Ingenieure des Kosmos von Clifford D. Simak

Buchvorstellung

Ingenieure des Kosmos von Clifford D. Simak

Originalausgabe erschienen 1939unter dem Titel „Cosmic Engineers“,deutsche Ausgabe erstmals 1958, 93 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Rainer Eisfeld.

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Luxi zu »Clifford D. Simak: Ingenieure des Kosmos«12.10.2009
Dies ist ein ganz früher Simak, es ist seine älteste verfügbare Prosa in deutscher Sprache. Clifford D. Simak hatte seine erste Story 1931 veröffentlicht, dieser Kurzroman hier erschien erstmals acht Jahre später, 1939, in drei Fortsetzungen in John W. Campbells "Astounding", bevor er dann 1950 seine erste Buchausgabe erlebte. Auf deutsch erschien "Ingenieure des Kosmos" lediglich in zwei verschiedenen Groschenroman-Ausgaben (1957 als Utopia-Kriminal-Zukunftsroman 25 und 1967 als Terra-Extra 123). Eine "ordentliche" deutsche Buchausgabe hat dieser Roman also nie erlebt und das ist vielleicht auch gut so ....

Denn: Man vermisst so ziemlich alles, was man am späteren Simak schätzt: die pastorale Erzählweise, die Humanität und den feinsinnigen Humor. Und man findet so ziemlich alles, was man am späteren Simak vermisst: Krieg, Zerstörung und Krachbumm.

Probleme, die kaum vorstellbar sind, werden mit Mitteln gelöst, die (logischerweise) noch weniger vorstellbar sind. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als um die Rettung des Universums. Ja, richtig gelesen: Wir sprechen hier nicht von so etwas banalem, wie unserer Galaxis, sondern vom ganzen Universum, weil dieses sich nämlich gerade anschickt, mit einem anderen Universum zusammenzukrachen. Fünf Vertreter der Menschheit, die eigentlich gerade erst dabei ist, ihr Sonnensystem zu verlassen, gelangen in Kontakt zu einer höheren "Rasse", den "Kosmos-Ingenieuren", die diese Gefahr zwar kennt, aber keine Lösung weiß, weil ihr nämlich Kreativität und unerschöpflicher Wissensdrang abgeht. Das widerum aber bringen die Menschen mit und so finden sie Lösungen, wie man zunächst eine kriegerische Rasse im eigenen Universum (die "Höllenhunde") besiegt, dann ein friedliches Volk aus dem anderen Universum rettet, indem man es ins eigene herüberholt und schließlich im "Interraum" ein Energiefeld aufbaut, welches man im entscheidenden Moment gegen das bedrohende Universum schleudert und dieses somit vernichtet, bevor sich die beiden Universen gegenseitig zerstören.

Diese Beschreibung lässt ahnen: Das ist alles hart an der Grenze der Lesbarkeit. Denn im Grunde hat der Kurzroman gar keine richtige Handlung. Die irdischen Protagonisten erfahren von den Ingenieuren stets verbal die aktuellen Gefahren und lassen sich dann irgendetwas einfallen, dass diese Gefahr beseitigt. Man hat nie das Gefühl, dass sie selbst in Gefahr sind. Es fehlt ein stimmungsvoller Spannungsaufbau, es gibt keinerlei Konflikte zwischen den Romanfiguren; alles wirkt abstrakt und weit weg von den Helden und damit vom Leser.

Zu guter Letzt kommt dann noch heraus, dass die "Kosmos-Ingenieure" Roboter sind, geschaffen von einer uralten Zivilisation, die ursprünglich mal unser Sonnensystem bevölkert hat und dass das heutige Leben auf der Erde von eben dieser Zivilisation planmäßig geschaffen bzw. angestoßen worden ist. Da schimmert dann durch, dass die Menschen irgendwie doch was ganz Besonderes sind, ein Volk, das dazu bestimmt ist, irgendwann mal die Herrschaft im ganzen Universum zu übernehmen.

Wie gesagt, ein ganz früher Simak. Hätte er nach "Cosmic Engineers" nichts mehr geschrieben, würde sich heute wohl kaum noch jemand an ihn erinnern. Aber zum Glück hat er nur fünf Jahre darauf seine ersten Stories des City-Zyklus (dt. "Als es noch Menschen gab") geschrieben, knapp zwanzig Jahre später die Hugo-prämierte Erzählung "The Big Front Yard" (dt. "Das Tor zur anderen Welt") und 25 Jahre später den ebenfalls Hugo-prämierten Roman "Way Station" (dt. "Raumstation auf der Erde"). Dazu vor allem in den fünfziger Jahren Dutzende von guten bis ausgezeichneten Erzählungen und in den sechziger und siebziger Jahren eine ganze Reihe von bemerkenswerten Romanen.

"Cosmic Engineers" gehört mit Sicherheit nicht dazu. Der Roman ist ziemlich schlecht, das muss hier eindeutig festgestellt werden. Jedoch wird sich der Voll-Fan natürlich nicht abhalten lassen, ihn zu lesen. Schon allein um besser nachvollziehen zu können, wie aus einem mittelmäßigen Autor ein richtig guter Schriftsteller wurde ...
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