer Jäger.

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